Bereits 1967 begann die Erfolgsgeschichte von MAXXIS in Taiwan mit der Produktion von Fahrradreifen. Heute ist MAXXIS der weltweit größte Produzent von Reifen für Fahrräder und einer der größten Reifenhersteller überhaupt. Mit 30.000 Mitarbeitern stellt MAXXIS jährlich fast 50 Millionen Reifen für unterschiedliche Fahrzeuge her. Im Fahrrad-Segment genießt der taiwanische Reifen-Gigant ein hohes Ansehen. Viele neue Bikes sind im High-End-Bereich mit MAXXIS Reifen ausgestattet, was auf die starke Performance, das große Portfolio und die cleveren Gummimischungen der Marke zurückzuführen ist.
Karkassen-Technologie von MAXXIS
MAXXIS bietet vier unterschiedlich aufgebaute Karkassen für verschiedene Einsatzzwecke im Mountainbike-Bereich:
- EXO: Die leichteste und flexibelste MTB-Karkasse mit einer einlagigen Konstruktion und 120 TPI Gewebedichte. Sie bietet den geringsten Durchschlagschutz, aber dank des Zusatzgewebes an der Seitenwand überdurchschnittliche Werte beim Durchstichschutz.
- EXO+: Diese Karkasse besteht aus einem gröberen 60-TPI-Gewebe und einer Butyleinlage über dem Reifenwulst. Sie bietet mehr Schutz beim Durchschlag als die EXO-Version und ist eine gute Wahl für das Vorderrad.
- Doubledown: Ein zweilagiger Karkassenaufbau mit 120 TPI Gewebedichte und einer Butyleinlage in der Seitenwand. Ideal für harte Enduro-Kurse und bietet ein messbares Plus an Pannenschutz.
- Downhill Casing: Die robusteste Karkasse mit einem zweilagigen Aufbau aus gröberen 60-TPI-Gewebeschichten. Sie bietet in allen Disziplinen den besten Pannenschutz, insbesondere beim Durchschlag.
Die Karkasse eines Reifens kann an der Seitenwand abgelesen werden, um den optimalen Einsatzbereich zu bestimmen.
Gummimischungen für jeden Bedarf
MAXXIS verwendet im MTB-Segment Einfachmischungen (SuperTacky und MPC), Zweifachmischungen (DualCompound) und Dreifachgummimischungen (3C). Die Dreifachmischungen gibt es in den Varianten 3C MaxxSpeed, 3C MaxxTerra und 3C MaxxGrip.
- MPC (MAXXIS Performance Compound): Die erste Einfachmischung von MAXXIS, die für ihre Vielseitigkeit bekannt ist.
- Super Tacky: Die griffigste MAXXIS-Einfachmischung für maximalen Grip.
- DualCompound: Hier besteht die Lauffläche aus zwei verschiedenen Gummimischungen mit unterschiedlichen Härtegraden, die je nach Einsatzzweck angeordnet sind.
- 3C MaxxSpeed: Diese Dreifachmischung bietet den geringsten Rollwiderstand und ist ideal für Cross-Country-Einsätze.
- 3C MaxxTerra: Eine goldene Mitte für Trail-Einsätze, die gute Rolleigenschaften mit gutem Grip kombiniert. Ideal am Hinterrad für einen Kompromiss aus Langlebigkeit, Grip und Dämpfung.
- 3C MaxxGrip: Für maximalen Grip und Dämpfung, ideal für das Vorderrad. Bietet die bestmögliche Abfahrts-Performance, hat aber einen höheren Rollwiderstand.
Empfehlung: Für die meisten Einsätze empfiehlt es sich, einen Reifen mit MaxxTerra-Mischung am Hinterrad mit einem Reifen mit MaxxGrip-Mischung am Vorderrad zu kombinieren.
Empfohlene Maxxis Reifenmodelle
MAXXIS bietet eine Vielzahl von Reifenmodellen, die sich für unterschiedliche Einsatzbereiche eignen. Hier sind einige der beliebtesten Modelle:
- ASSEGAI: Der Signature-Reifen von DH-Legende Greg Minnaar, ein Allrounder für alle Bedingungen. Bietet sehr gute Brems- und Kurveneigenschaften.
- HighRoller 3: Ein starker Allrounder mit besonderen Stärken bei feucht-matschigen Bedingungen. Bietet laut Labor sogar etwas bessere Rolleigenschaften als ein ASSEGAI.
