Leichtes Fahrradschloss Rennrad Test: Die besten Schlösser im Vergleich

Für unseren Test haben wir über 150 Fahrradschlösser mit Seitenschneider, Stahlsäge, Bolzenschneider und Winkelschneider malträtiert. Fahrradschlösser, die innerhalb dieser Zeit nicht zu knacken sind, gelten als sicher. In diesem Artikel finden Sie alle Testsieger und Empfehlungen aus den einzelnen Artikeln.

Welches Schloss ist das richtige für mein Rennrad?

Um herauszufinden, welches Schloss sich für mich und mein Rad eignet, gilt es zunächst zu überlegen, wo ich mein Lieblingsgefährt in der Regel abstelle, also die abstrakte Frage nach der potentiellen Gefahrenlage. Man kennt sich, hier kann man davon ausgehen, dass die Gefahrenlage so niedrig ist, dass das Rad ohne Schutz sicher parkt. Sicherlich nimmt im Rahmen der Diebstahlstatistik der Gelegenheitsdiebstahl einen sehr großen Raum ein. Hier sind Bügel- oder Faltschlösser sicher die erste Wahl.

Erfahrungen der Polizei sowie des ADFC zeigen, dass sich professionelle Diebe meist nur drei Minuten Zeit nehmen, um ein abgeschlossenes Fahrrad zu attackieren. Je länger der Vorgang dauert, desto größer steigt die Gefahr, von Außenstehenden als Dieb entlarvt zu werden. Dann lieber weg zum nächsten Objekt.

Die Qual der Wahl: Welcher Schlosstyp bietet den besten Schutz?

Bügelschlösser aus gehärtetem Stahl genießen den Ruf, am schwersten knackbar zu sein, haben aber den Nachteil, dass sie unhandlich zu transportieren sind und konstruktionsbedingt durch den festen Bügel nur einen begrenzten Schließraum ermöglichen. Wesentlich flexibler, wenn auch nur zweidimensional, sind Faltschlösser, deren Prinzip vom Meterstab herrührt.

Alle 19 von uns getesteten Schlösser im Faltschloss Test 2025 besitzen einen Rahmenhalter fürs Fahrrad und finden, anders als die sperrigen Bügelschlösser, leicht an den Flaschenhaltermontagepunkten, platzsparend in der Packtasche oder im Rucksack Platz. Entfaltet entwickeln unsere Testteilnehmer eine Länge zwischen 75 und 110 Zentimeter.

Die Kosten: Was darf ein gutes Schloss kosten?

Eine ältere Faustformel besagt: Der Preis des Schlosses sollte etwa zehn Prozent des Fahrrad-Neupreises betragen. Das gilt so für E-Bikes nicht mehr, kosten die doch gut und gerne 4000 Euro und mehr. Die Schlösser in unserem faltschloss Test liegen preislich zwischen 19,99 (Crivit) und 194,95 Euro (Squire).

Wer sein Rad regelmäßig an Plätzen parken muss, an denen viel geklaut wird, sollte selbst ein günstiges, gebrauchtes Fahrrad mit einem hochwertigen Schloss absichern. Besser sogar mit zwei verschiedenen Schlössern.

Die richtige Anwendung: So schützen Sie Ihr Fahrrad optimal

„Abschließen“ beschreibt den korrekten Vorgang der Sicherstellung seines abgestellten Fahrrades oder E-Bikes unzureichend. Das Schloss sollte möglichst weit oben angebracht werden, um kein Widerlager am Boden zu bieten. Umschlossen sollte auf jeden Fall der Rahmen werden, ein einzelnes Laufrad bietet wenig Schutz. Das Abstellen an hellen und gut einsehbaren Plätzen ist ebenso ein Muss, um es Langfingern schwer zu machen.

Unser Test zeigt, dass auch das teuerste Schloss keine hundertprozentige Sicherheit bietet. Wer will, kann sein Rad codieren lassen - etwa bei Polizei, ADFC oder Code-No.com. Beim E-Bike bieten Fahrrad- und Komponentenhersteller wie Stromer, Bosch und andere elektronische und mechanische Wegfahrsperren sowie GPS-Tracking an.

