Marin Gestalt Gravel Bikes: Test, Vergleich und Kaufberatung

Gravel Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike und können sowohl auf der Straße als auch im Gelände eingesetzt werden. Sie stellen einen Kompromiss zwischen Rennrädern und Mountainbikes dar, indem sie die schnelle Effizienz des einen und die Offroad-Fähigkeiten des anderen vereinen.

Die Fahrräder zeichnen sich durch ihre robuste Bauweise aus, die für eine Vielzahl von Untergründen geeignet ist. Sie sind mit breiteren Reifen ausgestattet, die sowohl auf asphaltierten Straßen als auch auf unbefestigten Wegen eine gute Traktion bieten. Ebenso verfügen sie über eine entspannte Geometrie, die auf längere Fahrten und Fahrkomfort ausgelegt ist, sowie über ausreichend Befestigungspunkte für Gepäckträger und Flaschenhalter.

Was unterscheidet ein Gravel Bike von Mountainbikes oder Rennrädern?

Die Rahmen eines Gravelrades sind oft aus Materialien wie Aluminium oder Carbon gefertigt und bieten eine Mischung aus Widerstandsfähigkeit und Gewichtsersparnis. Sie sind in der Regel etwas schwerer und widerstandsfähiger als die eines Rennrades, was sie ideal für holprige Wege macht, und bieten gleichzeitig mehr Komfort und Stabilität.

Im Vergleich zu Mountainbikes sind Graveles in der Regel leichter und verfügen über schmalere Reifen. Ihre Geometrie ist weniger aggressiv, was sie für lange Fahrten auf unterschiedlichen Terrains angenehmer macht.

Die Unterschiede zu Rennrädern liegen hauptsächlich in der größeren Reifenfreiheit, der robusteren Bauweise und der entspannteren Sitzposition. Während Rennräder in erster Linie auf Geschwindigkeit und Aerodynamik ausgerichtet sind, liegt der Fokus bei Gravel Bikes eher auf Vielseitigkeit und Komfort.

Diese einzigartige Kombination von Eigenschaften macht Gravel Bikes zur idealen Wahl für Fahrer, die in einer Vielzahl von Umgebungen unterwegs sein möchten, von asphaltierten Straßen hin zu Waldwegen und Schotterpisten. Sie sind die perfekten Fahrräder für alle, die sich nicht auf einen bestimmten Fahrradtyp festlegen möchten und die Freiheit suchen, überall hinfahren zu können.

Das Marin Gestalt: Ein klarer Schritt in Richtung Komfort und Vielseitigkeit

Die Geometrie des Marin Gestalt liegt irgendwo zwischen Rennrad und Cyclo Cross-Maschine. Das Oberrohr sitzt ein wenig höher, wodurch eine aufrechtere Sitzposition erreicht werden soll und das Unterrohr wurde ein wenig abgesenkt, um ein stabileres Handling zu ermöglichen.

Das Marin Gestalt ist ein klarer Schritt in Richtung Komfort und Vielseitigkeit. Die tubeless-fähigen Laufräder lagern in einem speziellen Schnellspannmechanismus, dem Marin den Namen „12-3-9“ gegeben hat. Die drei Nummern beruhen auf den Positionen, die nötig sind, um den Mechanismus zu schließen. Die Achse muss eingeführt werden, während sich der Schnellspannbolzen in der 12 Uhr Position befindet. Anschließend dreht man ihn auf 3 Uhr und fixiert das Ganze in dem man den Hebel auf 9 Uhr umlegt. Auf dem Foto kann man einen roten Bereich sehen. Diesen muss man drücken, wenn man den Mechanismus lösen möchte.

Marin Gestalt Modelle

Marins neues Gravel-Bike wird in drei Ausführungen erhältlich sein - Gestalt 3, 2 und 1. Zum Einsatz kommen zwei verschiedene Rahmenvarianten. Die Top-Variante wird von Marin als Series 4 Aluminium betitelt und hat eine komplett innenliegende Kabelführung. Sie ist für das Gestalt 3 vorgesehen.

Wie schon erwähnt wird das Marin Gestalt in drei Ausführungen erhältlich sein. Das Flagschiff ist das Gestalt 3, das auch auf den Fotos zu sehen ist. Ausgestattet ist es mit dem neuesten Rival Single-Kettenblatt-Setup von SRAM. Es besteht vorne aus einem Kettenblatt mit 42 Zähnen, einer großzügigen 10-42Z Kassette am hinteren Ende und natürlich einem Rival Schaltwerk mit eingebautem Kupplungssystem. Am Gestalt 2 kommt ebenfalls ein Single-Kettenblatt-Setup zum Einsatz. Allerdings sind am Mittelklassemodell SRAM Apex Schalthebel und ein SRAM X7 Mountainbike-Schaltwerk verbaut. Das Gestalt 1 verfügt über eine Shimano Sora Gruppe. Was die einzelnen Ausführungen des Marin Gestalt kosten werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Ideales Bike für Langstrecken- und Allwetterfahrer.

