LKW-Unfälle mit Radfahrern: Ursachen und Lösungsansätze

Abbiegeunfälle mit Lkw sind eine der Hauptunfallursachen für Radfahrende, denen die Vorfahrt genommen wird.

Die Problematik der Abbiegeunfälle

In den Pressemitteilungen der Polizei und den Medienberichten liest und hört man dann vom unvermeidbaren „Toten Winkel“.

Seit vielen Jahren drängt der ADFC darauf, das Thema Abbiegeunfälle endlich ernster zu nehmen und nicht als "Toter Winkel, kann man halt nichts sehen" abzutun.

Es gilt, die Infrastruktur sicherer zu machen, Kreuzungen anders zu gestalten, Sichtbeziehungen freizuhalten und Radfahrende im Blickfeld zu halten.

Außerdem muss dringend die Information über das richtige Einstellen der Lkw-Spiegel und das sichere Abbiegen alle Menschen erreichen, die gefährliche Nutzfahrzeuge lenken.

Nicht zuletzt muss auch das Fehlverhalten kontrolliert und sanktioniert werden. Bislang stehen weder Spiegeleinstellungen noch Abbiegegeschwindigkeit auf der Agenda.

Der "Tote Winkel" - Märchen oder Realität?

Der ADFC Köln fordert eine aktualisierte Aufklärung zur Gefahr durch rechtsabbiegende LKW und die Kontrolle der Spiegeleinstellungen durch die Kölner Polizei.

Ursachenforschung und Unfallanalyse

Die Unfallforschung von Volvo Trucks zeigt, dass ein Unfall auch dann passieren kann, wenn der Fahrer sich vergewissert hat, dass kein Radfahrer oder Fußgänger kommt.

Unfälle auf der Beifahrerseite machen etwa 20 % der Unfälle aus, an denen schwere Lkw und schwächere Verkehrsteilnehmer beteiligt sind.

Sie machen somit einen wichtigen Bereich aus, der Anlass zur Sorge gibt.

Die Tatsache, dass sich Lkw und Radfahrer oder Fußgänger dieselbe Fahrspur teilen und gleichzeitig grünes Licht bekommen, macht die Situation noch komplizierter.

„Unsere Untersuchungen haben bestätigt, was wir und die Branche bereits wussten: Diese Art von Unfall muss dringend angegangen werden."

„Unsere Arbeit beginnt beim Problem. „Unsere Einstufung konzentriert sich auf die Unfälle aus der Sicht des Lkw-Fahrers“, sagt sie.

„Dies ist wichtig, um gute Einblicke in die Unfallstatistiken mit schweren Lkw zu erhalten.

Wenn wir uns auf eine bestimmte Verkehrssituation konzentrieren, werden unterschiedliche Details untersucht.

„Diese Faktoren gaben uns eine Vorstellung davon, welchen Bereich die Seitenkamera eigentlich abdecken sollte.

Anna ist zuversichtlich, dass die Kamera den Autofahrern helfen kann, eine große Anzahl von Unfällen zu vermeiden.

„Das Kamerabild deckt die Winkel mehrerer Spiegel ab - und mehr.

Die Einzelheiten der untersuchten Unfälle dienen den Entwicklungsteams als Grundlage für Konstruktionsverbesserungen, um das Risiko solcher Unfälle zu verringern.

Ein Grund ist die bislang wenig berücksichtigte Tatsache, dass auch Radfahrer einen Anhalteweg haben, der, je nach Geschwindigkeit und vor allem auf gut ausgebauten Radwegen, bis zu elf Meter betragen kann.

Das betrifft allerdings weniger die sogenannten „Kampfradler“, die zum Teil auf ihren modernen Bikes auch richtig gute Bremsen verbaut haben, sondern vielfach alte und schlecht gewartete Damen- und Herrenfahrräder.

So sind es vor allem auch Frauen, die von Unfällen beim Abbiegen betroffen sind.

Dies ist der häufigste Unfall zwischen Lkw und Radfahrern im städtischen Umfeld.

Dies geschieht in der Regel, wenn ein Lkw zur Beifahrerseite abbiegt und der Fußgänger oder Radfahrer geradeaus geht bzw. fährt.

In der Regel geschieht dies bei niedrigen Geschwindigkeiten von etwa 20-30 km/h, die Folgen für den Fußgänger oder Radfahrer sind oft jedoch schwerwiegend.

Technische Lösungen und Assistenzsysteme

Mittlerweile gibt es seit 2019 fünfzehn unterschiedlich funktionierende nachrüstbare Abbiegeassistenten, die eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erhalten haben.

Der freiwillige Einbau kann aus Bundesmitteln gefördert werden.

Neue Diskussion um die alte Verantwortung der Lkw-Fahrer: Spätestens dann, wenn trotz eines im Lkw verbauten Abbiegeassistenten ein Unfall passiert, wird die Diskussion um die Verantwortung der Lkw-Fahrer neu entflammen.

Denn bei der aktuellen Rechtslage ist ein Abbiegeassistent wie ein Notbremsassistent eben nur ein Assistent.

Doch nun könnte ausgerechnet der Einbau eines Abbiegeassistenten den Lkw-Fahrern juristisch wieder zum Nachteil gereichen.

„Wenn ein Assistent verbaut ist und vor einem Radfahrer warnt, es aber dennoch zum Unfall kommt, dann liegt zumindest die Annahme grober Fahrlässigkeit nahe."

Eine neue bevorstehende gesetzliche Forderung sieht vor, dass Lkw bis 2024 mit Warnsystemen mit Sensoren zur Erkennung von Fußgängern und Radfahrern ausgestattet sein müssen.

