In der Welt des elektrischen Mountainbikings zeichnet sich ein neuer Trend ab: das Light E-MTB. Diese Bikes kombinieren die Vorteile eines klassischen Mountainbikes mit der Unterstützung eines elektrischen Motors, sind dabei jedoch leichter als herkömmliche E-Mountainbikes. Dies macht Light-E-Mountainbikes besonders attraktiv für Fahrer, die ein agiles, leistungsfähiges und dennoch kraftsparendes Fahrerlebnis suchen. Sie wollen also das Beste aus beiden Welten zu vereinen - die kraftvolle Unterstützung eines E-Bikes und das agile Handling eines klassischen Mountainbikes.
Was macht Light-E-MTBs so besonders?
Anders als ihre schwereren Pendants mit bis zu 25 Kilo Gesamtgewicht setzen Light-E-MTBs auf eine strikte Diät. Mit schlankeren Motoren, kleineren Akkus und oft Vollcarbon-Rahmen wiegen sie zwischen 17 und 21 Kilo - ideal für Bikerinnen und Biker, die natürliche Fahreigenschaften lieben, aber nicht auf Unterstützung verzichten wollen. Doch die leichtere Bauweise hat auch ihre Grenzen: Reichweitenrekorde sind bei Akkus mit 360 bis 480 Wattstunden nicht zu erwarten. Dafür überzeugen die Bikes durch ihre Agilität und ein fast analoges Fahrgefühl.
Die Motoren in den Testbikes
Die E-Bike-Welt spricht deutsch. Zumindest in der leichten Variante. Mit Bosch, Fazua, Mahle und TQ sind es Motorenhersteller aus Bayern und Schwaben, welche den Light-E-MTB-Markt bestimmen. Dabei buhlen die vier nicht nur um die Gunst der Endkunden, sondern auch um die der MTB-Hersteller. Denn die wohl wichtigste Entscheidung bei der Entwicklung eines neuen "Lightrider", den heute fast jede Bikemarke im Portfolio haben will, ist die Wahl des Aggregats.
Der Fazua-Motor bietet viel Leistung und Reichweite, während Mahle/Specialized und TQ mit sanftem Fahrgefühl und geringer Geräuschkulisse überzeugen. Der TQ HPR 50 bringt am wenigsten Gewicht auf die Waage während der Fazua Ride 60 mit der höchsten Newtonmeterzahl trumpft. Mahle hat mit 320 Wh den kleinsten verbauten Akku. Fazua hat aber mit 430 Wh die dickste Batterie, bietet aber als einziger Hersteller keinen Range-Extender an.
Die Light-E-MTB-Motoren im Check
Minimalistische Displays, formschön integrierte Akkus und ein äußeres, das kaum auf ein motorisiertes Bike schließen lässt. Die Technik an Light-E-MTBs wird verschlankt und alles so weit wie möglich integriert. Das sorgt für ein harmonisches Gesamtbild.
Die Light-E-MTB-Motoren im Überblick:
| Motor | Drehmoment | Leistung | Akku | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Bosch Performance SX | 55 Nm | Bis zu 600 Watt | 400 Wh | Ca. 2 kg | Hohe Trittfrequenz erforderlich |
| Fazua Ride 60 | 60 Nm | Bis zu 450 Watt | 430 Wh | Ca. 2 kg | Boost-Funktion |
| TQ HPR 50 | 50 Nm | 300 Watt | 250/360 Wh | 1,85 kg | Sehr leise, natürlich anmutende Unterstützung |
| Specialized SL 1.2 | 50 Nm | 320 Watt | 320 Wh | Ca. 2 kg | Direkte Ansprache |
Diese Bikes wurden getestet:
Light-E-MTBs sind aktuell der "heiße Scheiß" in der Mountainbike-Welt! Folgende Bikes haben wir zu unserem Vergleichstest geladen:
- Canyon Neuron:Onfly CF 8
- Conway Ryvon ST 4.0
- Focus Jam² SL 8.8
- Specialized Turbo Levo SL Comp Alloy
- Stevens E-Maverick AM 7.4.3
- Trek Fuel EXe 8 GX AXS T-Type
So testet MOUNTAINBIKE Light-E-MTBs
Testen, diskutieren, notieren! Messen, testen, analysieren, bewerten - jedes Bike in unseren Tests durchläuft das volle Programm. Der Test beginnt mit dem Erstellen eines homogenen Testfelds. Es folgt eine Einladung an die jeweiligen Hersteller, die uns die Bikes für den Test zur Verfügung stellen. Diese werden in unserer Werkstatt aufgebaut und für den Test vorbereitet. Wir ermitteln die Gewichte von Komplettrad und Laufradsätzen und überprüfen Geometriedaten sowie Ausstattung. Anschließend zieht die Crew erfahrener Tester los: Alle Bikes werden auf einer für den Einsatzbereich geeigneten Strecke miteinander verglichen.
