Radfahren und dafür belohnt werden - das klingt vielversprechend. Die Digitalisierung des Bikesports schreitet voran, und es gibt immer mehr Möglichkeiten, das Hobby mit finanziellen Anreizen zu verbinden. In diesem Artikel werden verschiedene Apps und Konzepte vorgestellt, die es ermöglichen, mit dem Radfahren Geld zu verdienen oder andere Vorteile zu erhalten.
Die Idee hinter "bikuh": Werbung auf Rädern
Fahrrad fahren und Geld verdienen - das ist die Idee von „bikuh“. Angela Gonzalez stieß während eines Aufenthalts in Australien auf Radfahrer, die Anhänger mit Werbung zogen. Zusammen mit Patrick Kolb entwickelte sie die Fahrrad-Idee weiter. Die App ist das Herzstück von „bikuh“ und bringt Radfahrer und Werbekunden zusammen. Wer mindestens 100 Kilometer im Monat fährt, kann sich registrieren und bekommt eine Auswahl von Werbepartnern angezeigt. Nach der Entscheidung montiert eine Fahrradwerkstatt eine Scheibe mit Werbung im Vorderrad. Die App zeichnet die zurückgelegten Strecken auf, und je mehr man fährt, desto höher ist der Verdienst.
Timo Michael, ein Banker und leidenschaftlicher Fahrradfahrer, nutzt BiKuh, um seine täglichen Fahrten zur Arbeit zu vergüten. Er installiert die BiKuh App, wählt eine Werbekampagne aus und lässt die Werbescheibe am Rad anbringen. Dann trackt er mit dem Smartphone seine gefahrenen Routen und verdient so pro gefahrenen Kilometer Geld.
So auch die Stadt Frankfurt am Main: Für die Klimaschutz-Kampagne „Danke, dass Du was für das Klima machst“ setzte sie Anfang März 2018 über BiKuh 25 Fahrradfahrer im Frankfurter Stadtgebiet ein. Mit dabei war auch Timo Michael, der das Thema super findet: „Ich war schon bei der Pilotkampagne mit dabei. Klimaschutz ist ein Thema, für das man gerne radelt.“
Mit der Gratis-App "bikuh" können Sie beim Fahrradfahren Geld verdienen - und zwar mit Werbung für einen guten Zweck. Sie bringen dazu eine Scheibe an Ihrem Vorderrad an und werden für jeden gefahrenen Kilometer ausgezahlt.
Wie funktioniert "bikuh" genau?
Um mit bikuh Geld zu verdienen, sind folgende Schritte notwendig:
- Laden Sie die bikuh App für Android oder iOS herunter und registrieren Sie sich.
- Suchen Sie sich eine Werbekampagne aus und lesen Sie sich die Angaben durch.
- Bestätigen Sie Ihre Teilnahme und holen Sie in einem teilnehmenden Fahrradladen die Werbeanzeige für Ihr Fahrrad ab.
- Aktivieren Sie jedes Mal, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind, das Tracking über die bikuh-App.
Die App zählt die Strecke und die gefahrenen Kilometer. Achten Sie darauf, dass Sie innerhalb des Werbegebiets bleiben.
Zu Beginn erhalten Sie 10 Cent pro Kilometer. Sie können die Rate auf maximal 20 Cent erhöhen, wenn Sie einen höheren Status erlangen. Das können Sie, indem Sie monatlich eine bestimmte Strecke zurücklegen.
Folgende Status gibt es:
- Bronze-Status für 50 km im Monat (12 Cent pro km)
- Silber-Status für 100 km im Monat (15 Cent pro km)
- Gold-Status für 400 km im Monat (20 Cent pro km)
Auch wenn Sie keine Kampagne finden können, lohnt es sich den bikuh-Tracker zu aktivieren. Sie können so nämlich trotzdem Kilometer sammeln und Ihren Status verbessern.
Allerdings gibt es derzeit mehr Radfahrer als Werbekunden bei bikuh registriert. Aus diesem Grund seien die Werbekampagnen in der Regel sehr schnell ausgebucht - auch momentan ist das der Fall. Im Frühling und Sommer 2020 sollen allerdings wieder neue hinzukommen.
W3:Ride: Belohnungen für hochgeladene Radfahrten
"Was nicht hochgeladen ist, zählt nicht" - das ist das Motto nicht weniger Rennradler/innen: Man will zeigen, was man geleistet hat, via Strava, Komoot etc. Mit der neuen App W3:Ride kann man auf der Runde aber auch bares Geld verdienen. Die Credits können aktuell in Form von Gutscheinen ausbezahlt werden, oder (voraussichtlich ab Sommer) für rabattierte Produkte im Shop der App genutzt werden können. Man benötigt dazu: ein Rad, ein Smartphone und einen GPS-Tracker, wie er in Strava, Garmin, Komoot, Wahoo etc enthalten ist. W3:Ride koppelt sich (nach Zustimmung) in die genutzte Tracking-App, und errechnet dann die "Rewards".
W3:Ride wurde Ende 2021 von vier Schweizern gegründet, den Web-Designern Romain und Thomas Pomarelle, der Ex-Pro und Finanz-Experten Thomas Wagner und Marc Hochleutner. "We steht für Community, denn die App wird neben dem Belohnungs-Programm weitere motivierende Features bekommen, die vor allem Spaß machen sollen", sagt Romain.
Thomas Pomarelle: "Ziel von W3:Ride war, eine App zu entwickeln, die die Nutzerinnen und Nutzer dafür belohnt, nach draußen zu gehen, anstatt vor dem Bildschirm zu kleben. Die App soll im Sommer einen eigenen "Marketplace" erhalten, auf dem es Angebote verschiedener Marken zu Sonder-Konditionen geben wird - "vom Riegel bis zum Rad" kann man dort seine "Power-Coins" eintauschen, aktuell auch gegen Amazon-Gutscheine.
