Fahrradkette Ölen: Welches Öl und Wie Oft?

Wenn es beim Radfahren knarzt, knirscht und knackt, ist meistens die Kette schuld. Aber nicht nur das störende Geräusch der ungepflegten Kette spricht dafür, diese regelmäßig zu reinigen. Auch die Sicherheit und die Kraftübertragung leiden unter einer verschmutzten oder gar verschlissenen Kette.

Warum ist die Kettenpflege so wichtig?

Die Kraftübertragung von den Pedalen auf die Straße funktioniert mit einer gepflegten Kette besser als mit einer ungepflegten. Gut geschmierte Ketten laufen leicht, leise und schalten präzise. Kettenschmierung erfüllt folgende Zwecke:

  • Sie reduziert Reibungswiderstände im Antrieb und hält so den Verschleiß gering.
  • Sie sorgt für einen geschmeidigen Antrieb.
  • Sie ermöglicht leichtgängiges Schalten.
  • Sie schützt vor Korrosion, da Öle und Fette bekanntermaßen wasserabweisend sind.

Bei Kettenverschleiß ist oft von „Längung“ die Rede. Vor allem bekommen die Gelenke der Kette mit der Zeit Spiel, das sich zu einer sichtbaren Längung addiert. Eine verschlissene Kette wird außerdem auch die Abnutzung von Kettenblättern und Ritzeln beschleunigen und im Extremfall nicht mehr zuverlässig darauf greifen. Gut geschmiert wird Deine Kette also länger halten. Darüber hinaus schützt die richtige Schmierung auch vor Korrosion durch Nässe.

Die Vorbereitung: Was du brauchst

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete - das gilt auch fürs Kette Reinigen. Bevor du dich ans Werk machst, solltest du einige Dinge bereithalten, die für eine intensive Kettenpflege nötig sind:

  • Lappen
  • Kleine Reinigungsbürste
  • Hochwertiger Kettenreiniger
  • Öl oder Kettenspray für das Fahrrad
  • Handschuhe (optional)

Die Reinigung der Fahrradkette

Für die Reinigung deiner Kette stehen dir verschiedene Mittel zur Verfügung. Mit einem professionellen Kettenreiniger für das Fahrrad bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Für die Grobreinigung der Kette - die der eigentlichen Feinreinigung stets vorangehen sollte - kannst du entweder eine spezielle Kettenbürste oder einen Kupferlappen verwenden. Kettenbürsten haben den Vorteil, dass sie über eine angepasste Form für eine präzise Reinigung verfügen. Mit einem schlauchförmigen Kupferlappen besitzt du etwas mehr Kontrolle über die Reinigung, da du den Lappen und die Kette direkt spürst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Reinigung

  1. Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
  2. Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
  3. Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste.
  4. Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen.
  5. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette.
  6. Spüle die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trockne sie anschließend gut ab.

Wichtig: Öle nie eine dreckige oder gar nasse Antriebskette. Die Fettschicht auf der Kette soll so dünn und fein wie möglich sein. Sammelt sich zu viel Öl an, muss es dein Bike früher oder später büßen. So geht es vor dem Schmieren stets der alten Fettschicht an den Kragen.

Welches Öl ist das Richtige?

Öl ist nicht immer gleich Öl. Bei der Fahrradkette zumindest ist es so. Hier macht nicht jedes Produkt einen guten Job. Am besten greifst du zu einem Fahrradöl, welches der Hersteller speziell für die Fahrradkette entwickelt hat. Ideal sind synthetische Schmiermittel auf Mineralbasis. Mühelos bahnt sich das leichtläufige Produkt seinen Weg in alle Ecken und Winkel. So bleibt auch die letzte Stelle deiner Fahrradkette gut geölt.

Es gibt eine große Anzahl an Schmiermitteln zum Ölen von Fahrradketten:

  • Kettenöle: Sie sind speziell für die Anwendung an Fahrradketten entwickelt worden. Fahrradöle sind dickflüssig, damit sie das noch vorhandene Fett nicht verdünnen und somit auch keine Schmutzpartikel in das Innere der Kette befördern.
  • Biologisch abbaubare Öle: Statt zum Ölen der Fahrradkette Öle auf Mineralölbasis zu verwenden, kannst du auch auf Öle zurückgreifen, die aus nachwachsenden Rohstoffen (beispielsweise Soja) hergestellt werden. Solche umweltfreundlichen Alternativen erhältst du im Fahrradgeschäft deines Vertrauens oder im Internet.
  • Wachs: Du kannst deine Kette schon früh mit speziellem Wachs einfetten. Dabei musst du die eingewachste Kette mit einem Föhn erwärmen, damit sich das Wachs gleichmäßig verteilt. Das Wachs schützt das ursprüngliche Schmiermittel und macht es länger haltbar.

Achtung: Verwende für deine Kette keine anderen Schmieröle. Das gilt etwa für gängige Multifunktionsöle und schwere Motorenöle. Ebenso solltest du beim Ölen der Fahrradkette auf Hausmittel wie Vaseline oder Kokosfett verzichten. Sie bilden an der Außenseite der Kette einen klebrigen Film.

