Mit Blick auf seine Geschichte zählt der Berliner Mauer Radweg zu den bedeutendsten Routen für Radreisen in Deutschland. Nachdem er in den letzten Jahren insgesamt fahrradfreundlicher gestaltet worden ist, bietet der Mauerradweg eine durchgängig befahrbare Strecke mit einer Länge von insgesamt 160 Kilometern. Entdecken auch Sie die Geschichte der deutschen Teilung aus der Radfahrer-Perspektive und lassen sich dabei von dem Wechsel aus historisch interessanten einerseits und landschaftlich reizvollen Abschnitten andererseits beeindrucken!
Die Tour entlang der ehemaligen innerstädtischen Grenze spricht Fahrrad- und Kulturliebhaber gleichermaßen an.
Kurze Geschichte des Berliner Mauerwegs
Der Mauerweg zeichnet auf etwa 160 km den Verlauf des einstigen Grenzstreifens nach. Du fährst über ehemalige Kolonnenwege, vorbei an verschwundenen Dörfern und am Teltowkanal, den verzweifelte Bürger zu durchqueren versuchten, um in die Freiheit zu gelangen. Etwa ein Drittel des Weges führt mitten durch Berlin. Hier kannst du die 28 Jahre der Teilung besonders intensiv nachempfinden.
Leider begann der Senat erst ab dem Jahr 2000 mit der Sicherung des ehemaligen Grenzstreifens und dem Ausbau des Berliner Mauerwegs. Der Ausbau des Mauerwegs erfolgte bis zum Jahre 2006. Seit 2020 wird der Berliner Mauerweg saniert. Die Qualität der Strecken hat sich vor allem auf dem nördlichen Abschnitt stark verbessert.
Auf dem gesamten Mauerweg sind orangefarbene Stelen aufgestellt. Sie informieren über die Mauertoten, die an dieser Stelle ihr Leben gelassen haben. In Absprache mit den Angehörigen sind Fotos veröffentlicht und die Umstände des Todes dargestellt.
Der Verlauf des Berliner Mauer Radwegs in drei Etappen
Der folgenden Beschreibung können Sie den Verlauf der Mauerradweg-Route in drei Etappen entnehmen:
1. Etappe: Anreise und Übernachtung in Dallgow
Am Abend erhalten Sie eine ausführliche Touren- und GPS-Einweisung mit Übergabe der Tasche mit Infomaterial.
2. Etappe: Radtour von Dallgow nach Berlin
Startschuss beim Berliner Mauer Radweg: Sie fahren von Berlin-Staaken bis zur Havel. In Nieder Neuendorf erreichen Sie einen ehemaligen Mauergrenzturm, in dem ein kleines Museum untergebracht ist. Folgen Sie weiter dem Lauf der Havel auf dem Uferradweg, streifen Sie Hennigsdorf und gelangen in den Norden Berlins. Weiter geht es durch Frohnau nach Lübars, eine landwirtschaftlich geprägte Region Berlins. Radeln Sie weiter bis in die Berliner Innenstadt und beginnen Sie hier eine kleine Stadtrundfahrt durch das historische Ostberlin. Sie starten in Berlin Mitte am Mauermuseum in der Oranienburger Straße und fahren über Friedrichstraße, Oranienburger Straße, Hackesche Höfe, Museumsinsel sowie Schlossplatz mit Infobox und Berliner Dom.
- Mauergrenzturm Nieder Neuendorf
- Hennigsdorf
- Frohnau
- Hermsdorf
- Lübars
- Wollankstraße
- Mauermuseum in der Oranienburger Straße
- Friedrichstraße
- Hackesche Höfe
- Museumsinsel
- Infobox und Berliner Dom am Schlossplatz
3. Etappe: Mauerradweg-Tagestour in Berlin
Auf dieser Mauerradweg-Tagestour erleben Sie den Alltag in Berlin mit all seinen Façetten, besichtigen die Metropole und lernen auch die Gegensätze der Hauptstadt kennen. Sie radeln auf dem Berliner Mauerweg vorbei an Marienfelde, durch die Japanische Kirschbaumallee bis zum Teltowkanal über Kleinmachnow bis zur Glienicker Brücke, am Ufer des Wannsees nach Wannsee. Sie setzen mit der Fähre über den Wannsee nach Kladow. Beim letzten Teil der dritten Etappe fahren Sie weiter nach Groß Glienicke entlang des westlichen Ufers des Groß Glienicker Sees. Am Ortseingang von Spandau verlassen Sie den Mauerweg und fahren über Seeburg bis zum Havelland Hotel Sperlingshof in Dallgow.
