Hardtail Trails fahren: Tipps und Tricks

Hardtail Mountainbikes sind eine beliebte Wahl für Radfahrer, die ein robustes und reaktionsschnelles Fahrrad für Offroad-Abenteuer suchen. Charakteristisch für Hardtails ist, dass sie nur über eine Federung am Vorderrad verfügen, während der hintere Teil des Rahmens starr bleibt. Diese Konfiguration bietet eine Mischung aus Effizienz, Einfachheit und Performance, die sie besonders attraktiv für Trail-Enthusiasten und jene macht, die ein direktes Fahrgefühl schätzen.

Vorteile von Hardtail Mountainbikes

Hardtail Mountainbikes bieten zahlreiche Vorteile, die sie zu einer hervorragenden Wahl für eine Vielzahl von Radfahrern machen. Hardtails sind für ihre Langlebigkeit und geringeren Wartungsaufwand bekannt. Ohne die Komplexität eines vollgefederten Systems sind sie oft leichter und bieten eine effiziente Kraftübertragung, besonders beim Bergauffahren. Hardtails erfordern weniger Wartung als ihre vollgefederten Pendants, da sie weniger bewegliche Teile haben.

Auswahl des richtigen Hardtail Mountainbikes

Bei der Auswahl eines Hardtail Mountainbikes solltest Du mehrere Faktoren berücksichtigen, um sicherzustellen, dass es Deinen Anforderungen entspricht.

  • Hardtails sind in verschiedenen Materialien erhältlich, einschließlich Aluminium, Carbon und Stahl.
  • Die Wahl der Reifengröße und -breite hat einen großen Einfluss auf die Performance und den Komfort Ihres Bikes.
  • Der Federweg der Vorderradgabel variiert je nach Modell und Einsatzbereich.
  • Die Rahmengeometrie beeinflusst das Handling und die Stabilität des Bikes.

Hardtail im Bikepark?

Wenn es jedoch um das Fahren in einem Bikepark geht, findet sich auf diese Frage schnell eine Antwort: Fully oder Enduro, also ein Bike mit zwei Federelementen. Zumindest wird dies deutlich, wenn man sich die Bergab-Boliden in den Bikeparks anschaut. Mit seinem Trek Superfly 9.6 nahm Markus den Bikepark Stromberg unter die Räder und beantwortet im Fahrrad XXL Videoblog die Frage: Kann man mit einem Hardtail einen Bikepark fahren?

Was erwartet mich in einem Bikepark?

Moderne Bikeparks sind keinesfalls nur etwas für eingefleischte Downhill- und Enduro-Biker. Sie bieten Abfahrten für alle Levels. Die Strecken bestehen entweder aus künstlich angelegten oder naturbelassenen Trails. Häufig befinden sich Bikeparks dort, wo im Winter der Berg als Skigebiet genutzt wird. Bikeparks bieten ganz unterschiedliche Möglichkeiten des Bike-Transport an, wie z.B. Gondeln.

Warum sich ein Besuch im Bikepark lohnt

Auf den künstlich angelegten Strecken eines Bikeparks kann man sehr gut und effizient seine Fahrtechnik verbessern. Vom richtigen Kurvenfahren bis hin zum sicheren Bewältigen von Drops und Sprüngen lassen sich dort verschiedenste Fertigkeiten trainieren. Durch die Auswahl an Strecken mit verschiedenen Schwierigkeiten finden hier Biker aller Könnensstufen die für sie passenden Herausforderungen. In modernen Bikeparks haben alle Mountainbikerinnen und Mountainbiker jede Menge Spaß - unabhängig vom Alter.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Die Standards Trikot, Shorts, Schuhe und Helm bilden die Basis der Ausrüstung. Wobei für den Bikepark ein Full-Face Helm ein Extra an Sicherheit bietet. Außerdem empfehlenswert sind zumindest Knie- und Ellenbogen-Protektoren und Bike-Handschuhe mit langen Fingern. So sind die bei einem Sturz häufig verletzten Körperteile gut geschützt. Einen zusätzlichen Schutz bietet ein Rückenprotektor oder man greift gleich auf eine Protektorjacke zurück. In diese sind Schützer für Schultern, Ellenbogen, Brust und Rücken integriert.

Welcher Biketyp ist ideal?