Die App verspricht einen eigenen Marketplace, auf dem es eine Vielzahl an Angeboten namhafter Brands geben wird. Es ist aber auch möglich, mit seinen gefahrenen Kilometern echtes Geld zu verdienen. Denn der Power-Coin lässt sich innerhalb der App ebenfalls umtauschen in „$Cyclr“ Tokens.
Die Nutzung von W3:Ride und die Teilnahme am Reward-Programm ist grundsätzlich kostenlos. Sobald der User angemeldet ist, können fleißig Power-Coins durch Bewegung auf dem Rad generiert werden.
Wie funktioniert das Belohnungssystem von W3:Ride?
Das System dreht sich um zwei unterschiedliche digitale Währungen. Durch das Hochladen einer Aktivität in die App gewinnt der User Punkte, genannt $Power, welche er wiederum in die eigentliche Währung $CYCLR umtauschen kann. Wie viel $Power eine Fahrt generiert, hängt von der Distanz, der Geschwindigkeit und In-App-Bonussystemen, wie gesammelten oder gekauften Items, ab. $Power kann dabei ausschließlich durch Radfahren generiert werden, während $CYCLR auch aus anderen digitalen Punkte- und Währungssystemen eingetauscht werden kann.
Auf einem Marketplace können sich User für ihre $CYCLR dann In-Game-Boni, wie individuelle Räder oder Avatare kaufen, die dank NFT-Basis wiederum gehandelt werden können, oder reale Goodies, wie Trinkflaschen oder Energieriegel. Auch Gutscheine für allerhand Online-Stores, wie Amazon, oder Rabattcodes für die Online-Shops großer Sportartikelhersteller, wie Nike, stehen zum Kauf bereit. Besonders interessant ist jedoch auch der Handel von $CYCLR an digitalen Börsen und damit der Umtausch in Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin oder Ethereum.
Vor- und Nachteile von W3:Ride
Die Vernetzung mit bekannten Apps wie Strava, Komoot, Garmin Connect oder Wahoo Fitness ist ein Pluspunkt. Die Bedienoberfläche ist nutzerfreundlich und wer das System mit den zwei unterschiedlichen Währungen durchblickt hat, kommt mit der App schnell zurecht. Die Idee, mit dem eigenen Radfahren einen realen Mehrwert zu schaffen, ist faszinierend. Zumal die verdienten Erfolge auch gespendet werden können.
Allerdings ist es in der Realität gar nicht so einfach $Power zu verdienen. Dadurch, dass die Menge der ausgeschütteten Punkte von Distanz und Durchschnittsgeschwindigkeit bestimmt wird, gucken Mountainbiker dumm aus der Wäsche. Nach diesem System dürfte die App für Rennradfahrer und Indoor-Biker deutlich interessanter sein. Wie viele $Power eine hochgeladene Fahrt einbringt, ist zu großen Teilen aber auch abhängig davon, welches digitale Rad der Avatar fährt. Ist dieses besonders selten, vervielfachen sich die Punkte immens.
Fazit zu W3:Ride
Der Gedanke, mit hochgeladenen Radfahrten echtes Geld zu verdienen, ist reizvoll und das Blockchain-basierte Belohnungssystem technisch faszinierend. Fest steht: Reich durch Radfahren wird man auch mit W3:Ride wohl nie werden - schon gar nicht als Mountainbiker. Durch den bislang noch etwas mauen Marketplace und das System aus In-Game-Käufen ist die App bislang eher Spielerei als potentielle Einnahmequelle.
Radbonus: Förderung eines umweltbewussten Lebensstils
Nora Grazzini hat Design studiert und war an der Entwicklung verschiedener digitaler Produkte beteiligt. Die Innovation war schon immer ein Thema, das Nora interessierte. „Eigentlich hab ich mich immer geärgert über die Autofahrer, die die Radfahrer ärgern. Radfahrer machen was für die Umwelt, die Gesundheit und das Gesundheitssystem. Eigentlich müssten wir jedem einzelnen Radfahrer danken dafür, dass er so viel Gutes tut. Und diese Philosophie hat sie auch prompt umgesetzt.
Zunächst stand die Verbesserung und Förderung des Image des Rades im Fokus. Denn wirklich präsent ist das Radfahren laut Nora nicht und hier kommt Radbonus ins Spiel. Mithilfe des Belohnungssystems der App werden Menschen motoviert, umweltbewusster und gesünder zu leben. Geradelte Kilometer bringen den Nutzern Boni oder gar Cash. Es handelt sich außerdem um eine Art Präventionsmaßnahme.
Weitere Möglichkeiten, mit dem Radfahren Geld zu verdienen
Neben den genannten Apps gibt es auch andere Wege, das Radfahren finanziell zu nutzen:
- Fahrradkurier: In vielen Städten gibt es Kurierdienste, die Fahrräder für die Zustellung von Paketen und Dokumenten einsetzen.
- Fahrradverleih: Wer über mehrere Fahrräder verfügt, kann diese an Touristen oder andere Interessenten vermieten.
- Geführte Radtouren: Ortskundige Radfahrer können geführte Touren anbieten und ihr Wissen über die Region vermitteln.
- Reparatur und Wartung: Wer handwerklich geschickt ist, kann Fahrräder reparieren und warten.
Fazit
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit dem Radfahren Geld zu verdienen oder andere Vorteile zu erhalten. Ob durch Apps wie bikuh und W3:Ride, oder durch klassische Tätigkeiten wie Fahrradkurier oder Reparatur - die Kombination aus Sport, Gesundheit und finanziellem Anreiz macht das Radfahren zu einer attraktiven Option.
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