Der insgesamt 410 km lange Leine-Heide-Radweg führt von den Leinequellen im thüringischen Eichsfeld bis nach Hamburg. Dabei passiert er die gesamte Region Lüneburger Heide vom Aller-Leine-Tal im Süden bis zur Nordheide vor den Toren Hamburgs. Erleben Sie diese sagenhafte Region mit ihrer einmaligen Heide-Landschaft und den zahlreichen kulturellen Sehenswürdigkeiten hautnah vom Fahrrad aus.
Der südliche Abschnitt: Von den Leinequellen nach Göttingen
Der Leine-Heide-Radweg startet an der Leinequelle bei Leinefelde im thüringischen Eichsfeld. Bewaldete Höhenrücken, bunte Streuobstwiesen und malerische Städtchen prägen diese tausendjährige Kulturlandschaft. Im Norden erstreckt sich mit der „goldenen Mark“ eine fruchtbare und flachwellige Beckenlandschaft.
Das südliche Eichsfeld besteht in weiten Teilen aus einer teils schroffen, teils idyllischen Mittelgebirgslandschaft, welche von tiefen Tälern zerschnitten sind. Die Route durch die leicht hügelige Flusslandschaft quert die ehemalige innerdeutsche Grenze beim Rittergut Besenhausen und führt zum „Grenzdurchgangslager Friedland“.
Heilbad Heiligenstadt: Historische Hauptstadt des Eichsfelds
Historische Hauptstadt des Eichsfeldes ist Heilbad Heiligenstadt mit seinen Kuranlagen und der historischen Altstadt. Erstmals wurde sie im Jahr 937 urkundlich erwähnt, 1227 erhielt sie das Stadtrecht. Auch einige von Deutschlands wichtigsten Literaten haben ihre Spuren hinterlassen: Johann Wolfgang von Goethe war 1801 zu Besuch, Heinrich Heine trat hier 1825 vom jüdischen zum protestantischen Glauben über, die Gebrüder Grimm hielten sich 1838 in Heiligenstadt auf und Theodor Storm arbeitete hier von 1856 bis 1864 als Kreisrichter.
Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist lang: Besucher sollten nicht den Marktplatz mit der Aegidienkirche und dem barocken Rathaus versäumen. Am Westende der Altstadt erhebt sich der Stiftsberg, auf dem mit dem Bergkloster, dem barocken Kurmainzer Schloss und der Kirche St. Martin gleich drei der ehrwürdigsten Gebäude thronen.
Heute bringen viele Kurpatienten Leben in die Straßen und Gassen, die seit 1929 dem Ruf von Heilbad Heiligenstadt als Kneipp-Kurort zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen folgen. 1950 wurde die Stadt Heilbad. Wer an chronischen Hauterkrankungen, Gelenkschmerzen oder Atemwegserkrankungen leidet, findet hier Linderung. Ein besonderer Ort der Entspannung ist der nach Heinrich Heine benannte Kurpark. In der Aue des Flusses Leine flanieren Besucher an knorrigen Bäumen und einem Wasserfall vorbei.
Leinefelde-Worbis
2004 ist aus Leinefelde und Worbis sowie einigen umliegenden Gemeinden die neue Stadt Leinefelde-Worbis entstanden. Leinefelde verdankt seinen Namen dem dort entspringenden Fluss Leine, erwähnt wurde die Stadt erstmals 1227. Zu Zeiten der DDR wurde Leinefelde zum industriellen Zentrum des Obereichsfelds ausgebaut. Statt auf historische Identität setzte man auf wirtschaftliche Entwicklung, wovon heute zahlreiche Industriegebiete und Neubaugebiete zeugen. Einwohner und Verantwortliche hadern nicht mit diesem Teil der Vergangenheit. Im Gegenteil, sie bauen ihre Zukunft darauf: 2002 eröffnete der Japanische Garten, der auf einem Areal angelegt wurde, auf dem einstmals Wohnblocks standen.
