MIFA Fahrrad Mountainbike Test: Ein Rückblick und Ausblick

Die Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, besser bekannt als MIFA, blickt auf eine lange Tradition im Fahrradbau zurück. Besonders in der DDR-Zeit spielte das Unternehmen eine wichtige Rolle. In den 1980er Jahren entstanden bei Mifa einige interessante Neuentwicklungen wie Sporträder "Sprint", Universalfahrräder, Tandems und BMX-Fahrräder.

MIFA in der DDR-Zeit

Mifa blieb auch in den 1970er und 1980er Jahren ein Fahrradwerk mit großer Fertigungstiefe, während bei Diamant zu dieser Zeit der Schwerpunkt eindeutig bei den devisenträchtigen Strickmaschinen lag. Dies mag ein Grund dafür sein, weshalb Neuentwicklungen oder Versuchsmodelle fast ausschließlich bei Mifa entstanden.

Für den Zeitraum der 80er Jahre lassen sich zumindest Bemühungen erkennen, internationalen Entwicklungstendenzen gerecht zu werden und die bestehende Modellpalette zu modernisieren. So konzentrierte sich der Hersteller in Sangerhausen seit Mitte der Achtziger Jahre beispielweise stärker auf Sporträder und nahm ein BMX-Fahrrad ins Sortiment auf.

Demgegenüber wurde die Produktion einfacher Gebrauchsräder (Tourensporträder 26" und 28") etwas reduziert. Damit entsprach man auch den Forderungen jener Konsumenten, die sich mehr sportlich orientierte Fahrradmodelle wünschten.

Das geplante Mountainbike von MIFA

Für die Zeit nach 1990 war die Serienproduktion eines Mountainbikes geplant. Bedingt durch die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen ab Herbst 1989 konnte dieses Vorhaben jedoch nicht mehr in der ursprünglich geplanten Form realisiert werden. Es blieb bei den im Jahre 1989 entwickelten Versuchsmustern eines geländetauglichen Fahrrades.

Offizielle Belege für dieses Mountainbike finden sich bislang nur in der Ausgabe der FDJ-Zeitung Neue Welt vom 14.6.1989. Darin heißt es in einem Bericht über eine Mifa-Testfahrt durch das Pamir-Gebirge: "[...] Ausgerüstet wurde unsere Expedition von der Jungen Welt und im Sangerhausener MIFA-Kombinat. Sinn der Tour ist es, ein in Sangerhausen speziell für das Gelände und die Berge entwickeltes Fahrrad unter extremen Bedingungen zu testen. [...]".

Bei den 26-Zoll-Rädern handelt es sich vorerst um Prototypen. Die Rahmen wurden erstmals im Schweißverfahren zusammengesetzt. Sie sind mit einer 10-Gang-Kettenschaltung und mit einem stabilisierten Gepäckträger ausgerüstet, und neu ist auch die Konstistenz des Reifenmaterials. Wenn wir den Pamir damit hinter uns haben, wollen wir MIFA Erkenntnisse liefern, die der Allgemeinheit zugute kommen. [...]".

In seiner Bestimmung, Geometrie und Konstruktion stellte dieses Fahrrad in der DDR eine Neuheit dar. Neben dem vollständig geschweißten Rahmen sind vor allem die Unicrown-Vorderradgabel sowie die speziell ausgeformte Hinterradgabel samt Ausfallenden hervorzuheben.

Rahmen und Gabeln weisen in ihrer Ausführung deutlich Analogien zum Mifa BMX-Fahrrad auf, das kurz zuvor entwickelt worden war. Statt der bisher üblichen Stege an Hinterbau und Kettenstreben waren Pletscherplatten zur Befestigung von Felgenbremse, Gepäckträger und Seitenständer eingesetzt. Die Laufradgröße betrug 26 Zoll, die Reifenbreite vrmtl. 1,75 Zoll.

Informationen über die Reifen mit ihrer im Zeitungsartikel genannten neuen "Konsistenz" sind bislang nicht bekannt. Ebenfalls eine Neuentwicklung von Mifa waren die Gepäckträger; für den hinteren wurde (mit minimalen Unterschieden) 1990 ein Patent angemeldet.

Die übrigen Komponenten des Rades waren Standardteile der DDR-Fahrradindustrie, die auch an Serienmodellen Verwendung fanden. Es ist jedoch unübersehbar, dass die Erzeugnisse der DDR-Fahrradindustrie Ende der 1980er Jahre bereits weit hinter dem Weltstandard zurücklagen und für einen Einsatz an sportlich orientierten Fahrrädern kaum noch geeignet waren.