Die Testkandidaten im Detail
Die Light-E-Mountainbikes bewegen sich preislich zwischen 5599 Euro (Canyon) und 7499 Euro (Trek). Sehr viel Geld für ein Fahrrad, für ein Light-E-MTB aber aktuell das Minimum. Die junge Kategorie wird zwar von immer mehr Firmen besetzt, doch die Entwicklungsarbeit lassen sich die Hersteller weiterhin gut bezahlen.
Trotz hoher Preise sind die Komponenten der Testbikes im unteren bis mittleren Preissegment angesiedelt. Carbon-Laufräder fehlen, und die Federungselemente stammen meist aus den preisgünstigeren Serien von Fox oder Rock Shox. Alle Bikes haben jedoch große Bremsscheiben (200/203 mm) und Vario-Sattelstützen mit mindestens 150 mm Hub.
Scott Lumen eRide 900 SL
Das Scott Lumen eRide ist so etwas wie die Speerspitze des aktuellen Light-EMTB-Trends. Nur 17 Kilo bringt das leichte Trailbike auf die Waage - eine Ode an das Gewicht. Die Preise für EMTBs sind heftig. Scott verlangt für sein Lumen eRide 900 15.999 Euro. Und das ist eine Preisklasse, an die man sich bei E-Mountainbikes leider schon gewöhnt hat. Eine Besonderheit ist das Fox-Fahrwerk mit Scotts eigener Twin-Loc-Technologie. Damit lassen sich Federgabel und Dämpfer per Lenkerfernbedienung gleichzeitig in drei Modi schalten: Descend, Traction Control und Lockout.
Max. 16,99 kg wiegt unser Testbike in Größe M. Für ein 130-mm-Mountainbike ohne Motor wären das 4 kg zu viel. Für ein E-MTB ist das aber ein Spitzenwert. Mit seinem geringen Gewicht stößt das Lumen fast schon in das Segment der Muskelbikes vor. Der kompakte Mittelmotor versteckt sich fast unsichtbar im Tretlagerbereich. Schon das Datenblatt verrät, dass er mit 50 Nm Drehmoment nur sanft anschiebt. Dafür ist er leicht und leise. Nur 1,5 kg wiegt der Motor, der von TQ aus Bayern kommt. Zum Vergleich: Der Turbo SL 1.2 von Specialized hat das gleiche Drehmoment, wiegt aber 430 Gramm mehr. Der Bosch CX-Motor liefert satte 85 Nm Drehmoment, wiegt aber mit knapp 3 Kilo fast das Doppelte.
Mit schlanken 8 cm Durchmesser ist der sichtbare Teil des Motors so klein wie eine Kaffeetasse. Ein 32er Kettenblatt ist größer. Schaut man sich das Lumen auf der Antriebsseite an, wirkt es wie ein Muskelbike auf Steroiden. Der Motor - fast unsichtbar.
Der TQ HPR 50 Motor ist nicht nur optisch der dezenteste E-MTB Motor. Ein Blickfang ist das Lumen allemal. Auch weil man sich fragt, ob da nicht etwas fehlt? Ein Fully ohne Dämpfer? Gut geschützt vor Schmutz und Wasser versteckt sich der Dämpfer unsichtbar im Sitzrohr. Was aufregend anders und aufgeräumt aussieht, bedeutet einen Mehraufwand beim Einstellen des Dämpfers. Eine Serviceklappe vor dem Motor ermöglicht den Zugang zum Dämpfer. Um gut an den Dämpfer zu kommen, stellt man das Bike am besten auf den Kopf. Zum Einstellen des Luftdrucks liefert Scott eine Ventilverlängerung mit. Hat man die Verlängerung nicht zur Hand, braucht man etwas Fingerspitzengefühl. Fingerfertigkeit ist auch beim Einstellen der Zugstufe gefragt, denn der Dämpfer versteckt sich hinter Kabelsalat.
Für Tourenbiker mit einem Faible für Ganztagestouren ist die integrierte Rahmenkonstruktion ein großer Vorteil. Im Rahmendreieck ist Platz für zwei Trinkflaschen - eine Seltenheit bei E-Bikes. Wen die Reichweitenangst plagt, der kann den Flaschenhalter am Unterrohr gegen einen Range Extender tauschen. 160 Wh bietet der trinkflaschengroße Zusatzakku.