Auch Worbis hält für seine Gäste wahre Architekturschätze bereit. Als Wurbeke (Wehr am Bach) wurde die Stadt der Wipper- und Hahlequelle 1162 erstmals urkundlich erwähnt. Auf Besinnung bedachte Besucher streben zum spätgotischen Flügelaltar der Kirche St. Nikolaus oder zur barocken Klosterkirche St. Antonius. Alljährlich treffen Mitte Juni Pilger zur Antoniuswallfahrt in Worbis ein.
Göttingen: Universitätsstadt mit Flair
Fachwerk und Moderne beleben die sehenswerte alte Universitätsstadt Göttingen. Die Göttinger Altstadt vereinigt auf reizvolle Weise die Erinnerungen an die mittelalterliche Kaufmannsstadt mit studentischem Flair. Die Universitätsstadt Göttingen hält ihre Besucher auf Trab, denn sie ist vollgepackt mit interessanten Dingen.
Doch auch wenn man an diesem Tag bereits seine Fahrt auf dem Leine-Heide-Radweg fortsetzt, der in das ca. 71 Kilometer entfernte Alfeld führt, sollte man sich die eine oder andere Sehenswürdigkeit nicht entgehen lassen. Allein der Marktplatz imponiert mit dem Rathaus, und märchenhaft mutet die Skulptur der Gänseliesel an. Acht Kirchen liegen innerhalb des Stadtwalls, während außerhalb die botanischen Gärten der Universität mit mehr als 10.000 Pflanzenarten locken.
Kurze Stadtrundfahrt durch Göttingen
Diese nur 4,5 km lange Stadtrundfahrt durch und um die Göttinger Altstadt soll Radlern auf der Durchreise mit knappem Zeitbudget einen kurzen Einblick in Sehenswürdigkeiten aus der Stadtgeschichte, der Architektur oder der Wissenschaftsgeschichte ermöglichen. Der Streckenbeschreibung sollte man wegen Einbahnstraßenregelungen in angegebener Richtung folgen.
Um die Göttinger Sehenswürdigkeiten in und um die Altstadt zu erreichen, sind Schiebestrecken unumgänglich. Polizei und Ordnungsamt kontrollieren zeitweise mit hohem Personalaufwand die Einhaltung von Radfahrverboten. Die Route konzentriert sich vor allem auf von außen zu besichtigende Punkte, so dass sie mit Gepäck gefahren werden kann. Lediglich die Begehung des Botanischen Gartens oder die Besichtigung genannter Gebäude würde ein Parken des Rades erfordern.
Doch auf dieser Tour bekommt ausreichend interessante Punkte, die auch von außen interessant sind, zu sehen. Vorsicht vor falsch fahrenden Radfahrern! Besonders zu Beginn des Sommer-/ Wintersemesters wird sehr viel falsch gefahren, auch auf Fuß- und Radwegen.
Von Süden kommend fährt man nach der Unterfahrung der beiden Bahn-Brücken an der nächsten Brücke hoch auf die Straße (links die Polizei-Hauptwache), und rechts über die Brücke Richtung Innenstadt. An der folgenden großen Ampelkreuzung (kurz vor der Bahnhofsunterführung) links abbiegen Richtung Parkhaus und dem dahinter liegenden Bahnhof. Der Radweg führt links neben dem Bahnhofsparkplatz abwärts zum (hinteren) Westeingang des Bahnhofs.
Von Norden kommend verlässt man an der 2. Leinebrücke innerorts den Radweg nach Unterfahrung der Brücke und fährt in einer scharfen Rechtskurve hoch auf die Godehardstraße. Gleich am Anfang der Goetheallee beginnt der Planetenweg, bestehend aus 10 Bronzestelen in maßstabsgetreuen Abständen, auf denen die Planeten unseres Sonnensystems abgebildet und erläutert werden. Im Rahmen dieser kleinen Stadrundfahrt folgt man zuerst entlang der Goethe-Allee und der anschließenden Prinzenstraße den Stelen von Sonne bis Jupiter.
