Wenn Sie nach einer Radtour unter schmerzenden Handgelenken oder einem schmerzenden Rücken leiden, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass Sie Ihren Mountainbike-Lenker erhöhen müssen. Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen.
Warum die richtige Lenkereinstellung wichtig ist
Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:
- Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
- Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
- Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.
Falls du noch mehr zum Thema erfahren möchtest, kannst du dir unsere Ergonomie-Webseite mal genauer anschauen, dort ist alles anschaulich erklärt.
So erhöhen Sie Ihren Mountainbike-Lenker
Wollen Sie Ihren Mountainbike-Lenker erhöhen, sollten Sie dabei einige Schritte beachten. Wenn Sie Ihren Mountainbike-Lenker erhöhen wollen, sollten Sie dabei wie folgt vorgehen:
- Zunächst sollten Sie die obere Schutzkappe am Vorbau entfernen, sodass Sie die Innensechskantschraube sehen können.
- Mithilfe eines Inbusschlüssel können Sie dann die Schraube lösen.
- Haben Sie die Schraube gelöst, können Sie den Vorbau bewegen.
- Um den Lenker höher zu stellen, müssen Sie die Lenkstange nach oben ziehen und darauf achten, dass die Markierung für die maximale Höhe nicht überschritten wird.
- Im Anschluss ziehen Sie die Schraube so fest, dass Sie den Vorbau noch bewegen können.
- Dann können Sie die Höhe überprüfen.
- Ist die Höhe für Sie passend, können Sie die Schraube richtig festziehen.
- Abschließend setzen Sie die Abdeckkappe wieder auf.
Lenkereinstellung: Darauf kommt es an
Die Höhe des Lenkers hängt beim Mountainbike von der jeweiligen Fahrweise ab. Daher gibt es für jedes Mountainbike andere Einstellungen, die zu berücksichtigen sind. Beim Downhill-Mountainbiken fahren Sie viel bergab. Aus diesem Grund muss Ihr Lenker höher eingestellt sein, als Ihr Sattel, damit Sie während des Fahrens nicht nach vorne kippen. Zudem sollten Sie beim Downhill einen kürzeren Vorbau wählen, um leichter und schneller lenken zu können.
Wollen Sie Ihre Aerodynamik noch verbessern, können Sie den Lenker zwei bis fünf Zentimeter unterhalb der Sattelhöhe einstellen. Der Rücken sollten nach der Einstellung einen Winkel von 30 bis 50 Grad zum Boden aufweisen.
Weitere wichtige Einstellungen für Ihr Mountainbike
Neben der Lenkerhöhe gibt es noch weitere Faktoren, die Ihr Fahrerlebnis beeinflussen:
Die richtige Sattelhöhe einstellen
Die Sattelhöhe ist einer der wichtigsten Faktoren für eine komfortables Fahrerlebnis und effiziente Kraftübertragung. Sie ist entscheidend für eine effiziente Tretbewegung und um Knieprobleme zu vermeiden. So stellst du sie ein:
- Innenbeinlänge messen: Stelle dich ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und miss von der Sohle bis zum Schritt. Dies schaffst du am besten, indem du ein Buch zwischen den Beinen nach oben schiebst. Die Oberkante des Buches ist deine obere Messkante.
- Sattelhöhe berechnen: Multipliziere deine Beinlänge mit 0,883. Das Ergebnis ist die deine Sattelhöhe.
- Sattel einstellen: Stelle den Sattel so ein, dass der gemessene Abstand dem von der Mitte des Tretlagers zur Oberkante des Sattels entspricht. Auf unseren neuen Sattelmodellen wirst du die sogenannte Biomechanische Referenzlinie (BMR) finden. Sie bestimmt den Messpunkt auf der Oberfläche des Sattels.
Unser Bike Ergonomics Kanal hat auch ein Video zur Einstellung der Sattelhöhe für dich bereitgestellt. Dort ist alles noch einmal kompakt und anschaulich erklärt.
Die horizontale Sattelverstellung
Die horizontale Position des Sattels beeinflusst deine Position im Verhältnis zum Tretlager und zum Lenker. Das erreichst du, imdem du ein Lot von der Kniescheibe nach unten fällst. Das Lot sollte durch die Pedalachse fallen. Das kann am besten von einer anderen Person kontrolliert werden. (Ein Lot findest du übrigens auch in unserer Fitting Box, mit du dein Rad für dich ergonomisch einstellen kannst.) Verschiebe den Sattel so lange nach vorne oder hinten, bis diese Position erreicht ist.
Neben dem Einstellen der Sattelhöhe haben wir auch ein Video zum vollständigen Einstellen des Sattels produziert. Dort erfährst du anschaulich, wie du alle nötigen Einstellungen vornimmst.
