Wie wäre es, wenn du schon bei deinem Einstieg in die Saison ein echtes Monument fahren könntest? Im April vielleicht schon auf dem Gipfel des Mont Ventoux stehen*? Bei unserem Provenzalischen Rennradfühling kombinieren wir: Das Urlaubsgefühl, den Geruch nach Sonnencreme, vielleicht die erste Tour des Jahres in kurz/kurz.
Die Provence: Ein Paradies für Radfahrer
Provence. Lavendel, Olivenöl, Rotwein. Zypressengesäumte Hügellandschaft, Olivenhaine, wildromantische Schluchten, einsame Straßen, wilder Thymian am Straßenrand - und vor allem Sonne. Das Comtat, die Gegend um die Papststadt Avignon, ist bekannt für ein ungewöhnlich mildes Mikroklima mit weit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr.
Wir quartieren uns in Pernes-les-Fontaines ein, etwa 25 km östlich von Avignon, in der Ebene des Comtat Venaissin. Hier steht dir vom gewaltigen Mont-Ventoux-Massiv im Norden über das einsame Plateau de Vaucluse im Osten bis zum Lubéron-Gebirge im Süden ein enorm vielseitiges Revier zur Verfügung. Mit der Jahreszeit angemessenen, nicht zu anspruchsvollen Touren kannst du reichlich mediterrane Sonne tanken, und anschließend im provenzalischen Landhotel die Seele baumeln lassen und die Küche der Provence genießen.
Unser Standort Pernes-les-Fontaines liegt etwa 30 km östlich von Avignon. Aus Deutschland über Freiburg - Mulhouse - Lyon auf der französischen A7 bis Ausfahrt Orange-Sud. Aus Süddeutschland mit dem Fernverkehr (ICE) bis Strasbourg. Dann mit dem durchgehenden TGV bis zum Bahnhof Avignon TGV.
Auf Wunsch buchen wir dir ein Leihrad von unserem Partner francebikerentals.com, z.B. Lapierre Xelius Disc für 325,- € / Woche.
Der Mont Ventoux: Ein legendärer Berg
Der Mont Ventoux ist ein im wahrsten Sinne des Wortes herausragender Berg. Mit seinen 1909 Metern ist er mit Abstand der höchste Berg der Region, und diejenigen, die sich mit ihm gemessen haben, schwärmen in höchsten Tönen. "Mons Ventosus" bedeutet auf Latein "windiger Berg", und diesem Namen macht der Mont Ventoux alle Ehre. Denn über die Geröllfelder oberhalb der Baumgrenze weht an vielen Tagen eine stramme Brise.
Viele unterschätzen ihn - aber der Mont Ventoux ist ein echter Berg. Wer ihn mit dem Rad bezwingen will, sollte sich körperlich gut vorbereitet - und auf das richtige Material achten. Hier einige Hinweise:
- Vor dem Aufstieg
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihr Vorhaben - ggf. Ist ein EKG sinnvoll.
- Trainieren Sie regelmäßig: mindestens 1.000 Kilometer Radfahren, am besten zwei- bis dreimal pro Woche mit langen Ausfahrten und vielen Höhenmetern.
- Achten Sie auf gutes Material: Ein funktionstüchtiges Rennrad mit intakten Bremsen und Reifen ist Pflicht. Und denken Sie an warme Kleidung - am Gipfel kann es im Schnitt 13 °C kälter sein als im Tal.
- Während der Fahrt… und bei der Abfahrt
- Checken Sie vorher das Wetter. Starten Sie früh - idealerweise gegen 7 Uhr.
- Wärmen Sie sich mindestens 30 Minuten auf.
- Trinken Sie regelmäßig (etwa 0,5 L pro Stunde) und nehmen Sie Verpflegung mit.
- Nach der Ankunft
- Zeit zum Erholen, Dehnen, Trinken. Die Abfahrt erfordert ebenfalls Konzentration.
- Ziehen Sie sich warm an (Handschuhe, Windjacke), fahren Sie kontrolliert - und machen Sie lieber eine Pause mehr, als zu riskant abzufahren.
Die Strecken auf den Mont Ventoux
Drei Rampen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen auf den Mont Ventoux.
- Südseite: Sie ist die schwerste der Ventoux-Varianten und gleichzeitig die beliebteste. Los geht es im Städtchen Bédoin, von wo es 1609 Höhenmeter und 21 Kilometer bis zum Gipfel zu sammeln gilt. Zunächst steigt die Straße noch moderat, aber im Waldstück des Anstiegs warten über mehrere Kilometer zermürbende 9 Prozent. Am Chalet Reynard wird es kurzzeitig etwas flacher. Eine kurze Pause kann hier guttun, denn auf den letzten Kilometern warten noch einmal Passagen mit zum Teil über 10 Prozent Steigung. Das Ziel hat man ab hier ständig im Blick.
- Westseite: Nach dem Start in Malaucène beginnt die Route bereits mit 6 Prozent Steigung, aber auf den ersten Kilometern schwanken die Werte und werden zum Teil sogar zweistellig. Es gibt längere Flachstücke, aber auch Rampen mit 12 Prozent, die steilsten am Mont Ventoux. Auch diese Passage führt zunächst durch Wald, aber die letzten Kilometer bieten das typische Bild des Berges. Insgesamt 21 Kilometer und 1680 Höhenmeter.