Das Motorsystem überzeugt durch ein unvergleichlich harmonisches Fahrgefühl. Mit einem kaum wahrnehmbaren Sound schiebt der Motor gutmütig an. Sein Charakter erinnert an ein Gefühl aus der Kindheit, wenn Papa die Hand auf den Rücken legte, um bergauf zu schieben. Das Ansprechverhalten des Motors ist hervorragend, dennoch zieht er beim Anfahren nicht abrupt an, sondern moduliert die Kraft sehr kultiviert. Das Ein- und Auskuppeln des Motors ist nicht zu spüren, dadurch fährt sich das Lumen eRide sehr geschmeidig und fast so natürlich wie ein Muskel-Bike. Motorgeräusche sind - wenn überhaupt - kaum zu hören.
Die Bedienung des Motors ist intuitiv. Das Display im Oberrohr ist gut ablesbar und liefert die wichtigsten Informationen. Für einen genussvollen Uphill-Flow auf technischen Trails fehlt es dem Motor allerdings etwas an Durchzugskraft. Dafür geht es auf allen anderen Strecken zügig bergauf.
Viele E-Mountainbike-Fullies bieten heute Federwege von 150 mm und mehr. Damit sind die meisten Modelle im All-Mountain-Segment angesiedelt. Trailbikes wie das Lumen eRide haben weniger Federweg. 130 mm sind die Regel - so auch beim Scott. E-Bikes hingegen sind systembedingt schwer und damit weniger wendig - daran ändert auch ein kurzer Federweg nichts. Viele Hersteller nutzen daher lieber gleich das Plus an Federweg und rüsten ihre E-MTBs mit dicken Gabeln und Dämpfern aus. Scott verfolgt ein eigenes Konzept und setzt trotzdem auf wenig Federweg.
Obwohl das Bike so schwer ist wie ein Wettkampf-Downhiller aus dem Weltcup, soll das Lumen auf sanften Trails flink wie ein Wiesel sein. Die agile Geometrie und der leichte Laufradsatz hauchen dem Lumen Leben ein. Die 17 kg Gewicht sind schnell vergessen. Vor allem im Vergleich zu anderen E-Bikes marschiert das Lumen spritzig nach vorne, was nicht nur am Motor, sondern auch am steifen Rahmen liegt. Die Kraftübertragung von den Pedalen auf das Hinterrad ist hervorragend.
Will man kraftvoll in den Wiegetritt gehen oder steile Rampen erklimmen, hilft das Twin-Loc-Federungssystem, dass die Beinkraft nicht im Fahrwerk verpufft. Der mittlere Modus heißt „Traction Control“ und bietet schon beim Treten spürbaren Gegenhalt. Im Gelände hat man trotz straffer Federung viel Grip am Hinterrad.
Das Lumen liebt enge Kurven und schnelle Richtungswechsel. Bergab vergisst man schnell, dass man auf einem E-Bike sitzt. Man merkt, dass sich der Großteil der Masse sehr zentral um den Tretlagerbereich befindet. Die Teile, die am weitesten von der Mitte entfernt sind, also Laufräder, Reifen und Federgabel, sind dagegen leicht.
Sobald ab 25 km/h die Motorunterstützung wegfällt, lässt sich der TQ-Motor ohne spürbaren Widerstand treten. Sprintet man mit dem Lumen über wellige Trails, spürt man keine Einschränkungen durch den Motor. Auch beim Treten in der Ebene ist das ein großer Vorteil.
Das Konzept aus kurzem Federweg, leichten Komponenten und ausgewogener Geometrie geht auf. Das Lumen ist ideal für sportliche Trail- und Tourenbiker, die kräftig in die Pedale treten können, aber mit etwas Unterstützung schneller ans Ziel kommen wollen. Je härter die Trails, desto schneller wird der geringe Federweg zum limitierenden Faktor. Obwohl die Geometrie durch den langen Hinterbau und den moderaten Lenkwinkel eine erstaunliche Laufruhe vermittelt, wird man bei hohen Geschwindigkeiten in Steinfeldern ordentlich durchgeschüttelt. Federweg kann eben nur durch Federweg ersetzt werden.
