Mercedes E-Bike Modelle: Eine Übersicht

Das Universum der elektrischen Mobilität expandiert weiter, und diesmal geschieht dies mit dem Siegel eines der legendärsten Teams der Formel 1. Immer mehr Autohersteller bieten eigene Fahrräder und E-Bikes an. Mercedes-AMG hat in Zusammenarbeit mit dem Hersteller n+ zwei Modelle von E-Bikes entwickelt, die nicht unbemerkt bleiben.

Die neuen Mercedes-Pedelecs im Detail

Design und Antrieb

Ohne Schnörkel und mit klarer Linie präsentiert Fahrradhersteller N+Bikes das n+ Mercedes-Benz EQ Formula E Team E-Bike. Auf dem Unterrohr des schlicht schwarzen Urbanbikes sticht ein silberner Mercedes-Stern ins Auge. Dass das Fahrrad ein E-Bike ist, sieht man ihm kaum an. Die Antriebstechnik ist gänzlich im matt lackierten Alu-Rahmen "versteckt".

Beim Antrieb setzt NplusBikes auf den Mittelotor Bofeili aus dem Hause Taicang Yuebo Electric, der sich dank seines runden Gehäuses integrativ in das Design des Urbanbikes einfügt. Der mit mehreren Drehmomentsensoren ausgestattete Antrieb variiert seine Unterstützung je nach Pedaldruck: Tritt der Radfahrer kräftig rein, kitzelt er mehr Leistung aus dem Antrieb heraus. Diese wird sanfter, sobald die Pedalkraft nachlässt oder man bremst.

Der 250 Watt starke Mittelmotor unterstützt regelkonform bis 25 km/h. Für diejenigen Länder, die mehr Unterstützung erlauben, lässt sich der Antieb auch bis 32 km/h freischalten. Am Antriebsstrang treibt ein wartungsfreier und leiser Gates-Riemen die fünf-Gang Sturmey Archer Nabenschaltung an. Integriert sind selbstverständlich alle Bremsleitungen und der Schaltzug zur Nabenschaltung.

Akkuleistung und Reichweite

Beim n+ Mercedes-Benz EQ Formula E Team E-Bike versorgen Panasonic Akkuzellen mit 252 Wh den Motor mit Energie. Das sollte je nach Beanspruchung für rund 40 - 50 km Unterstützung ausreichen. Das Silver Arrows Modell wird mit 504 Wh Akku ausgeliefert. Geladen wird der Akku entweder am Rad, er kann auch durch die Schnellspannvorrichtung aus dem Sitzrohr herausgezogen und separat geladen werden, so der Hersteller.

Modelle im Überblick

Mercedes hat sich wieder mit dem E-Bike-Hersteller n+ zusammengetan und bringt eine exklusive Stadtversion seines AMG F1 E-Bikes auf den Markt. Die neue E-Bike-Serie für 2022 von Autohersteller Mercedes soll für Eleganz, Exklusivität und Geschwindigkeit stehen. In Kooperation mit seinem Formel E-Team und dem Fahrradhersteller N+ Bikes hat Mercedes vier neue E-Bikes entwickelt. Diese sollen bis zu 30 Prozent mehr Akkuleistung bieten als beispielsweise das Vorgängermodell n+ City Racer eBike von 2021.

Laut dem Mercedes-EQ Formula E Team soll jedes der vier neuen E-Bikes einen anderen Typ Fahrer ansprechen. Die Bikes kosten zwischen 3.825 und 6.340 Euro. Sie liegen damit im oberen Mittelfeld für E-Bikes. Die Räder sind optisch so konzipiert, dass ihre elektronischen Bauteile im Rahmen versteckt sind. Dabei hat sich der Hersteller bemüht, den Aluminiumrahmen leicht und die Gabel des Fahrrads schlank zu halten. Auch auf überflüssige Designdetails wurde verzichtet. Etwa das elegante Display, das bei allen vier Modellen im Cockpit integriert ist.

