Loch im Fahrradreifen: Ursachen und Lösungen

Platten gehören zum Alltag vieler Radfahrer. Die Behebung eines solchen Defekts sollte jeder beherrschen. Was aber, wenn sich das Problem häuft? Im Leben eines jeden Radfahrers kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem das Pannenpech einen ereilt. Ein Platten folgt auf den nächsten, und man fragt sich, was man wohl Schlimmes getan hat, um das zu verdienen.

Häufige Ursachen für Löcher im Fahrradreifen

  1. Fremdkörper im Reifen:
    • Du hast einen Platten, wechselst ihn kurzerhand und vergisst dabei zu prüfen, ob die Ursache dafür ggf. noch vorhanden ist.
    • Ich versuche immer, die Position des Mantels nicht zu ändern, wenn ich den Schlauch herausnehme.
    • So kann ich später anhand der Position des Loches genau an der Stelle im Mantel nachschauen, ob hier vielleicht noch ein Fremdkörper, z.B. eine Glasscherbe, steckt.
  2. Überalterung des Schlauchs:
    • Man muss einen Fahrradschlauch nicht gleich mit jedem Platten wechseln.
    • Aber manch einer übertreibt es dann doch etwas und nutzt einen Fahrradschlauch deutlich über seine mögliche Lebensdauer.
    • Eine Vielzahl an Flicken hilft zudem nicht gerade, diese zu verlängern.
  3. Verschleiß des Mantels:
    • Auch der Mantel wird im Laufe der Zeit nicht besser.
    • Wenn du dann einen neuen kaufst und vorher große Probleme mit Platten hattest, achte doch mal auf den angegebenen oder getesteten Pannenschutz.
  4. Beschädigte Felge:
    • Ist deine Felge beschädigt und weist zum Beispiel scharfe Kanten oder Dellen auf, wo sie in Kontakt mit dem Schlauch kommt, wird auch dies schnell zu Platten führen.
    • Manche Beschädigungen lassen sich ggf. reparieren.
  5. Defektes Felgenband:
    • Das Felgenband schützt den Schlauch insbesondere vor den Bohrungen in der Felge für die Speichennippel.
    • Auch ein falsches Felgenband - zu schmal oder zu breit - kann zu Beschädigungen führen.
  6. Falsche Montage:
    • Der Mantel liegt überall gleichmäßig tief im Felgenbett.
    • An keiner Stelle tritt der Schlauch zwischen Felge und Mantel heraus.
    • Der Schlauch liegt sauber im Mantel (keine Knicke, Verdrehungen o. Ä.).
  7. Falscher Luftdruck:
    • Auf jedem Mantel ist angegeben, mit wie viel Druck (meist in bar oder PSI) dieser mindestens und maximal gefahren werden sollte.
    • Grundsätzlich sollte der Luftdruck mindestens alle vier Wochen überprüft werden.
    • Halten Sie sich hierbei bitte genau an die Herstellervorgaben.
    • Oft werden ein Minimal- sowie ein Maximalwert angegeben.
    • Vor längeren Fahrten, oder auch bevor Sie Ihr Bike in die „Winterpause“ bringen, sollten Sie den Reifendruck vorsichtshalber noch einmal zusätzlich prüfen.
  8. Inkompatibilität:
    • Mantel, Schlauch und Felge müssen zueinander passen.
  9. Probleme mit dem Laufrad:
    • Die wenigsten von euch werden ihr Laufrad selbst aufgebaut haben.
    • Aber auch ein von Fachpersonal aufgebautes Rad kann im Laufe der Zeit Probleme bekommen.
    • Einiges davon sieht man auch ohne Fachkenntnisse reparieren.
  10. Übergewicht:
    • Jedes Rad hat eine Maximalbelastung.
    • Ist Fahrer samt Beladung zu schwer, wird auch das zu Defekten führen.
  11. Schlechte Wegstrecke:
    • Es gibt Bodenbeläge, da kann selbst der beste Pannenschutz nicht viel ausrichten, und Platten sind quasi vorprogrammiert.
    • Strecken mit scharfkantigem Untergrund, spitzen Steinen o. Ä. sind einfach nicht optimal.
  12. Fahrverhalten:
    • Auch durch das eigene Fahrverhalten kann man die Lebensdauer des Materials stark beeinflussen und auch Platten quasi provozieren.
    • Wer ungebremst auf massive Hindernisse fährt, bspw. einen Bordstein, ohne dabei die Laufräder anzuheben - auch das Hinterrad kann man während der Fahrt anheben - riskiert bspw. einen Platten.