Später trifft man noch auf die Stele des Saturn. Wer sich die Stelen genau ansehen will, schiebt auf dem ersten Abschnitt der Goetheallee auf der linken Fußgängerseite. Nach der Stele des Mars kann man erst einmal fahren und folgt der Straße geradeaus Richtung Fußgängerzone. Vor der Brücke über den Leinekanal links liegt das Grätzelhaus, nach der Brücke (jetzt Prinzenstraße) liegt auf der rechten Seite das Gebäude der alten Universitätsbibliothek. Den ersten Abschnitt der Fußgängerzone bis zur querenden Gotmarstraße (rechts einige Häuser weiter eine Fahrradwerkstatt) darf man noch radeln, dann muss weiter geradeaus auf der inneren Fußgängerzone geschoben werden.
Der Nabel mit der Skulptur Der Tanz markiert den Mittelpunkt der Fußgängerzone, hier biegt man, weiterhin schiebend, rechts ab und folgt der oftmals recht vollen Fußgängerzone bis zum Kornmarkt, dem historischen Marktplatz am Alten Rathaus, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Hier liegen einige kleinere und größere Sehenswürdigkeiten, die Skulptur des Wahl-Göttingers Georg Christoph Lichtenberg zur Rechten des Rathauses, das Wahrzeichen der Stadt: der Gänseliesel-Brunnen, an dem mit etwas Glück vielleicht gerade eine Doktorfeier zelebriert wird, und links daneben, vor dem Eingang zu einem Optiker, der Vier-Kirchen-Blick, einer im Boden eingelassenen Metallplatte, von der aus man sich einmal um 360 Grad drehend vier der Innenstadtkirchen sieht.
Links neben dem Rathaus entlang kommt man auf die Zindelstraße, auf der man wieder fahren kann, links abbiegen (Einbahnstraße, Vorsicht, Taxistand und zentrale Bushaltestelle). Rechts in die Groner Straße, dann wieder links in die Düstere Straße. Am Ende der Düsteren Straße links in die Turmstraße, hier am Ende rechts der einzige noch erhaltene Wehrturm der alten Stadtbefestigung. Direkt danach rechts abbiegen in Nikolaistraße, links liegt die "Alte Fink", Fachwerkhaus. Geradeaus über Kreuzung und kurz vor der Ampel links auf den Wall abbiegen, der hier eingeebnet ist. Fußweg, daher schieben. Vorbei am Gauss-Weber-Denkmal führt der kurze Abschnitt bis zum Accouchierhaus links am Ende des Walls, heute Musikwissenschaftliches Institut.
Der historische Wallverlauf ist hier unterbrochen, wegen schwieriger Radwegeführung an den nächsten Kreuzungen ist es einfacher, hier über die Straße zu schieben und rechts neben dem Gebäude der Volksbank, am Parkplatz entlang rechts haltend bis zur Apotheke zu schieben. Hier auf linksseitigem Radweg wieder fahren, gleich wieder links abbiegen, dann geradeaus in Fußweg (Teichweg) Richtung Cheltenham-Park. Durch ein Drängelgitter gelangt man in den Cheltenham-Park, Park-Anlagen außerhalb des historischen Stadtwalls. Rechts liegt der heute als Parkfläche genutzte alte Albani-Friedhof, u.a. findet man hier das Grab von Carl-Friedrich Gauß. Links des Weges liegt der Schwänchenteich, Rest der alten Grabenanlage der Stadtbefestigung. Wieder folgt ein umfahrbares Absperrgitter. Für Familien liegt nun links ein geeigneter Pausenplatz mit Spielplatz.
Dem Weg durch den Park am Spielplatz entlang weiter links folgen, hinter dem Rohn'schen Badehaus links halten. Lange Geismarstr. Am Zebrastreifen hält man direkt auf St. Albani zu, Zentrum des historischen Gutingis. Links an der Kirche, bis zur Einmündung Wendenstraße, ab hier kurzes Schiebestück bis zur nächsten Straße rechts (Burgstraße). Wer etwas mehr fahren will, fährt links die Lange Geismarstr. Links dann der Wilhelmsplatz mit Universiätsaula und Verwaltungsgebäuden. Am Wilhelmsplatz entlang Richtung Fußgängerzone, an der folgenden Kreuzung liegt rechts die Junkernschänke. Rechts abbiegen auf Jüdenstraße bis zur nächsten Kreuzung, rechts in die Theaterstraße. Dieser bis zum Theaterplatz bergauf folgen, für Radfahrer komplett in Gegenrichtung freigegeben, im oberen Teil auf Radstreifen auf der Straße.
