Vorbau, Lenker und Griffe sind die elementaren Bestandteile eines Fahrrad-Cockpits. Diese drei Komponenten gibt es in unterschiedlichsten Formen, Maßen und Größen. Bei Problemen oder Schmerzen ist es umso wichtiger, dass man für sein Bike und seine Bedürfnisse die richtigen Komponenten findet. Doch auch mit der richtigen Einstellung kann man viel herausholen und verändern.
Die Bedeutung der richtigen Lenkereinstellung
Die richtige Einstellung deines Mountainbikes ist entscheidend für dein Fahrerlebnis. Eine falsche Sitzposition kann nicht nur zu Schmerzen und Ermüdung führen, sondern auch deine Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Hier sind einige Gründe, warum du dein MTB richtig einstellen solltest:
- Vermeidung von Schmerzen und Beschwerden: Eine zu hohe oder zu niedrige Sattelhöhe kann zu Knie-, Rücken- und Handschmerzen führen.
- Effiziente Kraftübertragung: Eine korrekte Sitzposition ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf die Pedale.
- Bessere Kontrolle und Handling: Ein richtig eingestellter Lenker verbessert die Kontrolle über das Bike und erhöht die Sicherheit.
Den Mountainbike Lenker richtig einzustellen ist eigentlich keine große Sache. Es kann aber etwas dauern, bis du die passende ergonomische Einstellung für dich gefunden hast.
Die passende Lenkerbreite finden
Die für Sie richtige Lenkerbreite hängt von Ihrer Statur ab, konkret von Ihrer eigenen Schulterbreite. Der MTB-Lenker sollte so breit sein, dass die Handgelenke beim Greifen nicht einknicken. Strecke deine Arme nach vorne aus. Winkle dann deinen Ellenbogen 45° an. Der innere Abstand zwischen deinen Händen ist ungefähr die Breite für dein Lenker. Um die Breite gut ablesen zu können, kannst du das Prozedere noch einmal wiederholen. Nehme dabei einen Gliedermaßstab bzw.
Für die Lenkerbreite sind heute 780mm ein verbreiteter Standard. Es gibt sogar Lenker die 800mm breit sind. Doch ist das auch die Breite die für dich optimal ist? Wir Zeigen dir, wie du die passende Breite herausfinden kannst.
Zu schmale Lenker engen den Brustbereich ein und verhindern, dass man komplett frei durchatmen kann. Zudem leidet die Bike-Kontrolle im technischen Gelände mit zu schmalen Lenkstangen. Breite MTB-Lenker sind hier von Vorteil und bringen Sicherheit und Kontrolle. Für Anfänger genauso wie für Fahrtechnikexperten. Diese deutlich ergonomischere Position entlastet auch die Hand. Zu breite Lenker werden jedoch unhandlich und erfordern mehr Körpereinsatz als sinnvoll.
Die Vorbaulänge bestimmen
Nachdem du die passende Lenkerbreite für dich herausgefunden hast, geht es mit der Vorbaulänge weiter. Um deinen Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können, ist die Länge deines Vorbaus sehr wichtig. Moderne Enduros und Trailbikes sind auf Vorbaulängen zwischen 35 und 55mm ausgelegt. Sollte dein Vorbau zu lang sein, sitzt du zu weit nach vorne gebeugt auf dem Rad. Dadurch hast du viel Druck auf den Armen. Dies kann auf auf Dauer zu Ermüdungen im Oberkörper führen. Allerdings kannst du so auch mehr Grip am Vorderrad aufbauen. Das Lenkverhalten wird durch einen langen Vorbau etwas negativ beeinflusst. Genau gegenläufig verhält es sich mit einem kurzen Vorbau. Das Lenkverhalten wird sehr direkt aber der Grip am Vorderrad geht etwas zurück. Du sitzt aufrechter und bequemer auf deinem Rad. Damit du dein Mountainbike Lenker richtig einstellen kannst, ist es hier wichtig etwas herum zu probieren.
Eine pauschale Aussage über die richtige Vorbaulänge zu treffen ist schwer, da jeder von uns andere Vorlieben hat und auch unterschiedliche Körpermaße mitbringt.