  • Formel E Team: Das "günstigste" E-Bike der vier neuen Modelle ist das "Formel E Team". Es ist mit einem 80 Newtonmeter-Motor ausgestattet. In Kombination mit dem 36 Volt-Akku soll es bis zu 70 Kilometer an Reichweite schaffen. Dank eines stufenlosen Automatikgetriebes kann sich der Fahrer ausschließlich aufs Fahren konzentrieren. Das schicke Rad verfügt zudem über einen Carbon-Riemenantrieb. Auf der Homepage des Herstellers wird das „Formel E Team“ für 3.825 Euro angeboten.
  • Silberpfeil: Zwei Batterien, die mit einem stufenlosen Getriebe gekoppelt sind, sorgen für eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern. Was den „Silberpfeil“ mit 21,5 Kilogramm aber auch ein Kilogramm schwerer als das „Formel E Team“ macht. Sein englischer Modellname „Silver Arrows“ ist eine Hommage an die Rennwagen von Mercedes aus den 1930er Jahren. Wie sein „kleiner Bruder“ verfügt der Silberpfeil ebenso über einen 80Nm-Motor und einen Carbon-Riemenantrieb. Preis: 4.990 Euro.
  • Silberpfeil Sport: Das "Silver Arrows Sport" hat laut Hersteller 200 Prozent mehr Leistung als das "Silver Arrows", um damit jeden Hügel zu bezwingen. Mit seinem 90 Nm-Motor kann es bis zu 45 Stundenkilometer erreichen und zählt so zu den S-Pedelecs (Speedpedelecs). Das Rad ist in Deutschland dann allerdings versicherungs- und führerscheinpflichtig. Zwei Batterien sorgen auch hier für eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern. Die zusätzliche Leistung geht auch zusätzlich in den Geldbeutel - das Rad kostet 5.435 Euro.
  • Championship Edition: Die „Championship-Edition“ der neuen E-Bike-Serie kommt als Luxusvariante. Der Doppelmotor mit Allradantrieb (laut Hersteller das erste E-Bike mit Allradantrieb auf dem Markt) liefert eine Leistung von 750 Watt und ein Drehmoment von 130 Newtonmeter. Die Championship Edition verfügt über Federgabeln an der Vorderachse. Zudem ist es mit einer Semi-Slick-Bereifung ausgesattet. So wird eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern zu erreicht. Damit ist es wie das „Silberpfeil Sport“ ein S-Pedelec. Allerdings übersteigt die Motorleistung mit 750 Watt den in Deutschland zulässigen Höchstwert von 500 Watt. Es kostet laut Hersteller 6.340 Euro.

Technische Details und Besonderheiten

Integrierte Technologie

Eines der herausragendsten Merkmale dieser Modelle ist die Integration eines fortschrittlichen Telemetriesystems. Am Lenker simuliert ein 5,5 Zoll großes LCD-Display das Armaturenbrett von Mercedes-Benz-Fahrzeugen und zeigt Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe, verbleibende Batterieleistung und mehr an. Das Ökosystem wird durch einen intelligenten Helm ergänzt, der via Bluetooth synchronisiert wird. Dieser enthält automatische Lichter, Blinker, die vom Lenker gesteuert werden, einen Lichtsensor, ein Sonnenschutzvisier und ein Unfallerkennungssystem mit automatischem SMS-Versand.

Diebstahlschutz und hochwertige Materialien

Für mehr Formel-1-Feeling sorgt ein spezielles Display. Optional ist sogar ein Bluetooth-fähiger Helm erhältlich, der sich mit dem E-Bike koppeln lässt. Er verfügt über eine automatische Lichtsteuerung mit integriertem Bremslicht und Blinker, die per Daumentaste am Lenker aktiviert werden. Ein weiteres Highlight dürfte der integrierte Diebstahlschutz des E-Bikes sein, der mehrere Schutzmechanismen kombiniert: Neben GPS- und Bluetooth-Tracking bietet das Rad eine Bewegungsalarmfunktion mit Push-Benachrichtigung auf das Smartphone.

