Planungstipps für mehrtägige Mountainbike-Touren

Eine gute Vorbereitung ist das A und O für einen gelungenen Mountainbike-Urlaub oder eine Alpencross-Tour. Dabei gilt es, die richtige Balance zwischen dem Notwendigsten und der Vorbereitung auf alle Eventualitäten zu finden. Dieser Artikel gibt dir Tipps und Erfahrungswerte, die dir helfen, deine eigene persönliche Packliste für deine individuelle Reise zusammenzustellen.

Vor der Packliste: Wichtige Fragen

Bevor es an die Packliste geht, hier einige häufig gestellte Fragen:

Welchen Rucksack für deine Mountainbike-Mehrtagestour nehmen?

Die Antwort hängt von der Länge der Tour ab. Wichtige Eigenschaften sind geringes Gewicht, ein separates Fach für die Trinkblase und Tragekomfort.

  • 12l Ontyzz Rucksack: Für Tagestouren
  • 22l Salewa Ultra Train: Für Mehrtagestouren (2-3 Tage)
  • 35l Salewa Alp Trainer: Für Alpencross und längere Mehrtagestouren

Welches Mountainbike ist für meine Mehrtagestour geeignet?

Auch hier ist die Antwort von der technischen Schwierigkeit der Tour abhängig. Oft reichen Hardtails aus, da Fullys nur an wenigen Schlüsselstellen wirklich notwendig sind. Hardtails sind leichter und somit angenehmer zu fahren.

Ein modernes Hardtail hat weniger als 10kg, das Fully meistens um die 14kg. Die wirst jede Minute deiner Tour froh darüber sein mit dem 4kg leichteren Hardtail unterwegs zu sein.

Wie lange sollte eine Tagesetappe auf einer Mehrtagestour sein?

Idealerweise nicht mehr als 2500 Höhenmeter und 70 Kilometer pro Tag. Für Gruppen empfiehlt es sich, eine einfache Grundstrecke festzulegen und zusätzliche Varianten für konditionsstärkere Fahrer anzubieten. Diese Art der Planung eignet sich auch wunderbar für Schlechtwettertage wo meist die Motivation für Extrakilometer noch all zu hoch ist.

Packliste für MTB-Mehrtagestouren

Die Packliste für Mehrtagestouren lässt sich in vier Kategorien gliedern:

  • Reparaturpaket
  • Energiezufuhrpaket
  • Kleidung & Wärmepaket
  • Navigation & Sicherheit

Reparaturpaket

  • Ersatzschlauch: In der richtigen Dimension, auch wenn man Tubeless fährt. Wer aufs Gewicht achtet kann zu den superleichten Tubolito Schläuchen greifen.
  • Flickzeug: Für gewöhnliche Schläuche ist Rema Tip-Top Flickzeug empfehlenswert.
  • Tubeless-Reparatur: Milch (z.B. Schwalbe Doc Blue) und "Gummi-Würste" für größere Schäden.
  • Fahrradwerkzeug: Entweder alles einzeln packen (Reifenheber, Inbusschlüssel, Ventiladapter, Zange, Schraubendreher) oder ein Multitool verwenden (z.B. Rockbros Multifunktionstool).
  • Luftpumpe: Entweder eine Rahmenpumpe oder eine CO2-Luftpumpe (mit ausreichend Patronen).

Energiezufuhrpaket

Nimm dir lieber jeden Tag etwas beim Frühstück mit. Manchmal kommt man auch bei Tankstellen oder Supermärkten vorbei - auch das ist eine Variante, aber nur für den Tagesproviant!

  • Tabs für dein Wasser: Elektrolytische Energiezufuhr ist echt wichtig (2 pro Tag reichen)
  • Notfall Riegel: gegen den Hunger-Ast wenn dein Tagesproviant aufgebraucht sein sollte (es reicht wenn du 2 davon mitnimmst, solltest du sie wirklich aufbrauchen, hol dir unterwegs neue)
  • Geld: Mache Mittagspausen! Gönne deinem Körper eine kurze Erholungspause. Vergiss nicht, du machst Urlaub, kein Wettrennen. Zu Mittag empfehle ich leichte Kost, ich persönlich esse gerne eine deftige Suppe mit Einlage. Am Nachmittag noch Kaffee und Kuchen auf einer Almhütte und der Tag ist perfekt ;-).

