Nicht nur im Winter sollte man als Radfahrer unbedingt auf seine Sichtbarkeit im Straßenverkehr achten: Untersuchungen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats haben herausgefunden, dass Autofahrer bei Dunkelheit nur fünf Prozent der Dinge wahrnehmen, die sie bei Licht sehen würden. Ein Fahrradfahrer ohne Licht ist also höchstens ein beweglicher Schatten im Augenwinkel des Autofahrers. Es ist daher essenziell, bei Dämmerung und Dunkelheit mit gutem Licht unterwegs zu sein - doch mittlerweile gibt es sogar Helme mit integrierter Beleuchtung, weswegen wir an dieser Stelle die wohl spannendsten Modelle einmal vorstellen wollen.
Vorgestellte Modelle von Fahrradhelmen mit Beleuchtung
Alpina Brighton MIPS
Der sportliche-schicke Alpina kommt wahlweise in schwarz oder weiß daher. Der in Deutschland hergestellte Alpina wirkt mit seiner sehr runden Form überaus modern - und integriert die Beleuchtung formschön in die Schale. Während die Frontlichter gut als solche erkennbar sind, sind die Rücklichter im ausgeschalteten Zustand hinter dem schwarz durchgefärbtem Plastik kaum zu erkennen. Vorn wie hinten leuchten je zwei LED-Lichtbänder, ein Dauerlicht-Modus sowie zwei Blink-Modi können unterhalb des Nackens per Taster durchgeschaltet werden. Als Gewicht gibt Alpina eher schwere 465 Gramm an, den Helm gibt es zudem nur in zwei Größen. Löblich dagegen: Der 250 Euro teure Brighton setzt auf einen MIPS-Schutz, der bei Unfällen mit schrägem Aufprall Rotationskräfte reduzieren soll.
Unit1 Faro Smart Helm
Mit dem Faro Smart Helm hat das junge Start-up Unit 1 einen Urban-Helm mit jeder Menge Features im Programm. Neben der üppigen und mit 500 Lumen integrierten hellen Lichtleiste vorne und hinten bietet der Faro ein verstecktes flächiges Licht im Heck. Die gute Sichtbarkeit im Dunkeln erhöht die Sicherheit auf nächtlichen Rides. Darüber hinaus überwacht der Faro das Wetter, erkennt einen Crash und kann mit der optionalen Navigationsfernbedienung auch blinken und ein Bremslicht aktivieren. Die dazu nötige App gibt’s kostenfrei im App-Shop für Android und IOS. Zu den weiteren Merkmalen zählen die ABS-Hartschale und das EPS-Innenfutter sowie ein verstecktes Urban-Airflow-Belüftungssystem. Der Faro ist nach der CPSC EN1078 vollständig zertifiziert.
Lumos Ultra E-Bike
Der Ultra E-Bike Helm ist wahrhaft ein "Leuchtturm"-Produkt von Lumos. Er verfügt über integrierte Vorder-, Rück-, Brems- und Blinklichter mit einer Vielzahl von COB-LED-Modulen. Das Blinksystem sowie die Bremslichtfunktion wird über eine Fernbedienung am Lenker oder deine Apple Watch aktiviert. Kompatibel ist der Ultra nicht nur mit der Apple Watch, sondern auch mit Apple Health und Strave übers Smartphone. Ein schwenkbares Visier schützt deine Augen vor Fahrtwind. Dieses ist großzügig gestaltet, damit auch eine Brille darunter Platz findet, ohne zu kneifen. Die großen Belüftungsöffnungen bieten eine gute Ventilation, der Ultra E-Bike ist IPX6 wassergeschützt.
Uvex City Light
Der Uvex City Light-Helm kommt mit vier LED-Bändern, die unterhalb der Helmschale liegen. Diese Bänder sind mit insgesamt 32 LEDs ausgestattet und werden über einen Knopf aktiviert. Per Knopfdruck kann der Fahrer dann zwischen drei Lichtmodi wechseln: stehendes, blinkendes und fadendes Licht. Während der Fahrt kann sich der Fahrer zudem den Ladestatus anzeigen lassen. Dadurch wird die Gefahr verringert, bei längeren Fahrten irgendwann ohne Licht dazustehen. Der Akku der LEDs soll je nach Modus zwischen sechs und zwölf Stunden lang halten und kann innerhalb von zwei Stunden über das mitgelieferte USB-Kabel geladen werden.
MET 20 Miles
Der MET 20 Miles kommt mit reflektierenden Aufklebern für die Seiten und hinten. Zudem ist er mit einem integrierten LED-Rücklicht, einem abnehmbaren Visier und einem Insektenschutznetz zur Belüftung ausgestattet.
