Maico - einst ein Synonym für hochwertige Zweitakt-Geländemotorräder aus Deutschland. Gegründet im Jahr 1926 in Poltringen bei Pfäffingen, stieg die schwäbische Motorradmarke in den fünfziger Jahren zu einem der profiliertesten Hersteller von Geländemotorrädern in Europa auf. Allein im Jahr 1954 errangen Maico-Motorräder mehr als 644 Goldmedaillen in den Wettbewerbsdisziplinen Motocross und Geländesport.
Die frühen Jahre und erste Erfolge
Das Spektrum des Maico-Programms wuchs und wucherte, während in Deutschland bereits ab der Mitte der fünfziger Jahre die Verkaufszahlen für Motorräder stagnierten. Der Absatz sank immer weiter, denn niemand wollte mehr ein Motorrad fahren, wenn er für das gleiche Geld auch einen gebrauchten Kleinwagen kaufen konnte.
Die Rettung durch die Bundeswehr
Wundersame Rettung kam kurz darauf vom deutschen Staat, der 10.000 Motorräder für die neu gegründete Bundeswehr benötigte. Diese Großbestellung ließ die Maico-Geschäftsführer umdenken. Die Maischs strafften das Modellprogramm und konzentrierten sich auf die Produktion von hochwertigen Geländesportmotorrädern und Sportmaschinen: Maico war wieder ein gesundes Unternehmen.
1959 erhielt MAICO den Lieferauftrag über 10.000 geländetaugliche Militärmaschinen für die Deutsche Bundeswehr. Ein MAICO-Prototyp hatte sich in der militärischen Erprobung gegenüber zahlreichen Konkurrenzmodellen als weit überlegen erwiesen. So sorgte das Modell "Krad gl M 250/B" mit 250 ccm Zweitaktmotor, stabilem Einrohrrahmen, den typischen Satteltaschen und der Lackierung in "nato-oliv" für neue Konjunktur.
Die M 250/B war für MAICO ein lukrativer Deal mit einer Stückzahl von über 10.000 Einheiten plus enormer Ersatzteilmengen um einen langjährigen Betrieb bei der Bundeswehr zu ermöglichen. Der Behördenauftrag half dem Unternehmen durch die Motorradkrise, die viele Hersteller nicht überlebten.
Der Legende nach gewann die MAICO M 250/B die Bundeswehrausschreibung im Zusammenhang mit einer Geländevorführung. Dabei erschien die MAICO besonders geeignet gegenüber den Konkurrenzmodellen. Nicht weil die Maschine extrem überlegen war, sondern weil MAICO den besten Fahrer geschickt hatte.
Das Bundeswehrkrad war die Rettung für MAICO.
MAICO M 250/B
Das auf der "Blizzard" basierende Modell wurde auch an Zoll und Polizei ausgeliefert. Kirchliche Stellen haben afrikanische Missionsstationen mit der zuverlässigen Behördenmaschine ausgestattet. Einige hundert Stück der "M 250 B" wurden noch in den 70er Jahren in den Sudan ausgeliefert.
Weitere Entwicklungen und Herausforderungen
Doch spätestens seit der Mitte der sechziger Jahre verstärkte sich die Kontroverse um das zeitgemäße Antriebskonzept eines Straßenmotorrades. Immer öfter wurde die Frage gestellt, ob denn nun ein Zweitaktmotor oder ein Viertaktmotor in ein „richtiges“ Motorrad gehöre. Maico wurde ebenso wie Zündapp, Hercules und Kreidler von den Japanern überrollt, die den Zeitgeist besser interpretierten und mit ihren Modellen adäquater auf die neuen Gegebenheiten reagierten: Motorräder sollten keine Arbeitsgeräte mehr sein, die sich nur durch Wirtschaftlichkeit oder Zuverlässigkeit profilieren durften - vielmehr mussten sie jetzt als Sportgerät Spaß machen!