Die Schlossindustrie bietet eine Vielzahl von Schlössern an - allein für diesen Faltschlosstest haben wir 19 verschiedene Modelle getestet. Wesentlich für deren Einsatz ist die Gesamtlänge der entfalteten Glieder. Mit einer Länge von 75 cm ist das Rose Lock Maxx FL 75 das kürzeste im Test, das längste stellte Fischer mit seinem Protec Plus FK110.

Alternativen wie Apps, Fingerprintlocks sowie Zahlenschlösser sind ebenfalls erhältlich. Im Lieferumfang aller getesteten Schlösser ist ein Halter enthalten, der das Schloss unterwegs recht stabil am Rad hält.

Die Testmethoden: So haben wir die Schlösser geprüft

Selbstredend beschäftigte uns im Vorfeld die Frage nach der Aussagekraft eines Schlosstests: Attackieren wir die Schlösser direkt am angeschlossenen Rad oder testen wir (abermals) in der Werkstatt.

Wie bereits beim Bügelschlosstest 2021 prüften wir die Korrosionsfestigkeit in der Salzsprühnebelkammer im Testlabor velotech.de in Schweinfurt. Velotech simulierte den Alltagseinsatz im Zeitraffer. Alle Schlösser wurden 96 Stunden lang korrosivem Salzsprühnebel ausgesetzt. Im Anschluss überprüften wir die übriggebliebene Funktionalität: Alle 19 Schlösser waren weitgehend unversehrt und voll funktionsfähig. Bei den Schließzylindern fehlte hier und da mal ein Tröpfchen Öl, um die leichte Gleitfähigkeit des Schließmechanismus wieder herzustellen.

Die Härtetests: So widerstandsfähig sind die Schlösser wirklich

Ohne große technische Kenntnisse liegt bei einer Attacke auf ein Faltschloss auf der Hand, mit Hammer und Meißel in die Gelenke zu schlagen und die Nieten innerhalb von drei Minuten möglichst zu durchtrennen. Eine wirklich kraftaufwändige Methode, die einiges an Kondition und geschicktem Werkzeug-Umgang abverlangt.

Darüber hinaus handelten wir uns bei dem Versuch etliche Beschwerden im Verlagsgebäude ein, so laut und durchdringend konnte man die Hiebe in umliegenden Büros wahrnehmen.

Mit einer Säge den Faltschlössern an den Kragen zu gehen, schien uns eine realitätsnahe Methode: Ein handelsübliches Modell führt jeder Baumarkt, die benötigten Sägeblätter ebenfalls. Diese sind auch preislich kein großer Invest. Ein komplett sinnloses Unterfangen: Die Oberflächen der Faltschlösser hielten allesamt dieser Attacke stand. Bei keinem der Testteilnehmer ließ sich auch nur ansatzweise die Oberfläche anritzen. Gute Arbeit der Hersteller!

Im nächsten Schritt testeten wir mit der Säge, die Gelenke durchzutrennen. Ein zäher Vorgang, der allerdings im Vergleich zum Hämmern deutlich leiser, aber nicht kraftschonender vonstatten ging. Fünf Kandidaten hielten nicht stand: Sowohl das Protec Plus FK 85 und FK 110 von Fischer sowie das Rose Lock Maxx FL 75 gaben nach weniger als 60 Sekunden nach. In 2:53 Minuten trennte die Säge das Gelenk.

Die Ergebnisse unseres dritten Härtetests im Faltschloss Test sind schnell erzählt: Alle 19 Faltschlösser hielten dem Aufschneideversuch mittels Bolzenschneider stand. Schlechte Nachricht also für potentielle Fahrraddiebe: die von uns angewandte geräuschärmste Knack-Methode ist auch die unwirksamste.

In Zeiten akkubetriebener Werkzeuge erschien es uns realistisch, die Faltschlösser auch mit einem Winkelschleifer zu attackieren. Zwar sind entsprechende Trennschleifer nicht immer preisgünstig, dennoch bietet der Markt diese aktuell in vielen Varianten an. Das Ergebnis ist leider ernüchternd: nichts bzw. nicht viel. Mit 35 Sekunden hielt Fischers Protec Plus FK85, gefolgt vom Vomox Faltschloss 90 mit 34 Sekunden, noch am längsten stand. Die allermeisten Schlösser waren aber binnen 20 Sekunden durchgeflext.