- Minion DHF: Ein Spezialist fürs Vorderrad, der sich aber auch sehr gut am Hinterrad eignet. Bietet ausreichend Bremstraktion und eine enorme Variantenvielfalt.
- Minion DHR II: Ein Allround-Reifen, der sich für fast jeden Einsatzzweck eignet. Bietet eine super direkte Fahrgefühl und ist in fast jeder erdenklichen Größe, Karkassen-Version und Gummimischung erhältlich.
- DISSECTOR: Ein schnell rollender Reifen für harte, trockene Untergründe. Bietet eine sehr gute Kontrolle in Anliegern.
- Shorty: MAXXIS Spezialist für lose Bodenbedingungen, ideal für winterlich-nasse oder sehr staubige Bedingungen. Nur am Vorderrad montieren!
Die richtige Reifengröße und Felgenbreite
Es gibt drei gängige Angabesysteme für die Größen von Fahrradreifen: die französische, englische und ETRTO-Angabe. Die ETRTO-Angabe ist dabei am genauesten, da sie Breite und Innendurchmesser des Reifens angibt. Die richtige Kombination von Felgenbreite und Reifen ist die Grundlage für optimales Fahrverhalten. MAXXIS bietet mit der Wide Trail (WT) Konstruktion eine Optimierung des Profillayouts und der Reifenform auf breiteren Felgen. WT Reifen sind für eine innere Felgenbreite von etwa 30 mm optimiert, funktionieren aber sehr gut auf Felgen zwischen 30 mm und 39 mm Maulweite.
Schlauchlose Reifen und Luftdruck
Schlauchlose Reifen haben viele Vorteile: Man kann mit weniger Luftdruck fahren, was die Traktion verbessert, der Rollwiderstand ist geringer und das Pannenrisiko sinkt. Egal welche Technik man wählt, man sollte immer auf den richtigen Luftdruck achten, um das Pannenrisiko zu minimieren.
Farbliche Akzente mit Tanwall-Reifen
Wer an seinem Bike ein farbliches Highlight setzen möchte, kann dies auch am Reifen erreichen. Neben der klassischen schwarzen Seitenwand bietet MAXXIS verschiedenste Modelle mit der braunen Seitenwand an. Technisch gesehen sind Tanwall-Reifen baugleich mit dem schwarzen Pendant, unterscheiden sich also nur optisch.
MOUNTAINBIKE-Tipp: Top 5 Maxxis-Reifen
Die Redaktion von MOUNTAINBIKE schwört auf folgende Reifen im jeweiligen Einsatzgebiet:
- Cross-Country: Aspen WT 29”x2,40” EXO TR Dualcompound
- Enduro:
- Vorderreifen: Minion DHF WT 29"x2,50" EXO+ TR 3C MaxxTerra
- Hinterreifen: Minion DHR 2 WT 29"x2,40" EXO+ TR 3C MaxxTerra
- Downhill: Assegai WT 29"x2,50" DD TR 3C MaxxGrip
- Allround: Forekaster 29"x2,35" TR EXO Dualcompound 120 TPI
Welcher Reifentyp bist du?
Bevor die Recherche für neue Reifen startet, solltet ihr zunächst den Einsatzzweck klären: Plant ihr einen Alpencross, wollt ihr an einem Downhill-Rennen teilnehmen, seid ihr Cross Country oder als Enduristen unterwegs? Je nachdem wie eure Antwort ausfällt, sollte euer Fokus bei der Betrachtung der vier wichtigsten Faktoren bei der Reifenwahl z.B. eher auf maximalem Grip oder geringem Rollwiderstand liegen.
Faktor 1: Reifenbreite
Die Reifenbreite ist gerade bei Kindern ein häufig unterschätzter Faktor: Ein breiter und voluminöser Reifen bringt für die Youngsters oft mehr Federung als eine Federgabel. Gerade bei den Jüngsten und Leichtgewichten lohnt es sich, entsprechend des Felgendurchmessers auf maximale Breite zu gehen. Mit der Breite der Reifen reduziert sich allerdings die Präzision - ein Faktor, der bei Kinder-Mountainbikes allerdings zu vernachlässigen ist. Reifen, die eine Breite von 2,4” bis 2,6” haben, könnt ihr mit einer Felge mit etwa 30 mm Innenbreite fahren. Liegt diese bei 25 mm geht es maximal bis 2,4”. Bei MAXXIS findet ihr bei manchen Reifen bei der Kennzeichnung noch das Kürzel WT. Damit bezeichnet der Reifenhersteller sein Wide Trail Casing, das das Profillayout und die Reifenform für die heute modernen breiteren Felgen optimiert - passend für eine innere Felgenbreite von 35 mm, aber möglich für ein Innenmaß von 30 bis 39 mm.
