Gerade bei längeren Touren ist eine Fahrrad Lenkertasche sehr praktisch. Wenn man auf Reisen ist, dann ist diese Tasche eine gute Option, um wichtige Papiere, Geld, Schlüssel, Handy, Werkzeug und andere wertvolle Gegenstände schnell greifbar zu transportieren. Darüber hinaus lässt sich hier Kartenmaterial anbringen und auch Navigationsgeräte finden dort ihren Platz. Auch in der Stadt kann eine Lenkertasche eine sehr wertvolle Unterstützung sein, wenn man zum Beispiel keinen Fahrradrucksack mitnehmen möchte oder nur wenig Gepäck dabei hat.
Verschiedene Ausführungen und Systeme
Lenkertaschen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. So gibt es über klassische Lenkertaschen (typischerweise formfest mit Klappdeckel) hinaus auch so genannte „Handlebar Packs“. Diese sind gerade für das Bikepacking sehr beliebt und zu empfehlen. Es passt etwas mehr hinein als in die klassische Lenkertasche und befestigt werden diese meist mit einem Schnellspannsystem.
Befestigungssysteme
Neben dem Schnellspannsystem gibt es weitere, unterschiedliche Systeme zur Befestigung der Lenkertasche. Viele Systeme haben eine Halterung und arbeiten mit einem Adapter (z. B. Klickfix). So ist die Lenkertasche immer schnell und überall leicht abnehmbar und auch wieder anzubringen. Diese Halterungen sind dauerhaft am Lenker montiert und werden oft mittels eines Klick-Systems mit der Tasche fest verbunden. Bei Befestigung mit einem Adapter bieten die Hersteller auch spezielle Schlösser an, um die Tasche am Fahrrad zu sichern, wenn man sie nicht mitnehmen möchte. Die Tasche ist somit verschlossen und auch fest mit dem Fahrrad verbunden.
Öffnungsmechanismen
Praktisch ist unterwegs natürlich, wenn die Tasche auch einhändig zu öffnen ist. Dazu arbeiten die klassischen Lenkertaschen mit einem Klappdeckel und einem Magnetverschluss. Wenn man mit einer Bikepackingtasche fährt, dann befindet sich nicht unbedingt Material vorn am Lenker, das während der Fahrt benötigt wird. So arbeiten diese Bags oftmals mit einem Rollverschluss, der dadurch auch vor eindringendem Wasser schützt. Ebenso gibt es aber auch Riemen mit Klickverschlüssen, die nicht so einfach während der Fahrt geöffnet werden können.
Worauf Sie beim Kauf Achten Sollten
Vor dem Kauf einer Lenkertasche sollte man sich überlegen, für welchen Zweck die Tasche geeignet sein soll. Demnach sind auch bestimmte Eigenschaften wichtiger als andere. So sollte dementsprechend auch die Größe der Tasche bedacht werden und diese dann selbstverständlich auch zum Fahrrad passen. Außerdem sollte man sich überlegen, was die Tasche transportieren soll. Wie beschrieben sollte man sich überlegen, wann und für was die Tasche benötigt wird, um da die richtige Auswahl zu treffen. Die Frage, die man sich stellen sollte, ist: was soll in dieser Tasche transportiert werden und benötige ich darauf schnellen Zugriff während der Fahrt. Ein Schlafsack beispielsweise wird erst am Ankunftsort benötigt und kann prima in einer Rolle transportiert werden. In unserem Fahrrad Lenkertaschen Test haben sich die Taschen bewährt, die so zu öffnen waren, dass der Deckel weg vom Fahrer aufzuklappen ist.
Wetterbeständigkeit und Material
Sicherlich immer empfehlenswert ist es, eine wetterfeste Tasche zu wählen. So bleiben auch bei unverhofftem Regen alle Inhalte trocken und auch etwaiges Kartenmaterial bleibt in der Regel unversehrt und lesbar. Das Material hat natürlich wesentlichen Einfluss auf die Wetterbeständigkeit. Von Nylon, Cordura, Polyester über Leder bis hin zu Kunststoff und PVC gibt es eine große Auswahl. Lenkertaschen aus Mischgewebe sind meist so hergestellt, dass die Außenschicht für die Wasserbeständigkeit sorgt. Jedoch können all diese Materialien grundsätzlich auch wasserabweisende Eigenschaften haben. Während Nylon am häufigsten verwendet wird, ist Cordura® das strapazierfähigste Material, das für Lenkertaschen eingesetzt werden kann.
