Willkommen liebe Speedfreaks und Heizer, liebe Raser und Adrenalinjunkies! Bitte seid nicht traurig, dieses Mal gibt es wieder nichts für euch. Es ist Zeit für eine weitere Ausgabe der Reihe „Dirks Helden des Alltags“. Hier gibt es keine Hyper-Extrem-Turboparts, sondern Komponenten, die unaufgeregt halten und funktionieren. Heute: Maguras hydraulische Felgenbremse HS 22 EVO02 Easy Mount.
Die „Hydro-Stop“-Familie gibt es in der einen oder anderen Form seit über einem Vierteljahrhundert - zuerst als Maß der Dinge für Mountainbikes, später dann als gehobene Ausstattung an Touren- und Trekkingbikes. Allerdings: In beiden Bereichen geben mittlerweile längst hydraulische Scheibenbremsen den Ton an. Welche Berechtigung gibt es also noch für diese einst bahnbrechende Hybridlösung?
Sinnvoller Sonderling: Die Magura HS22
Die Magura HS 22 hat ihre eigenen Vorteile, die sie sowohl von mechanischen Felgenbremsen als auch von Scheibenbremsen abheben. Jeder, der den salzig-nassen deutschen Winter durchradelt, kann sicher Geschichten von gammeligen und schwergängigen Bowdenzügen erzählen. Natürlich lässt sich das mit regelmäßiger Pflege und Wartung unterbinden. Doch gerade beim Rad für den täglichen Weg zur Arbeit ist es sehr angenehm, wenn man es abends einfach ohne weiteren Aufwand im Keller abstellen kann. Wochenendkampfmaschinen und Rennvollblüter hegen und hätscheln wir gern stundenlang, unser wöchentliches Arbeitstier soll bitteschön einfach und klaglos funktionieren.
Scheibenbremsen sind wesentlich unanfälliger gegenüber den Unbilden der Witterung, doch bringen sie ihre eigenen Probleme mit sich. Für maximale Bremspower ist der Spalt zwischen den Bremsbelägen wenige Millimeter schmal, so dass die saubere und schleiffreie Montage gerade für Gelegenheitsschrauber schnell zur Geduldsprobe wird. Auch der Laufradwechsel erfordert mehr Geschick und Vorsicht, will man die Scheibe ohne Anecken und Verkanten einfädeln.
Nahezu Wartungsfrei
Die Magura HS 22 löst beide Probleme mit einem Schlag: Als geschlossene Hydraulikanlage ist sie nahezu wartungsfrei, und Montage bzw. Radwechsel sind einfacher als bei hydraulischen Scheibenbremsen oder mechanischen Systemen.
Montage der Magura HS22
Also: Zunächst entferne man gammelige Bowdenzüge samt montierter Felgenbremse. Je nach Art und Position des Gepäckträgers muss dieser ggf. auch etwas abgerückt werden. Danach kommen Distanzscheiben und EVO02 Adapter auf die Cantisockel, und die SSP Schraube wird eingedreht. Als Nächstes werden beide Bremszylinder aufgesteckt und fixiert. Die Höhe zur Felge wird bei diesem Schritt ebenfalls eingestellt. Wenn nötig passt man nun den Abstand zur Felge mit der Easy Mount Nase an und rotiert den Bremszylinder gleich mit in die richtige Position. Das alles geschieht sehr einfach und intuitiv.
Zuletzt muss nur noch der Griff am Lenker positioniert werden. Die Schelle ist dabei vollständig teilbar, das Setup am Cockpit kann also weitestgehend unberührt bleiben. Über Maguras praktische Shiftmix-Klemmen lässt sich so ziemlich jeder moderne Schalthebel direkt mit der Bremse kombinieren. Für Rahmen mit „altmodischen“ Zuganschlägen gibt es außerdem schöne Leitungsführungen, mit denen sich die Hydraulikleitung unauffällig und technisch sinnvoll am Rahmen befestigen lässt.
Für Rahmen mit „altmodischen“ Zuganschlägen gibt es außerdem schöne Leitungsführungen, mit denen sich die Hydraulikleitung unauffällig und technisch sinnvoll am Rahmen befestigen lässt. Die habe ich leider vergessen und daher zur nächstschöneren Alternative gegriffen: variable polymerbasierte Einmalfixierer, in der Fachsprache auch Kabelbinder genannt.