Die Bewertung: So setzen sich die Ergebnisse zusammen

Zielt man auf die Testmethoden Hämmern und Sägen ab, lässt sich schlussfolgern, dass die getesteten Schlösser den Anforderungen weitgehend gewachsen und lange Zeit einsetzbar sind (siehe Salztest). Und dennoch: Nicht jeder Dieb hat einen solchen stets parat und der mit ihm einhergehende Lärm dürfte den Einsatz eher verhindern.

Um unsere zahlreichen und aufwendig ermittelten Testeindrücke sowie -ergebnisse vergleichbar zu machen, orientieren wir uns an einer kleinteiligen Bewertungs-Matrix. Die Bewertung erfolgt folgendermaßen: Das Gewicht und das Zubehör geht mit je fünf, die Korrosion sowie elektrischer Winkelschleifer mit je zehn Prozent in die Wertung ein.

Die Testsieger: Unsere Empfehlungen für leichte Fahrradschlösser

Eine der klaren Aussagen unseres Tests: Auch preisgünstige Schlösser, wie Crivits Folding Bike Lock für 19,99 Euro, können einen erhöhten Diebstahlschutz bieten.

Abus Ivera Steel-O-Flex 7200: Der Allrounder

Das Panzerkabelschloss ist ein ernstzunehmender Widersacher, nur mit viel Mühe zu öffnen und trotz seiner Länge relativ leicht. Das Panzerkabelschloss Abus Ivera Steel-O-Flex 7200 ist für uns für die meisten Fahrradfahrer ganz klar die beste Wahl. Wir konnten es zwar knacken, der dazu nötige Aufwand war aber beachtlich. In den eingeplanten drei Minuten waren wir noch nichtmal so weit, dass wir den Seitenschneider am Stahlkabel ansetzen konnten.

Um das Innenleben freizulegen, mussten wir zunächst einmal durch das Textil kommen. Unter dem Textil kam eine Art Gummischlauch zum Vorschein. Mit dem Bolzenschneider konnten wir die Stahlhülsen zerquetschen, darunter kam schlussendlich das Stahlkabel zum Vorschein, das man mit viel Gefummel dann wiederum mit dem Seitenschneider durchtrennen konnte. Aber auch da war es nicht einfach mit einem Schnitt getan, denn das ganze Kabel aufs Mal ließ sich nicht durchtrennen.

Nur mit kleinen Strängen von wenigen Fasern und häufigem Nachsetzen kamen wir voran, bis das Ivera nach langer Gegenwehr letztendlich durchschnitten war. Wir haben es anschließend auch nochmal an einer anderen Stelle mit der Metallsäge probiert. Die erwies sich als sehr gutes Mittel, um dem störrischen Textil Herr zu werden. Das war es aber auch schon wieder, denn an den Stahlgliedern zeigte sich das Ivera auch nach einer Minute Sägen absolut unbeeindruckt von unseren Handwerkskünsten.

Die Ausstattung des schwarz-blau gestreiften Panzerkabelschlosses ist leider etwas mager; es liegen nur zwei Schlüssel bei und keiner der beiden hat eine LED. Unschön finden wir auch, dass das Ivera Steel-O-Flex 7200 keinen Staubschutz hat - selbst die billigsten Schlösser von No-Name-Herstellern verfügen meist mindestens über einen manuellen Schieber.

Den Testsieg bekommt das Ivera Steel-O-Flex 7200, weil es im Gegensatz zu allen anderen aufbruchssicheren Schlössern im Test sehr leicht und gut zu handhaben ist. Es ist zwar nicht ganz so flexibel wie ein Ketten- oder Kabelschloss, kommt dem aber sehr nah. Außerdem ist es lang genug, dass man sein Fahrrad überall ansperren kann.

Die Stiftung Warentest hatte das Ivera 7200 ebenfalls schon im Test und hat eine Gesamtnote von 3,8 vergeben (Test 04/2013). Kritisiert wurde vor allem die Aufbruchssicherheit, was bedeutet, dass die Tester das Steel-O-Flex offenbar in unter 3 Minuten öffnen konnten. Wir können uns nicht vorstellen, wie das zu bewerkstelligen sein soll.

