Mit dem Moped über die Alpen: Erfahrungsberichte und Tipps

Viele Motorradfahrer träumen davon, einmal mit dem Moped die Alpen zu überqueren. Hier finden Sie Erfahrungsberichte und nützliche Tipps, die Ihnen bei der Planung und Durchführung Ihrer eigenen Alpen-Tour helfen können.

Die Planung: Wohin soll es gehen?

Die Wahl des Reiseziels ist entscheidend für ein gelungenes Motorradabenteuer. Hier sind einige beliebte Optionen:

  • Dolomiten: Ein Klassiker für Motorradfahrer, jedoch oft überlaufen. Unterkunft findet man gut im Grödnertal St. Ulrich.
  • Südtirol: Mit frühem Aufstehen und einem harten Hintern an einem Tag machbar, kann aber zur Tortour werden.
  • Elsass: Perfekt für einen alpinen Einstieg. Tolle Straßen, wenig los, problemlose Anreise und gute Hotels mit tollem Preis-Leistungsverhältnis.

Routenempfehlungen

Es gibt unzählige Routen durch die Alpen, die sich für Motorradfahrer eignen. Hier sind einige Vorschläge:

  • Gavia Pass: Ein hochalpiner Leckerbissen für Abenteuerlustige südlich von Bórmio.
  • Stilfser Joch: Ein unvergessliches Erlebnis, besonders bei Sonnenaufgang.
  • Route des Grandes Alpes: Eine Traumstrecke von Nizza nach Wien, die den gesamten Alpenbogen abfährt.

Anreise: Autobahn oder Landstraße?

Die Anreise zu den Alpen kann entweder über die Autobahn oder über Landstraßen erfolgen. Die Autobahn ist zwar schneller, aber die Landstraßen bieten mehr Fahrspaß und landschaftliche Reize. Es wird empfohlen, eine zweitägige Anreise einzuplanen, um die schönen Strecken in Deutschland mitzunehmen.

Wenn man die Autobahn benutzt, um schnell in die Alpen zu gelangen, sollte man bedenken, dass dies die Reifen eckig machen kann.

Erster Tag der Anreise: "Regen, Kies und Kurvenspaß"

Die erste Etappe führt durch den Schwarzwald, wo man sich ins Kurvengetümmel stürzt. Bei Ettenheim verlässt man die Autobahn und fährt über kleine Sträßchen den Kandel hoch. Die Straße nach oben wird derzeit erneuert und ist mit reichlich Kies und Sand bedeckt. Am Titisee vorbei geht es weiter Richtung Todtnau, wo man den Feldbergpass überquert und die Grenze zur Schweiz passiert.

In Zürich erwartet einen eine Lektion in Navigation mit Tunneln. Das Signal ist im Tunnel weg und die Abzweigung befindet sich direkt hinter dem Ausgang. Nach einer mühsamen Suche erreicht man endlich die Unterkunft am Vierwaldstädtersee.

Zweiter Tag der Anreise: "Vom See zum See"

Am zweiten Tag geht es weiter zum Lago Maggiore. Am Ufer des Vierwaldstädtersees entlangschwingend, erreicht man den Sustenpass. Der Sustenpass zeichnet sich durch traumhafte Kurven und unvergessliche Ausblicke aus. Auf halber Strecke ist eine Pause unabdingbar, weil es kalt wird.

Wieder unten angekommen, macht man sich auf zum Grimselpass. Die gut ausgebaute Straße macht es einem leicht, die Kurven zu genießen. Auf dem Grimselpass bleibt noch Zeit für einen Kaffee. Im Tal belohnt man sich mit einem ausgedehnten Mittagessen. Nach der Pause steuert man den Nufenenpass anstatt des Furkapasses und des Gotthards an. Ein kleines Sträßchen ohne Mittelstreifen führt nach oben. Nach dem Nufenenpass fährt man auf einer Nebenstraße durchs Tal am Verlauf der Autobahn entlang bis Locarno, wo man den ersten Blick auf den Lago Maggiore erhaschen kann.