Poröse Fahrradreifen

Ein Fahrradreifen gilt als porös, wenn er viele kleine, oberflächliche Risse an der Flanke aufweist. Diese kleinen Risse können mehrere Ursachen haben. Fahrradreifen sind verschiedenen äußeren Einwirkungen ausgesetzt. UV-Strahlen zum Beispiel sind kein Freund der Reifen. Diese können auf Dauer die kleinen Risse erzeugen, wenn das Bike längere Zeit den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Zweirad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt unterzustellen. Auch ein Seitenläuferdynamo kann auf lange Sicht die Entstehung solcher Risse fördern, vor allem wenn der Anpressdruck zu hoch ist. Durch eine dauerhafte Reibung wird so das Reifenmaterial beansprucht und langsam aber stetig abgenutzt.

Die häufigste Ursache für poröse Reifen liegt aber im falschen Luftdruck. Hierbei macht es keinen großen Unterschied, ob das Fahrrad benutzt wird oder für längere Zeit ungenutzt verwahrt wird. Ist der Reifendruck zu niedrig, lastet zu viel Gewicht auf dem Reifen, das Gewicht des Bikes selbst oder eben auch noch zusätzlich das des Fahrers. Diese Belastung lässt den Reifen porös werden.

Wenn die Risse erst einmal da sind, ist eine Reparatur nicht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass der Reifen sofort getauscht werden muss. Wann dies der Fall ist, ist nicht pauschal zu beantworten und benötigt ein wenig „Materialfeinfühligkeit“. Bei wirklich kleinen, ganz oberflächlichen Rissen besteht in der Regel kein akuter Grund, den Reifen sofort zu wechseln. Der Zeitpunkt des Reifenwechselns hängt auch stark vom eigenen Fahrstil und dem bevorzugten Untergrund ab und benötigt deshalb ein wenig Fingerspitzengefühl. In der Regel werden die Risse aber mit der Zeit irgendwann größer.

Vorbeugung und Pannenhilfe

Es ist nicht immer die berüchtigte Glasscherbe, die durch den Mantel hindurch ein Loch in den Fahrradschlauch bohrt und so dafür sorgt, dass die Luft entweicht. Deshalb lohnt es sich, schon vor dem Start der Tour für einige Minuten beide Räder kurz zu checken. Ist der Reifenmantel unbeschädigt und sitzt richtig auf der Felge? Denn sonst könnten Fremdkörper eindringen und Schäden verursachen. Gibt es verbogene Speichen, die eventuell den Schlauch durchdringen könnten? Ist das Ventil zugeschraubt und mit Schutzhülle versehen? Stimmt der Luftdruck überhaupt?

Für die Reifen von Fahrrädern ist in der EU und Deutschland keine einheitliche Zertifizierung und Kennzeichnung vorgeschrieben. Die meisten Hersteller geben auf dem Reifenmantel die Größe in Zoll an. Dabei steht die größere Zahl für den Durchmesser und die kleinere für die Breite. Je nach Marke wirst Du auf dem Fahrradreifen auch Angaben zur Maximallast und dem empfohlenen Luftdruck finden, üblicherweise in Kilogramm beziehungsweise Bar. Es empfiehlt sich natürlich, diese Kennzahlen bei der eigenen Tour dann auch zu beachten.

Damit Du bei einer Fahrradpanne mit plattem Reifen nicht hilflos dastehst, hast Du natürlich ein Flickset eingepackt. An sich ist das Flicken eines Lochs gar nicht so schwierig und schnell zu bewerkstelligen. Angeraten bleibt, die nun folgenden Schritte einmal zu Hause in Ruhe durchzuproben, damit unter Druck bei der Frage "Wie flicke ich meinen Fahrradreifen unterwegs?" alles glattläuft.

Tubeless-Reifen

Tubeless-Reifen sind in der Regel widerstandsfähiger gegen Pannen, können aber dennoch Luft verlieren. Falls du ein kleines Loch im Reifen hast, kannst du zunächst versuchen, die Tubeless Dichtmilch zu schütteln und das Laufrad so zu drehen, dass das Loch von der Milch abgedichtet wird. Sollte das nicht ausreichen, kannst du mit einer CO₂-Kartusche oder einer Hochdruckpumpe den Reifen erneut auf den Felgensitz bringen. Bei größeren Schäden helfen spezielle Tubeless-Reparatursets, die kleine Gummistifte, sogenannte Pfropfen, enthalten, die in das Loch gedrückt werden, um es zu verschließen. Falls der Schaden zu groß ist, kannst du als Notlösung einen Schlauch in den Tubeless-Reifen einziehen, um die Fahrt fortzusetzen!

Arten von Reifenschäden

  • Durchstiche: Entstehen durch das Überfahren von spitzen Gegenständen wie Scherben, Nägel oder Dornen.
  • Quetschrisse (Snake Bites): Kommen zustande, wenn man gegen scharfe Kanten fährt. Der Fahrradschlauch wird dabei so stark zusammengedrückt, dass er zwischen Reifen und Felge gerät.
  • Platzer: Bezeichnen den plötzlichen Druckverlust, der meist mit einem lauten Knall einhergeht. Meist ist ein zu hoher Luftdruck im Schlauch/Mantel das Problem.

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