Abgerundet wird das Paket durch hochwertige Materialien, die der Hersteller als „Full Stealth Carbon Cockpit“ bezeichnet: Lenker, Sattelstütze und Schutzbleche bestehen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, was das Gewicht reduziert und die Stabilität erhöht. Zur Optik trägt auch das AeroFrame-Design mit integrierter Akkulösung bei. Der 504 Wh Akku ist komplett im Unterrohr verborgen, was für eine aufgeräumte Optik sorgt und das Gewicht gleichmäßig verteilt.

Preisgestaltung

Das n+ Mercedes-Benz EQ Formula E Team E-Bike mit 252 Wh Akku und der fünf Gang Nabenschaltung steht ab 2724,- € im Fachhandel, das in klassischem Mercedes-silber gehaltene n+ Mercedes-Benz EQ Formula E Team Silver Arrows E-Bike mit stufenloser Enviolo-Nabenschaltung und einem 504 Wh Akku gibt’s dann ab rund 3830,- €.

Das neue Mercedes-E-Bike ist in drei Rahmengrößen und in der Farbe Weiß für 4.999 Euro erhältlich. Die Lieferzeit beträgt etwa 90 Tage, da die Räder nur auf Bestellung gefertigt werden.

Weitere Hersteller im E-Bike-Markt

Mercedes ist nicht der einzige Autohersteller, der in den E-Bike-Markt einsteigt. Auch andere Marken wie Porsche, BMW und Peugeot bieten eigene Fahrräder und E-Bikes an.

  • Porsche: Die Porsche-Bikes kommen vom E-MTB-Hersteller Rotwild aus Darmstadt-Dieburg. Statt wummernder Motoren gibt’s jetzt leises Surren und E-Power vom Shimano EP8-Antrieb, veredelt mit Technik von Fazua, die Porsche 2022 gekauft hat.
  • Peugeot: Während 1881 bei Peugeot die Fertigung von Fahrrädern begann, wurde erst acht Jahre später mit dem Kraftfahrzeugbau begonnen. In den 70ern war Peugeot der größte Fahrradhersteller Europas und bekannt für seine Profi-Rennräder. Mittlerweile gibt’s aber auch moderne Räder aller Kategorien im Angebot, wie zum Beispiel das Modell Crossover mit Boschs Power-Tube-Antrieb.
  • BMW: In Zusammenarbeit mit der Fahrradmanufaktur 3T hat BMW 2023 drei Biketypen (Gravel, Road, Urban - jeweils mit und ohne E-Antrieb) mit sehr ordentlicher Ausstattung gelauncht. Die E-Modelle kommen mit dem superleichten Mahle X20 System daher.

Tabelle: Mercedes E-Bike Modelle im Vergleich

Modell Motor Akku Reichweite Preis (ca.)
Formel E Team 80 Nm 36 Volt 70 km 3.825 €
Silberpfeil 80 Nm Zwei Batterien 120 km 4.990 €
Silberpfeil Sport 90 Nm Zwei Batterien 120 km 5.435 €
Championship Edition 750 Watt (Allrad) - - 6.340 €

Fazit

Vollgepackt mit Hightech: Mercedes steigt erneut in die Welt der E-Bikes ein - diesmal mit echtem Formel-1-Flair. Ausgerechnet die Autobauer, die jahrzehntelang als Symbole für individuelle Mobilität mit großem CO₂-Fußabdruck standen, zeigen nun, wie vielseitig ihr Markenzeichen auch auf zwei Rädern funktioniert. Die E-Bikes mit ihren Logos sind nicht nur technische Produkte, sondern Statements - mal als Türöffner für neue Kundengruppen, mal als Imagepolitur in Sachen Nachhaltigkeit.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0