Heimfahrt: Tag 1

Nach einem schnellen Frühstück macht man sich auf den Weg zu den Motorrädern. Das Gepäck wird verstaut und man kann eine recht ruhige Runde auf der Uferstraße entlang des Lago Maggiore Richtung Norden genießen. Etwas südlich von Locarno stockt man die Vorräte auf und tankt nochmal voll bevor es Richtung Westen auf dem Centovalli geht. Eine traumhaft gewundene Straße, die sich zwischen steilen Berghängen hindurchschlängelt und immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken zu überraschen vermag. Von dort aus geht es nach Norden Richtung Brig und dem Simplonpass.

Kurz nach der Weiterfahrt werden wir wieder jäh unterbrochen. Auf einem geraden Teilstück liegt mitten auf der Fahrbahn ein Auto auf dem Dach. Einige Rettungskräfte sind auch schon vor Ort und regeln den Verkehr. Dieser wartet mit einer grandiosen und recht steilen Auffahrt auf uns. Den dortigen Verkehr kann man jedoch aufgrund der gut ausgebauten Straßen problemlos auch bergauf aufschnupfen. Oben angekommen machen wir eine Pause und natürlich den obligatorischen Fotostop.

In Brig biegt man auf die B19 Richtung Nord-Osten ab und hat eine rund 50km lange Passage vor sich, die zum Grimsel bzw. Furkapass führt. Die Auffahrt zum Grimsel- und Furkapass ist schlicht atemberaubend. Rechts und links steigen steile Berghänge auf, im Tal glitzert das türkisfarbene Wasser eines Bergbaches und in den Bergflanken winden sich beidseitig verschlungene Straße nach oben. Als man über die Passhöhe hinauskommt, sieht man ein praktisches Beispiel dafür, wie empfindlich die Verkehrsinfrastruktur auf solchen Passtraßen reagieren kann. Unten angekommen wechselt man bei Andermatt auf die Schnellstraße. Dort verlässt man die Dosenbahn wieder und genießt die wundervolle Uferstraße entlang des Vierwaldstädter-Sees. Man bezieht in einem Hostel in Schwyz ein 6-Bett-Zimmer.

Heimfahrt: Tag 2

Der letzte Tag der Reise beginnt mit zugeschwollenen Augen und Atemwegen. Nach dem Frühstück kürzt man die Route direkt am Garmin. In Deutschland angekommen nimmt man zunächst die B317 Richtung Norden um nach einer Weile auf die L 123 abzubiegen, die und auf einer traumhaften Strecke nach Westen führt. Eine tolle Gegend mit wenig Verkehr, gutem Straßenbelag und tollen Kurvenkombinationen.

Route des Grandes Alpes: Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Eine 700 Kilometer lange Traumstrecke durch die französischen Alpen. Die Route beginnt in Thonon-le-Bains am Genfer See und führt über zahlreiche Pässe bis nach Menton an der Côte d'Azur.

  • Col des Gets (1.172m) und Col du Châtillon-sur-Cluses (742m): Diese beiden Pässe verpasst man leicht, wenn man nicht aufpasst.
  • Col des Saisies (1.650m) und Col du Méraillet (1.605m): Diese Pässe passiert man eher fliegend.
  • Cormet de Roselend (1.968m): Hier sollte man unbedingt eine Pause einlegen.
  • Col du Petit St Bernard: Ein Abstecher, der sich lohnt.
  • Col de l’Iseran: Hier gibt es das ganz große Kino in Sachen Panorama.
  • Col du Galibier: Die Nummer Zwei der höchsten Pässe auf der Route.
  • Col de la Bonette: Der höchste befahrbare Alpenpass überhaupt.
  • Col de la Cayolle: Ein gemütlicher Pass mit einigen netten alten Tunneln.
  • Col des Champs und Col de la Couillole: Weitere Pässe auf dem Weg.
  • Col Saint Martin und Col de Turini: Der Col de Turini ist bekannt für die "Nacht der langen Messer" bei der Rallye Monte Carlo.
  • Col de Castillon: Der letzte Pass der Route.

