Die Motorrad-WM 2025 steht in den Startlöchern und verspricht eine spannende Saison in den drei Hauptklassen Moto3, Moto2 und MotoGP.
MotoGP: Die Königsklasse
Die MotoGP stellt die Speerspitze des Motorradrennsports dar. Die Motorräder sind mit Viertakt-Saugmotoren ausgestattet, die maximal vier Zylinder und einen Hubraum von bis zu 1.000 ccm aufweisen. Die hochentwickelten Chassis bestehen hauptsächlich aus Aluminiumlegierungen. Nur KTM setzt auf ein Chassis aus Carbon.
Mit einer Ausnahme fahren alle Hersteller mit Dämpferelementen von Öhlins. Seit einigen Jahren hat die Aerodynamik-Entwicklung an großer Bedeutung gewonnen. Derzeit muss der Kraftstoff zu 40 Prozent aus fossilfreien Bestandteilen bestehen. Jeder Hersteller arbeitet mit einem eigenen Spritpartner zusammen.
In der Saison 2025 treten fünf Hersteller an: Honda, Ducati, Yamaha, KTM und Aprilia. Der Rennkalender umfasst 22 Rennen, beginnend mit dem Grand Prix von Thailand vom 28. Februar bis 2. März und endend in Valencia im November.
Technische Details der MotoGP
- Leistung: Rund 300 PS
- Geschwindigkeit: Mehr als 360 km/h
- Mindestgewicht: 157 Kilogramm
- Tankkapazität: 22 Liter
Die MotoGP-Motorräder sind mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattet, wobei vollautomatische Getriebe verboten sind. Stattdessen kommen sogenannte Seamless-Getriebe zum Einsatz, die Gangwechsel nahezu ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen und so für maximale Beschleunigung und Stabilität sorgen.
Zudem kommt in allen MotoGP-Maschinen eine standardisierte Einheitselektronik zum Einsatz, die von Magneti Marelli geliefert wird. Außerdem gibt es mechanische Ride-Height-Systeme, die es erlauben, die Fahrzeughöhe während der Fahrt abzusenken. Seit 2016 fährt die MotoGP mit Reifen von Michelin.
Moto2: Die Mittelklasse
In der Moto2-Kategorie kommen leistungsstärkere Maschinen zum Einsatz. Seit 2019 werden 765 ccm Dreizylinder-Viertaktmotoren von Triumph verwendet, die rund 145 PS leisten. Das Mindestgewicht inklusive Fahrer beträgt 215 Kilogramm. Die Chassis sind, ähnlich wie in der Moto3, Prototypen. Mit Kalex, Boscoscuro und Forward gibt es drei Chassis-Anbieter.
Beide Klassen verwenden eine Einheitselektronik von Magneti Marelli, aber mit begrenzteren Einstellmöglichkeiten als in der MotoGP. Der Kraftstoff für beide Klassen stammt von Petronas.
Moto3: Der Einstieg
Die Moto3-Klasse dient als Einstieg in die Weltmeisterschaft und ist für junge Talente konzipiert. Die Motorräder sind mit Einzylinder-Viertaktmotoren ausgestattet, die einen Hubraum von maximal 250 ccm aufweisen. Die maximale Drehzahl der Motoren ist auf 14.000 U/min begrenzt. Das Mindestgewicht für Motorrad und Fahrer beträgt zusammen 148 Kilogramm. Die Chassis sind Prototypen.
Die Motorräder verfügen über ein Sechsgang-Getriebe mit Quickshifter und Blipper, und der Tankinhalt ist auf elf Liter begrenzt.
Ducati in der MotoGP
(Motorsport-Total.com) - Ducati hat als zweiter Hersteller der MotoGP die Farben für die Saison 2023 präsentiert (zur MotoGP-Präsentation). Bei einem gemeinsamen Launch mit dem WSBK-Projekt enthüllte Champion Francesco "Pecco" Bagnaia die Desmosedici mit der Startnummer 1.