Platz mit großem Rondell in der Mitte, bekannt aus alten Heinz-Erhard-Filmen. Links liegt das Deutsche Theater direkt am Wall. Vor dem Deutschen Theater trifft man auf die Stele des Saturn, einem weiteren Bestandteil des Göttinger Planetenweges. Einer der der schönsten Abschnitte des Göttinger Stadtwalls, führt oberhalb des (rechts liegenden) Botanischen Gartens entlang. Um diesen zu besichtigen, schiebt man ca. 200 m nach dem Theater einen links schräg abwärts führenden gepflasterten Pfad hinunter, in der Kurve der unten liegenden Straße (Untere/ Obere Karspüle) liegt das Cafe Botanik, links daneben das Botanische Institut mit den historischen Gewächshäusern (können besichtigt werden).
Dem Wall oben weiter folgen, führt in diesem Abschnitt bis zum Auditorium Maximum der Universität. Dort links auf die Weender Straße biegen (Vorsicht, viele falsch fahrende Radfahrer!), und bei McDonalds rechts über den Fußweg in die ?? abbiegen. Am links liegenden Waageplatz (Fahrradwerkstatt auf der anderen Seite) vorbei zur nächsten Kreuzung, Richtung Bahnhof/ Leineradweg hier rechts abbiegen. Das Mahnmal für die 1938 zerstörte Synagoge liegt an der Kreuzung links. Vorsicht, unübersichtliche Verkehrsführung. An der Ampelkreuzung geradeaus auf Godehardstraße, um zum Leineradweg zurückzukehren, oder links zum Bahnhof.
Der weitere Verlauf des Leine-Heide-Radwegs
Der Leine-Heide-Radweg verbindet über 413 km die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft des Leineberglandes mit der Lüneburger Heide und der Hansestadt Hamburg. Die Route startet an den Leinequellen im thüringischen Eichsfeld und verläuft durch leicht hügelige Flusslandschaft vorbei an attraktiven historischen Städten. Ob Göttingen mit seinem studentischen Flair, die alte Fachwerkstadt Northeim oder Einbeck, berühmt für seine Brautradition, überall am Wegesrand gibt es Interessantes zu erfahren und zu besichtigen.
Weiter nördlich schließt sich die landschaftlich reizvolle und waldreiche Region Hildesheim an. Von hier hat man immer wieder herrliche Ausblicke ins Leinetal. Hildesheim mit seinen beiden UNESCO-Welterbestätten wird nach einem kurzen Abstecher von 12 km erreicht. Auch die Fachwerkstädte Alfeld und Gronau, die schön gelegen zwischen den sieben Bergen ruhen, liegen am Weg.
Ab der Landeshauptstadt Hannover, wo Maschsee und Herrenhäuser Gärten zum Verweilen einladen, folgt der Weg der Leine in das Umland des Steinhuder Meeres und weiter durch die von Wiesen, Wald und Mooren geprägte Flusslandschaft des Aller-Leine-Tals. Hier verläuft unsere reizvolle Etappe auf dem Weg durch die Lüneburger Heide, vorbei an Walsrode mit dem bekannten Vogelpark, dem Heide-Park in Soltau und typischen Heideorten wie Schneverdingen und Wilsede.
413 km entlang der Leine von ihrer Quellmündung bei Leinefelde durch die Heidelandschaft bis zur Hansestadt Hamburg.
Beschilderung und GPS-Daten
Der Leine-Heide-Radweg ist größtenteils mit dem entsprechenden Logo in der Radwegweisung beschildert. Die Ausweisung folgt den Richtlinien des ADFC. Sie benötigen den Routenverlauf des Leine-Heide-Radwegs als GPS-Datei zur Verwendung mit GPS-Geräten, Google Earth oder digitalen Karten? Ist an zahlreichen Stationen entlang der Strecke möglich.
In unseren Touristinfos finden Sie Kartenmaterial verschiedener Anbieter zu Ihrer Reise auf dem Leine-Heide-Radweg. Sie benötigen noch mehr Infos?
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