Radfahren in Remscheid und Umgebung: Erfahrungen, Initiativen und Herausforderungen

Radfahren erfreut sich wachsender Beliebtheit, sowohl als Freizeitbeschäftigung als auch als umweltfreundliche Alternative im Alltag. Doch die Bedingungen für Radfahrer sind nicht überall optimal. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Radfahrern in Remscheid und Umgebung, geht auf bestehende Probleme ein und stellt positive Initiativen vor.

Radwege und Infrastruktur

Ein großes Problem stellt die mangelhafte Radwegführung dar. So müssen Radfahrer von der Ackerstraße bis zur Wichheimer Straße den Bürgersteig nutzen oder auf die Straße ausweichen.

Auch der Radweg Bergisch Gladbacher Straße, der in Mülheim am Clevischen Ring bzw. der Genovevastraße beginnt und bis zur Stadtgrenze Bergisch Gladbach führt, wird bemängelt. Die Mülheimer Fahrradgruppe wies bereits vor vielen Jahren bei einer gemeinsamen Mängelfahrt mit der Bürgermeisterin und dem Polizeipräsidenten darauf hin, allerdings ohne Erfolg. Viele Radfahrer wünschen sich eine ganzheitliche Betrachtung und Bearbeitung der Radwege, anstatt nur kleine Teilstücke zu verbessern.

Sicherheit im Straßenverkehr

Neben der Infrastruktur spielt die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Autofahrer parken oft gedankenlos und behindern dadurch Fußgänger und Radfahrer. Viele Autofahrer sind sich offenbar nicht bewusst, wie oft ihre Rüpeleien von den schwächeren Verkehrsteilnehmern einfach hingenommen werden.

Auch das Fahren ohne Licht in der Dunkelheit stellt eine Gefahr dar. Zwar sind moderne Lichtanlagen weniger fehleranfällig als früher, dennoch sieht man im Dunkeln oft Radfahrer ohne Licht am Rad.

Um die Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg zu erhöhen, gibt die Kölner Radfahrlehrerin Anke Prinz Tipps, wie Kinder fit gemacht werden können für den Schulweg mit dem Fahrrad. Sie erklärt, worauf Eltern und Kinder im Straßenverkehr achten sollten. Alleine mit dem Rad zur Schule fahren zu dürfen, macht Kinder stolz und selbstständig. Allerdings bereitet es ihnen auch neue Sorgen, denn schon für Erwachsene ist Radfahren in der Stadt mit Gefahren verbunden. Fahranfänger haben es noch schwerer.

Initiativen und Projekte

Trotz der bestehenden Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen und Initiativen, die das Radfahren in der Region fördern sollen.

  • Radschnellwege: Die Umsetzung des geplanten Radschnellwegs vom Univiertel zum Bahnhof Frechen lässt auf sich warten. Die Vorplanungen seien fast abgeschlossen. Derzeit stimme man die Genehmigungsverfahren ab.
  • Autofreier Sonntag: Der Autofreie Sonntag zwischen Nümbrecht und Waldbröl findet in diesem Jahr am Sonntag, den 31. August 2025 von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr statt. Auf der ca. 16 km langen Rundstrecke heißt es ausschließlich: Radfahren, wandern, walken oder skaten.
  • Kidical Mass: Am Sonntag, den 21. September 2025 startet in 21 Kölner Vierteln die nächste Ausfahrt der Kidical Mass und endet im Stadtgarten. Die Kidical Mass macht besonders auf die Situation junger Radfahrer aufmerksam.
  • "Mit dem Rad zur Arbeit": Vom 01. Mai bis zum 31. August 2025 heißt es wieder "Mit dem Rad zur Arbeit". Arbeitnehmer, Auszubildende und Studenten treten auch dieses Jahr in die Pedale und profitieren gleich mehrfach vom Fahrrad als Alltagsgefährt.
  • Fahrrad-Sicherheitstraining für Senioren: Die Stadt Köln lädt Senioren ab 65 wieder zu einem Fahrrad- Sicherheitstraining ein: Die Trainingswoche ist von Montag, den 01. September, bis Freitag, den 05. September 2025. Es ist aber kein Anfängertraining, sondern ein Auffrischungskurs.
  • Bergischer Fahrradbus: Der „Bergische Fahrradbus“ nahm am 1. Juli 2017 seinen Betrieb auf. Der Fahrradbus - ein Bus mit Fahrradanhänger - fährt von Mittwoch, den 01. Mai, bis Sonntag, den 05. Zudem pendelt der Bus zwischen Burscheid und Bergisch Gladbach, mit Anschluss an die S 11.