- Unter den Linden
- Staatsoper und Kronprinzenpalais
- Gendarmenmarkt
- Checkpoint Charlie
- Potsdamer Platz
- East Side Gallery
- Treptower Ehrenmal am Treptower Park
- Sonnenallee in Neukölln
- Teltowkanal
- Rudow
- Schönefeld
- Buckow
- Marienfelde
- Kleinmachnow
- Glienicker Brücke nahe Potsdam (bekannt als Agentenbrücke)
- Wannsee
- Kladow
- Groß Glienicke
- Spandau
Weitere Etappen des Berliner Mauerwegs
Der Berliner Mauer Radweg gliedert sich in insgesamt 19 Etappen, wobei Anfang und Ende jeweils an einem Bahnhof gelegen sind. Bis auf den U-Bahnhof Potsdamer Platz und den S-Bahnhof Warschauer Straße sind alle Bahnhöfe behindertengerecht zugänglich.
Ich stelle dir die Tour in fünf Etappen vor. Du kannst sie beliebig in kleinere Abschnitte teilen und so an deine individuelle Planung anpassen. Eine detaillierte Tourenbeschreibung gebe ich dir nicht, weil es dafür verschiedene, sehr gute Radführer gibt. Empfehlenswert sind die Karten von Bikeline.
Etappe 1: Potsdamer Platz bis Lichtenrade
Der offizielle Startpunkt des Berliner Mauerwegs ist der Potsdamer Platz. Du befindest dich im ehemaligen Grenzgebiet, der Streifen aus Pflastersteinen erinnert daran. Ihm folgst du in südlicher Richtung.
Rund acht Kilometer führen dich durch die Mitte Berlins. Hier kannst du die Teilung der Stadt sehr gut nachempfinden: Auf der rechten Seite lag Westberlin, die Häuser standen direkt an der Mauer. Du streifst die Sonnenallee: Dort befand sich ein Grenzübergang, an den eine Gedenktafel erinnert. Danach verlässt du die Innenstadt und fährst einen langen Abschnitt am Teltowkanal entlang. Der breite Radweg ist sehr angenehm zu fahren. Blick von der Massantebrücke auf den Teltowkanal.
Der Mauerweg führt durch den Landschaftspark Rudow-Altglienicke.
In Lichtenrade führt der Weg über Nebenstraßen zum Bahnhof oder zum Übergang in die zweite Etappe.
Etappe 2: Lichtenrade bis Wannsee
Du startest die Tour am Bahnhof Lichtenrade und fährst zunächst zur Stadtgrenze. Nachdem du die Stadt verlassen hast, öffnet sich ein neues Bild. Rechts fährst du am Stadtrand entlang, links erstrecken sich weite Felder.
Vor der Überquerung siehst du einen Mauerrest. Danach erstreckt sich links ein weites Feld. Hier befand sich über einen Zeitraum von 600 Jahren ein kleines Dorf. Osdorf musste den Grenzanlagen weichen, die Bewohner wurden nach Heinersdorf umgesiedelt.
Der Abschnitt endet in der Kirschblütenallee. Viele Japaner waren sehr glücklich über die Öffnung der innerdeutschen Grenze, dass sie gespendet haben. 1.000 Kirschbäume wurden zur Gestaltung des Grenzstreifens gepflanzt.
Im weiteren Verlauf folgst du auf einigen Kilometern dem Teltowkanal. Dann fährst du durch Kleinmachnow. Jetzt führt dich ein längerer Abschnitt durch den Grunewald. Du kommst an den Grenzanlagen Dreilinden vorbei.
Über Griebnitzsee erreichst du Wannsee. Hier kannst du den sogenannten Dreischlösserblick genießen. Die Glienicker Brücke verbindet Potsdam mit Berlin-Wannsee. Der Weg zum Bahnhof Wannsee führt dich am Ufer der Havel entlang, vorbei an der Pfaueninsel.
Etappe 3: Wannsee bis Hennigsdorf
Deine Tour beginnt einige Meter vom Bahnhof Wannsee entfernt am Fähranleger Wannsee-Alt-Kladow. Die Fähre überquert in einer Zeit von etwa 20 Minuten den Großen Wannsee. Jetzt beginnt ein längerer Abschnitt, den du in Richtung Staaken auf dem Kolonnenweg zurücklegst.
Du querst Groß Glienicke: Hier musst du einige Umfahrungen des eigentlichen Mauerwegs in Kauf nehmen, da Anwohner ihre Grundstücke gesperrt haben. Das Rittergut Groß Glienicke war einst geteilt.
Weiter geht es durch Staaken in den Spandauer Forst. Durch die naturbelassene Landschaft am Rande Berlins führte zur Zeit der Teilung der Kolonnenweg. Der Weg ist asphaltiert und ohne nennenswerte Steigungen.
Nach dem Spandauer Forst kreuzt der Berliner Mauerweg den Havelradweg. Du durchquerst Nieder Neuendorf, das auf dem Gebiet der DDR lag und durch die Grenzanlagen von der Havel abgeschnitten war. Einer der Grenztüme steht noch.