Bremsverhalten und Kontrolle
Die Magura HS 22 EVO02 ist weder Abrissbirne noch Chirurg. Am ehesten würde ich sie als einen guten Butler bezeichnen: Sie ist immer für dich da, du kannst dich in jeder Situation auf sie verlassen; kurzum, sie tut ihren Dienst diskret, unaufdringlich und gewissenhaft. Die langen 3-Finger-Hebel muten vielleicht etwas ungewöhnlich an, in Zeiten wo man mit einem Finger auf nem 10-Cent Stück stoppen kann. Doch sie sorgen dafür, dass man die Bremse immer und überall sicher zu fassen bekommt - auf Langstrecke und im Stadtverkehr haben die Hände schließlich noch einiges mehr zu tun als sich nur schraubstockartig am Lenker festzukrallen.
Stichwort Kontrolle: Die HS 22 schnippt dich nicht gleich aufs Pflaster, wenn du sie mal schief anschaust. „Biss“ ist hier definitiv nicht das richtige Wort. Sie steigt sehr sanft ein und lässt sich dann mit zunehmendem Druck sehr gut modulieren, bis hin zu einer recht beachtlichen Endkraft. Die konnte ich bis jetzt noch nicht vollständig abrufen, die alten, flexenden Stahlrohre meines Diamondback gaben hier die Obergrenze vor. Doch auch daran hat Magura gedacht, es gibt einen Brakebooster zum Nachrüsten.
Erfahrungen von Radfahrern mit Magura HS-Bremsen
Nicht vielen Produkten eilen unter Radreisenden solche Vorschusslorbeeren voraus wie den Magura-Bremsen mit dem Produktkürzel „HS“ - für Hydro-Stop. Solches Lob bekommt nicht jedes Produkt: „Zuverlässigste, robusteste und langlebigste Komponente an unserem Fahrrad sind sind mit Abstand die Magura HS-Bremsanlagen“, schrieb Leser Bernd Richter nach unserem Aufruf zur Erfahrungsberichten über Reiseradlers Lieblingsbremse. Es kommt aus berufenem Mund: In Richters Familie sind vier Fahrräder mit Magura Hydraulikbremsen in Betrieb.
Er und seine Frau haben zusammen bereits 34.000 km mit „keinem einzigen Defekt oder einer Störung an den Bremsen“ zurückgelegt. Richter ist einer von vielen Lesern, die unserem Aufruf folgten, ihre Erfahrungen mit Magura HS-Bremsen zu teilen.
Zurückschauend, nach acht Jahren, bei mir über 20.000 und bei meiner Frau über 14.000 km können wir folgendes aus unserer Erfahrung weitergeben. Zuverlässigste, robusteste und langlebigste Komponente an unseren Fahrrädern sind mit Abstand die Magura HS-Bremsanlagen. Wir hatten über die Jahre und über die km keinen einzigen Defekt oder eine Störung an den Bremsen. Neben der regelmäßigen Wartung fiel nur der Wechsel der Bremsbeläge an.
Seit gut sieben Jahren und über 70.000 km verrichtet die HS 33 an meinem Kalkhoff Endeavour tagtäglich und bei jedem Wetter problemlos und zuverlässig ihren Dienst. Abhängig von Witterung, Wegebeschaffenheit und Einsatzgebiet (Stadt, Langstrecke mit oder ohne Gepäck) sind alle 3.000 bis 6.000 km neue Bremsbeläge fällig. Der Austausch der Beläge ist auch von Laien durchführbar; zumal ein Justieren (wie es bei früheren V-Brakes notwendig war) entfällt.
Seit genau 10 Jahren fahre ich ein London von Utopia mit einer HS33-Bremse. Nach über 40.000 Kilometern kann ich feststellen, dass mich die Bremsen nie in Stich gelassen haben, ich also überhaupt nichts Negatives berichten kann. Positiv ist zu bemerken, dass ich mich immer auf sie verlassen konnte. Als nebenberuflicher MTB Guide für Alpenüberquerungen bemerkte ich die hohe Ausfallquote der Scheibenbremsen . Nur meine HS33 hat immer einwandfrei funktioniert.
Die Kombi Was zeichnet die HS22 im Vergleich zur HS 11 aus... Hat so eine Bremse denn heute überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Und dann gibt es ja noch die recht ähnliche HS11. Was zeichnet die HS22 im Vergleich aus? Um das zu klären, haben wir ein Testexemplar bestellt und sind für Euch Probe gefahren.