Ein vollgefedertes Bike sollte es schon sein, denn mit einem Hardtail stößt man im Bikepark schnell an seine Grenzen. Je länger der Radstand und je flacher der Lenkwinkel des Bikes sind, desto laufruhiger ist das Rad. Mountainbikes mit Trail, Enduro und Downhill-Geometrie sind deshalb besser für die ersten Versuche im Bikepark geeignet als All-Mountain- oder Cross-Country-Bikes. Außerdem sollte das Rad für den Bikepark zugelassen sein.

Bevor es losgeht: Bike-Setup prüfen!

Reifen: Ein guter Grip ist im Bikepark das A und O. Deshalb sollten auf den Laufrädern Stollenreifen und keine Racingreifen mit wenig Profil montiert sein. Moderne Reifen und Felgen können mit sehr niedrigen Luftdrücken gefahren werden, was die Traktion verbessert. Die Herstellerangaben auf dem Reifen sind Maximaldrücke und für den Bikepark viel zu hoch!

Bremsen: Das die Bremsbeläge wie vor jeder Fahrt auf Verschleiß geprüft werden müssen, sollte selbstverständlich sein. Bevor es in den Bikepark geht, ist es sinnvoll, auch die Einstellung der Bremshebel /Griffweite, Druckpunkt und ihren festen Sitz zu kontrollieren.

Fahrwerk: Auch der Luftdruck der Federgabel und des Dämpfers sollte vor der ersten Runde im Bikepark überprüft werden. Die Herstellerempfehlungen sind ein guter Richtwert. Die richtige Fahrwerksabstimmung verbessert das Fahrverhalten und damit den Spaß im Bikepark.

6 Tipps für die erste Abfahrt

  1. Für Mountainbiker mit wenig Erfahrung beim Bergabfahren auf Singletrails ist ein Fahrtechniktraining empfehlenswert. Hier lernt man die grundlegenden Bewegungsabläufe und Techniken um bei der Bikepark-Premiere sicher seine Runden zu drehen.
  2. Bevor es dann in den Sattel geht ist ein kurzes Aufwärmen der Arme, Beine und Schultern sinnvoll. Bei der Abfahrt fährt man die meiste Zeit im Stehen, und das ist anstrengend. Gut aufgewärmte Muskeln sorgen dafür, dass einem nicht gleich nach den ersten zwei Runden die Puste ausgeht.
  3. Langsam anfangen ist das oberste Gebot. In vielen Bikeparks gibt es einen kleineren Übungsparcours oder einen Pumptrack. Diese eignen sich perfekt für ein paar kleine Aufwärmrunden.
  4. Achte auf die Markierung der Schwierigkeitsgrade. Für Bikepark-Einsteiger sind die grün und blau markierten Strecken die richtige Wahl.
  5. Immer vorausschauend fahren: Gerade beim ersten Befahren der Strecke weiß man nicht welche Hindernisse hinter der nächsten Kurve liegen.
  6. Nicht auf oder hinter Hindernissen und in engen Kurven stehen bleiben. Bikeparks bieten Einsteigern hervorragende Möglichkeiten sich langsam an herausfordernde Strecken heranzutasten - Wurzelpassagen und kleine Absätze sind schnell kein Problem mehr.

Tipp zum Schluss: Vor Ort fragen, ob es einen Local Guide gibt. Diese kennen die Strecken und können auf den verschiedenen Streckenabschnitten hilfreiche Tipps zur eigenen Fahrtechnik geben.

Die richtige MTB-Fahrtechnik ist der Schlüssel!

Egal, ob du knifflige Wurzelpassagen meistern, enge Kurven sauber fahren oder steile Uphills bezwingen möchtest - mit der passenden Technik wird dein Fahrspaß auf dem Trail noch größer. Für Anfänger und alle, die ihre Skills verbessern wollen, haben wir praxisnahe MTB-Tipps, wertvolle Ratschläge und einfache Übungen zusammengestellt.

Die Grundposition

Die Grundposition ist das A und O beim Mountainbiken. Locker bleiben! Ohne eine stabile Ausgangshaltung verlierst du schnell die Kontrolle über dein Bike - besonders auf technischen Trails, in Kurven oder bei Wurzelpassagen.