Kleidung & Wärmeschutz

Je nach Jahreszeit variiert die benötigte Kleidung. Fixe Bestandteile sollten sein:

  • 2 Trikots (kurz- und langarm)
  • 2 Radinnenhosen + 1 Kurze Überhose und 1 Lange Überhose
  • 2 paar Fahrradsocken
  • Dünne Regenjacke (am besten eine Nummer größer)
  • Dicke Fahrradjacke (ich benutze eine Fox Ranger Jacke)
  • 1 paar Wärmesohlen (und ein Tiefkühlbeutel, denn: verpackst du die Solen luftdicht, kannst du sie weiterverwenden!)
  • Winddichter Schal (dünn für Sommer, dick für Winter)
  • Handschuhe (Neopren + dünne MTB Handschuhe)
  • Kopfbedeckung (dünn für Sommer, warm für Winter)
  • Sonnenbrille (ich habe mir die selbsttönende Alpina Twist Five geholt und bin sehr zufrieden, die Gläser laufen nicht an und können aus dem Rahmen raus genommen werden, sehr praktisch). Alternativ solltest du eine klare Brille und eine Sonnenbrille dabei haben.

Zusätzlich für die Hütte / das Hotel:

Eines ist klar, man braucht alles in sehr kleiner Form. Also kleine Flasche Duschgel, kleine Zahnbürste und Zahnpasta und so weiter. Ich habe mir dafür ein Reiseflaschen-Set gekauft. Da kann man seine eigenen Sachen einfüllen und wiederverwenden was ich sehr praktisch finde. Das sollte alle Hygieneartikel abdecken. Auch Medikamente sollten in kleinen Dosen dabei sein. 3-4 Aspirin und ein Schmerzgel in kleiner Tube sind bei mir immer dabei. Bei der Belastung einer Mehrtagestour sollte zumindest ein Beutel pro Tag genommen werden um Muskelkater/Krämpfen vorzubeugen. Zu guter Letzt, vergiss den Sonnenschutz nicht. Ich empfehle den Piz Buin Mountain Sun Cream + Lipstick, klein, leicht und gut!

Weiters brauchst du auf der Hütte oder in dem Gästehaus Schlapfen (kannst unmöglich mit den Klick-Schuhen durchs Haus stampfen). Ich nehme mir ganz gerne Gratis-Schlapfen von Hotels mit und benutze sie dann auf Radtouren. Solltest du keine zuhause haben, kann man solche Einweg-Schlapfen günstig kaufen. Das praktische ist das geringe Gewicht, geringer Platzbedarf und du kannst sie nach der letzten Übernachtung einfach wegwerfen. Ansonsten empfehle ich ein paar warme Socken, eine Unterhose und ein T-Shirt. Nachdem man dies nur abends und nachts an hat, kann man es auf Tour & Alpencross auch mehrmals anziehen. Vergiss bei der Ankunft nicht zu fragen ob es einen Wäscheservice gibt. Falls ja: Fahrradsachen bei jeder Gelegenheit durchwaschen lassen.

Navigation und Sicherheit

  • Handy-Navigation: Apps wie Komoot, Outdooractive, Strava oder Bergfex-App.
  • Akkupack: Zylindrischer Akku von Anker mit Luftpumpenhalterung oder flexibler Befestigung.
  • Handyhalterung: Fahrrad Handy Halterung von Primemion.
  • Karte: Reißfeste und feuchtigkeitsabweisende Karte von Freytag und Berndt (1:50.000) mit Höhenlinien und Forstwegen.
  • Erste Hilfe: Desinfektionsmittel, Pflaster, Pinzette, Erste-Hilfe-Päckchen.
  • Trillerpfeife: Für Notfälle.
  • Notfall-Schlafsack: Ultraleicht und klein verpackbar (z.B. Notfall Biwaksack von Shayson).