Die beim Versuchsmuster verwendete Ausstattung (einfache und schwach wirkende Felgenbremsen, technisch veraltete Gangschaltung, nur Fünffach-Zahnkranz) dürfte auf der Testfahrt wohl nur bedingt überzeugt haben. Das Rahmendekor des hier gezeigten Fahrrads entspricht dem der Sporträder.

Sehr wahrscheinlich durch die weiteren Entwicklungen ab Ende 1989 bedingt, gelangte das Fahrrad in dieser Form und Ausstattung, dessen (interne) Bezeichnung bzw. eventuelle Modellnummer unbekannt ist, nicht in die Serienproduktion. Zugführung für hint. Die rutschsicheren Lenkergriffe wurden vom BMX-Fahrrad übernommen. - Thompson-Tretlager, Doppel-Kettenblatt.

MIFA nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung stand MIFA vor neuen Herausforderungen. Das Unternehmen musste sich in einem globalisierten Markt behaupten und sich den veränderten Kundenbedürfnissen anpassen.

Für einige Schlagzeilen sorgte Mifa mit der Entwicklung eines E-Bikes ohne Kette. Unter der Leitung von MIFA ist es einem Konsortium gelungen, gemeinsam ein E-Bike ohne Kette zu entwickeln. Das Funktionsprinzip: Die Energie aus der Muskelkraft des Fahrers wird bei diesem E-Bike rein elektrisch an das Hinterrad übertragen. Die Muskelkraft wird von einem Generator in Energie umgewandelt, diese treibt den Motor an. Die elektrische Unterstützung lässt sich unter anderem durch eine Smartphone-Anbindung steuern.

Noch handelt es sich beim E-Bike X-Pesa von MIFA um einen (fahrbaren) Prototypen. Allerdings soll das E-Bike in Serie gehen. Wann ist allerdings noch nicht bekannt.

Aktuelle Marktentwicklungen: Fatbike E-Klappräder

Ein aktueller Trend im Fahrradmarkt sind Fatbike E-Klappräder. Diese Modelle kombinieren die Vorteile eines Fatbikes (breite Reifen für unwegsames Gelände) mit der Kompaktheit und Transportfähigkeit eines Klapprads und der Unterstützung eines Elektromotors.

Ein E-Bike-Fatbike Klapprad ist ein Elektro-Klapprad mit besonders dicken Reifen. Meistens sind solche Klappräder schwer und haben ein sperriges Klappmaß. Es gibt Modelle in den unterschiedlichsten Preisklassen von 600 € bis 3000 €.

Vergleich aktueller Fatbike E-Klapprad Modelle (2025)

Modell Bewertung Besondere Merkmale
MYVELO Palma & Rio 8.9/10 Testsieger, starker Motor, hohe Akkukapazität
MYVELO Molinar 8.8/10 Favorit für Wald und Berge, hohe Qualität und Komfort
Vakole Y20 Pro 8.7/10 Maximale Reichweite, umfangreiche Ausstattung (Blinker, Hupe)
Engwe L20 SE 8.4/10 Preistipp, kleineres Faltmaß, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Hitway BK6S 8.3/10 Leicht und kompakt für ein Fatbike, Rücksitzbank

Die Leistung von einem Fatbike-E-Klapprad wird in Watt angegeben. Damit ist die reine Arbeitsleistung des Elektromotors gemeint, der fest im Rahmen integriert ist. Für alle europäischen Länder, und damit auch Deutschland, gilt eine maximal zulässige Motorleistung von 250 Watt.

Gleichzeitig zur Regelung von maximal 250 Watt ist hier auch die Höchstgeschwindigkeit von wichtiger Bedeutung. Die liegt bei einem Fatbike-Faltrad beim größten Teil aller Modelle und Hersteller nämlich bei 25 km/h. Des Weiteren musst du bei diesen Angaben und Werten keine Kfz-Steuer zahlen und das Fatbike Faltrad ist nicht versicherungspflichtig.

Merke: Würdest du dich hingegen für ein Fatbike-Elektro-Klapprad mit mehr als 250 Watt und 25 km/h entscheiden, sind Fahrerlaubnis und eine Anmeldung (Kfz-Steuer und Versicherung) fällig.

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