Häufige Fehler

  • Gestreckte Arme: Wenn deine Arme zu stark gestreckt sind, befindest du dich oft in einer „Angsthaltung“.
  • X-Knie: Diese Kniestellung erschwert das Bewegen deines Bikes und beeinträchtigt deine Fahrtechnik.
  • Falsche Gewichtsverlagerung beim Abfahren: Beim Hinunterfahren neigt sich der Schwerpunkt oft nach vorne, was die Bewegungen blockiert und die Hüfte falsch positioniert.

Der richtige Fokus

Bei steilen Abfahrten muss der Schwerpunkt nach hinten verlagert werden. Gut zu wissen: Der Schwerpunkt sollte immer an das Gelände angepasst werden.

Beim Mountainbiken im Gelände ist eine gute Balance unerlässlich. Balanciere mit dem Vorderrad gegen ein kleines Hindernis (z. B. Diese Übungen kannst du zusätzlich steigern, indem du sie einhändig, freihändig, im Sitzen, im Stehen oder mit geradem Vorderrad versuchst.

Die richtige Bremstechnik

Nachdem du die Grundposition gemeistert hast und die Gewichtsverlagerung im Griff hast, geht es nun um das richtige Bremsen im Gelände. Die richtige Bremstechnik ist entscheidend für deine Kontrolle und Sicherheit auf dem Trail. Platziere jeweils den Zeigefinger auf den Bremshebel - der Vorderrad- und der Hinterradbremse - und betätige beide gleichzeitig. Die Vorderradbremse hat einen viel größeren Wirkungsgrad als die Hinterradbremse. Wenn dein Körperschwerpunkt beim Bremsen zu weit hinten ist, kann das Vorderrad wegrutschen. Ist der Schwerpunkt jedoch zu weit vorne, droht ein Überschlag.

  • Bremse nur mit der Vorderradbremse.
  • Starte langsam und steigere dein Tempo, während du weiterhin mit der Vorderradbremse bremst.
  • Auf flachen Strecken genügt es oft, nur die Hinterradbremse zu verwenden - jedoch immer mit Vorsicht.
  • Versuche, schnell zum Stehen zu kommen, ohne dass das Hinterrad blockiert.

Kurvenfahren

Kurvenfahren beim Mountainbiken kann anfangs herausfordernd sein, da der Bewegungsablauf komplex ist. Als Anfänger solltest du nicht gleich ins Gelände starten, sondern am besten auf ebenem Asphalt üben. Mit ausreichend Platz nach rechts und links kannst du die Grundlagen des Kurvenfahrens am einfachsten erlernen.

  • Beinstellung: In der Kurve ist der Arm auf der Innenseite nur leicht gebeugt, während der äußere Arm stärker angewinkelt ist.
  • Fahre Achter mit zunehmender Enge und begrenze sie nach außen.

Bei höheren Geschwindigkeiten kannst du Kurven nicht mehr nur durch Steuern oder Einlenken meistern. Stattdessen musst du das Bike in die Kurve legen oder drücken. Der Unterschied zwischen „Legen“ und „Drücken“ liegt darin, dass beim Legen der Körper und das Bike in einer Achse bleiben. Üben, üben, üben!

Pump Tracks

Pump tracks sind für Mountainbiker das, was der Tutorial-Bereich eines Computerspiels für Konsolen-Kids ist - eine perfekte Umgebung, um nahezu alle Aspekte unserer Fahrfertigkeiten zu verbessern, von Kraft und Fitness ganz zu schweigen. Eine Stunde ist mehr als genug, um sich komplett auszupowern. Anlieger, Sprünge und Wellen sind exzellent dafür geeignet, die Skills zu verbessern, die eure Fähigkeiten auf dem Trail auf ein höheres Niveau heben werden. Die Bewegungen, mit denen ihr euer Bike durch das wellenförmige Terrain drückt und an den Scheitelpunkten der Wellen mit der Schwerkraft spielt, sind ähnlich dem Bewegungsablauf bei Verbundübungen wie Kniebeugen oder Liegestützen. Zudem fördern Runden auf dem Pumptrack mit dem Positionstraining die Bike-spezifische Körperspannung, Koordination und Kraft und können so ein perfekter Ersatz für jedes langweilige Training im Fitnessstudio sein, das man nach einem langen Arbeitstag abspult.