Um ohne Probleme Navigieren zu können, habe ich mir angewöhnt Handy und einen Akkupack am Lenker mitzuführen. Wenn das Display des Handys 6 Stunden an ist, reicht in der Regel eine Akkuladung nicht aus. Dazu empfehle ich den zylindrisches Akku von Anker. Den kann man nämlich wunderbar mit Luftpumpenhalterungen befestigen, oder man investiert noch ein paar Euro in eine flexible Befestigung wie diese. Ich habe beides mehrfach zuhause und kann dieses Setup mehr als empfehlen. Solltest du noch keine Halterung für dein Handy haben, ich habe echt viele ausprobiert und wieder zurück geschickt. Entweder machen sie den Lenker kaputt, oder das Handy hält nicht gut, oder sie sind schwer. Es gibt mit den meisten Halterungen Probleme. Eine kann ich trotzdem empfehlen (auch schon mehrfach gekauft), und zwar die Fahrrad Handy Halterung von Primemion. Wird fürs Motoradfahren verkauft, ist aber auch eine super Sache für dein Mountainbike!

Das Navigieren mit dem Handy funktioniert 100 Mal ohne Probleme. Aber es ist ein technisches Gerät und als solchen natürlich auch nicht 100% ausfallsicher. Es kann irgendwo Regenwasser rein kommen, es fliegt bei einem Sturz runter und ist kaputt, es kann dir gestohlen werden oder der Akku geht trotz externem Akkupack trotzdem mal leer. Lange Rede, kurzer Sinn: besorg dir zur Sicherheit eine Karte von dem Gebiet in dem du unterwegs bist. Von Freytag und Berndt gibt es tolle 1:50.000 Karten von jedem Winkel Österreichs (und Umgebung). Die Karten sind mittlerweile reißfest und Feuchtigkeit abweisend, also was fürs Leben. Wenn du dir andere Karten besorgst, achte darauf dass Höhenlinien und Forstwege/Güterwege eingezeichnet sind.

Weitere Tipps zur Tourenplanung

  • Ziele setzen: Definiere vorab das Ziel, die Art und den Schwierigkeitsgrad der Tour.
  • Wetterlage prüfen: Informiere dich über die Großwetterlage und passe die Planung entsprechend an.
  • Regionale Informationen einholen: Frage Wirte, Tourismusvereine oder Bikeshops nach lokalen Sperren oder aktuellen Bedingungen.
  • Schlüsselstellen definieren: Identifiziere schwierige Passagen und lege einen Umkehrpunkt fest.
  • Alternative Routen planen: Habe immer einen "Plan B" parat.
  • Tour reflektieren: Analysiere nach der Tour, was gut gelaufen ist und was verbessert werden kann.

Vor nahezu jeder Tour steht für mich die Routenplanung. Ob für eine kurze Ausfahrt, eine Tagestour oder das mehrtägige Bikepacking-Abenteuer, ich weiß gerne, was mich unterwegs ungefähr erwartet, wo es die besten Pausenorte oder die schönsten Landschafts-Highlights gibt. Daher ist für mich eine möglichst sorgfältig geplante Route oft essentiell für eine gelungene Radtour. Besonders auf Reisen gibt es mir ein Gefühl von Sicherheit nicht ins Blaue zu radeln. Auch wenn das manchmal sicherlich ebenso reizvoll sein kann ;-).

In diesem Beitrag möchte ich meine Art der Routenplanung zeigen, welches Tool ich benutze und wie ich die besten Strecken finde. Routenplanung gehört für mich zu den wichtigsten Dingen in der Touren- und Reisevorbereitung mit Fahrrad. Und ich mache es richtig gern. Selbst als ich anfangs nur einfache digitale Karten und Planungstools nutzte, bekam ich so einen Eindruck von der Strecke. Das steigerte nicht nur die Vorfreude auf die Tour, sondern half mir auch die Region oder das Land besser einschätzen zu können. So ließ sich auch die eigene Unsicherheit etwas mindern, denn eine ausführliche Tourenplanung hilft mir zu verstehen, was mich erwarten wird in Bezug auf Wege, Höhenprofil aber auch Sehenswürdigkeiten. Das kann besonders bei Solo-Touren sehr hilfreich sein.