Faktor 2: Profil
MAXXIS unterscheidet beim MTB-Profil vier Einsatzzwecke: Crosscountry (XC), Allmountain (AM), Enduro (EN) und Downhill (DH). Dementsprechend ist das Profil des Reifens aufgebaut. Grundsätzlich hat jeder Reifen drei „Profilbereich”: Die Stollen in der Mitte, am Rand und am Übergang. Die Mittelstollen sind für das Roll- und Bremsverhalten, die Seitenstollen bieten den entsprechenden Grip in Kurven. Die Stollen zwischen den beiden Bereichen erhöhen den Halt in Kurven bei geringer Schräglage.
Das Profil hat Einfluss auf den Rollwiderstand und Grip auf den verschiedenen Untergründen. Wer häufig auf feuchten und weichen Böden unterwegs ist, sollte nach einem Profil mit großen und mit Abstand platzierten Stollen Ausschau halten. Dann setzt sich der Dreck nicht fest und das Profil kann sich gut in den weichen Untergrund eingraben. Für harte Untergründe gilt das Gegenteil.
Faktor 3: Karkasse
Die Karkasse - das tragende Gerüst des Reifens - ist für eine ganze Reihe von Eigenschaften des Reifens verantwortlich: Pannenschutz, Stabilität in Kurven und das Gewicht des Reifens. Bei MAXXIS haben Mountainbiker:innen die Qual der Wahl zwischen drei Technologien: Exo Protection (Exo), Exo+ Protection (Exo+) und Double Down (DD). Die Exo-Technologie schützt mit einem extrem schnitt- und abriebfestem Material die Seitenwand des Reifens, sie ist dicht gewebt leicht und flexibel. Exo+ Protection mit einer 60 TPI Karkasse wurde für aggressives Trailriding und Endurorennen entwickelt: In den Seitenwänden befindet sich eine gummierte Exo-Pannenschutzlage und über der Wulst des Reifens wird eine kurze Butyleinlage eingearbeitet. Die DD-Reifen sind wie die Maxxis-Downhillreifen aufgebaut, zwei Karkassenlagen verstärkt mit einer Butyleinlage in der Seitenwand. Durch zwei 120 TPI Karkassenlagen und Aramidwulst sind die Reifen jedoch deutlich leichter als die Downhillreifen. Sie bringen mehr Stabilität und Robustheit als die Exo-Reifen und somit ideal für harte Endurorunden.
Für die ganz harten Jungs und Mädels bietet MAXXIS die Downhill-Karkasse: Wer wie die Downhill-Profis auf harten, steinigen Strecken mit hohem Tempo unterwegs ist, hat mit dieser Karkasse maximale Pannensicherheit, auch wenn er mit geringem Luftdruck fährt. Allerdings ist der Reifen ziemlich schwer und hat einen hohen Rollwiderstand - damit für den Einsatz im Bike-Park mit dem Downhiller das mittel der Wahl.
Grundsätzlich gilt, je stabiler eure Karkasse ist, mit umso weniger Luftdruck könnt ihr fahren, ohne euch einen Riss im Reifen zu holen. Auch ist der Reifen in Kurvenlage stabiler und knickt weniger weg.
Faktor 4: Die Gummimischung
Geheimnis von Gummimischungen herauszufinden, fühlt sich ein bisschen an, wie das Rezept von Miraculix Zaubertranks zu knacken. Die Gummimischung steht für Rollwiderstand, Grip und Haltbarkeit des Reifens. Sie muss quasi die Quadratur des Kreise lösen: Guter Grip bei Trockenheit, aber auch beste Performance auf schlammigen Untergründen. Deshalb setzen die meisten Reifenhersteller nicht nur eine Gummimischung ein, sondern kombinieren. MAXXIS kombiniert für MTB-Reifen zwei oder drei Gummimischungen, je nach Einsatz- und Temperaturbereich. Für uns sind die 3C-Mischungen mit 3C Maxx Speed, 3C Maxx Terra und 3C Maxx Grip interessant. Allen ist eine harte Basismischung und darüber zwei progressiv weichere Mischungen je nach Einsatzgebiet eigen.