Seit dem MotoGP-Einstieg in der Saison 2003 vertraut Ducati auf das V4-Konzept. Als einziger Hersteller in der MotoGP verbaut Ducati eine desmodromische Ventilsteuerung und hat damit ein interessantes Alleinstellungsmerkmal. Während die Konkurrenz die Ventile pneumatisch steuert, hat Ducati die hauseigene mechanische Lösung perfektioniert und baut laut Insidern den stärksten Motor im Feld.
Neben dem einzigartigen Motor verfügt Ducati über weitere Innovationen. Im Bereich der Aerodynamik war Ducati in den zurückliegenden Jahren eine Inspiration für alle anderen Hersteller.
Die technischen Daten der Ducati Desmosedici (2023):
- Motor: wassergekühlter V4-Motor mit desmodromischer Ventilsteuerung
- Hubraum: 1.000 ccm
- Leistung: über 250 PS
- Auspuff: Akrapovic
- Getriebe: Ducati-Seamless-Getriebe mit sechs Gängen
- Chassis: Aluminium-Rahmen
- Federelemente vorn: Upside-Down-Gabel von Öhlins mit Carbon-Standrohren
- Federelemente hinten: Federbein von Öhlins
- Felgen: geschmiedete Magnesium-Felgen von Marchesini
- Reifen: MotoGP-Einheitsreifen von Michelin
- Bremse vorn: Brembo, Carbon-Bremsscheiben in 320/340/355 mm, Vier-Kolben-Bremssättel
- Bremse hinten: Brembo, Stahl-Bremsscheibe, Zwei-Kolben-Bremssattel
- Elektronik: Einheits-ECU von Magneti Marelli (nach FIM-Reglement)
- Gewicht: über 157 kg (nach FIM-Reglement)
Auktionen von Ducati Desmosedici Rennmaschinen
Während Ducati in der Saison 2024 die Königsklasse des Motorrad-Rennsports dominierte, ergaben sich im Hintergrund passende und ganz besondere Gelegenheiten: Echte MotoGP-Ducatis wurden versteigert: eine gepflegte Desmosedici GP3 und eine neu aufgebaute Desmosedici GP7, originale Veteranen aus der Werks-Rennabteilung Ducati Corse.
Bereits im August 2024 wurde die allererste MotoGP-Werks-Rennmaschine von Ducati aus dem Jahr 2003 versteigert: Loris Capirossis Desmosedici GP3. Und obendrein noch Casey Stoners weltmeisterliche Desmosedici GP7 von 2007. Beide fahrbereit mit über 220 PS.
Weiter geht's im Dezember 2024 mit Loris Capirossis GP6 aus der MotoGP-Saison 2006. Das war bereits im August, doch im Dezember kommt noch eine weitere Desmosedici unter den Hammer: die GP6.
Ducati Desmosedici GP6 LC2 von Loris Capirossi
Ab 3. Dezember 2024 versteigert das renommierte Auktionshaus Sotheby's die Ducati Desmosedici GP6 LC2, mit der Loris Capirossi die MotoGP-Saison 2006 bestritt. Und zwar recht erfolgreich: Insbesondere beim Rennen im japanischen Motegi beherrschten Loris "Capirex" Capirossi und Ducati das Geschehen, von der Pole Position bis zum Sieg.
Laut Sotheby's ist von Ducati dokumentiert und bestätigt, dass es sich hierbei um genau diese Desmosedici GP6 handelt.
Die Ducati Desmosedici GP6 ist - reglementbedingt - die letzte Version mit 990 Kubik großem V4-Motor und angeblich bis zu 250 PS Spitzenleistung sowie über 320 km/h Höchstgeschwindigkeit. Loris Capirossis LC2 befindet sich aktuell in einer privaten Sammlung in New York, und Sotheby's erwartet bei der bevorstehenden Auktion Gebote zwischen 400.000 und 800.000 US-Dollar.
Ducati Desmosedici GP3 LC1 von Loris Capirossi
Bei der bereits im August 2024 von Iconic Auctioneers versteigerten Ducati Desmosedici GP3 handelt es sich um die erste Werks-Rennmaschine von Ducati für die damals neu etablierte Viertakt-Klasse MotoGP. Zur Saison 2003 stieg Ducati damit ein. Werksfahrer Loris "Capirex" Capirossi gelang mit der Desmosedici GP3 der erste Sieg beim Grand Prix Barcelona-Catalunya, und die gesamte erste MotoGP-Saison 2003 schloss Capirossi auf dem respektablen 4. Rang ab.