Routenplanung mit Komoot

Ich bin mir sicher, viele von euch kennen die mobile App und die Desktop Version des Potsdamer Routenplanungs-Tools bereits. Für mich ist es die leichteste Art meine Ausfahrten und Reisen vorzubereiten: Und zwar nicht nur für Radtouren, sondern z.B. auch zum Wandern. Im Folgenden gehe ich darauf ein, wie ich Routen für Tages- und Mehrtagestouren plane und mit komoot meine Strecke anpasse und optimiere. Natürlich lassen sich auch andere Planungs-Apps dazu nutzen, doch noch einigen Versuchen und Tests hat sich für mich komoot einfach bewährt. Ich nutze die App nun bereits seit ein paar Jahren.

Herangehensweise

Bevor ich mich detailliert an die Routenplanung mache, gibt es ein paar Faktoren, über die ich mir Gedanken mache. Wie bereits kurz in meinem Beitrag zur Solo-Tour angerissen, setze ich mir gerne Ziele bzw. versuche vorab einzuschätzen, wie weit ich fahren möchte. Je nachdem, ob es sich um eine kurze Ausfahrt oder eine Mehrtagestour handelt, ist das also ein breites Feld. Es kommt auch mal vor, dass ich keine Lust habe, eine eigene Tour zu planen oder etwas Inspiration benötige. Ich nutze dann meist eine der folgenden beiden Optionen:

  1. Ich schaue mir öffentliche Touren anderer Personen und von Freunden an, denen ich auf komoot folge. Diese Touren kann ich so direkt nutzen oder ich plane mir auf dieser Grundlage eine eigene Route.
  2. Besonders praktisch in Regionen, in denen ich mich nicht auskenne oder wo ich etwas Neues kennenlernen will, ist die “Entdecken” Funktion. Darüber kann ich nicht nur an einem Ort nach coolen Strecken suchen, sondern auch direkt festlegen, welche Fahrradart in nutzen und wie lang ich etwa unterwegs sein möchte.

Beide Varianten sind übrigens auch super, falls du dir noch nicht so sicher bist, mit der Routenplanung und erstmal ein paar Orientierungspunkte möchtest. Sobald du die Tour nämlich gespeichert hast, kannst du sie anpassen und etwas herumprobieren - oder einfach direkt drauf losfahren! Ich würde aber bei fremden Touren immer empfehlen, die Route zumindest grob zu checken, die Wegqualität zu prüfen und ob sie vom Untergrund wirklich passt (in Punkt 4 gehe ich darauf auch kurz ein).

1. Start und Ziel

Schritt 1: Wo starte ich und wo möchte ich hinfahren? Möchte ich eine Rundtour machen oder geht es erstmal nur in eine Richtung?

„Meistens hat eine Tour, die ich plane, ein bestimmtes Ziel, das örtlich, Personen oder Event bezogen sein kann.“

Ich finde es schön, ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben. Es motiviert mich nicht nur, dort auch anzukommen, sondern es gibt mir einen Anhaltspunkt für meine Routenplanung. Einmal den schönsten Weg bitte, um da auch anzukommen, wo ich hin will!

Wo soll es hingehen? Die Wahl des Reiseziels und mitunter der Weg dahin, hat durch Temperatur, Gelände und allgemeines Klima Einfluss auf meine Fahrradwahl, Ausstattung und Equipment. Doch zuallererst gibt es mir einen Anhaltspunkt, um eine Strecke zu planen. Denn Start und Ziel sind erstmal die wichtigsten Parameter für die Routenplanung. Ich setze diese Punkte direkt über die komoot Karte, man kann aber z.B. auch Adressen nachschlagen oder Rundtour auswählen, wenn man zum Startpunkt zurück navigieren möchte. Falls ich nicht von zu Hause losfahre bzw. keine Rundtour plane, muss ich mir noch Gedanken über die Anreise machen (Bahn, Auto, Fähre usw.).

Fazit: Tourenstart- und Zielpunkt liefern die Rahmenbedingungen für die Routenplanung und geben die wichtigsten Orientierungspunkte vor!

