Jeder Fahrradfahrer weiß, wie wichtig die richtige Ausrüstung ist. Dazu gehört auch eine zuverlässige Luftpumpe. Dieser Test vergleicht verschiedene Mini- und Standpumpen, um die beste Option für Rennradfahrer zu finden.
Offensichtlich habe ich mittlerweile vier kleine Luftpumpen und zwei Standpumpen. Diese Menge an Pumpen in meinem Besitz war mir nicht ganz bewusst, aber auch dafür sind Test ja gut.
Testbedingungen
Um eine einheitliche Testsituation zu schaffen, habe ich mir mein Hinterrad vom Bombtrack Beyond geschnappt, welches 29 Zoll groß ist und einen Continental RaceKing Reifen mit 2,2 Zoll Breite und Schlauch hat. Für den Test wurde der Reifen auf 0 Bar gesetzt. Anschließend habe ich mit jeder Pumpe 100 Pumpstöße in den Reifen/Schlauch gegeben und den dann vorhandenen Druck gemessen. Ob es Unterschiede zwischen Tubeless Reifen und den Schlauchreifen aus meinem Test gibt, was die Pump-Performance angeht, kann ich nicht sagen. Auch gilt es zu beachten, dass bei schmaleren Reifen ggf. die Werte abweichen können und zum Beispiel höher ausfallen.
Getestete Pumpen
Blackburn Airstik SL
Diese sehr kleine und leichte Pumpe hat mir mal Stephan geschenkt. Sie ist so gesehen ideal für das Bikepacking, braucht kaum Platz, passt in jede Tasche oder auch ins Trikot. Mit 60g (selbst gewogen) und einer Länge von 16 cm ist sie wirklich sehr kompakt. Diese Pumpe steckt man klassisch auf das Ventil und legt los. Beim Pumpen muss man aber aufpassen, dass man sich nicht versehentlich den Finger vorne klemmt. Die 100 Pumpstöße gehen recht einfach, der Pumpenkopf wird auch nicht warm. Am Ende steht bei der Blackburn ein erreichter Luftdruck im Reifen von 0,31 Bar. Nach 200 Pumpstößen ist ein Druck von 0,77 Bar erreicht. Nicht schlecht. Wenn ich von einem Zieldruck von 1,9 Bar ausgehe, dann braucht es rechnerisch um die 500 Pumpstöße, bis ich diesen erreicht habe. Der Preis der AirStik SL beträgt 28 Euro, was ok ist. Dafür bekommt man eine gut verarbeitete Pumpe, die sehr leicht und kompakt ist. Und die - mit etwas Geduld - dann auch Luft in den Reifen bringt.
Silca Tattico
Die Silca habe ich mir mal als Alternative zur Lezyne Pumpe (siehe unten) gekauft. Bei der Tattico zieht man den Kopf mit einem Schlauch aus der Pumpe und klemmt diesen dann am Ventil fest. Anschließend funktioniert die Pumpe wie eine normale Luftpumpe und wird ausgezogen 41,5 cm lang. Der Kopf kann je nach Ventilart noch umgeschraubt werden. Also von Auto-Ventil auf französisches Ventil und umgekehrt. Die Klemmung ist vorteilhaft, da so der Kopf festsitzt und man die Pumpe auch an Ventilen benutzen kann, die kein Gewinde aufweisen. Allerdings habe ich es mit der Tattico auch geschafft, den Ventilkopf leicht zu verbiegen. Durch das Pumpen entsteht ja auch eine Bewegung. Diese führte dann dazu, dass der Pumpenkopf sich bewegte und trotz Klemmung sich etwas löste und dadurch den Ventilkopf verbogen hat. Aber wenn man das weiß, kann man dem Vorbeugen und ohne Beschädigungen arbeiten.
Obwohl der Pumpenkopf an der Tattico zusammengeschoben durch eine Gummikappe geschützt ist, kommen Staub und Dreck mit der Zeit rein, was dann dazu führt, dass sich der Kopf nicht mehr so einfach aus der Pumpe ziehen lässt. Im Test hat die Tattico dann nach 100 Pumpstößen einen Druck von 0,43 Bar im Reifen aufgebaut. Da hätte ich etwas mehr erwartet. Aber nach weiteren 100 Pumpstößen habe ich schon einen Druck von 1,22 Bar. Das ist nicht schlecht. Beim Pumpen wird natürlich der Pumpkörper etwas warm, aber nicht unangenehm. Laut Hersteller kann die Tattico bis zu 7 Bar maximal leisten.