Fahrt ohne Kette

Sich selbst zu zwingen, nicht in die Pedale zu treten, mag zwar zunächst unlogisch erscheinen, doch die Bedeutung einer klugen Linienwahl sowie von Kurvenfahrten ohne Bremseneinsatz wird sich schnell herausstellen: Denn verlorene Zeit auf den Abfahrten lässt sich dann nicht einfach auf der nächsten Geraden wieder herausholen, indem man hart in die Pedale tritt.

Wie viel Federweg macht Sinn?

Brauchen Trail-Hardtails 140 Millimeter Federweg oder ist ein Hardtail mit einer 120er-Gabel womöglich sogar die bessere Wahl? Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die belegen, dass Fullys im Gelände effizienter sind. Durch die Federung im Heck hat der Hinterreifen deutlich mehr Kontakt zum Boden. Man kann so kontrolliert und schnell auch gröbere Trails fahren. Und man hat mehr Komfort als mit einem Hardtail.

Vor- und Nachteile

Feature Hardtail Fully
Gewicht Leichter bei gleichem Preis Schwerer bei gleichem Preis
Fahrgefühl Natürlich, zwingt zu sauberer Fahrtechnik Komfortabler, mehr Kontrolle
Wartung Weniger Wartung Mehr Wartung

Hardtails haben das natürlichste Fahrgefühl unter allen Mountainbikes. Mit dem starren Hinterbau spürt man jede Wurzel, über die man rollt. So ein Hardtail ist fast wie eine kleine Domina, die einen zur sauberen Fahrtechnik zwingt. Bei Fehlern schnalzt die Peitsche. Bei der richtigen Fahrtechnik zieht es einem die Mundwinkel nach oben.

100 Millimeter Federweg waren über Jahrzehnte der Standard bei Race-Hardtails. Aber 100-Millimeter-Race-Hardtails wie das Scott Scale, das Merida Big Nine oder auch das Cube Elite sind mittlerweile super spartanische Geräte für die Rennstrecke. Hardtails mit 120 mm Federweg und mit Teleskopstütze wiegen bei ähnlichem Preis nur ca. 700 Gramm bis 1 Kilo mehr und sind deutlich geländegängiger. Dabei ist uns aufgefallen, dass man den zusätzlichen Federweg zwar spürt, dass der im Vergleich zur Teleskopstütze aber nicht der Gamechanger ist. Man muss sich das so vorstellen: Mit der längeren Gabel rotiert die ganze Geometrie des Bikes um die Hinterradachse zwei Zentimeter nach oben. Dadurch wird das Oberrohr, wenn man es waagrecht misst, kürzer, und der Stack steigt an.

Auf dem 120er-Bike sitzt man etwas sportlicher. Im Singletrail bergab dreht sich der Spieß um. Allerdings weniger, als man es vermuten würde. Man steht beim 140er-Bike aufrechter hinter dem Lenker und hat so etwas mehr Kontrolle. Aber: Auch das Trail-Hardtail bleibt ein Hardtail! Man kann damit nicht doppelt so schnell bergab fahren wie mit der 120er-Version. Irgendwann prasseln die Schläge am Hinterrad einfach so stark ein, dass es schwer wird, das Ganze unter Kontrolle zu halten.

Mit dem 140er-Trailhardtail sind zweifelsohne auch größere Sprünge möglich. Auf gröberen Trails ist man mit mehr Federweg bei angepasstem Tempo sicherer unterwegs. Man kann den Gashahn aber nicht gedankenlos aufreißen und drauflos ballern.

Wenn du gerne auf ganz ruppige Trails abbiegst, aktuell aber nur 2000-2500 € für ein Bike ausgeben kannst, sind Trailhardtails eine sehr gute Wahl. Denn sie sind leichter und vor allem hochwertiger ausgestattet als Fullys. Für trailsüchtige mit begrenztem Budget sind Trailhardtails the way to go.

Obwohl klassische Hardtails mit 100 Millimeter Federweg für immer weniger Biker die richtige Wahl darstellen, blüht das Hardtail-Genre jüngst förmlich auf. Denn mit den aktuellen Hardtails mit 120 Millimeter Federweg und Teleskopstütze gibt es Bikes, die einen ganz großen Kundenkreis ansprechen und glücklich machen. Trailhardtails mit 140 mm Federweg haben ihre Berechtigung für Biker, die den Abfahrtsspaß über alles stellen und ein geringes Budget haben.

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