Die richtige Sattelneigung einstellen
Die Sattelneigung beeinflusst die Druckverteilung auf dein Gesäß und deine Hände.
Die richtige Lenkerhöhe und -position einstellen
Die Lenkerhöhe und -position beeinflussen deine Sitzhaltung und den Fahrkomfort. So stellst du den Lenker richtig ein:
- Lenkerhöhe: Die Höhe des Lenkers sollte so eingestellt sein, dass deine Arme leicht gebeugt sind. Ein höherer Lenker sorgt für eine aufrechtere Sitzposition, ein niedrigerer Lenker für eine sportlichere Haltung.
- Lenkerbreite: Die Lenkerbreite sollte zu deiner Schulterbreite passen. Ein breiterer Lenker bietet mehr Kontrolle, ein schmalerer Lenker weniger Luftwiderstand.
- Lenkerneigung: Stelle den Lenker so ein, dass deine Handgelenke in einer neutralen Position sind, um Überlastungen zu vermeiden. Wenn du unsicher bist, beginne zuerst so, dass du die Griffstück waagerecht einstellst. Nach Bedarf kannst du dann den Winkel der Griffe, beziehungsweise deren Neigung so einstellen, das nur ein sehr feiner Winkel vom Arm zum Handrücken entsteht.
Schau dir auch unser Video zur Einstellung des Lenkerabstands an.
Zusätzliche Tipps für die optimale Einstellung
- Kurze Testfahrten: Mache nach veränderten Einstellungen eine kurze Testfahrt und überprüfe, ob du dich wohlfühlst.
- Kleine Anpassungen: Verändere die Einstellungen in kleinen Schritten und teste die Wirkung. Mache dir am besten vorher Notizen von den aktuellen Einstellungen, um diese Anpassungen im Bedarfsfall rückgängig zu machen.
- Individuelle Bedürfnisse: Berücksichtige deine individuellen Bedürfnisse und Vorlieben.
Wenn du diesen Artikel liest, wirst du dich vor allem für unsere MTB Fitting Box interessieren. Einen Überblick über all unsere Produkte findest du auf unserer Produktseite.
YouTube-Videos: Unser hauseigener YouTube Channel für Ergonomie auf dem Fahrrad ist eine sichere Referenz zu allen Fragen rund um die richtige Einstellung des Sitzens und Greifens, und zudem auch zu Fragen der Einstellung von Pedalen am Fahrrad - also der Kontaktpunkte des Körpers mit dem Rad. Komfort und Effizienz müssen sich nicht ausschließen, gerade beim Bike Fitting bedingen sie sich sogar gegenseitig.
Individuelles Bikefitting: Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dennoch ist ein Bikefitting durchaus mit einem Maßanzug oder -kleid zur vergleichen. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.
Die richtige Lenkerbreite wählen
Der erste Schritt ist die Wahl der Lenkerbreite. Je breiter der Lenker, desto größer ist der physikalische Hebel: Mehr Druck, mehr Kontrolle und präzisere Lenkbewegungen sind die Folge. Deshalb sind die MTB-Lenkerbreiten in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Doch mehr ist nicht zwangsläufig besser, sonst würden wir ja alle mit meterbreiten Kleiderstangen durch die Gegend fahren.
Als Faustregel gilt: je technisch anspruchsvoller und abfahrtslastiger der Einsatzbereich, desto breiter der Lenker. Cross-Country- oder Marathon-Racer sind oft mit Lenkerbreiten zwischen 700 und 740 mm unterwegs. An Trailbikes und Enduros wird gern zwischen 740 und 780 mm für eine ausgewogene Mischung aus Kontrolle und Manövrierfähigkeit gefahren, während Downhill- und Freeride-Mountainbiker für die volle Kontrolle gern 780 mm und breiter fahren - bis hin zu 820 mm.
Wie breit sollte mein MTB-Lenker sein?
Der Einsatzbereich ist aber nicht alles. Auch Körpergröße bzw. Schulterbreite und die Möglichkeit zur Zubehörmontage spielen eine Rolle bei der Wahl des richtigen MTB-Lenkers. Je breiter die Schultern, desto breitere Lenker lassen sich bequem greifen.
Was bedeuten Rise, Upsweep und Backsweep?
Was bedeutet Rise beim Mountainbike-Lenker?
Wie die Lenkerbreite wird auch der Rise, bzw. die Steigung eines Lenkers meist in Millimetern angegeben, nur sehr selten in Zoll. Der Begriff bezeichnet den Höhenunterschied zwischen Lenkermitte und Griffbereich. Lenker ohne Rise werden auch Flatbar genannt, solche mit Steigung eben Riser-Lenker oder Riser-Bar. Der gebräuchlichste Rise liegt zwischen 10 mm und 30 mm, bei mehr spricht man von High-Risern.