BBB Doubleshot
Diese neue Pumpe von BBB ist interessant, denn hier wurde im Prinzip eine “normale” Luftpumpe geteilt und kompakt zusammengesteckt. Die BBB ist mit nur 83g die zweit-leichteste Pumpe in diesem Vergleich (selbst gewogen), kostet allerdings auch 60 Euro. Sie ist aus Aluminium gefertigt und besteht aus zwei Teilen, die zum Pumpen dann zusammengeschraubt werden. Zum Transport werden die Pumpenteile zusammengeschoben. Damit sind sie Maße 12 cm Länge x 4 cm Breite. Das macht sie angenehm kompakt und ideal zum Transport, wenn es auf Platz und Gewicht ankommt. Nach 100 Pumpstößen hat die BBB einen Luftdruck von 0,35 Bar aufgebaut. Das ist nur wenig mehr als die Blackburn. Und 19% weniger Druck als die Tattico nach 100 Stößen. Ich habe mit dieser Pumpe den Test sogar mehrmals gemacht und dabei war der niedrigste erreichte Luftdruck auch mal nur 0,26 Bar. Da hätte ich allerdings etwas mehr erwartet, aber vermutlich liegt die BBB mit diesen Werten einfach auch nur im Mittel, angesichts Kompaktheit und Gewicht.
Lezyne Micro Floor
Das ist schon meine zweite Lezyne Micro Floor. Die erste hat vor zwei Jahren ihren Geist aufgegeben und ließ sich nicht mehr bewegen. Die Micro Floor unterscheidet sich von den anderen Pumpen dadurch, dass sie eine Mini Standpumpe ist. Ausgezogen beträgt die Länge der Lezyne 50 cm und der kleine T-Griff am Ende der Pumpe ist sehr angenehm bei der Bedienung. Allerdings ist die Micro Floor auch dafür bekannt, dass durch das Verschrauben des Pumpkopfes mit dem Ventil sehr oft nach dem Pumpen das Ventil mit rausgeschraubt wird. Das ist mir zum Beispiel kurz vor dem Start des Bohemian Border Bash Race passiert. Dieser Nachteil ist wirklich ärgerlich, denn ansonsten ist diese Luftpumpe mein klarer Favorit und war immer dabei, wenn es wirklich drauf an kam. Sie wiegt 191g (selbst gewogen) und ist damit die schwerste Pumpe in diesem Test. Dafür liefert sie aber die beste Performance im Vergleich: nach 100 Pumpstößen lag der Luftdruck im Reifen bei 0,76 Bar. Nach weiteren 100 Pumpstößen hatte ich im Test einen Druck von 1,44 Bar erreicht. Das ist schon sehr gut und sehr schnell. Man sollte jetzt aber nicht die Blackburn oder die BBB mit der Lezyne vergleichen. Das sind einfach unterschiedliche Voraussetzungen, denn die Lezyne bringt mehr Volumen und Power mit.
Die Micro Floor braucht auch etwas mehr Platz als die Tattico, denn komprimiert misst sie 30cm Länge x 5 cm Breite. Die Druckanzeige nutze ich nie, denn die Plastik ist schon stumpf und somit kann ich wenig sehen. Der Schlauch hat sich aber als sehr robust erwiesen. Bei meiner alten Lezyne ist er mal unten aus dem Pumpenfuß herausgefallen und ich dachte schon, er sei abgebrochen. Stand jetzt kommt wieder die Lezyne mit in den Balkan. Trotz des Mehrgewichts habe ich bei ihr das bessere Gefühl und kann mich mehr darauf verlassen. Allerdings ist die Silca Tattico ebenfalls noch nicht ganz aus dem Rennen. Sie liegt in ihrer Leistung nur wenig hinter der Lezyne und hat eine Klemmung und wird nicht geschraubt. Zudem ist sie etwas leichter, was aber zu vernachlässigen ist. Ich habe manchmal auch noch zwei CO2-Kartuschen dabei. Allerdings habe ich mit Gas auch schon die Erfahrung gemacht, dass durch die Kälte beim Auslösen der Ventilkopf so beschädigt wurde, dass er abgebrochen ist.
Elektrische Minipumpen
Mit Interesse schaue ich auch auf die neuen und sehr kompakten elektrischen Pumpen. Diese wiegen meist um die 100g und bringen genug Power mit, um den Reifen mindestens zwei mal aufzupumpen. Danach lassen sie sich einfach via USB wieder aufladen. Die Dachs E-Pumpe bietet eine hervorragende Kombination aus Leichtgewicht, kompakter Größe und einfacher Bedienung. Auch wenn der Maximaldruck nur mit dem kleinen, zusätzlichem Schlauch erreicht wird, ist die Leistung direkt am Ventil für den Rennradalltag völlig ausreichend. Wer eine leichte Minipumpe für das Rennrad sucht, die einfach in die Trikottasche passt und im Ernstfall zuverlässig hilft, macht mit der Dachs ePump nichts verkehrt.
Riesiger Vorteil: Mit einer elektrischen Fahrradpumpe kannst du deinen Reifen unterwegs in ca. 60-90 sek. Kein lästiges Gezerre mehr wie mit der kleinen Handpumpe. Gefühlt liegt man hier mit der Handpumpe - meiner Meinung nach - bei ca. 5-10 Minuten pumpen!!!