Das Gestalt ist wie geschaffen für das fahren auch abseits von gepflasterten Straßen. Da es sich hier um ein Gravelbike handelt, bietet es auch auf längeren Touren einen gewissen Komfort im Vergleich zu einen herkömmlichen Rennrad. Mit dafür verantwortlich ist die etwas breitere Bereifung mit 30mm. Ab 200 km bietet jeder Millimeter mehr Bereifung einen besonderen Komfort.

Auf asphaltierten Straßen rollt das Bike sehr ruhig und auch mit 30 mm Bereifung kommt man auf Tempo. Auch abseits der Straße , auf feinen Schotterstraßen lässt sich das Bike sicher steuern. Die Tektro Spyre Scheibenbremsen bieten zudem bei jeder Witterung ein zuverlässiges Bremsverhalten.

Marin Gestalt X

Die Gestalt-X-Modelle kommen mit längerem Radstand, flacherem Lenkwinkel, tief gezogenem Rahmen, breiten Lenkern, kurzem Vorbau und fetten Reifen. Platz für bis zu 50mm auf 700c oder 54mm auf 650b - alles dafür gemacht, damit du auch auf technischen Trails die volle Kontrolle behältst.

Gravel Bike Reifen: Die Qual der Wahl

Die Wahl der richtigen Reifen ist ein wesentlicher Faktor beim Gravel Biking, da sie maßgeblich das Fahrverhalten und die Performance des Fahrrads beeinflussen. Gravel Bike Reifen sind in der Regel breiter und haben mehr Profil als Straßenreifen, um Traktion auf unbefestigten Wegen und Pfaden zu bieten. Die Größe und Art des Profils kann jedoch stark variieren, abhängig von den spezifischen Bedingungen, für die der Reifen ausgelegt ist.

Das sind die gängigsten Arten von Gravel-Reifen:

  • All-Round Reifen: Diese sind in der Regel 35-40 mm breit und haben ein gemäßigtes Profil, das auf eine Vielzahl von Oberflächen, einschließlich Schotter, Dirt Roads, und gelegentlichen Pflastersteinen, gut zurechtkommt.
  • Mud Reifen: Diese haben ein tieferes, aggressiveres Profil und sind für schlammige, nasse Bedingungen konzipiert. Sie sind oft etwas breiter (40-45 mm), um zusätzliche Traktion und Kontrolle zu bieten.
  • Sand oder Schnee Reifen: Diese sind in der Regel die breitesten Gravel-Reifen (45 mm und mehr) und haben ein sehr großes Profil, um auf weichen, losen Oberflächen wie Sand oder Schnee zu greifen.
  • Slicks oder Semi-Slicks: Diese sind in der Regel schmaler (30-35 mm) und haben ein leichtes Profil oder sind sogar vollständig glatt. Sie sind für Fahrten auf überwiegend asphaltierten Straßen oder sehr harten, kompakten Schotterwegen konzipiert.

Die Auswahl des richtigen Reifens hängt natürlich stark davon ab, wo du vorwiegend mit dem Gravel Rad unterwegs sein wirst. Unterscheidet sich der Untergrund deiner geplanten Touren stark, lohnt es sich mehrere Sätze an Reifen parat zu haben, um dein Fahrrad vor der nächsten Tour perfekt dafür auszurüsten. Für den Einstieg ins Gravel Bike fahren lohnt sich ein Satz Allround Reifen als Erstausstattung aber immer.

Welche ist die beste Bremse?

Ein Gravelbike mit hydraulischen Scheibenbremsen bietet eine überlegene Bremsleistung im Vergleich zu Felgenbremsen. Die Verwendung von Rotoren ermöglicht eine erweiterte Reifenfreiheit und trägt dazu bei, die Abnutzung der Felgen zu minimieren. Scheibenbremsen haben sich bereits seit Jahren bei Mountainbikes in herausforderndem Gelände bewährt und bieten somit auch auf Gravelbikes eine bewährte und zuverlässige Bremslösung.

Die Schaltung: 1-fach oder 2-fach, was ist der Unterschied?

Bei einem Gravel Bike - oder jedem anderen Fahrrad - bezieht sich eine 1-fach oder 2-fach-Schaltung auf die Anzahl der Kettenblätter, welche die Kette treiben.