Spaß macht das Lumen dennoch. Seine Stärken spielt es auf flüssigen Trails aus. Auch die Reifen bieten nicht die nötige Pannensicherheit, um mit Vollgas über Stock und Stein zu fahren. Auffällig war auch die Geräuschkulisse unseres Testbikes. Während vom Motor kaum etwas zu hören war, machte der Rahmen mit einigen Knarzgeräuschen auf sich aufmerksam. Die Ergonomie des einteiligen Cockpits ist gewöhnungsbedürftig. Man hat das Gefühl, dass der Lenker die Arme an den Oberkörper drückt. Das schränkt einen aktiven Fahrstil etwas ein.
Fraglich ist auch die Langzeit-Performance der Bowdenzüge. Die direkte Kabelführung an der Lenkerunterseite zum Vorbau und durch den Steuersatz in den Rahmen führt zu einer starken Biegung der Kabel. Die kleinen Radien können zu einer hohen Reibung zwischen Bowdenzug und Kabelhülle führen.
Mit dem Lumen eRide gelingt Scott der Brückenschlag zwischen Muskel-Bike und EMTB. Auf langen Touren bietet der harmonische TQ-Motor die richtige Unterstützung, um zügig voranzukommen, ohne abends völlig erschöpft ins Bett zu fallen. Denn mit 360 Wattstunden fällt der integrierte Akku eher klein aus.
Weitere Testkandidaten
Im Testfeld finden sich auch weitere spannende Modelle wie das Specialized Turbo Levo SL, das YT DECOY SN, das Santa Cruz Heckler SL, das SCOTT Voltage eRIDE 900 Tuned, das Mondraker Dune RR, das Orbea Rise LT M-Team, das Cannondale Moterra SL1, das MERIDA eONE-SIXTY 10 K und das GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 V2.
Häufig ziemlich leicht, nicht selten auch eben deswegen mit lebendigem, gutem Handling ausgestattet und trotz Kompaktmotoren durchaus ganz schön mächtig im Anstieg - so haben Light-E-MTBs in den vergangenen Jahren den E-Mountainbike-Markt aufgemischt und bereichert. Wo etliche Full-Power-E-MTBs der E-Enduro-Klasse mit extra starkem Motor plus entsprechend großen, schwereren Akkus mit über 700 Wh Kapazität gut und gerne 25 Kilo wiegen, bilden teilweise unter 20 Kilo leichte Light-E-MTBs das erfrischende Gegenkonzept. Und das tendenziell spielerische Handling und geringere Gewicht von Light-E-MTBs hat das Potential, in engen technischen Passagen sowie Sprüngen den Fahrtspaß zu liften, weil sich das Bike mit weniger Kraftaufwand im Gelände bugsieren lässt.
Fest integrierte Akkus vs. Entnehmbare Akkus
Wer ein Light-E-MTB in Erwägung zieht, sollte indes ebenfalls bedenken, dass sich bei vielen Modellen der fest integrierte Akku zum Laden nicht entnehmen lässt - konstruktionsbedingt spart das Gewicht. Selbstverständlich lässt er sich grundsätzlich, etwa zum Austausch, nach dem Motor-Ausbau demontieren. Das bedeutet für diejenigen, die nicht über Kellerabteil oder Garage mit Stromanschluss verfügen, dass sie ihr Bike mit Akku zum Laden in die Wohnung tragen müssen. Im Testfeld lässt sich der Akku zum Laden nur am Nox und Trek fix entnehmen.
Verschiedene Einsatzbereiche
Waren die ersten Light-E-MTBs von vor einigen Jahren hinsichtlich ihres Einsatzschwerpunktes meist als dezent tourigere E-All-Mountains ausgestaltet, stecken die Hersteller die Einsatzbandbreite mittlerweile erfreulich großzügig ab. Deutlich abfahrtshungriger steuert das, im super 1990er-Neonfarbkleid lackierte, Nox Epium Enduro 7.1 Core als - nomen est omen - langhubiges E-Enduro mit 180-mm-Fahrwerk plus Marzocchi-Stahlfederbein für einen extra sensibel arbeitenden Hinterbau in hartes Geläuf. Dem Nox sozusagen diametral gegenüber stehen die beiden beeindruckend leichten Trail-/Downcountry-Modelle: das Focus VAM2 SL 9.0 und das Rotwild R.X275 Ultra. Die Downcountry-Kategorie, der vor allem das Rotwild zuzuordnen ist, bezeichnet hierbei die Wortschöpfung aus Cross-Country und Downhill. Sprich: Ein Bike, das für renninspiriertes, ambitioniertes Klettern kreiert wurde, Kraft seiner modernen Geometrie mit längerem Reach sowie flacherem Lenkwinkel und breitem Cockpit zugleich erstaunlich viel Spaß und Sicherheit in steileren Abfahrten bietet.