2. Tourenaufteilung

Schritt 2: Wie plane ich einzelne Etappen bei langen Touren?

Die Planung für eine mehrtägige Tour ist sicherlich etwas umfangreicher. Die Routenplanung für eine Reise erfordert mehr (zeitlichen und Recherche-) Aufwand. Zum einen steht die Region, in die es gehen soll bzw. gar das Land, zum anderen müssen die einzelnen Etappen geplant werden.

Tipp für komoot-Premium Nutzer:innen: Darüber ist es möglich, eine Gesamtstrecke zu planen und diese dann in mehrer Tagesrouten zu unterteilen. Ich kann sogar nach passenden Unterkünften schauen und am Ende alles in eine Routen-Sammlung (Collection) speichern. Sehr praktisch und vor allem übersichtlich. Natürlich lassen sich die Touren auch separat planen, wenn ihr andere Tools oder die Basisversion von komoot nutzt!

So habe ich das bisher auch immer gemacht und zwar in drei Varianten:

  1. Gesamtroute: Die gesamte Route wird am Stück geplant und optimiert. Ich habe keine Einzeletappen und navigiere immer anhand des kompletten Tracks.
  2. Gesamtroute und Einzeletappen: Ich plane die gesamte Strecke von Start bis Ziel an einem Stück und unterteile diese dann in einzelne Etappen (über die Routenkopie). Diese optimiere ich gegebenenfalls separat - je nach Distanz, die ich pro Tag zurücklegen kann und möchte.
  3. Einzeletappen: Ich plane von vorneherein einzelne Etappen bis zu meinem Ziel in gewünschter Länge und wähle jeden Tag die passende Route aus.

3. Streckenlänge

Schritt 3: Wie weit möchte ich fahren?

Neben der Start und Zielwahl ist die Festlegung der Streckenlänge ein weiterer, wichtiger Punkt für die Routenplanung. Egal ob Feierabendrunde, Tagestour oder Mehrtagestrip, dieser Faktor wird beeinflusst durch die persönliche Fitness, den verfügbaren Zeitrahmen, eventuell POI auf der Route und auch die Streckenqualität (wie ich die erkenne, dazu im nächsten Punkt mehr). Dabei gilt für mich hier meistens, je fordernder der Untergrund, das Wetter und das Höhenprofil, desto weniger Distanz „schaffe“ ich vermutlich im Vergleich zu optimalen Fahrbedingungen. Diese Faktoren beeinflussen wie schnell ich eine Route zurücklegen kann und vor allem auch möchte.

Falls du zum Beispiel noch nicht so genau weißt, wie viele Kilometer du fahren kannst, macht es komoot dir hier etwas einfacher. Du kannst nämlich neben der Einstellung des Fahrradtyps auch dein Fitnesslevel angeben. Anhand dessen und deiner geplanten Strecke (in Berücksichtigung der eben genannten Faktoren) bekommst du eine ungefähre Zeitangabe, wie lange du in etwa unterwegs sein wirst.

Besonders relevant ist die Streckenlänge für Touren mit festem Übernachtungsort, den ich im Zweifel gern erreichen möchte. In diesem Fall plane ich lieber ein paar Kilometer weniger ein. Falls ich völlig frei und ohne festen Zielort fahre, folge ich meiner Gesamtstrecke entweder so lange, bis ich nicht mehr weiterfahren mag, einen guten Platz zum Übernachten gefunden und/oder die Distanz erreicht habe, die ich mir für den Tag vorgenommen habe.

Es gibt oft ein bestimmtes Zeitfenster für Touren, die ich mache, weil ich zum Beispiel zu einer Veranstaltung möchte, jemanden besuchen oder einfach nur begrenzt Zeit zur Verfügung habe. In dem Fall teile ich die Streckenlänge durch die Tage/Zeit, die ich zur Verfügung habe. Dabei schaue ich gegebenenfalls, ob ich Start oder Zielort so verschieben kann, dass es für mich innerhalb des Zeitrahmens machbar ist oder ob ich einen Teil der Strecke zum Beispiel durch Bahnfahren kürzen kann.