Erste Ausfahrt mit der HS22
Vorweggenommen: Ja, Felgenbremsen haben natürlich eine Daseinsberechtigung, gerade - und erst recht - eine Magura HS. Wie die HS11 überzeugt auch die HS22 mit auffälliger Unauffälligkeit. Bremskraft - sehr gut. Dosierbarkeit - fantastisch. Geräusche oder Schleifen - nada. Ein absolutes Sorglosprodukt und somit die Bremse der Wahl für Pendler, Reisende und alle Nutzer, die absolute Zuverlässigkeit suchen. Sehr fein dosierbar und die Power reicht sogar für Stoppies.
Im Vergleich zur HS11 punktet die neue HS22 mit etwas feinerer Modulation, ein Verdienst der überarbeiteten Geberkolben, etwas weniger Gewicht und mehr Einstelloptionen. Neben dem Pad Contact kann hier nämlich auch die Griffweite werkzeuglos eingestellt werden, was neben dem Update des Hebeldesigns der Ergonomie zugutekommt. Abschließend wurde noch die Erstmontage vereinfacht: die Leitung ist nun ganz einfach, wie bei den Scheibenbremsen, oben am Geber zu kürzen und das Easy-Mount-System erleichtert die Montage.
Der Drei-Finger-Hebel liegt sehr gut in der Hand. Man merkt, dass Magura beim Thema Ergonomie durch die Scheibenbremsen viel Erfahrung hat.
Fazit nach einer Woche mit der HS22
Die HS22 ist ein rundum gelungenes Produkt. Im Felgenbremsenbereich gibt es nichts Besseres. Ich glaube, wer eine Magura HS22 sein Eigen nennen kann, muss sich keine Gedanken um seine Bremse machen. Die Bremse verrichtet ihren Dienst unauffällig, d.h.: keine plötzlich einsetzende, extreme Bremspower sehr angenehm zu dosieren die Bremskraft ist groß genug, um nur mit einem Finger zu bremsen der Hebel bietet theoretisch genügend Platz für 4 Finger (wenn man keine riesigen Pranken hat) unaufgeregtes Design (schwarz) kein Schleifen & kein Quietschen (leider konnte ich sie nicht bei Nässe testen)
Die MAGURA MT7 ist das Flaggschiff-Modell des deutschen Bremsenherstellers und bietet viel Power für den Einsatz an Enduro- und Downhill-Bikes. Mit ihren vier Kolben ist die MAGURA MT7 die stärkste Bremse im Portfolio des schwäbischen Herstellers und hat diesen Platz schon seit 2015 inne. Unterhalb der MT7 ist die beinahe identische MT5 eingeordnet, die wir ebenfalls im Test hatten. Optisch sind die beiden kaum zu unterscheiden und der Bremssattel ist bis auf die Dichtung identisch.
Die Bremsbeläge an der MT7 lassen sich im Handumdrehen wechseln, da sie pro Seite zweigeteilt sind - für jeden der vier Kolben gibt es einen eigenen Belag. Die Beläge lassen sich nach Entfernen der TX25-Sicherungsschraube einfach nach außen herausziehen und beim erneuten Einsetzen rasten sie magnetisch wieder ein - smart! So muss nicht jedes Mal der Bremssattel abgeschraubt und vor allem nicht wieder neu justiert werden.
Im Trail-Test zeigt sich die MAGURA MT7 mit hoher Bremspower und fühlt sich deutlich knackiger an als die kleinere MT5. Das höhere Übersetzungsverhältnis zwischen Geber- und Nehmerkolben macht sich bemerkbar und auch der Leerweg ist an der MT7 geringer.
Mit der MAGURA MT5 Pro tritt die günstigste Bremse im Vergleichstest zur Prüfung an. Als ehemaliger ENDURO-Kauftipp kostet die Bremse nach wie vor 240 €. Während der Bremssattel der MAGURA MT5 Pro - wie auch bei der großen Schwester MT7 - aus einem soliden, einteilig geschmiedeten Alu-Teil besteht, ist die Geber-Einheit am Lenker aus Carbotecture gefertigt. Die MAGURA MT5 Pro besticht durch einen sehr günstigen Set-Preis und kommt im Rundum-sorglos-Paket mit allem, was man braucht.
| Modell | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|
| HS22 EVO02 Easy Mount | Tour, Fixie, Gravel Bikes | Einfache Montage, wartungsarm, gut dosierbar |
| MT7 | Enduro, Downhill | Hohe Bremskraft, individualisierbar |
| MT5 Pro | Gravity-Welt (Einsteiger) | Günstiger Preis, solide Bremse |
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