Etappe 4: Hennigsdorf bis Pankow
Ab Hennigsdorf fährst du eine Etappe, die sich von den anderen Strecken abhebt. Es wechseln sich Abschnitte über Straßen mit Waldwegen und asphaltierten Strecken ab, die durch die Stolper Heide, die Bieselheide und das Tegeler Fließ führen. Diese Strecken gehören zu den schönsten der vierten Etappe. Du lässt Hennigsdorf hinter dir, fährst nach Berlin-Frohnau und kommst in die Invalidensiedlung. Danach führt dich dein Weg durch die Bieselheide nach Glienicke Nordbahn. Wenn du dich für das älteste Dorf Berlins interessierst, kannst du einen Abstecher nach Alt Lübars machen.
Ein weiteres Highlight ist die Heidekrautbahn: Die nostalgischen Dampfloks fahren am Wochenende und an einigen Feiertagen, allerdings ohne festen Fahrplan. Die Tour führt dich vor bei am Märkischen Viertel zurück in die Stadt. Als letztes Highlight kannst du Schloss Schönhausen besichtigten.
Etappe 5: Pankow bis Potsdamer Platz
Die letzte Etappe führt dich auf einer kurzen Strecke von 15 km zurück zum Potsdamer Platz. Der Startpunkt liegt am S-Bahnhof Wollankstraße. Die Tour ist ausgeschildert, aber nicht so einfach zu fahren: Kreuzungen und Richtungsänderungen erfordern deine Aufmerksamkeit, vor allem dann, wenn du die Tour zum ersten Mal fährst.
Zum Beispiel den Grenzübergang an der Bornholmer Straße: Die Bilder von der Öffnung des Schlagbaums gingen am 9. Das erste Highlight ist der Mauerpark: Vor allem an den Wochenenden ist das Areal des einstigen Todesstreifens sehr belebt. Der Mauerpark mündet in die Bernauer Straße.
Beschilderung und Orientierung
Der Streckenverlauf ist gekennzeichnet. Die Schilder mit dem Logo des Berliner Mauerwegs sind auf einer Höhe von 4,20 m angebracht. Dies entspricht der Höhe der Grenzmauer.
Der Berliner Mauerweg ist in Radfahrkarten und Reisebüchern beschrieben. Empfehlenswert sind die Karten von Bikeline.
Alternativroute von der Glienicker Brücke nach Alt-Kladow
Die Strecke führt dich mit kleinen Abstechern an drei Schlössern vorbei: Schloss Cecilienhof liegt direkt an der Route. Zum Marmorpalais und zum Schloss Sacrow musst du einen kleinen Abstecher machen. Die Sacrower Heilungskirche, einst im Sperrgebiet gelegen und stark verwahrlost, erstrahlt in neuem Glanz. Wenn du den Schlosspark verlässt, fährst du auf einer Straße mit deutlicher Steigung von Sacrow nach Alt-Kladow. Insgesamt ist die Strecke nicht so leicht zu fahren: Sie führt zwischen Krampnitz und Sacrow durch einen Wald, hier sind die Wege naturbelassen.
Highlights entlang des Berliner Mauerwegs
Der Berliner Mauerweg ist reich an Sehenswürdigkeiten, die du an der Strecke entdecken kannst.
- Die Oberbaumbrücke führt über die Spree. Sie verbindet die Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain und war in der Zeit der Teilung Grenzgebiet.
- Im Frühling ist die Japanische Kirschblütenallee an der südlichen Berliner Stadtgrenze zwischen Teltow und Lichterfelde in ein rosa Blütenmeer getaucht.
- Du streifst das Tegeler Fließ und den Landschaftspark Rudow-Altglienicke: Hier siehst du mit etwas Glück Wasserbüffel grasen.
- Das Denkmal für Chris Gueffroy steht direkt am Britzer Verbindungskanal.
Praktische Informationen
Der Berliner Mauerweg ist insgesamt 160 km lang. Der Berliner Mauerweg ist ausgeschildert; in regelmäßigen Abständen helfen Übersichtspläne bei der Orientierung. Außerdem erhält man an den Stationen der Geschichtsmeile Berliner Mauer sowie den Infostelen des Berliner Mauerwegs mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Berliner Mauer.
Wegebeschaffenheit
Bis auf kleinere Abschnitte am Teltowkanal, durch den Düppeler Forst und am Tegeler Fließ ist die Strecke durchgehend asphaltiert.
Anreise und Abreise
Das gesamte Angebot der BVG innerhalb Berlins kann in Anspruch genommen werden.
Kombinationsmöglichkeiten
- Havalradweg
- Radweg Berlin-Usedom
- Radweg Berlin-Kopenhagen
- Europaradweg R1
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