Verarbeitung und Marken
Die Verarbeitung ist insgesamt sehr wichtig. Die Lenkertasche ist im Sommer UV-Strahlung ausgesetzt, wird bei Regen nass und bekommt auch sonst alles ab, was bei der Fahrt so entgegenkommen kann. Zu den bekanntesten Marken mit vielen verschiedenen Modellen zählt Ortlieb, wo man auch die ganz klassische, wasserdichte Variante mit einhändig zu bedienendem Klappdeckel und abschließbarer Adapterbefestigung am Rad finden kann (siehe Klickfix-Adapter oben). Rixen & Kaul oder Vaude sind weitere bekannter Hersteller mit einem großen Angebot. Nicht zuletzt sind auch große Outdoormarken wie Fjällräven oder die Eigenmarken großer Outdoorshops auf diesem Markt zu finden. Wer auf Premiumhersteller setzt, weiß in der Regel, dass er eine gute Qualität bei der Tasche erwarten und bekommen kann. Wer kostengünstiger „fahren“ möchte, findet auch einfachere Fahrrad Lenkertaschen.
Zusätzliche Funktionen
Einige Taschen bieten eine Extra-Tasche zur weiteren Befestigung von ausklappbarem Kartenmaterial an. Dies ist besonders auf Reisen geeignet und ermöglicht durch die Extra-Folie ein gutes Arbeiten mit der Karte. Das Extrafach wird oben auf die Tasche montiert und ist natürlich ebenso sicher verschlossen und wasserdicht. Auch das Handy kann darin gut und sicher aufbewahrt werden.
Test und Vergleich: Modelle im Überblick
Wir haben im Fahrrad Lenkertaschen Test verschiedene Größen getestet, die alle ihren Bestimmungszweck erfüllt haben. Mal war es nur der Schlüsselbund und da Portemonnaie und mal die Regenjacke, die befördert werden sollte. Grundsätzlich sollte man sich vorher überlegen, ob in der Tasche eher Reisegepäck (Bikepacking) oder kleineres Equipment verstaut werden soll. Ort und Wetter entscheiden zudem über Material und Beständigkeit. Die Aufteilung der Tasche mit einzelnen Fächern, Reißverschlüssen, Klarsichtfach und einem optionalen Schultergurt ist ebenso individuell wählbar und muss zum jeweiligen Zweck passen.
Getestete Modelle
- Capsuled Bike Bag (UVP: 89,99 Euro)
- Aevor Bar Bag (UVP: 59,90 Euro)
- Peak Performance Street Bike Bag (UVP: 80 Euro)
- Gusti Rudi A. (Herstellerpreis: 39,95 Euro)
- Acepac Barrell (Herstellerpreis: 37,31 Euro)
- Borgen Klickfix (Herstellerpreis: 34,99 Euro, mit Lenkeradapter 58,99 Euro)
- Swift Bandito (UVP: 114,24 Euro)
Capsuled Bike Bag
Die zylinderförmige Bike-Bag-Tasche von Capsuled ist eigentlich eine Kombination von zwei Taschen, die sich per Reißverschluss im Verhältnis 2,5:1 teilen lassen. Das erweitert den Funktionsumfang enorm: Bei Fahrten in den Alpen haben wir den längeren Teil als Lenkertasche genutzt, den kürzeren als Satteltasche. Insgesamt standen so 3,8 Liter Stauraum zur Verfügung. Das ist für eine Tagestour schon ordentlich.
In den kleineren Teil kamen Ersatzschlauch und Minitool, in den größeren neben dem Smartphone eine kompakt faltbare Regenjacke sowie Proviant. Die Aufteilung der Innentaschen erwies sich im Test als unpassend. Aus unerfindlichen Gründen hat Capsuled vier kleine Fächer eingenäht, von denen keines groß genug ist, um ein Smartphone aufzunehmen. Am Café angekommen, konnten wir die beiden Teile der Bike Bag durch Lösen von Klettbändern demontieren. Die Testerin hat aber meist nur die größere der zwei Taschen mitgenommen und mit dem beiliegenden Gurt über ihre Schulter gehängt. Auf dieselbe Weise kann man auch nur die kleine Tasche oder beide gemeinsam als eine große Tasche tragen, das macht sie sehr flexibel. Eine Besonderheit ist, dass dieses Modell sich auch als Rahmentasche verwenden lässt.
Leichte Regenschauer hält die Bike Bag aus.