Abus Granit XPlus 540: Für höchste Ansprüche

Hier beißt man auf Granit: Das Schloss ist mit gängigen Mitteln nicht zu überwinden. Bügelschlösser gelten allgemein als die stabilste Bauform, und mit dem Abus Granit XPlus 540 erhält man ein hervorragendes Exemplar zu einem fairen Preis.

Seinem Eliteschloss hat Abus eine Halterung und einen Staubschutz spendiert, der das Schlüsselloch nach dem Herausziehen des Schlüssels automatisch verschließt. Zwar bekommt man den Bolzenschneider weit genug geöffnet, um die Stahlstrebe des Granit XPlus 540 dazwischen zu versenken, zudrücken kann man ihn dann aber nicht mehr. Dasselbe Spiel in Grün wiederholte sich mit der Metallsäge. Allerdings konnten wir auch die meisten anderen Bügelschlösser nicht mit dem Bolzenschneider öffnen, wozu dann also mehr Geld ausgeben?

Die Antwort liegt im Schließmechanismus. Mit XPlus bezeichnet Abus eine Verriegelung, die praktisch unüberwindbar ist. Sogar gegen Winkelschleifer ist das Granit XPlus 540 relativ gut aufgestellt. Satte 126 Sekunden brauchten wir, um das Schloss komplett vom Fahrrad zu entfernen. Dafür sorgt neben dem harten Material vor allem die doppelte Verriegelung des Bügels, die uns dazu zwang, selbigen zweimal zu durchtrennen. Ob einem das den hohen Aufpreis wert ist, muss freilich jeder selbst entscheiden.

Stiftung Warentest hat das Granit XPlus 540 mit der Note 1,6 als sehr gut bewertet. Damit deckt sich die Begeisterung für dieses Schloss mit unserer Erfahrung an diesem Modell. Am besten schnitt auch hier die Aufbruchssicherheit ab - sie wurde sogar mit 1,2 bewertet.

Abus Bordo 6000K: Der Klassiker unter den Faltschlössern

Das Abus Bordo ist ein Klassiker und ein Musterbeispiel eines Faltschlosses. Das Bordo ist ein Klassiker und kann als Blaupause für Faltschlösser gesehen werden. Abus hat das Modell im Lauf der Jahre aber immer weiter verbessert. So ist es kaum verwunderlich, dass unser ehemaliger Testsieger Bordo 6000 von seinem direkten Nachfolger abgelöst wird.

Das Bordo 6000K kam in unserem Fall mit der gut verarbeiteten Halterung SH 6000 mit tollem Verschlusssystem. Das Schloss ist tadellos verarbeitet und hat eine angenehme Haptik. Die Glieder bewegen sich flüssig und lassen sich einfach abschließen. Den Vorgänger des 6000K ließen wir noch auf Picking testen und erhielten bereits hier sehr gutes Feedback. Das ist beeindruckend, da der größte Unterschied zwischen Bordo 6000 und 6000K der neue, noch sicherere XPlus-Zylinder ist.

Faltschlösser haben im Gegensatz zu Bügelschlössern eine scheinbar offensichtliche Schwachstelle: die Verbindungen ihrer Gelenke. Dieser Schwachpunkt ist aber nicht bei allen Kandidaten gleichermaßen gegeben. Mit einem Bolzenschneider konnten wir das Bordo 6000K aber auch nicht an den Streben öffnen, was sehr für die Qualität der verwendeten Materialien spricht, denn die Glieder sind nur 5 Millimeter dick.

Im Gegensatz zum Vorgänger haben wir das 6000K jedoch auch aufgeflext, was bei uns rund 15 Sekunden dauerte. Wären die Faltglieder etwas dicker, könnte das Schloss einem Winkelschleifer sicherlich etwas länger widerstehen, es wäre dadurch aber auch schwerer.

Bisher wurde lediglich der Vorgänger unseres Testsiegers von Stiftung Warentest und Co. bewertet.