Was heißt Upsweep beim MTB-Lenker?
Eng zusammen mit dem Rise hängt der Upsweep. Dieser Begriff bezeichnet die Biegung des Lenkers nach oben, gemessen in Grad zwischen der Mittelachse des Lenkers und dem Griffbereich. Beim Upsweep ähneln die meisten Lenker einander. Zu viel Upsweep kippt das Handgelenk stark nach innen. Werte zwischen drei und acht Grad sind üblich.
Was ist der Backsweep beim Mountainbike-Lenker?
Spannender ist der Backsweep. Wieder ein Winkel, diesmal die Biegung des Lenkers nach hinten. Ergonomisch gesehen eröffnet der Backsweep eine breite Spielwiese. Ein Lenker mit einem geringen Backsweep zwischen 5° und 8° erleichtert eine dynamisch angewinkelte Ellenbogenposition direkt aus dem Fahrtechniklehrbuch und sorgt so für viel Kontrolle über das Vorderrad und viel Bewegungsfreiheit beim Wegschlucken von Wellen oder Drops. Gleichzeitig erhöht eine solche Lenkerform die Belastung auf die Handgelenke.
Materialien: Carbon, Aluminium, Stahl oder Titan?
Welche Vorteile bieten MTB-Lenker aus Carbon?
Wie beim Rahmenmaterial dominieren auch beim Lenker die Werkstoffe Carbon und Aluminium die MTB-Welt. Gleiche Maße wie Breite, Rise und Lenkerklemmung vorausgesetzt, ist ein Carbon-Lenker leichter oder kann noch steifer gebaut werden. Er kann aber auch mit mehr Eigendämpfung entwickelt werden, um Vibrationen zu filtern, was zu weniger Ermüdung führt. Carbon ist allerdings auch teurer als Aluminium.
Welche Vorteile haben MTB-Lenker aus Aluminium?
Auch Alu ist ein hervorragendes Lenkermaterial. Mit Aluminium lassen sich bei vertretbarem Gewicht sehr steife Lenker bauen, die zudem bei Stürzen oder intensiver Belastung unempfindlicher sind. Zudem ist Aluminium nahezu beliebig oft recycelbar und damit trotz der relativ hohen Energiekosten bei der Herstellung ein recht umweltfreundlicher Werkstoff. Nicht zuletzt sind Aluminium-Lenker günstiger.
Welche Vorteile bringen MTB-Lenker aus Stahl oder Titan?
Lenker aus Stahl kommen wegen des relativ hohen Gewichts trotz ihrer hervorragenden Steifigkeits- und Komfortwerte eher im unteren Preissegment sowie im Tourenbereich zum Einsatz. Lenker aus Titan sind ein heiß geliebter Exot: leicht, wunderschön, langlebig, begehrenswert und teuer.
Vorbauklemmungen und Durchmesser beim MTB-Lenker
Mountainbike-Lenker gibt es üblicherweise in drei Klemmdurchmessern: 25,4 Millimeter, 31,8 Millimeter und 35 Millimeter. Der Trend zu immer breiteren Lenkern hat historisch zu einer Vergrößerung des Klemmmaßes geführt. Denn der größere Hebel bedeutet auch mehr Stress für das Material.
Tabelle: Empfohlene Lenkerhöhe basierend auf der Körpergröße
| Körpergröße des Fahrers | Empfohlene Lenkerhöhe |
|---|---|
| 160 - 170 cm | Zwischen 2 cm über und -2 cm unter dem Sattel |
| 170 - 180 cm | Zwischen 2 cm und 5 cm unter dem Sattel |
| Mehr als 180 cm | Zwischen 5 cm und 8 cm unter dem Sattel |
Schritte zur Einstellung der Lenkerhöhe
- Sammeln Sie die benötigten Werkzeuge: Inbusschlüssel (normalerweise 4, 5 oder 6 mm), Maßband zur Höhenmessung, Schmierfett (optional).
- Lösen Sie die Schrauben der Lenkerstütze: Verwenden Sie die Inbusschlüssel, um die Schrauben zu lösen, die die Lenkerstütze an der Steuerrohrbefestigung halten.
- Stellen Sie die gewünschte Höhe ein: Fügen Sie Spacer hinzu oder entfernen Sie diese am Steuerrohr, um den Lenker zu erhöhen oder zu senken.
- Richten Sie den Lenker aus: Stellen Sie sicher, dass der Lenker korrekt mit dem Vorderrad ausgerichtet ist.
- Ziehen Sie die Schrauben an: Ziehen Sie diese schrittweise an, um Schäden an den Komponenten zu vermeiden.
- Testen Sie die Einstellung: Machen Sie eine kurze Probefahrt, um sicherzustellen, dass sich der Lenker fest und bequem anfühlt.
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