Aevor Bar Bag
Die Bar Bag von Aevor lässt sich außer am Lenker auch als Slingtasche über der Schulter und als Hüfttasche tragen. Der Gurt ist breit, die Rückseite sowie die Übergänge zum Gurt sind weich gepolstert. Zumindest bei mir drückte auch nach längerem Tragen nichts, weder an der Hüfte noch beim Tragen über der Schulter.
Der Nachteil dieser Flexibilität: Der breite Gurt und Teile der Polsterung müssen beim Einsatz am Lenker verstaut werden. Dazu schiebt man sie unter ein Fach an der Rückseite. Das macht die Tasche aufgeräumt, aber etwas klobig. Für die Montage werden Klettbänder über den Lenker geschlagen und durch Ösen gezogen. Das ist am Ende schön stabil, aber herausfordernd beim Einfädeln.
Im großen Hauptfach befinden sich drei kleinere Fächer, in die Smartphones ebenso passen wie anderer Kleinkram. Außen gibt es ein weiteres großes Fach, das mit einem Reißverschluss geschlossen wird. Anders als der Reißverschluss des Hauptfachs ist der zwar nicht abgedichtet, sondern durch einen Umschlag des wasserfesten Stoffs geschützt. Richtig wasserdicht ist die Aevor-Tasche ohnehin nicht, bei heftigem Regen dringt Wasser rein.
An der Front befindet sich ein verstellbarer Gummizug zum Einklemmen von - ja, wovon eigentlich? Für Jacken ist er zu klein, für Handschuhe zu groß. Ich hatte im Test keine Verwendung dafür.
Rund 300 Gramm wiegt die Tasche, die Aevor in mehreren Farben und Designs anbietet. Vier Liter Volumen soll sie haben.
Peak Performance Street Bike Bag
Die Street Bike Bag von Peak Performance ist klein, bunt und flexibel. Man kann sie nicht nur als Lenkertasche, sondern auch als Rahmentasche verwenden. Zur Montage werden zwei Bänder mit Schnallen um den Lenker geschlossen, deren Länge so gewählt ist, dass sie an viele Oberrohre passen. Damit sie bei dieser Nutzung als Rahmentasche nicht zur Seite verschwenkt, wird sie wahlweise vorn am Steuerrohr oder hinten am Sitzrohr fixiert. Aber Vorsicht: Die Schnallen aus Hartplastik könnten den Lack eines Oberrohrs verkratzen.
Etwas umständlich ist der Schultergurt, weil er mit viel Mühe aus engen Laschen gelöst werden muss. Er ist breit und in der Länge verstellbar, benötigt viel vom Stauraum der 2,3 Liter großen Tasche.
Das Außenmaterial der Tasche hält zwar einen Regenschauer aus, aber bei starkem Regen dringt Feuchtigkeit ein.
Gusti Rudi A.
Leder am Fahrrad ist schön, aber nicht immer praktisch, das gilt auch für die Lenkertasche Rudi A. Zur rustikalen Anmutung gehört, dass der Deckel mit einer Gürtelschnalle verschlossen und die Tasche mit zwei solchen Schnallen am Lenker fixiert wird. Den Tragegurt befestigt man mit Karabinerhaken. Das alles trägt zum stattlichen Gewicht bei. Obwohl Rudi A. zu den kleinsten Modellen im Testfeld zählt, gehört sie mit rund 320 Gramm zu den schweren Exemplaren. Weil sie hoch am Lenker sitzt, könnte sie ein Akkulicht verdecken.
Das Fixieren und Lösen der Gürtelschnallen ist etwas umständlich. Zudem sollten sie beim Tragen als Umhängetasche geschlossen sein, damit ihre Dornen die Kleidung nicht beschädigen. Im Inneren gibt es ein Reißverschlussfach, in das jedoch kein Smartphone hineinpasst. Die Tasche wird ausschließlich in Braun angeboten. Wer mag, kann sie bei der Bestellung für 2,49 Euro Aufpreis mit einer Gravur personalisieren lassen.
Obwohl der Deckel leicht übersteht, schützt die Rudi A. nur gegen leichten Nieselregen.
Acepac Barrell
Mit der olivgrünen Barrell, deren Farbe der Hersteller aus mir unerfindlichen Gründen Grau nennt, habe ich mich für Schotter- und Waldwege bereit gefühlt, sie passt hervorragend an mein Gravelbike. Auf Touren durch die Vogesen hat sie mein Smartphone zuverlässig geschützt, Kleingeld aufgenommen, Platz für einen Ersatzschlauch, Reifenheber und eine Akku-Luftpumpe sowie ein paar Müsliriegel geboten. Vier Fächer helfen dabei, den Kleinkram gut sortiert abzulegen. In die beiden vorderen passen auch große Smartphones hinein. Die Tasche ist gepolstert und wasserdicht.