Alternativen zu Kettenöl

  • Silikonspray: Viele Radfahrer schwören auf Silikonspray, wenn es darum geht, die Fahrradkette zu pflegen. Silikon hält mittels Hydrophobierung Schmutz von der Kette fern. Das Spray sollte jedoch keinesfalls das traditionelle Kettenöl ersetzen.
  • Kettenfett: Kettenöl und Kettenfett unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Viskosität. Fett ist deutlich zähflüssiger als Öl und lässt sich demzufolge nicht als Spray verwenden. Ansonsten ähneln sich Öl und Fett in ihrer Anwendbarkeit. Fett haftet allerdings etwas besser als Öl an der Kette. Dementsprechend benötigst du bei der Reinigung etwas mehr Kettenreiniger, um das Fett gemeinsam mit dem angesammelten Schmutz zu entfernen.

Fahrradkette Ölen: Schritt für Schritt

Du hast deine Kette vom Schmutz befreit und möchtest den dabei angegriffenen Schmierfilm wiederherstellen? Hier ist eine detaillierte Anleitung:

  1. Die Vorbereitung: Drehe die Kette vorne auf das mittlere Kettenblatt, hinten auf das mittlere Ritzel. So läuft die Fahrradkette möglichst gerade.
  2. Der Hauptteil: Anschließend drehst du die Pedale mit der Hand rückwärts. Und während sich die Kette rückwärts bewegt, tropfst oder sprühst du vorsichtig Öl auf die einzelnen Glieder der Fahrradkette. Das Öl trägst du sorgfältig an der Innenseite der Kette punktuell auf. Warte einige Minuten, damit sich das Öl im Inneren der Kette gut verteilen kann. Öle die Kette nur von innen, um den gewünschten Schmiereffekt zu bekommen. Achte also darauf, dass das Öl möglichst nicht auf die Außenseiten der Laschen kommt.
  3. Der Feinschliff: Fertig geschmiert? Dann bewege die Kette noch mindestens eine Minute gleichmäßig weiter. So verteilt sich das Fahrradöl schneller.
  4. Die Nacharbeit: Die Kette tropft leicht? Kein gutes Zeichen, das war zu viel des Guten. Tupfe das überschüssige Öl mit einem trockenen Tuch ab.
  5. Die Generalprobe: Jetzt wird es Zeit für eine Testfahrt. Drehe eine Runde und schalte die Gänge dabei rauf und runter, sowohl vorne als auch hinten. Nur so fließt das Öl auch gleichmäßig in Ritzel und Zahnkränze.

Vorsicht: Beim Schmieren ist Sorgfalt geboten. Es darf kein Öl auf die Bremsen, Bremsscheiben oder Felgen tropfen. Ansonsten leidet die Bremsleistung. Gerade auf den Bremsscheiben ist Öl kontraproduktiv.

Wie oft muss ich die Fahrradkette ölen?

Wie oft du die Fahrradkette ölen musst, hängt stark davon ab, wie häufig du dein Rad benutzt und wie viel Schmutz die Kette abbekommt. Manchmal musst du schon nach 100 Kilometern ran, manchmal erst nach 300 Kilometern. Am besten prüfst du regelmäßig den Zustand deiner Kette und machst dir selbst ein Bild.

Du fährst jeden Tag mit dem Bike zur Arbeit? Bei jedem Wind und Wetter? Das klingt nach einer starken Beanspruchung. Am besten pflegst du deine Fahrradkette mindestens einmal pro Monat. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kann du deine Fahrradkette auch wöchentlich reinigen und ölen.

Gut zu wissen: Wenn deine Kette rasselt, braucht sie dringend Öl. Solltest du ein absoluter Vielfahrer sein, musst du auch regelmäßig prüfen, ob du nicht eine neue Kette brauchst.

Saisonale Unterschiede in der Kettenpflege

Während im Sommer vor allem Staub deiner Kette zu schaffen macht, kommen im Winter Schneematsch, Feuchtigkeit und Streusalz hinzu. Du solltest dem Thema Fahrradkette pflegen deshalb zwischen den Monaten Dezember und März besonders viel Aufmerksamkeit widmen. Häufiges Reinigen und Ölen sind Pflicht.

Das solltest du vermeiden

Es ist nicht unbedingt notwendig, nach jeder Fahrt die Fahrrad Kette zu reinigen. Du solltest sie aber zumindest von grobem Schmutz befreien. Hierzu verwendest du am besten einen einfachen Reinigungslappen. Diesen kannst du zudem für die Trocknung der Kette nach einer Regenfahrt einsetzen.

Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann.

Folgende Mittel solltest du bei der Kettenreinigung vermeiden:

  • Hochdruckreiniger
  • Spülmittel
  • Bremsenreiniger
  • Diesel oder Benzin

Zusammenfassung

Regelmäßige Reinigung und Schmierung sind entscheidend für die Lebensdauer und Leistung deiner Fahrradkette. Wähle das richtige Öl, reinige die Kette gründlich und schmiere sie sparsam, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

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