Vorsicht vor gefälschten Lidl-Gewinnspielen: So schützen Sie sich vor Betrug

Gewinnspiele locken mit lukrativen Preisen. Doch nicht alle sind echt. Lidl warnt vor einer Betrugsmasche, bei der das Lidl-Logo missbraucht wird. Supermärkte und Discounter wie Rewe, Edeka, Kaufland, Lidl, Aldi und Co. nutzen diese vor allem als Instrument zur Kundenbindung. Doch nicht immer sind die Seiten im Internet echt, auf denen es etwas zu gewinnen gibt.

Aktuelle Warnung von Lidl

Lidl warnt derzeit vor einer besonderen Betrugsmasche. Auch Userinnen und User in Deutschland sollten beim Surfen im Netz aufpassen, worauf sie klicken. Betrüger nutzen das Lidl-Logo fälschlicherweise für ihre Zwecke.

Manche Kundin bzw. mancher Kunde fragt daher nach - wie beispielsweise in diesem Fall. Links sollten nicht angeklickt und Anhänge nicht geöffnet werden. In keinem Fall sollten Sie persönliche Daten von sich preisgeben. Auch beim Discounter Aldi wird zur Vorsicht bei Gewinnspielen aufgerufen.

Ein vermeintlicher Lidl-Link lockt sie auf eine gefälschte Seite, die ein Gewinnspiel mit der Chance auf 2000 Euro vorgibt. Doch auch hier sind skrupellose Cyberkriminelle am Werk.

Berlin (ots)Unter einem offiziell aussehenden Logo der Discounterkette Lidl wird Nutzern im Internet ein Angebot vorgegaukelt: Wenn man einige Fragen beantwortet, habe man die Chance, ein E-Bike zu gewinnen. Nach den Fragen wird man zu einer zweiten Seite umgeleitet, auf der man seine persönlichen Daten angeben soll.

BEWERTUNG: Es handelt sich nicht um ein Gewinnspiel von Lidl. Niemand, der dort mitmacht, wird ein E-Bike gewinnen. Bei dieser Webseite geht es darum, in betrügerischer Weise die persönlichen Daten von Nutzern abzugreifen.

FAKTEN: Die Deutsche Presse-Agentur hat das Unternehmen Lidl kontaktiert. Eine Sprecherin teilte mit, dass es sich um ein «Fake-Gewinnspiel» handelt: «Lidl steht damit in keiner Verbindung. Wir prüfen derzeit unsere Möglichkeiten, rechtlich dagegen vorzugehen.»

Typische Preise in Fake-Gewinnspielen:

  • 90 Euro
  • 100 Euro
  • 500 Euro Gutschein
  • 250 Euro Einkaufsgutschein
  • Samsung Galaxy S20
  • Samsung Galaxy S10
  • Samsung Galaxy S21
  • Apple iPhone 11
  • Apple iPhone 12
  • Apple iPhone 15 Pro
  • Apple MacBook Pro
  • Trekking E-Bike
  • PlayStation 4
  • MacBook Pro
  • Monsieur Cuisine Connect
  • Topf-Sets
  • Kaffeemaschinen
  • Silvercrest Vacuum
  • Parkside 3-teiliges Set

So erkennen Sie Fake-Shops und Gewinnspiele

Die Verbraucherzentrale Bundesverband rät, folgende Punkte zu prüfen, bevor man auf einen gefälschten Shop im Internet hineinfällt:

  • Auffällige Internetadresse? Dies wäre etwa eine Erweiterung der Adresse um weitere Domainendungen, wo eigentlich nur ein „.de“ stehen müsste. Ein Beispiel dafür ist „.de.com“.
  • Unsichere Zahlungsart: Kundinnen und Kunden werden laut vzbv oftmals bis zum letzten Bestellschritt mehrere Zahlungsweisen angeboten. Bei der eigentlichen Bestellung gebe es dann nur noch die Option „Vorkasse“. Der Verband dazu: „Es sollte aber umgekehrt sein: erst die Ware, dann das Geld.“ Wenn keine kundenfreundliche Zahlungsweise angeboten werden, sollte man auf dieser Plattform besser nicht bestellen.
  • Auffallend günstiger Preis: Wenn sich in einem Onlineshop auffallend niedrige Angebote häufen, sollten Kundinnen und Kunden auf jeden Fall genauer hinsehen, rät der vzbv.
  • Falsche Gütesiegel: Sie können ein Hinweis auf einen Fake-Shop sein. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher auf das Siegel klicken und prüfen, „ob das Siegel mit einem Zertifikat des Siegel-Betreibers verlinkt ist.“ Häufig handele es sich ohne entsprechenden Link um eine Fälschung.
  • Lobeshymnen bei Kundenbewertungen: Sie können ein zusätzliches Indiz für einen Fake-Shop sein. Interessant sind daher auch anderweitige Bewertungen, „die stark davon abweichen und vermehrt auf betrügerische Machenschaften hinweisen“, so der vzbv.
  • Impressum: Fehlt das Impressum, ist immer Vorsicht angesagt. Meist gibt es auch einen Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer. Diese lässt sich dort leicht überprüfen.