Vergleichstabelle
| Pumpe | Gewicht (g) | Druck nach 100 Stößen (Bar) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Blackburn AirStik SL | 60 | 0,31 | 28 Euro |
| Silca Tattico | - | 0,43 | - |
| BBB Doubleshot | 83 | 0,35 | 60 Euro |
| Lezyne Micro Floor | 191 | 0,76 | - |
Weitere Testkandidaten
Im Markt gibt es einige unterschiedliche Ansätze, das Pumpen zu vereinfachen. Die Kleine für die Trikottasche? Die Dicke, die gerade noch in die Fahrradtasche passt? Mit welcher pumpe ich ewig, mit welcher bin ich ewig glücklich? Reifendurchmesser, Reifenbreite, Gewicht, Packmaß und Pumpkomfort sind die bestimmenden Auswahlkriterien. Wird die Pumpe regelmäßig benutzt oder kommt sie nur im Notfall zum Einsatz?
Crankbrothers Klic HV CO2
Mit all ihren Gimmicks - drehbarem Staubschutz, Klappgriff, Magnetkupplung, CO2-Aufsatz - ist die Klic HV ein nettes Spielzeug für Technik-Fans. Den „Ernstfall“ meistern andere Pumpen jedoch besser. Man benötigt wenig Kraft, dafür aber vergleichsweise viele Hübe, um den Reifen auf Druck zu bekommen. Mit maximal 7,6 bar bringt sie auch schmalere Pneus wieder ins Rollen. Der Klappgriff ist leicht kantig geraten, zudem klemmt man sich damit schnell die Fingerknöchel beim Pumpen, weil der Endanschlag zu knapp bemessen ist.
Decathlon MTB Pump
Decathlon liefert mit der MTB Pump einen Preis-Leistungs-Knaller. Bis auf den fummeligen Schlauchauszug ist sie eine echte Empfehlung, wenn man schnell viel Volumen in den Reifen bringen möchte. Der Ventilanschluss ist clever gelöst und passt ohne Umschrauben auf Presta- oder Schrader-Ventile. Top: die Teleskop-Kolbenstange und der Griff mit Einrast-Funktion. Mit maximal 4 bar bringt sie schmalere Pneus aber nur auf „Das-reicht-nach-Hause-Druck“.
Pro Minipump Performance HV
100 Hübe pro Bar sind eine Ansage, 100 Gramm ebenfalls - das Erste allerdings im negativen, das Zweite im positiven Sinne. Die geringen Handkräfte und das kleine Packmaß sprechen für die Pro. Als reine Gravelrad-Pumpe würden wir sie nicht empfehlen, dafür taugt sie auch fürs Rennrad mit breiten Reifen, ist eher eine Allrounderin mit Minimalgewicht. Der kleine Schlauch und die Schutzkappe sind praktisch, die Verarbeitung des Ventilkopfes wirkt verbesserungsfähig.
SKS Airflex Explorer
Bis auf die vergleichsweise hohen Handkräfte und minimales Spiel des Kolbens im Zylinder ist die SKS eine absolut empfehlenswerte Pumpe für Gravelbikes. Dank der mittigen Teilung bietet sie beiden Händen einen sicheren Griff, die Gummierung an der Pumphand ist sehr komfortabel. Auch der Pumpenkopf, der sich sehr einfach zwischen Presta- und Schrader-Ventilen umschrauben lässt, überzeugt.
Contec Air Support Go Switch
Die beste Allround-Pumpe ist die günstige Air Support Go Switch von Contec.Mit der Air Support Go Switch hat einen Schalter zum Wechseln zwischen HV und HP - also zwischen einer hohen Volumenleistung und hohem Druckaufbau. Wobei »hohes Volumen« bei der kleinen Pumpe relativ ist: mit gemessenen 30 cm3 Volumen benötigte ich 255 Hübe, um den Testreifen in der Einstellung »HV« auf 3 bar aufzupumpen. Das ist unterer Durchschnitt.
Lezyne Pocket Drive Pro
Die Lezyne-Pumpe ist offensichtlich für Rennradfahrer konzipiert. Die schmalen Reifen eines Rennrades bekomme ich damit auf die gewünschten 7 bar aufgepumpt, aber das dauert und ab 6 bar wird es mühsam. Das Volumen der Pocket Drive Pro beträgt nur rund 17 cm3.
Topeak Turbo Morph Digital
Sie macht das Aufpumpen einfach und mit dem Manometer weiß man genau, wann der richtige Druck erreicht ist. Besitzer schwerer E-Bikes, für die die zusätzlichen 318 Gramm keine Rolle spielen.
Worauf man achten sollte
- Pumpenkopf: Am komfortabelsten, aber teils groß und schwer, sind Multi-Köpfe. Damit können alle Ventilarten ohne Umbau genutzt werden. Hilfreich ist auch eine Staubschutzkappe, die den Ventilaufsatz vor Nässe und Dreck schützt.
- Ergonomie und Haptik: Auch Durchmesser, Griffigkeit und Material der Oberfläche gehen mit in die Wertung ein.
- Handhabung: Die Handhabung bezieht sich auf die Maße der Pumpe, das Gewicht, was entscheidend für den Transport ist.
- Pumpleistung: Zuallererst zählt vor allem die Pumpleistung! Die Leistung hängt von einem ausgeglichenen Maß aus Durchmesser und Hub der Pumpe ab.
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