Hiplok Gold: Für Tragekomfort-Liebhaber

Wer um Kettenschlösser einen Bogen macht, weil er ihren Transport umständlich findet, ist beim Hiplok Gold gut aufgehoben. Wie der Name es schon erahnen lässt, kann man sich das Schloss während der Fahrt elegant um die Hüfte legen. Im Inneren befindet sich eine sehr stabile Kette aus äußerst hartem Stahl, gegen die wir mit unseren Werkze...

Die Rolle des Schließmechanismus

Abgesehen davon geht es aber auch um die Sicherheit des Schließmechanismus. Um ein Schloss zu öffnen, gibt es für Diebe prinzipiell zwei Möglichkeiten: rohe Gewalt oder Köpfchen und Fingerspitzengefühl.

Fahrradschlösser werden in aller Regel entweder durch Pins oder Scheibenzylinder verriegelt. Erst wenn die Stifte oder Scheiben von einem passenden Schlüssel in die richtige Position gedreht werden, kann der Sperrbalken rein- oder rausgeschoben werden. Lockpicker können Pins und Scheiben statt mit dem Schlüssel auch mithilfe ihrer Werkzeuge in die richtigen Positionen bewegen. In der Praxis spielt das Lockpicking bei Fahrraddiebstählen kaum eine Rolle.

Der Grund dafür ist zum Einen, dass die Schließmechanismen immer sicherer werden. Zum Anderen hat jeder Schließmechanismus andere Schwachstellen. Die meisten Schlösser lassen sich sehr viel einfacher und schneller gewaltsam öffnen. Je nach Material und Dicke des Fahrradschlosses kann man ihm mithilfe von Bohrern, Brecheisen, Sägen, Hämmern, Schweißbrennern, Seiten- oder Bolzenschneidern auf den Leib rücken.

Spätestens bei einem Winkelschleifer, umgangssprachlich »Flex« genannt, kapituliert am Ende fast jedes Schloss - es dauert nur unterschiedlich lange. Allerdings macht es in der Praxis auch nur einen geringen Unterschied, ob ein Dieb nun zehn oder zwanzig Sekunden für ein Schloss braucht.

Recht neu auf dem Markt sind Bügelschlösser, die man nicht einmal mit einem Winkelschleifer zerstören kann. Sie bestehen aus Verbundwerkstoffen, die von den Herstellern patentiert wurden. Die lassen sich das Extra an Sicherheit teuer bezahlen, und so kann ein einzelnes Fahrradschloss schon mal 250 Euro und mehr kosten. Wenn Sie ein teures Fahrrad besitzen, kann sich die Ausgabe jedoch lohnen.

Für viele Fahrradfahrer reicht es aber auch eine Nummer kleiner, denn die Lautstärke eines Winkelschleifers zieht die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich, was Fahrraddiebe gewöhnlich lieber vermeiden.

Schlüssel oder Zahlencode: Was ist sicherer?

Ob Sie Ihr Fahrrad lieber per Zahlenkombination oder einem herkömmlichen Schlüssel öffnen möchten, ist in erster Linie Geschmacksache. Schlüssel können anders als Zahlen nicht erraten werden und es kann Ihnen auch niemand heimlich über die Schulter gucken. Solange Sie Ihren Schlüssel bei sich haben, können Sie sich relativ sicher sein, dass kein Mensch in Ihrer Abwesenheit das Schloss öffnen kann.

Auf der anderen Seite kann man Schlüssel verlieren. Sie können auch verbiegen oder - noch schlimmer - im Schloss abbrechen. Durch das Schlüsselloch können außerdem Schmutz und Wasser in den Schließzylinder gelangen, den man obendrein noch drehen können muss. Das kann im Dauereinsatz zum Haken oder Klemmen führen.

Wie viele Schlüssel dürfen’s denn sein? Die Verriegelungen gibt es übrigens in zwei verschiedenen Varianten: Die häufigste ist ein Schieber, mit dem man die Öffnung für den Schlüssel per Hand auf- und zumacht. Bequemer sind automatische Verriegelungen, die beim Einstecken des Schlüssels von selbst aufgehen.