Die Light-E-MTB-Kategorien
Light-E-MTB ist nicht gleich Light-E-MTB. Wie bei klassischen Bikes gibt es die E-Minimalisten auch mit unterschiedlichem Federweg und Einsatzbereich. Im Prinzip kann man die Light-Modelle am E-MTB-Merkt derzeit nach drei Kategorien unterscheiden:
- Light-Down-Country: Knappe Federwege, leichte Komponenten: Die Down-Country-Kategorie ist eher für leichteres Terrain prädestiniert. In dieser Kategorie wird mit Federweg geknausert - mehr als 130 mm stehen in der Regel nicht zur Verfügung. Statt in wildem Gelände zu performen, geht es hier um maximale Effizienz - alles wird dem Thema Leichtbau untergeordnet.
- Light-Trail/-All-Mountain: Das Beste aus allen Welten: Light-E-Bikes der Trail- und AM-Kategorie sind echte Alleskönner. Trails? Ja. Lange Touren? Gerne. Können und Einsatzbereich der Bikes sind breit. Die allermeisten E-Mountainbike-Modelle sind in dieser Klasse zu finden.
- Light-Enduro: In der Kategorie Light-Enduro sind keine Rekordgewichte zu erwarten. Kleine Motoren und Akkus werden mit robusten Komponenten kombiniert. Bei Federwegen ab 160 Millimeter aufwärts muss man den Begriff Light etwas relativieren. Gewichts-Rekordler sind hier nicht zu finden.
Die Bedeutung des Gesamtkonzepts
Wie wir bereits oben schon erwähnt haben, macht es keinen Sinn, die nackten Eckdaten von Motoren zu vergleichen. Was bringt einem der stärkste Motor, wenn er wie ein Rennpferd unkontrolliert nach vorne marschiert? Oder wenn er mit einem zu kleinen Akku kombiniert ist und ihn schneller leer saugt wie ein Muscle Car den Kraftstoff aus dem Tank?
Ihr ahnt es schon, das richtige Gesamtkonzept ist das Zauberwort. Kraft, Ansprechverhalten, Dosierbarkeit, Kraftentfaltung und das Ökosystem um den Motor entscheiden über Frust oder Freude. Natürlich ist auch die Zuverlässigkeit ein wichtiger Punkt, den man nicht vernachlässigen sollte. Jährlich werden neue Motorensysteme vorgestellt, die gerade noch am Anfang mit Problemen behaftet sind, wie z.B. das FAZUA Ride 60-Motorsystem, das selbst nach über 2 Jahren nach Vorstellung noch unzuverlässig ist. Von kleinen Störungen bis hin zu kompletten Systemausfällen kann alles dabei sein.
Aber egal wie zuverlässig das Motorsystem auch sein mag, eine der größten Rollen spielt das Servicenetzwerk. Ein gut ausgebautes Service-Netzwerk des Motorenherstellers ist unerlässlich, um schnellstmöglich und ohne viel Stress an Ersatz zu kommen.
Die Evolution der Light-E-MTBs
Die letzten Jahre haben die meisten E-Mountainbiker nach immer mehr Power und größeren Akkus geschrien - und das auch bekommen. Die Angst, sein Ziel nicht erreichen zu können, war weit verbreitet und mit rationalen Argumenten kaum zu bekämpfen. Das Resultat: Ein Wettrüsten der Hersteller, wer den stärksten Motor und den größten Akku anbieten kann, um die Reichweitenangst der Kunden zu stillen. Jede Bewegung hat ihre Gegenbewegung. Eine Reise zurück zeigt die ersten Ansätze von Light-E-MTBs bereits vor über 8 Jahren.
Vorreiter war hier FOCUS, die schon 2016 mit dem Project-Y oder 2017 mit dem SAM² Pro erste Konzepte auf dem Markt vorstellten, die in Richtung Light-E-MTB gingen. Der Durchbruch gelang mit der ersten Generation des Specialized Levo SL, die den Stein erst so richtig ins Rollen gebracht hat. Seitdem sind viele weitere Light-E-MTBs verschiedener Bike-Hersteller mit unterschiedlichsten Motorenkonzepten gefolgt, wie z. B. FAZUA- oder TQ-Motoren. 2023 kam dann der Bosch Performance Line SX-Motor dazu, der das Segment erneut aufmischte und die Brücke zwischen Light- und Full-Power E-MTBs geschlagen hat.
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