Die Mecklenburger Seen Runde (MSR) ist ein Radmarathon, der durch die malerische Mecklenburgische Seenplatte führt. Die Online-Anmeldung läuft seit 1. Oktober; bis 12. Januar 2025 gilt der um 15 Euro günstigere Frühbucher-Rabatt (auf den 300 km, für die 100-km-Frauen-Runde sind's zehn Euro weniger). Mit Strecken von 100 km für die Frauenrunde bis zu 300 km für den Marathon bietet die MSR für jeden Radsportbegeisterten eine Herausforderung. Hier sind einige Erfahrungsberichte von Teilnehmern, die ihre Eindrücke und Erlebnisse teilen.
Vorbereitung und Erwartungen
Viele Teilnehmer beginnen ihre Vorbereitung Monate im Voraus, um die anspruchsvolle Strecke zu bewältigen. Die Vorbereitungszeit war gespickt mit längeren Touren - meist über 100 km, manchmal über 200 km. Der 28. Mai rückte näher - meine Freude auf die lange Strecke wuchs stetig, ich hatte „voll Bock drauf“!
Einige Fahrer nutzen die MSR als Anlass, ihre Fitnessziele zu erreichen. "Wir sind das Rad-Event, bei dem jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer Wachstum erlangen wird - persönliches und sportliches", sagt Veranstalter Detlef Koepke: "Wir helfen Männern und Frauen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihre volle mentale und körperliche Kraft auszuschöpfen. Jede, jeder kann 300 Kilometer schaffen!
Andere wiederum sehen es als Möglichkeit, die Schönheit der Mecklenburgischen Seenplatte zu erleben. Die Mecklenburger Seen-Runde führt 2025 am 30. und 31. Mai zum elften Mal von Neubrandenburg aus auf zwei Strecken durch den Nationalpark Müritz.
Der Renntag
Der Renntag selbst ist oft von wechselhaftem Wetter geprägt. Höchstens 12 Grad, Regen und extremer Wind mit Böen von bis zu 60 kmh. Aus diesem Grund haben wir uns lange, warme Sachen zurecht gelegt inkl. Regenjacke. Aber das Glück schien auf unserer Seite zu sein. Pünktlich um 6:25 Uhr hat sich unsere Gruppe im Startbereich getroffen.
Die Stimmung am Start ist gelöst und ruhig. Kurz darauf geben sie das Rennen frei: Ich klicke ein und rolle los. Unwissend, was mich erwarten wird. Die Gruppe startet um 5 Uhr. Als ich dann gegen 4:50 Uhr am Start stehe, reihen sich etwa 250 weitere Rennradler und Langstreckenfahrer hinter uns ein. Die Stimmung ist gelöst, ruhig. Keine Beats überlauter Musik hämmern wie sonst beim Start auf uns ein, die Pulswerte hochzutreiben, eher höre ich allenthalben ruhige Gespräche, seichtes Lachen.
Die Strecke führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit sanften Hügeln und malerischen Seen. Wir passieren immer wieder kleine Ortschaften, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Es ist schon kurz vor 16 Uhr, als wir durch Alt Schönau rollen. Die Landschaft ist abwechslungsreich. Ein Hügel folgt auf den nächsten. Wir sind im Norden Deutschlands. In der „Mecklenburgischen Schweiz“, im Zentrum des Bundeslandes.
Viele Teilnehmer schätzen die Gemeinschaft und den Zusammenhalt unter den Fahrern. Ein reiner Frauen-Startblock - das war schon sehr cool! Ungefähr 55 bis 60 Frauen begaben sich in drei Startgruppen um 5.20 Uhr auf die Reise. Langsam kannte man die ganze Truppe. Nicht nur wie jeder fährt, sondern auch beim Namen, was die Gemeinschaft einfach noch mehr stärkt. Auch hat sich die Gruppe öfters (aber nicht ständig, was auch unangenehm gewesen wäre) neu gemischt, dass man wirklich mit jedem einmal reden konnte wie z.B. mit Lars. Er war einer derjenigen, der die Tourenstrecke geplant hatte.
Herausforderungen und Highlights
Die MSR ist nicht nur wegen der Distanz eine Herausforderung. Die Strecke ist wirklich hart - aber machbar. Sie ist abwechslungsreich und schön. Dennoch: die allermeiste Zeit befahren wir einwandfreie Straßen. Die Mecklenburger Seen Runde hat viele Gesichter, ich erlebe zwei von ihnen.