- Maxx Speed ist der „schnellste” Reifen, somit vor allem für Cross Country geeignet.
- Für uns ist die Kombi MAXXIS Assegai (vorne) und MAXXIS Minion DHR II (hinten) das Mittel der Wahl als Trainer:innen und Guides.
- Zumal wir privat meist im Endurobereich unterwegs sind.
Mit dem MAXXIS Assegei hat die Downhill-Legende Greg Minnaar zusammen mit den MAXXIS-Ingenieuren ihren persönlichen Favoriten kreiert. Der MAXXIS Assegai ist eine Kombination aus den Porfilen des MAXXIS Minion DHF und MAXXIS Minion DHR II in der Mitte, die Seitenstollen sind eine Kombi aus dem MAXXIS HighRoller II und dem MAXXIS Aggressor, und das Ganze kommt auf der Stollenhöhe des MAXXIS Shorty daher. Hört sich ein bisschen wie die eierlegende Wollmilchsau an und ist es auch: Bringt Vorteile bei weichen Böden, hat dennoch Grip in Anliegerkurven und hält die Spur, selbst wenn man ordentlich am Bremshebel zieht.
Den Minion DHR II mögen wir, weil er ein so breites Einsatzspektrum hat. Zumal es ihn in einer Vielzahl von Varianten bei Karkasse und Gummimischung gibt. Hier kann man sich wunderbar seine persönliche Kombination aus Grip, Bremsverhalten und Gewicht zusammenstellen. Wir fühlen uns wohl mit ihm, egal ob auf weichen Waldböden, in Anliegerkurven oder auf bockharten Bikepark-Strecken. Die breiten und gut abgestützten Seitenstollen geben hier Sicherheit und ein perfektes Fahrgefühl. Bei sehr lehmigen und matschigen Böden tendiert der Reifen allerdings dazu, an Grip und Bremstraktion zu verlieren.
Bei nassen und widrigen Bedingungen packen wir uns gerne den MAXXIS Shorty auf das vordere Laufrad. Durch die höheren und mit mehr Abstand platzierten Stollen profitiert er bei Schlammschlachten, nassen, schräg liegenden Wurzeln oder auch sehr staubigen Bedingungen von einer hohen Traktion durch eine perfekte Selbstreinigung des Reifens. Der Rollwiderstand des Shortys ist allerdings recht hoch, deshalb besser nur ans Vorderrad.
Drei MTB-Reifen-Kombis für Enduro Bikes im Test
- Allround-Kombi:
- Continental Kryptotal Fr Trail/Re Trail
- Maxxis Assegai EXO+ / Minion DHR II EXO+
- Schwalbe Magic Mary Superground / Big Betty Supertrail
- Extrem-Kombi:
- Continental Kryptotal Fr/Re DH
- Maxxis Assegai DD / Minion DHR II DH
- Schwalbe Magic Mary / Big Betty SuperG
Alle Karkassen von Continental, Maxxis, Schwalbe im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Karkassen von Continental, Maxxis und Schwalbe:
| Marke | Modell | Gewicht | Rollwiderstand | Pannenschutz |
|---|---|---|---|---|
| Continental | Kryptotal Re Trail Endurance | 1018 g | 18 W | Gering |
| Continental | Kryptotal Re Enduro Soft | 1181 g | 33,9 W | Mittel |
| Continental | Kryptotal Re DH Soft | 1386 g | 35,6 W | Hoch |
| Maxxis | Minion DHR II EXO MaxxTerra | 1033 g | 29,3 W | Mittel |
| Maxxis | Minion DHR II EXO+ MaxxTerra | 1079 g | 28,9 W | Mittel |
| Maxxis | Minion DHR II DD MaxxTerra | 1212 g | 32 W | Hoch |
| Maxxis | Minion DHR II DH MaxxGrip | 1335 g | 49,9 W | Sehr Hoch |
| Maxxis | Minion DHR II DH Draht Dual | 1380 g | 35,5 W | Sehr Hoch |
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