Die Mülheimer Brücke als Beispiel

Ein konkretes Beispiel für die Herausforderungen und Lösungsansätze ist die Mülheimer Brücke. Die Initiative "Neue Mülheimer Brücke" lädt am Montag, den 01. September 2025, zu einem Brückenspaziergang ein. Es geht um die Verkehrsführung auf der Mülheimer Brücke und dem Clevischen Ring nach der Sanierung der Brücke. Zudem soll es auf der Fahrbahn eine eigene Fahrradspur in beide Fahrtrichtungen geben.

Unser Leser Marc Schneiders ist ein Freund aussagekräftiger Bilder. Auf seinem Entwurf wird aus der rechten Fahrspur der Mülheimer Brücke eine Fahrradspur. Die Lösung ist weniger empörend, als Autofahrer das vielleicht finden. Die Mülheimer Brücke ist eine innerstädtische Straße mit Tempo 50 und darf von allen Verkehrsteilnehmern benutzt werden. Aber nur dann, wenn der Radweg auch zumutbar ist und gefahrlos benutzt werden kann. Das ist auf der Mülheimer Brücke seit Jahrzehnten und zur Zeit noch viel weniger der Fall und wird im Zweifelsfall von einem Gericht geklärt werden müssen.

E-Bikes und Pedelecs

E-Bikes und Pedelecs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Es gibt drei Klassen von Fahrrädern mit Elektro-Unterstützung. Am weitesten verbreitet sind Pedelecs. Man tritt, wie beim Fahrrad, und bekommt elektrische Unterstützung bis 25 km/h. Man darf Radwege nutzen und braucht weder Führerschein, Versicherung noch Helm. Eine Privathaftpflicht wird empfohlen. Das stärkere S-Pedelec ist ein Kleinkraftrad und bis zu 45 km/h schnell. Man darf es ab 15 mit der Fahrerlaubnis Klasse AM fahren. Und dann gibt es tatsächlich noch das E-Bike. Darunter versteht der Gesetzgeber ein Fahrrad mit Elektro-Unterstützung ohne Tretkurbel (Mofa) mit maximal 20 km/h.

Weitere Aspekte

  • Fahrradparkplätze: Parkplatznot herrscht auch für Radfahrer. Die finden nicht überall sichere Abstellmöglichkeiten. Weil der Platz knapp ist, will die Stadt in die Höhe bauen. In der 10 m hohen Konstruktion können auf 62qm 120 Räder untergebracht werden. „Die Zugangskontrolle erfolgt über Chipkarten. Sein Velo wieder abzuholen, dauere nur ein bis zwei Minuten.
  • Diebstahl: Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Dann warten sie in aller Ruhe ab, bis ein nichtsahnender Radler sein wertvolles Gefährt dem scheinbar massiven Anlehnbügel anvertraut. Da steht schon der Kollege mit dem Lieferwagen bereit und lädt das unversehrte Schmuckstück in's Auto. Und ab geht es in die heimische Hobbywerkstatt. Dort entfernt der geübte Panzerknacker in aller Ruhe das Schloss mit dem Winkelschleifer ..
  • E-Scooter: Die Zahl schwerer Unfälle mit E-Scootern im Straßenverkehr steigt. Das ist gut ein Viertel mehr als im Jahr davor. Dabei kamen 27 Menschen ums Leben, fünf mehr als 2023.

In Köln finden sich an vielen Ampeln Haltestangen und Fußbretter für Radfahrer, damit diese beim Warten vor einer roten Ampel nicht absteigen müssen. Aus den Reihen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kam die Anregung, ein ähnliches System auch in Köln einzuführen. Der Vorschlag hat das Ziel, das Leben von Zehntausenden Radfahrern in Köln bequemer zu machen.

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