Die Lenkerhöhe anpassen: Spacer verwenden
Um deinen Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können, kannst du mit den Spacern etwas herum probieren. Diese kleinen Ringe können einen großen Einfluss auf deine Sitzposition und den Fahrkomfort ausüben. Wie auch die Länge, wirkt sich die Höhe deines Vorbaus, auf den Grip am Vorderrad und das Lenkverhalten aus. Probiere dich hier ein bisschen aus und scheue dich nicht davor die Spacer hin und her zu tauschen.
Einen Tipp zum Thema Spacer haben wir noch für dich. Verbaue lieber ein paar Spacer mehr an deinem Cockpit, als einmal den Gabelschaft zu weit abzuschneiden. Das kann unter Umständen sehr teuer werden.
Die Armaturen optimal positionieren
Die Hauptarbeit ist geschafft. Jetzt fehlen nur noch die Armaturen, um dein Mountainbike Lenker richtig einstellen zu können. Bei der Position deiner Armaturen, geht es darum, dass du dich wohl fühlst. Wir können dir empfehlen mit der Position deiner Bremsen anzufangen. Ziehe die Lenkerklemmschellen so an, dass sie etwas fest sind aber du sie noch bewegen kannst. So kannst du sie optimal in die gewünschte Lage bringen.
Du solltest den Lenker außen festhalten und dann die Bremse so positionieren, dass du mit deinem Zeigeginger den Bremshebel außen greifen kannst. Der Zeigefinger soll dabei nicht nach innen oder außen abgewinkelt werden. So hast du den optimalen Kraftfluss, um deine Bremse zu betätigen. Als nächsten Schritt empfehlen wir dir die Höhe deiner Bremse einzustellen. Diese sollten als Verlängerung deines Unterarmes in einer Linie eingestellt werden. So ist dein Handgelenk in einer ergonomischen Position.
Sicherheitscheck: Lenkerstopfen montieren
Den Mountainbike Lenker richtig einzustellen hast du jetzt geschafft. Ein kleines Detail solltest du jedoch noch checken, bevor du die Trails unsicher machst. Sind deine Lenkerstopfen montiert? Diese kleinen aber sehr wichtigen Teile können im Ernstfall große Schmerzen vermeiden. Solltest du bei einem Sturz auf dein Lenkerende fallen, verhindern die Lenkerstopfen dass dein Lenker zum Locheisen wird. Naben dem Sicherheitsfaktor verhindern die Lenkerstopfen auch das Eindringen von Dreck. So bleibt dein Lenker auch von innen sauber. Dies sieht nicht nur besser aus, es ist auch leichter.
Weitere Tipps zur optimalen Lenkereinstellung
Backsweep und Rise
Auch die Lenkerform beeinflusst die Position und die Stellung des Handgelenks. Die entsprechenden Kenngrößen Backsweep (Rückbiegung) und Rise (Lenkererhöhung) geben die Hersteller in der Regel Backsweep und Rise: Der Backsweep ist die Rückbiegung des Lenkers nach hinten und verkürzt damit die Sitzlänge. Der Rise erhöht das Lenkerende im Vergleich zum Vorbau. Ein Rise von beispielsweise 20 Millimetern erhöht die Höhe um genau diese 20 Millimeter zum Vorbau.
Individuelles Bikefitting
Dies ist der Königsweg der Anpassung und meist auch mit höheren Kosten verbunden. Dennoch ist ein Bikefitting durchaus mit einem Maßanzug oder -kleid zur vergleichen. Nichts anderes passt so gut auf Anhieb.
Alarmsignal taube Finger
Ähnlich wie beim Fuß werden bei der Hand sehr viele Knochen (27 Stück) durch Sehnen zusammen- und beweglich gehalten. Die Nerven der Hand werden durch Karpaltunnel und Ulnarnerv versorgt und gesteuert. Kommt es zu einem Taubheitsgefühl in der Hand, ist oft einer der beiden Nerven betroffen. Werden Ring- und kleiner Finger taub, ist der Ulnarnerv geschädigt. Passt der Durchmesser der Griffe nicht zur Handgröße, kommt es zu einem erhöhten Druck auf genau diesen Nerv. Bei tauben Daumen, Zeige- und Mittelfingern muckt der Karpaltunnel.
Treten bei Ihnen häufiger Kribbeln und Taubheitsgefühl auf, dann sollten Sie in jedem Fall auf dieses Alarmsignal reagieren, denn ein dauerhafter Knick im Karpaltunnel führt zu einer Schädigung.
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