Aber Maico hatte bis 1982 eine hervorragende Reputation und mit den hochwertigen Modellen ein solides Standbein im Geländesport. Doch auch diesmal wurde die Firma Maico gerettet. Tatsächlich werden bis zum heutigen Tag neue Maico-Motorräder gebaut und ausgeliefert. Aber wie lange noch? Der Name des Motorradherstellers Maico ist selbst in Deutschland fast in Vergessenheit geraten.
Motorsportliche Triumphe
Die Geschichte des Motorradwerkes an der Autobahn zwischen Stuttgart und dem Bodensee ist untrennbar mit dem Motorsport verbunden. Die Bandbreite des motorsportlichen Engagements ist groß: Tausende standfester Go-Cart-Motoren aus der MAICO-Produktion wurden in die USA ausgeliefert, spezielle Moto-Ball-Maschinen gingen nach Rußland, mit der Rennmaschine "RS 125" war MAICO im Grand-Prix-Sport erfolgreich und mit herausragenden Ergebnissen im Moto-Cross- und im Geländesport hat sich MAICO einen guten Namen geschaffen.
Wenn heute irgendwo in der Welt ein Moto-Cross stattfindet, ist immer eine MAICO bei den besten im Ziel, ebenso im Enduro-Sport. MAICO-Fahrer haben weltweit ein sportliches Image geprägt.
- Fritz Betzelbacher gewann 1957 im Moto-Cross auf MAICO die Europameisterschaft.
- Mit Willy Oesterle stellte MAICO zugleich den Vize-Europameister.
- Adolf Weil, später 14maliger Deutscher Meister, Vizeweltmeister und Gesamtsieger der Trans-AMA-Serie in den USA, wurde in den 60er Jahren zum Top - Fahrer.
- MAICO-Werksfahrer Ake Jonsson (Schweden) wurde 1971 in der 500-ccm-"Königsklasse" Vizeweltmeister, gefolgt von Adolf Weil (Deutschland) auf Rang 3 der Weltbestenliste.
Mit der "Maico RS 125" hat das schwäbische Motorradwerk auch den Straßenrennsport bereichert. Mit der aus der Straßenmaschine "MD 125" entwickelten Rennmaschine wurde der schwedische Werksfahrer Börje Jansson Vizeweltmeister.
Motorräder im Dienste der Bundeswehr
Eine neue Ausgabe der Fahrzeug-Profile widmet sich einem Thema, welches in Publikationen oft vernachlässigt wird: Motorräder im Dienste der Bundeswehr. Die Ausgabe 104 aus der Serie Fahrzeug Profile mit dem Titel “Motorräder im Dienste der Bundeswehr” des Unitec Medienvertriebs kommt im bekannten hellgrünen Umschlag im DIN A4-Format daher. Insgesamt 50 Seiten mit ca. 102 Fotos umfasst die Ausgabe.
Der Autor Thomas Reinwald gibt einen Überblick über Geschichte der Motorräder im Dienste der Bundeswehr. Sein Einblick in die Motorräder der Bundeswehr beginnt im Jahr 1956 mit den R 25/3-Typen von BMW, welche im Anfangsbestand der Bundeswehr waren. Es geht weiter mit der Triumph BDG 250 , der DKW RT 175 S bis hin zur Ardie B251. Es folgt das erste, militäreigene Motorrad der Nachkriegszeit, die Maico M250B.
Letztlich geht es mit der Hercules K 125 Military, der BMW R 60/5, der BWM K 75, der KTM LC 4 400 LS-E/mil durch die neuere Zeit bis hin zur aktuellen BMW G 650 GS und der BMW R 1200 RT.
Die Ausgabe 104 mit dem Titel „Motorräder im Dienste der Bundeswehr“ widmet sich einem bisher in den Publikationen vernachlässigten Thema. Die gelungenen Ausführungen des Autors sind interessant und die Menge und Qualität an Bildern überzeugen und wissen zu gefallen.
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