Alpina Altona
Der Altona Helm von Alpina soll vor allem in puncto Sicherheit glänzen: Er besteht aus einer Waben-Struktur, die zugleich stabil und leicht sein soll. Dadurch soll der Helm sowohl guten Aufprallschutz bieten, als auch für eine gute Belüftung sorgen. Typisch Commuter-Helm kommt das Modell mit einem integrierten Visier, das auf UV-Einstrahlung reagiert und die Scheibe selbstständig abdunkelt. Dadurch soll das Visier über das ganze Jahr hinweg 100 % UV-Schutz bieten. Sinnvolles Gimmick: hinter dem Visier sollen auch optische Brillen Platz haben. In puncto Beleuchtung kommt der Helm mit einem Plug-In-Light an der Helmrückseite. Diese Beleuchtung verfügt über zwei Modi - Dauerlicht und Blinken -, die auf Knopfdruck aktiviert werden können. Wer bei der Fahrt Musik hören möchte, kann seine Kopfhörer mittels Gurtbänder am Helm fixieren. Aber Achtung: der Fahrer nimmt seine Umgebung in der Regel weniger gut wahr, wenn laute Musik in den Ohren dröhnt.
Alpina Brooklyn
Der Brooklyn-Helm soll Leichtigkeit und Stabilität verbinden. Damit der Fahrer die Straße auch bei tiefer stehender Sonne sieht, wurde ein Textilschild mit dezentem Reflektorabschluss in das vordere Pad des Helms eingearbeitet. Allerdings soll der Fahrer nicht nur sehen, sondern auch gesehen werden. Daher verfügt das Modell über ein integriertes Licht. Mithilfe von Gurtbändern können zudem Kopfhörer am Helm fixieren werden. Fahrradfahren mit lauter Musik im Ohr kann allerdings auch sehr ablenkend sein. Der Commuter-Helm von Cratoni kommt mit einem großen Lichtstreifen auf der Hinterseite, reflektierenden Gurtbändern und weiteren Reflektoren. Darüber hinaus soll das Schwenkvisier den Fahrer vor Wind, Sonne und Regen schützen. Nacken- und Schläfenpartie sind bei diesem Modell laut Hersteller besonders gut gepolstert. Der Giro Bexley MIPS verfügt über ein integriertes Rücklicht, das die gesamte hintere Seite des Helms zum Leuchten bringt. Aufgrund des Roc Loc City Air System soll der Helm darüber hinaus über eine hervorragende Passform verfügen und mit seinen vier verstellbaren Lüftungsschlitzen für ausreichend Kühlung sorgen. Zum Schutz vor Verletzungen ist der Helm mit dem Multi-Directional-Impact-Protection-System von Giro ausgestattet.
Giro Camden MIPS
Der Giro-Helm kommt in reduziertem Style und verfügt über ein integriertes rotes Rücklicht. Neben dem Sicherheitsaspekt soll der Helm bequem sein und über eine antibakterielle Polsterung verfügen. Außerdem ist er mit dem MIPS-System ausgestattet.
Lazer Urbanize
Auch die Helm-Marke Lazer hat einen Commuter-Helm im Angebot: den Urbanize. Das Visier soll Schutz gegen Wind und Schmutz liefern. Zur besseren Sichtbarkeit ist eine wiederaufladbare LED-Heckleuchte in die hintere Seite des Helms integriert. Der Urbanize-Helm kommt mit NTA-Zertifizierung, das heißt er ist auch für schnelle S-Pedelecs zugelassen.
Livall BH51M Neo
Der BH51M Neo von Livall ist mit einer Vielzahl an Techniken ausgestattet. So kommt er mit 360° Rundum-Beleuchtung, Blinker-Funktion, Medienwiedergabe, Bluetooth, Lautsprecher, Mikrofon, Sturzsensor, SOS-Funktion und einer intelligenten Lichtsteuerung. Die Vorder- und Rücklichter verfügen über Dunkelheitssensoren, die sich automatisch auf wechselnde Lichtverhältnisse einstellen. Die hintere Beleuchtung verfügt darüber hinaus über eine Bremslichtfunktion: Die Sensoren im Helm erkennen, wenn sich die Fahrt verzögert und lassen die roten LEDs heller aufleuchten. Medienwiedergabe, Bluetooth, Lautsprecher und Mikrofon sind über die Livall-App an das Smartphone gebunden und werden über eine wasserdichte Fernbedienung am Lenker angesteuert. Der Helm ist laut Hersteller so konzipiert, dass der Fahrer trotz Mediennutzung Umgebungsgeräusche wahrnehmen kann.