Die Barrell wird mit Klettbändern am Lenker befestigt und kann mit einem weiteren Band am Steuerrohr gegen Verschwenken gesichert werden. Dessen Schnalle ist allerdings etwas umständlich zu schließen. An den Seiten werden die Enden des Reißverschlusses in Schnallen eingehängt, was sehr ordentlich aussieht. Der Tragegurt ist sehr schmal und daher unbequem, nimmt in der Tasche aber kaum Raum ein.
Neben unserem olivgrünen Grau gibt es ein Modell in Schwarz.
Borgen Klickfix
Die Klickfix-Lenkerhalterung macht die Verwendung dieser Tasche besonders einfach. Vor dem Losfahren hängt man sie in die Halterung ein, zum Abnehmen drückt man auf den Entriegelungsknopf. Weil die Klickfix-Halterung für deutlich schwerere Körbe und Taschen ausgelegt ist, sitzt die Tasche bombenfest. Wer keinen passenden Adapter am Fahrrad hat, kann die Borgen auch inklusive Lenkeradapter kaufen und muss diesen dann zunächst montieren. Wie immer bei der Klickfix gilt: Ist die Frontleuchte unten angebracht, passt alles, aber ein am Lenker fixiertes Akkulicht könnte durch die hoch sitzende Tasche verdeckt werden.
Das Design der Borgen ist an das von Damenhandtaschen angelehnt. Sie lässt sich mit dem Schultergurt auch umgehängt tragen. Eine Testerin, die das Design erst »spießig« fand, kam beim Einsatz an ihrem Rad ins Grübeln. Die Tasche gefiel ihr zum Schluss doch.
Im Alltag erweist sich die Borgen als durchdacht und unkompliziert. Im Inneren gibt es neben dem Hauptfach ein kleineres für ein Smartphone und zwei weitere für Schlüssel und anderen Kleinkram. Der Deckel schließt magnetisch und schützt ein weiteres, von außen zugängliches Fach, das sich ebenfalls für große Smartphones eignet. Die Schnallen des Umhängegurts können leicht gelöst werden. Der Gurt wird im Inneren des Deckels verstaut. Die Borgen soll fünf Liter fassen. Das ist mit viel Stopfen vielleicht möglich, aber dann beult sie stark aus. Eine Regenjacke passte im Test zusammen mit Smartphone und Co. gut hinein. Neben dem Testmodell mit reflektierendem Muster gibt es drei weitere, davon zwei einfarbige. Wasser kam im Test nicht durch, auch unter der Dusche blieb der Tascheninhalt trocken.
Swift Bandito
Die Bandito Bar Bag kommt groß daher: Nicht nur, weil sie 3,8 Liter fasst und daher Raum für eine Regenjacke und weitere Kleidungsstücke bietet, sondern auch rein optisch: Die Wände der rollenförmigen Tasche sind verstärkt. So behält sie ihre zylindrische Form auch dann, wenn man nur ein Smartphone hineinlegt.
Das aber fliegt in der großen Bandito beim Radfahren wild herum, da sie keine Innentaschen oder Unterteilungen hat. Das ist blöd, wenn Schlüssel und Smartphone gleichzeitig hineinmüssen. Ich habe mir damit beholfen, das Smartphone zwischen die verstärkte Innenwand und das Außenfutter zu schieben. Der Hersteller Swift liefert zur Befestigung am Lenker zwei Kunststoffbänder sowie ein Gummiband zur Fixierung am Steuerrohr mit. Alternativ lässt sich die Bandito am Sattel einhängen. An meinem alten Ledersattel von Brooks mit seinen Ösen geht das einfach, an modernen Sportsätteln ohne Ösen wäre das nur mit Gefummel möglich.
Um sie als Umhängetasche nutzen zu können, kann man bei Swift für rund 16 Euro einen Gurt bestellen. In die dafür vorgesehenen Ösen lassen sich aber auch andere Gurte mit Karabinerhaken einklinken. Ich habe zu diesem Zweck einen von meiner Kameratasche verwendet. Vor dem Einsatz über der Schulter müssen die Lenkerbefestigungsbänder entfernt und in die Tasche gelegt werden, denn ohne Spannung öffnet sich deren Verschluss und sie könnten verloren gehen.