Fazit: Die Streckenlänge, die ich fahren kann ist u.a. abhängig vom persönlichen Trainingsgrad, dem verfügbaren Zeitrahmen, möglichen Stopps auf dem Weg, dem Höhenprofil und der Straßenqualität. Wenn ich meine Route recherchiert habe, kann ich besser einschätzen, wie viel ich pro Tag fahren möchte und kann.

4. Wegtypen & Untergründe

Schritt 4: Welche Wege möchte ich nutzen? Asphaltierter Radweg, Landstraße, Forstweg oder Schotterroute - was können ich und mein Fahrrad fahren und welche Untergründe bevorzuge ich?

Je nachdem, mit welchem Fahrrad ich unterwegs bin, und ob ich die schnellste oder die schönste Route fahren will, verändern sich auch meine Präferenzen in Bezug auf den Untergrund. Wo ich primär fahren möchte und kann, lässt sich nicht immer steuern, aber bis zu einem gewissen Grad in der Routenplanung beeinflussen.

Bei komoot wähle ich daher zunächst den Fahrradtyp. Anhand dessen plant der Routenplaner für mich schon einmal bestimmte Wege und Untergrundarten mit ein oder versucht sie zu vermeiden. Danach verfeinere ich meine Route manuell. Über das Drop-down-Menü in der unteren Karteansicht und den Punkt Wegtypen & Wegbeschaffenheit sehe ich in der Übersicht, welche Untergrundtypen vorherrschen. So kann ich die Abschnitte einsehen, wo zum Beispiel besonders viel Asphalt auf der Strecke liegt und die Route dann gegebenenfalls umplanen. Um z.B. Hauptstraßen zu meiden, suche ich nach Radwegen, Strecken durch den Wald oder weniger befahrenen Nebenstraßen. Dank der detaillierten Kartendarstellungen und den Einstellungsoptionen, lassen sich die Art der Straße und des Bodens gut vorab erkennen, was die Planung erleichtert.

Wenn ich weiß, ich bin flexibel darin auch verschiedene Wege zu fahren, wie es bei einem Gravelbike meist der Fall ist, dann gibt mir das auch für die Streckenführung sehr viel mehr Spielraum. Während man mit dem Rennrad primär nach geteerten Straßen und Radwegen Ausschau hält, ermöglicht ein Fahrrad mit profilierten, eventuell etwas breiteren Reifen, dass ich auch mal auf Schotter und Waldwege oder gar wurzelige Trails abbiegen kann. Falls ich ohne große Umwege die möglichst direkte Strecke fahren möchte, kann ich demnach aus den Vollen schöpfen. Genauso gut, lässt sich die Route aber auch so anpassen, dass sie möglichst szenisch und gut fahrbar ist.

Fazit: Die Wegequalität kann beeinflussen wie gut ich voran komme. Will ich schnell ans Ziel, fahre ich vermutlich ohne Umwege und auf mehr Asphalt. Bin ich zeitlich freier und ist mir die Routenvielfalt wichtiger, darf es auch gern mal ins Gelände gehen. Wenn man dank Ausstattung des Fahrrads flexibel ist und auch unebene Untergründe fahren kann, ist das Wegenetz viel größer. Die Strecken sind mitunter abwechslungsreicher und schöner, da auch abseits von asphaltierten Straßen und Radwegen geplant werden kann.

5. Fernradwege & Radrouten

Schritt 5: Suche ich meinen eigenen Weg oder orientiere ich mich an vorhandenen Radrouten und Fernradwegen?

Benutzt man Tools wie komoot für die Routenplanung, das wie viele Karten und Apps auf OpenStreetMap basiert, dann werden meist vorhandene Radwegen- und strecken berücksichtigt. Zunächst wird daran orientiert die Route geplant. Das heißt, wenn ich den Standart-Fahrradtyp ausgewählt habe und auf meinem Weg zum ausgewählten Ziel ein Fernradweg liegt, wird dieser genutzt, falls das der direkteste Weg sein sollte. Über die Zusatz-Einstellung auf der Karte lassen sich mit der OpenCycleMap in der Desktop-Version offizielle Fahrradwege anzeigen.