Nachdem Ducati in der Superbike-WM sehr erfolgreich mit den markentypischen V2-Motoren unterwegs gewesen war, war das Desmosedici-Triebwerk erstmals ein V4 für den Renneinsatz. Dem damaligen MotoGP-Reglement entsprechend hatte der V4 nicht ganz 1.000, sondern 989 Kubik. Genaue Leistungsdaten verschwieg Ducati wie in der Rennszene üblich, doch kolportiert wurden 220 bis 230 PS bei schrillen 16.000/min.
Je nach Übersetzung erreicht die Ducati Desmosedici GP3 Höchstgeschwindigkeiten um 300 km/h. Und mit ihrem konsequent gewichtsoptimierten Prototypen-Chassis aus Stahl-Gitterrohr, Aluminium und Carbon wiegt sie weniger als 150 Kilogramm, womit sich extremes Beschleunigungspotenzial ergibt.
Genau diese Ducati Desmosedici GP3 mit der Startnummer 65, Loris Capirossis ehemaliges Arbeitsgerät, wurde von Iconic Auctioneers versteigert. Tatsächlich steigerte der Höchstbietende für die Ducati Desmosedici GP3 sogar darüber hinaus, auf 201.250 Britische Pfund (circa 237.500 Euro). Obendrauf kommen dann noch 18 Prozent an Gebühren und Steuern.
Angeblich ist die versteigerte Ducati Desmosedici GP3 fahrbereit. Dieses Stück Ducati-Historie und Motorsport-Geschichte kommt nicht nur als Wertanlage für Sammler sowie als Exponat für ein privates oder ein öffentliches Museum infrage. Die Desmosedici GP3 LC1 könnte auch für Aufsehen und Aufhören erregende Einsätze bei Rennsport- oder Klassik-Veranstaltungen genutzt werden. Öffentliche Straßen sind für die echte Rennmaschine tabu.
Ducati Desmosedici GP7 von Casey Stoner
Ebenfalls am Sonntag, 25. August 2024 ab mittags am Silverstone Circuit versteigerte Iconic Auctioneers eine Ducati Desmosedici GP7 aus dem Jahr 2007. Nachdem es bis 2020 in einer privaten Sammlung gestanden war, baute Ducati-Spezialist Dave Allenby es neu auf - mit originalen Ersatzteilen von Ducati Corse und Target Motorsport. Es ist nun wieder fahrbereit und kommt so ebenfalls für spektakuläre Auftritte im Rahmen motorsportlicher Veranstaltungen infrage.
Dem damaligen MotoGP-Reglement entsprechend hat der V4-Motor der Ducati Desmosedici GP7 "nur" 799 Kubik. Mit seinen 16 desmodromisch gesteuerten Titanventilen kommt er trotzdem hochdrehzahlfest auf über 220 PS. Bei angeblich nur 148 Kilogramm Gesamtgewicht beschleunigt die GP7 damit heftigst auf über 300 km/h.
Für die Ducati Desmosedici GP7 erwartete Iconic Auctioneers Gebote zwischen 380.000 und 400.000 Britische Pfund, aktuell entsprechend circa 450.000 bis 470.000 Euro. Und hier lag das Höchstgebot ebenfalls knapp darüber: 402.500 Britische Pfund (circa 475.000 Euro). Hinzu kamen 18 Prozent Gebühren und Steuern, womit die halbe Million in Euro geknackt wurde.
Verwandte Beiträge:
- MotoGP 500cc 2-Takt Leistung: Die legendären Maschinen im Detail
- Superbike vs. MotoGP: Leistungsvergleich & Unterschiede
- World WCR Motorrad Leistung: Daten, Fakten & Vergleich
- Mehr Leistung fürs Motorrad? Der ultimative Sport-Auspuff Test
- Ultimativer Bleizusatz-Test für Oldtimer-Motorräder: So schützen Sie Ihren Klassiker perfekt!
- Fahrrad-Schutzfolie E-MTB Test: Ultimativer Schutz für dein Bike – So geht’s richtig!
Kommentar schreiben