Eine 1-fach-Schaltung, oft als 1x („one-by“) bezeichnet, hat nur ein einzelnes Kettenblatt vorn. Diese Konfiguration ist aufgrund ihrer Einfachheit und Zuverlässigkeit in vielen Offroad- und Mountainbike-Disziplinen beliebt. Ein Vorteil ist, dass die Gefahr von Kettenabwürfen reduziert wird und weniger Wartung notwendig ist, da es weniger bewegliche Teile gibt. Außerdem bietet sie eine intuitive und einfachere Schaltbedienung, da man sich nur um einen Schalthebel kümmern muss. Ein Nachteil ist jedoch, dass die Bandbreite der zur Verfügung stehenden Gänge möglicherweise eingeschränkt ist, insbesondere wenn man sehr steile Anstiege fährt oder äußerst hohe Geschwindigkeiten erreichen möchte.

Eine 2-fach-Schaltung, oft als 2x („two-by“) bezeichnet, hat zwei Kettenblätter vorn. Diese Konfiguration ermöglicht eine größere Gangvielfalt und kann sich besser an eine breitere Palette von Geländearten und -steigungen anpassen. Sie ist oft bei Rennrädern und Gravel Bikes zu finden, die sowohl auf flachen als auch auf hügeligen Strecken gefahren werden.

Ein Vorteil ist, dass man mit einer 2x-Schaltung mehr Gänge zur Verfügung hat, was bedeutet, dass man oft einen „perfekten“ Gang für die jeweilige Situation finden kann. Ein Nachteil ist jedoch, dass sie etwas komplexer in der Bedienung und Wartung ist und potenziell anfälliger für Kettenabwürfe und mechanische Probleme ist.

Gravel Bike Rahmen - Carbon oder doch lieber Aluminium?

Gravel Bikes sind in verschiedenen Rahmenmaterialien erhältlich, wobei Carbon und Aluminium die am häufigsten verwendeten sind. Carbon ist ein leichtes und steifes Material, das oft in High-End-Bikes verwendet wird. Es bietet eine hervorragende Energieübertragung und kann so gestaltet werden, dass es bestimmte Fahreigenschaften verbessert, wie die Dämpfung von Straßenvibrationen, was zu einem komfortableren Fahrerlebnis führt. Allerdings sind Carbon-Bikes in der Regel teurer in der Anschaffung und können anfälliger für Schäden durch Stöße oder Stürze sein.

Aluminium hingegen ist ein etwas schwereres Material, aber immer noch relativ leicht und bietet eine gute Mischung aus Steifigkeit und Haltbarkeit. Aluminium-Rahmen sind in der Regel weniger teuer als Carbon-Rahmen, was sie zu einer guten Wahl für Einsteiger Bikes, die in einem gewissen Budget bleiben sollen, macht. Aluminium kann jedoch tendenziell mehr Straßenvibrationen an den Fahrer weitergeben, was auf längeren Fahrten weniger komfortabel sein kann.

Im Allgemeinen sind sowohl Carbon- als auch Aluminium-Gravel Bikes gute Optionen, und die Wahl zwischen den beiden Materialien hängt stark von den individuellen Vorlieben des Fahrers, dem Budget und den geplanten Fahrbedingungen ab.

Welcher ist der richtige Lenker für mich?

Bei der Wahl des richtigen Gravel Bike Lenkers gibt es einiges zu beachten und man kann sich schnell überfordert fühlen. Wir erklären dir Schritt für Schritt wie du den perfekten Lenker für deine Bedürfnisse findest.

Die Form

Gravelbike-Lenker kommen in verschiedenen Formen und jede, egal ob rund, kompakt oder ergonomisch, hat ihre Vorteile.

  • Die runde Form ist klassisch und fördert eine dynamische Haltung bei tiefer und mittlerer Handposition.
  • Ein kompakter Lenker hingegen hat geringere Höhe und Tiefe, was die Körperhaltung bei diesen Positionen bequemer gestaltet.
  • Ergonomische Lenker ähneln den runden, sind jedoch mit einem geraden Bereich ausgestattet, der eine optimierte mitteltiefe Haltung ermöglicht, besonders für Sprinter.

Lenkerbreite und -durchmesser

Die Lenkerbreite ist das einfachste Maß für Lenker. Üblicherweise wird von Griffachse zu Griffachse gemessen. Es wird empfohlen, eine Breite (Achse-zu-Achse) zu wählen, die deiner Schulterbreite am nächsten kommt.

Der Standarddurchmesser beträgt 31,8 mm und wird in der Mitte des Lenkers an der Stelle der Befestigung am Vorbau gemessen.

Technische Merkmale

Bei den technischen Merkmalen von Lenkern spielen, wie bei Rennrädern, Reach, Drop und Backsweep eine entscheidende Rolle.

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