Mopedtransport auf dem Anhänger: Tipps und Erfahrungen

Einige Motorradfahrer transportieren ihr Moped auf einem Anhänger zu den Alpen. Hier sind einige Tipps und Erfahrungen:

  • Offener Anhänger: Ein offener Anhänger ist zwar praktisch, aber das Moped ist der Witterung ausgesetzt.
  • Plane: Eine Plane kann das Moped vor Regen und Schmutz schützen, aber sie kann auch flattern und am Moped scheuern.
  • Kleine Haube: Eine kleine Haube, die nur über den Lenker, Tacho und Lampe geht, kann eine gute Lösung sein.
  • Geschlossener Anhänger: Ein geschlossener Anhänger bietet den besten Schutz vor Witterungseinflüssen.

Mofa-Tour über die Alpen: Ein besonderes Abenteuer

Einige Motorradfahrer haben die Alpen mit dem Mofa überquert. Hier sind einige Erfahrungen:

  • Leistung: Mofas sind wenig geeignet für Steigungen >10%.
  • Übersetzung: Eine kleinstmögliche Übersetzung ist empfehlenswert.
  • Tuning: Leichtes Tuning kann die Leistung verbessern.
  • Mitnahme von Werkzeug: Das nötigste an Werkzeug sollte man dabei haben.
  • ADAC-Mitgliedschaft: Eine ADAC-Mitgliedschaft kann im Notfall helfen.

Hinweis: Die Mofaprüfbescheinigung ist nur in Deutschland gültig!

Trotz der Herausforderungen ist eine Mofa-Tour über die Alpen ein unvergessliches Abenteuer.

Packliste für die Alpen-Tour

Eine gute Vorbereitung ist das A und O für eine gelungene Motorradtour. Hier ist eine Packliste mit den wichtigsten Dingen, die Sie mitnehmen sollten:

  • Motorradbekleidung (Helm, Jacke, Hose, Handschuhe, Stiefel)
  • Regenbekleidung
  • Werkzeug
  • Ersatzteile (z.B. Glühbirnen, Sicherungen)
  • Verbandszeug
  • Navigationsgerät oder Karte
  • Kamera
  • Reisepapiere
  • Bargeld und Kreditkarte
  • Persönliche Gegenstände

Denken Sie daran, dass die Luft in den Bergen dünner ist und weniger Sauerstoff enthält als im Tal. Motorradfahren ist deshalb anstrengender als im Flachland. Vermeiden Sie für die Anreise den Beginn der Pfingstferien und der Sommerferien.

Übernachtungsmöglichkeiten

In den Alpen gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, von einfachen Pensionen bis hin zu luxuriösen Hotels. Es empfiehlt sich, die Unterkünfte im Voraus zu buchen, besonders in der Hauptsaison.

Tipp: Viele Hotels bieten spezielle Angebote für Motorradfahrer an, z.B. kostenlose Garagenplätze oder Trockenräume für die Motorradbekleidung.

Sicherheitstipps

Motorradfahren in den Alpen kann gefährlich sein. Hier sind einige Sicherheitstipps:

  • Fahren Sie vorsichtig und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen an.
  • Achten Sie auf den Verkehr und rechnen Sie mit unerwarteten Situationen.
  • Tragen Sie immer Motorradbekleidung.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen.
  • Vermeiden Sie es, bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter zu fahren.

Mit der richtigen Vorbereitung und Vorsicht können Sie Ihre Motorradtour über die Alpen sicher und unvergesslich machen.

Kosten einer Alpen-Tour

Die Kosten einer Alpen-Tour hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Reisedauer, der Wahl der Unterkünfte und der Verpflegung. Hier ist eine grobe Schätzung der Kosten für eine einwöchige Tour:

Kostenpunkt Kosten (ca.)
Anreise 100-300 €
Unterkunft 300-700 €
Verpflegung 200-400 €
Benzin 100-200 €
Mautgebühren 50-100 €
Sonstiges 100-200 €
Gesamtkosten 850-1900 €

Diese Angaben sind nur Schätzungen und können je nach Ihren individuellen Bedürfnissen variieren.

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