Nordhausen, eine Stadt mit reicher Geschichte, lädt zu Entdeckungstouren ein. Stadtführer wie Jessica Müller und Hardy Schoenau bieten Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart der Rolandstadt.
Stadtführungen in Nordhausen
So gut wie alle Stadtführungen in Nordhausen beginnen unter diesem Wahrzeichen. Treffpunkt ist der Nordhäuser Roland.
Die Mitglieder bieten Altstadtführungen, Nachtwächterführung, Kinderstadtführungen, Vorträge zur Nordhäuser Geschichte oder virtuelle Touren durch die „Nordhäuser Unterwelten“.
Jessica Müller ist 33, studierte Kunstwissenschaftlerin und derzeit wissenschaftliche Volontärin der Museen der Stadt Nordhausen. Hardy Schoenau zählt 56 Jahre und ist Elektroniker. Er führt seit 2008, sie seit 2019.
Sie hat ein Faible für Kunstgeschichte und Archäologie und muss sich bei Touren mitunter bremsen, damit es nicht zu fachlich wird. Er schöpft gern aus dem reichen Fundus an Anekdoten zur Stadt - der Wahrheitsgehalt ist weniger wichtig, wenn sie nur gut und unterhaltsam sind.
Ihr Lieblingsort: der Neptunbrunnen am oberen Teil der Promenade, wohin man ihn in den 1930ern vom ursprünglichen Platz am Kornmarkt umsetzte. Geschaffen wurde er 1828 vom Bildhauer Ernst Rietschel (1804-1861), also lange bevor der mit dem Goethe-und-Schiller-Denkmal (1856) Weimar beehrte.
Sein Lieblingsort? Na klar, überall dort, wo eine gute Geschichte dranhängt.
Wir machen die Altstadttour. Von der Pracht einer der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands blieben einige wenige malerische Gassen und Einzelgebäude.
Also behelfe man sich mit alten Fotos, die zum Beispiel am Lutherplatz an frühere Anblicke erinnern. Oder neben der neuen Stadtbibliothek. Ihr gefällt der moderne Bau neben dem Markt. Er denkt, dass bei der Farbgebung mehr Fantasie drin gewesen wäre. Dass der ursprüngliche Bauzweck, nämlich die Unterbringung der historischen „St.
Über gepflasterte Sträßchen geht es vorbei am „Tabakspeicher“, heute Ausstellungs- und Veranstaltungsort, und Möbel-Schwinn.
Architektonische Besonderheiten und Denkmäler
Apropos Original-Roland: Anders als das Rathaus überlebte der die schweren Bombenangriffe vom Februar 1945 - für viele Nordhäuser sei das seinerzeit ein Zeichen der Hoffnung gewesen.
Wie zum Beispiel an den vielen Nordhäuser Treppen. Bis zu 60 Meter Höhenunterschied sind es an manchen Stellen. Überwunden werden sie von insgesamt 260 mehr oder weniger langen Stiegen. Meist verweisen ihre Namen auch auf ihren Ursprung.
Über die älteste, die Wassertreppe, wurde Wasser von der Unter- in die Oberstadt gebracht. Über die Kutteltreppe transportierten die Fleischer Eingeweide (Kutteln) zum Reinigen im Mühlgraben. Die Schlunztreppe könnte ihren Namen von der Schlunze, einer mittelalterlichen Biersorte erhalten haben.
Was dem Wortsinne nach gar nicht so leicht sei in einer Stadt, von der 80 Prozent im Krieg schweren Bombardements zum Opfer fielen. Wir lieben das alte Nordhausen, sagen beide.
Im Eckgebäude an der Pfarrgasse befand sich von 1824 bis 1847 das königlich-preußische Postamt der Stadt. Fasziniert weist Hardy Schönau auf eine Vielzahl in eigenwilligem Winkel ins Dach geschobener Giebel - jeder Giebel eine Kammer für die einstigen Postkutscher.
Dafür kommt Jessica Müller im Dom wieder so richtig ins Schwärmen. Über das Chorgestühl im Altarraum des Domes hat sie ihre Bachelor-Arbeit geschrieben - ganz klar ein Nordhäuser Highlight und ein Lieblingsort. „Es begeistert mich immer wieder neu“, sagt sie. Die alttestamentlichen Motive der hohen Eichenholz-Wangen aus dem 14.
Nicht zu verwechseln mit dem Dom - die ebenfalls zweitürmige St. Blasii-Kirche. Einer der achteckigen Türme steht leicht geneigt, aber sicher, wie Hardy Schoenau betont. Die Verbindung hoch oben zwischen der Türmerwohnung und der Glocke ist auch die höchste Brücke Nordhausens.
Einen Feiniger-Blick gibt es auch. 1932 war der Bauhaus-Künstler vor Ort. Aus vier Skizzen von St.
Beim Abschiedsblick über die Dächer entdeckt Hardy Schoenau einen weiteren Lieblingsort. Das ehemalige Post- und Telegraphenamt aus dem 19. Jahrhundert ist dank eines rührigen Nordhäuser Investors heute eine ansehnliche Wohnanlage. „Das ist ein wunderschönes Haus mit einer fantastischen Fassade“, schwärmt der 56-Jährige.
Möbel Schwinn und die Unterstützung lokaler Projekte
Auf Nachhaltigkeit hat man auch bei der Ausstattung geachtet, für die Möblierung ist man nicht zu Ikea gefahren, sondern zu Möbel Schwinn in Nordhausen.
Besonders Stolz ist man auf die „Befreiung“ der Treppe, die Holzexperte René Kopf an elf Tagen und in 130 Stunden Arbeitszeit bewältigt hat.
Tag der Architektur 2023
Vormerken sollte man sich den Tag des offenen Denkmals am 10. September 2023. Gebaut wird immer, in den letzten Jahren allerdings immer weniger Neues. Der „Tag der Architektur“ steht in diesem Jahr deswegen unter dem Motto „Einfach umbauen“.
Insgesamt werden in Thüringen am Wochenende 49 Projekte in 27 Städten und Gemeinden vorgestellt, in Nordhausen sind neben dem Haus in der Rüdigsdorfer Straße auch der „Nordpark Nordhausen“ und ein sanierter Gewerbehallenkomplex in der Rathsfelder Straße 6 mit dabei.
Auf dem neu gestalteten Spielplatz in Nordhausen Nord wird es am Sonntag um 11 und 13 Uhr Führungen geben, Treffpunkt ist der Zugang an der Hufelandstraße. Die vom Architekturbüro Thomas Winkler umgebaute Werkshalle öffnet am Samstag von 14 bis 16 Uhr, Führungen finden um 14 und um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist hier der Parkplatz vor Halle 3.
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