Ich habe die etwa 245 Gramm leichte Bandito immer dann gern genutzt, wenn ich warme Kleidung und eine Regenjacke mitnehmen musste. Hat es dann tatsächlich geregnet, blieb der Inhalt trocken. Swift bietet die Bandito in fünf Farben an.
Weitere Lenkertaschen im Vergleich
Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über weitere getestete Lenkertaschen mit ihren jeweiligen Eigenschaften.
| Modell | Formstabilität | Wasserdicht | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Klickfix 871821 | Extrem formstabil | Wasserdicht mit Regenhülle | Innenrahmen aus glasfaserverstärktem Polyamid, sehr leichte Handhabung, mit abnehmbarem Kartenfach | Keine integrierten Reflektoren, Installation erfordert mehr Übung |
| Klickfix Fahrradtasche Bikebasket | Sehr formstabil | Keine Herstellerangabe | Besonders groß, auch mit Blumenmuster erhältlich | Keine integrierten Reflektoren, Schulterriemen ist nicht abnehmbar |
| Haberland Classic | Extrem formstabil | Stark wasserabweisend | Gute Verarbeitung, sehr leichte Handhabung, extrem formstabil, mit abnehmbarem Kartenfach, mit Vordertasche und Netz-Seitenfach | Nicht wasserdicht, Material ist sehr weich |
| Vaude eBox | Sehr formstabil | Wasserdicht mit Regenhülle | Sehr leichte Handhabung, sehr formstabil, smartphone-kompatibles Kartenfach | Verpackung ist etwas schlicht, Handyfach ist sehr klein |
| Rhinowalk Fahrrad Lenkertasche Y9103Gy | Sehr formstabil | Stark wasserabweisend | Besonders leicht, ansprechendes Design, als Umhängetasche tragbar | Nicht sehr stabil |
| Docooler Fahrrad Lenkertasche | Sehr formstabil | Wasserdicht | Besonders leicht, mit PVC-Hülle für eine einfache Bedienung des Telefons, aus robustem Nylon und PVC Material | Nicht für Lenker mit Vorbau geeignet |
| Lemego Bike Handlebar Bag E37 | Sehr formstabil | Wasserdichtes EVA und mit Regenhülle | Wasserdichtes Obermaterial, einfach zu bedienender Schnellspanner, kratzfester Gummiring | Geringes Volumen |
| Baigio Vordertasche für Fahrrad | Sehr formstabil | Wasserdicht mit Regenhülle | Gute Verarbeitung, sehr leichte Handhabung, inkl. Regenhülle | Keine integrierten Reflektoren |
| Lixada Fahrrad-Lenkertasche | - | - | Mit Kartenfach, in welches auch ein Smartphone passt, und die zwei Netz-Außenfächer. | Fehlender abnehmbarer Schultergurt und Stabilität. |
Bikepacking Taschen im Test
Bikepacking-Taschen bieten sich als praktische Lösung an. Musste man noch vor wenigen Jahren nach passenden Taschen suchen, gibt es heute für jeden Anspruch und Geldbeutel die passenden Modelle. Und das Angebot wächst, die Hersteller überraschen mit immer pfiffigeren und praktischen Details. Gut für alle Bikepacker.
Genau diese Vielfalt spiegelt sich in unserem Test wider. Wer eine kleine Tasche für den kurzen Tagestrip sucht, wird genauso fündig wie der Fernreisende, der mit großem Gepäck unterwegs ist. Von der 2,5-l-Rolle à la Evoc Handlebar Pack bis zur voluminösen Restrap Saddle Bag mit 14 Litern Volumen reicht die Bandbreite.
Praktisch ist es gerade bei größeren Taschen, wenn sich der Packsack einfach aus dem Holster nehmen lässt, die Halterung dagegen fest an Sattelstütze und Sattel verbleibt. Das oft etwas fummelige Anbringen der Riemen und Schnallen erübrigt sich dann. Diese "Harness-System" genannte Lösung bieten neben Restrap auch andere Hersteller an - für Sattel- und Lenkertasche.
Rahmentaschen erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, hat man doch wichtige Dinge auch während der Fahrt schnell zur Hand - zum Beispiel einen Energieriegel. Besonders praktisch ist etwa Apiduras Expedition Frame Pack mit großzügigen drei Litern Fassungsvermögen, geschützten Reißverschlüssen auf beiden Seiten, einer Trennwand und einem Extrafach innen.