- Ostseite: Die 26-Kilometer-Variante von Sault ist die "Einsteiger-Tour" am Mont Ventoux. 1194 Höhenmeter kommen hier zusammen, mit durchschnittlich weniger als 5 Prozent. Aber auch dieser Anstieg hat steile Rampen, die man nicht unterschätzen darf.
Die Traumrunde
Die Tour über die Westseite ist die Gelegenheit, zwei Dinge zu kombinieren, die zu einem Provence-Trip unbedingt dazugehören: Mont Ventoux und Lavendelfelder.
Mollans-sur-Ouvèze - Faucon - Saint Marcellin - Entrechaux - Malaucène - Col du Tempetes - Mont Serein - Chalet Reynard - Stèle Tom Simpson - Sault - Col des Aires - Col du Fontaube - Mollans-sur-Ouvèze
Beste Zeit: Schneefrei von frühestens Mai bis Ende Oktober.
Karte: Michelin Provence, 1:200 000
Der Mont Ventoux in der Tour de France
Frankreich beheimatet bedeutende Gebirgsketten für radfahrende Grenzgänger. Im Jura, in den Ardennen und, nicht zu vergessen, in den Vogesen strampelt es sich noch verträglich die Pässe hinauf. Deutlich höher und steiler ragen die Alpen im Südosten in den Himmel, die Pyrenäen im Südwesten und das Zentralmassiv im Landesinneren.
Der Mont Ventoux ist für viele Radprofis zugleich Traumziel und Alptraum: Am 22. Juli 1951 stand der Mont Ventoux erstmals auf dem Tourplan - als Teil der 17. Etappe zwischen Montpellier und Avignon. Die besondere Atmosphäre des Bergs, das fast mondähnliche Landschaftsbild oberhalb der Waldgrenze und die steile Schlussrampe zum Observatorium machen diese Auffahrt zu einem der großen Klassiker - selbst für die größten Champions.
Seit 1951 war der Mont Ventoux:
- 16. Mal Teil der Tour de France
- 10. Mal Ziel einer Bergetappe, darunter 2 Zeitfahren
- 18. Mal wurde der Gipfel erklommen - gleich zweimal am 7.
Tragödie am Mont Ventoux
Am 13. Juli 1967 verlor Tom Simpson am Mont Ventoux sein Leben. Dieser Donnerstag ist der heißeste Tag des Jahres: 42 Grad im Schatten. In Carpentras beginnt der Anstieg zum Gipfel. Raymond Poulidor startet eine Attacke. In einer Verfolgergruppe kämpft Tom Simpson um den Anschluss. Doch drei Kilometer unterhalb des Gipfels gerät er völlig außer Tritt: In Schlangenlinien fährt er von einer Straßenseite zur anderen. Seine Betreuer sind sofort zur Stelle.
Die Obduktion bringt es dann zutage: Man findet eine Kombination aus Amphetaminen, Betäubungsmitteln und Alkohol. Dies war der erste offizielle Dopingfall der Tour - doch, wie heute jeder weiß, war Simpson nicht der erste Radprofi, der unerlaubte Mittel einsetzte. Viele wussten es, alle schwiegen. Denn Doping galt damals beinahe noch als Kavaliersdelikt.
Gedenkstätte für Tom Simpson
1968 wurde zu Ehren von Simpson ein Gedenkstein enthüllt, an der Stelle, wo er ein Jahr zuvor gestorben war. Seine Töchter Jane und Joanne ließen 1987 an der linken Seite des Gedenksteins eine Tafel anbringen. Darauf steht: „Kein Berg zu hoch.“ 1997, 30 Jahre nach dem Drama am Ventoux, fuhr Joanne den Berg mit dem Rad hinauf und hatte nur ein Ziel vor Augen:„Zu Ende bringen, was Daddy nicht geschafft hat.“
Die Tour de France 2025
Im Sommer 2025 macht die Tour de France Station im Vaucluse - mit zwei Etappen, die von eindrucksvollen Landschaften und sportlichen Höchstleistungen geprägt sind. Am 22. Und 23. Juli stehen die 16. Und 17.
- 16. Etappe: Am Dienstag, den 22. Juli, startet das Peloton in Montpellier zu einer der härtesten Etappen der diesjährigen Tour: 172 Kilometer, 2.900 Höhenmeter - und das Ziel liegt auf dem Gipfel des Mont Ventoux (1.910 m). Gefahren wird über den legendären Anstieg ab Bédoin (klassischer Südhang), bekannt für seine steilen Rampen, karge Landschaft und unberechenbaren Wind. Dieser Abschnitt gilt als einer der gefürchtetsten im Radsport. Die 16. Etappe könnte das Gesamtklassement ordentlich durcheinanderbringen - ein Tag, an dem große Namen ins Wanken geraten können.
- 17. Etappe: Am Mittwoch, den 23. Juli, rollt die Tour weiter - mit einem besonderen Moment: Zum ersten Mal in der Geschichte der Rundfahrt beginnt eine Etappe in Bollène, im Norden des Vaucluse. Diese Übergangsetappe dürfte vor allem den Sprintern in die Karten spielen - doch auch Ausreißer könnten hier ihre Chance suchen.
2025 steht der Mont Ventoux zum 18. Mal im Tour-Programm.
Fazit
Der Mont Ventoux ist und bleibt eine Legende im Radsport. Ob als Teilnehmer eines Radrennens oder als ambitionierter Hobbyfahrer, die Bezwingung dieses Berges ist eine unvergessliche Erfahrung.
* Möglicherweise ist das letzte Stück der Auffahrt zum Mont Ventoux um diese Jahreszeit noch gesperrt.
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