„Wir sind stolz auf die Arbeit, die wir mit dieser Funktion geleistet haben, und hoffen, dass sie Leben retten und zu sichereren Straßen beitragen wird.

Besonders schwierig ist die Situation jedoch, wenn sich ein Radfahrer hinter parkenden Autos befindet und sich einer Einmündung nähert (Unfalltyp 243).

Hier können viele Abbiegeassistenzsysteme den Fahrrad-Fahrer nicht erkennen, weil er von den Autos verdeckt wird.

Eine Warnung bleibt aus und wenn sich der LKW Fahrer hier auf die Technik verlässt, kommt es womöglich zum Unfall.

Die Erkennung von Verkehrsteilnehmern „in der zweiten Reihe“ kann momentan nur das System von LUIS Technology leisten.

Die Rolle des LKW-Fahrers und rechtliche Aspekte

Daher ist LKW-Fahrern, die aus ihrem Führerhaus heraus einfach keinen kompletten Überblick haben, bei solchen Unfällen häufig gar keine direkte Schuld zuzusprechen.

Andere Verkehrsteilnehmer sollten beim Überqueren einer Straße die eingeschränkte Sicht eines LKW Fahrers bedenken und ggf.

LKW Fahrer müssen besonders vorsichtig abbiegen - Fahrer, die nicht genug Sorgfalt beim Abbiegen walten lassen, können im Falle eines tödlichen Unfalls zu hohen Geldstrafen verurteilt werden.

LKW-Spiegel richtig einstellen und beim Abbiegen gewissenhaft benutzen.

Langsam abbiegen: Fahrzeuge, die über 3,5 Tonnen wiegen, dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen.

Bei Missachtung droht ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Im „Recht Aktuell“ des FERNFAHRER 6/2019 hatte Pfitzenmaier bereits eines eindeutige Auffassung vertreten: „Selbst wenn der Radfahrer gegen seine Sorgfaltspflichten verstößt“, so Pfitzenmaier, „ist der Lkw-Fahrer, der rechts abbiegt und den sich vorschriftswidrig verhaltenden Radler verletzt oder tötet, weiter verantwortlich, wenn er selbst gegen seine Sorgfaltspflichten verstößt.“

Der Einfluss des politischen Klimas und Forderungen nach Veränderungen

Nicht nur Wendt beklagt ein zunehmend Lkw-feindliches politisches Klima gerade in den Innenstädten, wo der Radverkehr allein der Heilsbringer der zukünftigen Mobilität geworden ist.

Die logische Folge: Je mehr Radfahrer es gibt, desto mehr Unfälle wird es auch geben.

Doch zunehmend sieht die Politik, getrieben vom Lobbyverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), allein den Lkw-Fahrer und die Transportunternehmen, die in die Städte fahren, um dort Ware auszuliefern, als Alleinschuldige.

Das geht auch aus der aktuellen Forderung von Bündnis 90/ Die Grünen hervor, die einen Antrag im Parlament eingebracht hatten, nachdem zukünftig das Durchfahren von Ortschaften ohne einen Abbiegeassistenten verboten sein soll.

Initiativen und Gedenken

Seit 2015 organisiert der ADFC Köln jedes Jahr am dritten Mittwoch im Mai um 19 Uhr den Ride of Silence.

Auf Gedenkfahrt werden Geisterräder für die Menschen aufgestellt, die im Kölner Straßenverkehr auf dem Rad ums Leben gekommen sind.

Geisterräder in Köln

Diese Karte zeigt alle Geisterräder im Kölner Stadtgebiet. Die Geisterräder wurden vom ADFC Köln und Dritten zum Gedenken an im Kölner Straßenverkehr getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer aufgestellt.

Demo: Stoppt das Töten von Radfahrern!

Die Kölner Radverkehrsverbände laden die Kölner Bürgerinnen und Bürger zu einer Demo am Mittwoch, 7. Oktober um 18 Uhr an der Unfallstelle am Hohenstaufenring / Ecke Beethovenstraße ein.

Unter diesem Motto gingen wir 2015 nach einer verheerenden Woche mit zahlreichen Abbiegeunfällen auf die Straße. Doch passiert ist seither kaum etwas.

Noch immer werden regelmäßig Fußgänger und vor allem Radfahrende durch abbiegende LKW getötet.

Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit

  • Abbau freilaufender Rechtsabbieger: Mehr als 300 Kreuzungen in Köln müssen sicherer gemacht werden.
  • Information über das richtige Einstellen der Lkw-Spiegel und das sichere Abbiegen.
  • Kontrolle und Sanktionierung von Fehlverhalten.
  • Förderung des Einbaus von Abbiegeassistenten.

Zusammenarbeit und Engagement

Der ADFC Köln lebt ausschließlich von der 100% ehrenamtlichen Arbeit der Aktiven.

Gemeinsam wollen wir bessere Radverkehrsbedingungen und noch mehr Spaß am Radfahren erreichen.

Alle Mitglieder sind eingeladen, sich zu beteiligen und den Verein zu gestalten.

Je mehr Aktive mit anpacken, desto mehr Projekte können wir umsetzen.

Wie kann ich die zuständigen Behörden für Mängel im Radverkehr kontaktieren?

Es gibt bei Dir im Veedel eine Baustelle ohne Radumleitung?

Der Radweg auf dem Weg zur Arbeit muss dringend geräumt werden?

Auf dem Schulweg Deiner Kinder nerven Falschparker?

Was ist der Fahrrad-Entscheid Köln?

Der Fahrrad-Entscheid Köln ist eine auch vom ADFC Köln unterstützte Bewegung von Kölnerinnen und Kölnern, die sich für mehr und bessere Fahrradwege einsetzen.

Wir arbeiten komplett ehrenamtlich und freuen uns über jede neue Person!

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