Als kleines, robustes Leichtgewicht präsentierte sich die Morobbia Triangle Bag, die zwar den Zugriff von beiden Seiten erlaubt, aber leider Regenschauern nicht lange standhielt. Und fehlende Wasserdichtigkeit wird gerade auf längeren Touren schnell zum Stimmungskiller. Wer möchte schon ein bereits nasses Ersatztrikot anziehen? Deshalb haben wir diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Den drei Bikepacking-Taschen von Ortlieb zum Beispiel konnte selbst starker Dauerregen nichts anhaben - sie zeigten diesbezüglich keinerlei Schwächen. Im Test bestätigte sich auch, dass sogenannte Roll-Top-Verschlüsse, also Taschen, die man zunächst wickelt und dann mit einem Clip verschließt, Feuchtigkeit besonders effektiv am Eindringen hindern. Auch die Packsäcke für die Harness-Systeme verschiedener Hersteller, oft Dry Bags genannt, punkten mit solchen Verschlüssen. Top: Auf dem Packsack von Acepac Saddle Harness MKIII ist sogar aufgedruckt, wie oft man ihn umschlagen sollte - und in welche Richtung. Kleine Details, die das Bikepacker-Leben erleichtern.
Details und Komfort
Zu diesen Details zählen auch Kompressionsventile, die es unter anderem an Topeaks Dry Bag oder Ortliebs Handlebar-Pack gibt. Sie ermöglichen es noch einfacher, Luft aus dem Inneren entweichen zu lassen. So packt es sich kompakter und effizienter. Soll etwa ein Schlafsack untergebracht werden, klappt das deutlich besser als beim händischen Auspressen der Luft.
Zu den wichtigsten Details an Bikepacking-Taschen zählen die Riemen/Schnallen zur Montage am Rad samt Rahmenschutz. Und die Frage, wie die Taschen das Fahrverhalten beeinflussen. Dabei spielen natürlich auch Gewicht und Art der Ladung eine entscheidende Rolle.
Eine Rahmentasche, in der u. a. Powerbank, Arm- und Beinlinge, Riegel oder die leichte Windjacke Platz finden, beeinflusst das Handling kaum. (Klett-)Riemen, oft mit weichem Fleece versehen, halten die Taschen fest an Ort und Stelle und schonen idealerweise den Lack. Schade: Oft werden Kunststoffschnallen nicht extra abgedeckt, so können unschöne Scheuerstellen am Rahmen entstehen. Tipp: Rahmenschutzfolie verwenden, auch wenn sie nicht beiliegt.
In der Lenkertasche/-rolle (im Test mit acht bis 15 Liter Volumen) finden meist Zelt, Isomatte und etwa eine Jacke Platz. Beim Festzurren mit Riemen haben wir darauf geachtet, dass die Tasche gut festhält und sich nicht aufschaukeln oder gegen das Steuerrohr schlagen kann. Hervorragend gelang das mit den Produkten von Jack Wolfskin, Ortlieb, Acepack und Topeak. Wobei die Topeak Frontloader in puncto Riemenführung anfangs verwirren kann, dann aber mit sicherem Sitz überzeugte. Die Abstandshalter an den meisten Modellen sind aus Schaumstoff und verhindern eingeklemmte Züge zuverlässig.
Das einzige kleinere Modell im Test, die kompakte Evoc Handlebar Pack, wartet als Besonderheit mit einem Boa-Drehverschluss am Haltesystem auf. Obwohl die minimalistische Tasche damit verlässlich fest am Lenker sitzt, funktioniert das gleiche System bei der Satteltasche des Herstellers weniger gut - und verhindert Pendelbewegungen nicht immer verlässlich.
Beim Packen der Satteltasche sollten die schweren Sachen schon deshalb nah an der Sattelstütze liegen, um den Schwerpunkt zentral zu halten. Für größtmögliche Stabilität. Denn: Je größer die Satteltasche, desto eher neigt sie beim Fahren zum Pendeln. Riemen durch die Sattelstreben und Klettverschlüsse um die Stütze sind die gängigsten Befestigungsmethoden. Erfreulich: Die meisten Hersteller haben ihre Taschen so konstruiert, dass im Wiegetritt kaum Pendelbewegungen auftreten. Auch ein Abknicken der Tasche wird dank ausreichend steifer Konstruktionen meist wirksam unterbunden. Ein Stabilisator wie bei Topeak kann zusätzlich helfen.
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