Mit Zahlenschlössern hat man diese Probleme nicht. Zwar kann sich auch zwischen den Zahlenwalzen Schmutz ansammeln, ein vollständiges Blockieren ist aber unwahrscheinlicher. Blöd ist nur, wenn man das Schloss eine Weile lang nicht benutzt und die Nummer vergisst - wo man die Ersatzschlüssel wiederfinden könnte, stellt einen eine verlorene Kombination vor Probleme. Oft wird eingewendet, dass Zahlenschlösser leichter knackbar sind.

Tatsächlich kann man bei günstigen Modellen mit viel Fingerspitzengefühl die Kombination herausfinden. In der Praxis spielt das aber keine Rolle. Kein ernsthafter Fahrraddieb wird versuchen, die Kombination eines Fahrradschlosses zu knacken, das dauert einfach viel zu lange. Bei den meisten Zahlenschlössern kann - und sollte - man die Kombination übrigens ändern. Das klappt aber nur, wenn das Fahrradschloss schon geöffnet ist.

Fast alle Hersteller liefern ihre Zahlenschlösser mit einer Reihe von Nullen als Kombination aus, also zum Beispiel 0000 bei einem vierstelligen Schloss. Zahlenschlösser haben meist vier oder fünf Walzen.

Smarte Schlösser: Eine sinnvolle Ergänzung?

Relativ neu im Reigen sind elektronische Lösungen in Form von Fernbedienungen oder Smartphone-Apps. Einige von ihnen versprechen, dass sich das Schloss automatisch öffnet und schließt, wenn man sich nähert oder entfernt. Aber Batterien und Akkus sind irgendwann leer, und wenn dem Smartphone der Saft ausgeht, bekommt man sein Schloss unter Umständen nicht mehr auf. Smarte Fahrradschlösser klingen verlockend, aber der Teufel steckt im Detail: Sie benötigen als Stromversorgung einen Akku, der geladen werden will, und die Verbindung zum Handy klappt nicht immer zuverlässig, da ist ein klassischer Verschlussmechanismus mit Schlüssel oder Zahlenkombination oft praktischer.

Zusätzliche Tipps für mehr Sicherheit

Selbst das beste Schloss kann keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Als Gütekriterium gilt, dass ein Fahrradschloss unter Laborbedingungen drei Minuten lang Angriffe überstehen können muss. Das hat der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) in seinen Normen festgelegt. Trotzdem können Sie noch mehr tun, als ein teures Schloss zu kaufen und zu hoffen, dass niemand schafft, es zu knacken.

  • Immer anschließen: Das beste Schloss nutzt nichts, wenn man es mitsamt dem Fahrrad einfach wegtragen und in einen Transporter werfen kann. Schließen Sie es deshalb immer an einem feststehenden, unbeweglichen Gegenstand fest, der so hoch ist, dass man es nicht einfach darüberheben kann.
  • Immer umschauen: Nach Möglichkeit sollte Ihr Fahrrad so sichtbar wie nur irgendwie möglich sein. Bele [...]

Die besten Leichte Fahrradschlösser im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der besten leichten Fahrradschlösser im Vergleich, basierend auf verschiedenen Tests und Bewertungen:

ModellSchließmechanismusLängeGewichtVorteileNachteile
Abus Combiflex 2503/120Zahlenkombination120 cm89 gBesonders leicht, kompaktRelativ geringer Diebstahlschutz
Kohlburg "Reykjavik" 129cmZahlenkombination129 cm300 gEingravierte Ziffern, gehärtete StahlketteKeine Halterung
Kohlburg Modell ValenciaZahlenkombination50 cm-Besonders leicht, kann in der Hosentasche verstaut werdenOhne Halterung
Abus 72484Schlüssel75 cm380 gSehr geringes Gewicht, sehr hohe SicherheitKeine Halterung
Kohlburg Faltschloss SalzburgSchlüssel70 cm420 gGeringes Gewicht, sehr hohe Sicherheit, inkl. HalterungHohes Gewicht
Abus 780615Schlüssel60 cm-Geringes Gewicht, besonders hohe Sicherheit, inkl. HalterungHohes Gewicht
Rockbros ‎LCXR0200/YXDEZahlenkombination56 cm110 gBesonders geringes Gewicht, vielseitig verwendbarKeine Halterung
Opaza MNLCK01EUZahlenkombination120 cm490 gUmwickelt mit wasserdichtem PCV, viele KombinationenHohes Gewicht

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