Der Wind kann eine zusätzliche Schwierigkeit darstellen. Der Wind hat es uns doppelt schwergemacht. Sobald wir ein kleines bisschen nach hinten abgefallen waren, war es uns oft unmöglich, an der Gruppe dran zu bleiben. Die Windböen waren einfach stärker als wir. Viel machen konnte man nicht - hier half nur Körper anspannen, Lenker gut festhalten und einfach in die Pedale treten.
Ein Highlight sind die gut organisierten Verpflegungsstationen. Die sieben Depots waren echt „der Hammer“: mega Versorgung mit heißer Brühe, Porridge, Nudeln, Brot, Riegeln, Waffeln, Schokolade, Obst u.a. … Da war für jede*n was dabei. Etwa alle 40 Kilometer - das heißt insgesamt 8 mal - haben die Organisatoren diese Depots eingerichtet. Die Pausen sind bei dieser Streckenleistung sinnvoll und notwendig.
Die Unterstützung durch die Helfer entlang der Strecke wird ebenfalls sehr geschätzt. Mein besonderer Dank geht an Donna von der „Women’s Community“, die schon im Vorfeld der MSR300 immer ein offenes Ohr hatte, auch an die zahllosen Helfer*innen der MSR - an Start & Ziel, an den Depots und auf der Strecke - alle waren super freundlich & hilfsbereit!
Erfahrungen und Ergebnisse
Die persönlichen Erfahrungen während der MSR sind vielfältig. Aber wie dem auch sei, obwohl wir den ganzen Tag unterwegs waren, verging die Zeit wie im Flug, undgegen 19.30 Uhr kamen wir bei leichtem Sonnenschein wieder am Ziel an. Unsere Beine hämmern wie die Kolben einer Dampfmaschine. Die Jungs fahren länger im Wind, ich kürzer.
Einige Teilnehmer erreichen ihre persönlichen Ziele und sind stolz auf ihre Leistung. Zusammenfassend bleibt zu sagen: unsere Gruppe hat die 304,4 KM mit 1730 HM in 11:41 h (Bewegungszeit) absolviert. Schnitt: 26,1 km/h. Die MSR 2014 hat - noch dazu für eine Erstausgabe - alles richtig gemacht. Geile Strecke, mit ein, zwei Stellen, die ich intensiver und früher ausschildern (oder umgehen) würde.
Andere wiederum genießen einfach die Fahrt und die Gemeinschaft. Was ich am meisten überrascht, das Rennen hat damit komplett seinen Charakter geändert. Eben noch German Cycling Cup-Sprint, nun eher RTF-Cruisen. Die Mecklenburger Seen Runde hat viele Gesichter, ich erlebe zwei von ihnen.
Auch wenn wir auf den letzten 20 Kilometern doch noch nass wurden, wir konnten sie in vollen Zügen genießen. Kurze Zeit hatten wir uns mit einer anderen Gruppe vermischt, daher sind wir knapp vor der Bundesstraße extra nochmal angehalten, um diese weiterziehen zu lassen. So konnten wir die letzten Kilometer entspannt in unserer gesammelten Gruppe in Richtung Neubrandenburg rollen. Rückblickend würden wir sagen, dass die ersten 60 bis 80 Kilomter die anstrengendsten von allen waren. Dafür haben alle späteren Kilometer umso mehr Spaß gemacht, besonders und worüber wir auch wirklich dankbar waren, fortan sehr nett und aufmerksam auf uns aufgepasst worden ist - ob das unser Kükenbonus war?
Statistiken
Die Mecklenburger Seen Runde zieht jedes Jahr Tausende von Teilnehmern an. Die Mecklenburger Seen-Runde ist mittlerweile die größte Radrunde in Mecklenburg-Vorpommern, mit im vergangenen Frühjahr über 4000 Teilnehmern - der "Newcomer unter den Klassikern", so Koepke. Zudem findet ein kurzes Kinderrennen statt. Deshalb - und natürlich wegen des hohen Freizeitwerts der Region - eignet sich das Event ideal als Anlass für einen Familienausflug an die Seenplatte und in den Nordosten Deutschlands. Hier eine Übersicht einiger wichtiger Daten:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Strecken | 300 km (Marathon), 100 km (Frauenrunde) |
| Teilnehmerzahl | Über 4000 |
| Verpflegungsstationen | Sieben |
| Höhenmeter | Ca. 1800 m |
| Frühbucherrabatt | Bis 12. Januar 2025 |
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