Datenfallen im Internet wie diese erkennt man oft an Rechtschreib- und Grammatikfehlern.

Die SHS-Regel der Polizei

Um sich vor Betrügerinnen und Betrügern zu schützen, sollten einige Regeln beachtet werden. Diese wurden von der Polizei entwickelt und unter dem Namen „SHS-Regel“ (Stoppen - Hinterfragen - Schützen) veröffentlicht.

  • Stoppen: Oftmals werden Betroffene unter Druck gesetzt, schnell zu handeln. Die Betrüger haben schließlich Grund zur Eile, damit ihr Vorgehen nicht vorzeitig auffliegt. Ihre Opfer drängen sie daher meist zu schnellen, unbedachten Handlungen.
  • Hinterfragen: Betroffene sollten die Perspektive ändern und die Rolle des Gegenübers einnehmen. So der Tipp der Polizei. Warum handelt der Käufer/die Käuferin oder Verkäufer/die Verkäuferin so, wie er handelt? Ein Beispiel: Stellen Sie sich die Frage, warum jemand einen begehrten Artikel zu besonders günstigen Konditionen verkaufen sollte. Nicht immer ist der Preis ein Indiz für einen Betrug. Aber: „Oft versuchten Kriminelle, über einen auffällig niedrigen Preis möglichst viele potenzielle Opfer in kurzer Zeit anzusprechen“, erklärt die Polizei. Auch bei der Zahlungsmethode sollte genau hingeschaut werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich mit der Funktionsweise und den Bedingungen für einen etwaigen (Ver-)Käuferschutz vertraut machen. Kommen Zweifel auf, sollten sie mit Freunden oder der Familie darüber sprechen.
  • Schützen: Sie haben etwas Auffälliges beobachtet oder vermuten einen Betrugsversuch? Helfen Sie dabei, andere zu schützen, indem Sie auffällige Vorgänge melden, damit kriminelle Aktivitäten frühzeitig erkannt und andere gewarnt und geschützt werden können.

Was tun, wenn Sie bereits teilgenommen haben?

Passiert das doch, werden Sie meist auf eine dubiose Webseite weitergeleitet. Diese wirkt aufgrund der optischen Gestaltung (Logos und Farben) so, als würden Sie sich auf einer Seite von Lidl befinden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Seite von Betrügern, welche an Ihre Daten und Ihr Geld wollen. Geben Sie Ihre Daten auf diesen Seiten ein, erteilen Sie dem Gewinnspielveranstalter eine Werbeerlaubnis. Sie erteilen damit dem Unternehmen die Erlaubnis, Ihre persönlichen Informationen an andere Unternehmen weiterzuverkaufen. Als Folge dessen müssen Sie sich auf viel Werbung per Post, SMS und auch auf Werbeanrufe einrichten.

Um Ihre Daten zu schützen, sollten Sie die erteilte Werbeeinwilligung widerrufen. Dafür müssen Sie den Gewinnspielveranstalter anschreiben.

Haben Sie außerdem Ihre Konto- oder Kreditkartendaten angegeben? Dann heißt es: Reagieren Sie so schnell wie möglich. Damit kein finanzieller Schaden entsteht, sollten Sie sofort Ihre Bank kontaktieren.

Abofalle lauert bei Klick auf Link

Neben den Direktmarketingunternehmen lauern auch Abofallen hinter den Links. Hochpreisige Geräte wie iPhones, Samsung Smartphones, MacBooks oder die PlayStation werden Ihnen kostenlos angeboten. Sie sollen lediglich die Versandkosten von bis zu fünf Euro übernehmen. Und genau hier lauert die Abofalle. Geben Sie Ihre Kreditkarten-Daten oder Bankdaten ein, haben Sie das Abo am Hals. Die günstigen Versandkosten sind lediglich die Kosten für die Probezeit des Abos. Spätestens nach 14 Tagen wird Ihre Kreditkarte richtig belastet.

Denn egal, ob es Datensammler sind, Sie in die Abofalle gelockt werden oder auf einer mit Schadsoftware verseuchten Seite landen - besser ist, Sie riskieren nichts.

Zusätzlicher Schutz für Ihr Lidl-Onlinekonto

Haben Sie ein Onlinekonto bei Lidl? Dann schützen Sie dieses auf jeden Fall durch ein sicheres Passwort. Für einen zusätzlichen Schutz empfehlen wir Ihnen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Sollte Sie versehentlich auf einen Phishing-Angriff hereingefallen sein oder Ihr Lidl-Konto wurde anderweitig gehackt, helfen wir Ihnen mit Tipps, was bei einem geknackten Passwort zu tun ist.

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