Alpines Gelände: Schwierige Schlüsselstellen

Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, sollte bereits bei der Planung schwierige Schlüsselstellen wie technische Passagen und lange oder steile Auf- und Abfahrten in der Karte ausfindig machen. Im Idealfall wird die Tour so geplant, dass solche Abschnitte nicht am Ende der Route liegen. Denn dann wird es schwieriger, sie zu meistern. Wenn in den Karten Bikerouten eingezeichnet sind, werden diese häufig in ihrer Schwierigkeit nach der Singletrail-Skala bewertet. Dabei reicht die Bewertung von S0 „leicht fahrbar“ bis S5 „unfahrbar“.

Umkehrpunkt und Zeitplanung

Wenn die Schlüsselstellen der Tour identifiziert sind, lässt sich anhand der geplanten Gesamtzeit festlegen, bis wann man einen bestimmten Umkehrpunkt erreicht haben sollte. So kann man im Fall einer Panne oder anderer ungeplanter Verzögerungen eine sichere Entscheidung treffen und läuft nicht Gefahr, sich oder die Gruppe zu überfordern.

Gesetzliche Regelungen

In Deutschland fällt das Radfahren unter das Bundesnaturschutz- und Bundeswaldgesetz und ist auf Wegen grundsätzlich erlaubt. Details regeln die Landesgesetze. Anders verhält es sich in Österreich. Hier ist das Radfahren jenseits von Straßen überall verboten, wo es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Auch in der Schweiz gibt es je nach Kanton unterschiedliche Regelungen. Das Befahren der ausgewiesenen Mountainbikerouten der Stiftung Schweiz Mobil ist legal. In Italien regeln die Regionen und Provinzen, ob Wanderwege freigegeben oder gesperrt werden.

Wettervorhersage

Es macht durchaus Sinn, sich bereits ein paar Tage vor der Tour mit der Großwetterlage zu beschäftigen. So lässt sich die Planung an mögliche Schlechtwetter-Verhältnisse anpassen oder die gesamte Tour umplanen. Auch die benötigte wetterfeste Bike-Bekleidung gehört dann als Backup ins Gepäck.

3x3 der Tourendurchführung

Das 3x3 Schema teilt sich in drei Aspekte - Mensch, Umwelt und Ausrüstung - ein, die in drei Situationen der Tourendurchführung - zu Hause, vor Ort und auf Tour - bedacht werden müssen. Bereits zu Hause bei der Planung der Tour solltest du dich also fragen: Wie ist meine (Tages-)Form und die der anderen Gruppenmitglieder? Auf dieser Basis könnt ihr euch an die konkrete Planung machen: Welche Schwierigkeit ist für mich beziehungsweise die Gruppe passend? Hier könnt ihr euch an der Singletrail-Skala orientieren. Welchen Fitnessanspruch hinsichtlich Höhenmeter und Strecke pro Stunde darf die Tour haben? Und wie sehen die Rahmenbedingungen aus? Gibt es besonders schwierige Passagen oder bin ich in großer Höhe (Stichwort: Akklimatisation) unterwegs? Muss ich mit starker Hitze oder Kälte rechnen? Last but not least checkt ihr eure Ausrüstung: Funktionieren die Bikes? Haben alle ausreichend Proviant und passende Kleidung eingepackt?

Die richtige Navigation ist eines der entscheidenden Kriterien einer gelungen Alpencross oder anderer MTB Mehrtagestour.

Ich fahre ausschließlich mit Handy-Navigation. Es gibt duzende (zum Großteil) gute Apps wie Komoot, Outdooractive und Strava. Für meinen Geschmack ist allerdings die Bergfex-App die erste Wahl. Schon mit der kostenlosen Version, hast du einen zuverlässigen Begleiter. Die kannst Touren aus der Community speichern und abfahren, aber auch selber Touren zusammenbauen, oder sogar importieren. Zusammen mit Herzfrequenzdaten und Geschwindigkeit, Steigung usw. ein komplettes Cockpit. Die App stelle ich vielleicht in einem eigenen Artikel mal genauer vor. Fazit: Navigation = wichtig.

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