Testergebnisse und Empfehlungen
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte erfreulicherweise eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex. Das Modell Urban Planet LED erhielt im Vergleich Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung. Da der Helm zudem keine Schadstoffe aufwies, kam er mit der Gesamtnote 2,0 auf Platz eins.
Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.
Immer öfter werden LED-Rücklichter auf der Hinterseite des Fahrradhelms integriert. Einige sind sehr schick und bieten einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Positiv ist den Testern die Handhabung des LED-Rücklichtes mittels Magnet beim Helm von Abus aufgefallen.
Im Vergleich mit den herkömmlichen Fahrradhelmen stellte sich allerdings heraus, dass die drei S-Pedelec-Helme keinen besseren Unfallschutz bieten als die City- und Urban-Helme im Test. Selbst wenn die S-Pedelec-Modelle mit den Stoßdämpfungskriterien der normalen Helme getestet werden, erreichen sie nur einen Platz im Mittelfeld.
Es gibt also weiter Luft nach oben bei der Helm-Tragequote und noch viel Aufklärungsbedarf über die schützende Wirkung eines Fahrradhelms im Straßenverkehr.
Empfehlungen an die Hersteller
- Die Anforderungen der geltenden Norm müssen eingehalten werden. Hier darf kein Gurtschloss brechen (passiert beim Helm von Casco).
- Die Helme von Cube, Decathlon, Abus (S-Pedelec-Helm), Prophete und vor allen Dingen von Lidl zeigen Verbesserungspotential in Sachen Stoßdämpfungseigenschaften.
- Nur ein angenehmer und gut einzustellender Helm wird getragen. Die Anpassungen am Kopf müssen einfach, gut und sicher durchgeführt werden können.
- Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit. Daher sollten die Fahrradhelme zumindest mit Reflektoren ausgestattet sein: Der Helm von Lazer, Giro und Cube, sowie der S-Pedelec-Helm von KED haben keinerlei Reflektion.
Tipps für Verbraucher
- Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
- Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.
- Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
Zusätzliche Aspekte bei der Auswahl eines Fahrradhelms mit Licht
Die Preise für Fahrradhelme mit Beleuchtung variieren. Ein Fahrradhelm mit einfachem Lichtkonzept ist beispielsweise schon ab 40 Euro erhältlich. Wer ein wirklich umfassendes Beleuchtungskonzept sucht mit mehr Licht an der Vorderseite, muss über 100 Euro investieren.
Ein guter Fahrradhelm muss natürlich in erster Linie zu deinem Kopf passen und richtig sitzen. Bei der Auswahl solltest du deshalb nicht nur auf die Beleuchtung achten, sondern auf die Größe und die Passform. Die Größe ermittelst du über deinen Kopfumfang. Leg dir ein Maßband vom Nacken bis an die Stirn und miss die breiteste Stelle. Anschließend vergleichst du den Wert mit den Angaben der Hersteller.
Das LED Licht am Fahrradhelm wird natürlich über eine Batterie oder einen Akku gespeist. Zum einen musst du auf die ausreichende Helligkeit der Leuchten achten. Ein Rücklicht wird dir nicht viel nützen, wenn es von den Autofahrern erst zu spät erkannt wird oder kaum zu sehen ist. Das Licht muss also hell genug sein. Dafür braucht es einen ausreichenden Akku.
Ein wichtiges Sicherheitsmerkmal am Fahrradhelm sind natürlich die verschiedenen Siegel. Es gibt nicht nur das TÜV-Siegel, sondern auch das GS-Siegel und das CE-Siegel, das die verkauften Helme in Europa tragen sollten. Darüber hinaus kannst du immer prüfen, ob das Modell der DIN EN 1078 entspricht.
Nicht jeder Fahrradhelm ist mit einem zusätzlichen Licht ausgestattet und es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Beleuchtung. Manche Dinge solltest du aber bei allen Modellen gleich berücksichtigen, gerade in Bezug auf Größe, Passform und Sicherheit.
Verwandte Beiträge:
- Fahrradhelm mit Licht & Visier: Sicherheit & Komfort im Test
- Abus Fahrradhelm Licht wechseln: Anleitung & Tipps
- Uvex Fahrradhelm mit Licht: Sicherheit & Sichtbarkeit im Dunkeln
- Fahrradhelm mit Licht Lidl: Test & Vergleich der besten Modelle
- Harley-Davidson Softail Rücklicht Modelle: Die Ultimative Auswahl für Perfekte Bike-Beleuchtung!
- E-Bike Motor Reparatur: Kosten, Tipps & die besten Lösungen im Überblick!
Kommentar schreiben