Es gibt Orte, die einen sofort in ihren Bann ziehen, und dann gibt es den Mont Ventoux. Er erhebt sich mit seinen 1909 Metern, fast schon trotzig, als einsamer Riese aus der Provence. Zusammen mit dem Col du Tourmalet in den Pyrenäen, der Bergankunft in Alpe d’Huez und dem Col du Galibier in den Hochalpen zählt der Mont Ventoux zu den berüchtigsten Anstiegen der prestigeträchtigsten Rundfahrt.
Ein monumentaler Anstieg an dem Legenden geschrieben wurden und ein Gipfel, der schon lange eine Pilgerstätte des Radsports ist. Ein Berg, der seit 1951 die Tour de France prägt, ein Berg, der Geschichten von Triumphen und Niederlagen erzählt und schon lange eine Pilgerstätte des Radsports ist.
Die Herausforderung Mont Ventoux
Durch seine exponierte Lage machen ihn die teils extremen Windverhältnisse und die schattenlose Hitze der Geröllwüste besonders schwierig. Die maximale Windgeschwindigkeit von 320 km/h haben wir zum Glück nicht erlebt. Die Nordflanke des Bergs ist Anfang April immer noch vereist.
Die Strecken
Drei Rampen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führen auf den Mont Ventoux.
- Südseite: Sie ist die schwerste der Ventoux-Varianten und gleichzeitig die beliebteste. Los geht es im Städtchen Bédoin, von wo es 1609 Höhenmeter und 21 Kilometer bis zum Gipfel zu sammeln gilt. Zunächst steigt die Straße noch moderat, aber im Waldstück des Anstiegs warten über mehrere Kilometer zermürbende 9 Prozent. Am Chalet Reynard wird es kurzzeitig etwas flacher. Eine kurze Pause kann hier guttun, denn auf den letzten Kilometern warten noch einmal Passagen mit zum Teil über 10 Prozent Steigung. Das Ziel hat man ab hier ständig im Blick.
- Westseite: Nach dem Start in Malaucène beginnt die Route bereits mit 6 Prozent Steigung, aber auf den ersten Kilometern schwanken die Werte und werden zum Teil sogar zweistellig. Es gibt längere Flachstücke, aber auch Rampen mit 12 Prozent, die steilsten am Mont Ventoux. Auch diese Passage führt zunächst durch Wald, aber die letzten Kilometer bieten das typische Bild des Berges. Insgesamt 21 Kilometer und 1680 Höhenmeter.
- Ostseite: Die 26-Kilometer-Variante von Sault ist die "Einsteiger-Tour" am Mont Ventoux. 1194 Höhenmeter kommen hier zusammen, mit durchschnittlich weniger als 5 Prozent. Aber auch dieser Anstieg hat steile Rampen, die man nicht unterschätzen darf.
Die Ostauffahrt von Sault
Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei herum zu reden - die Ostauffahrt von Sault ist verglichen mit den beiden anderen Möglichkeiten aus Bédoin und aus Malaucène eindeutig die Nasenbohrer-Variante. Während es von Bédoin und Malaucène aus eigentlich durchgängig steil ist, kann man von Sault aus bis zum Chalet Reynard, also die ersten 19 km der Auffahrt, eher gemütlich pedalieren.
Den ersten Kilometer geht es inklusive einer Kehre sogar bergab, bis man einen Bach überquert und die moderate Kletterei beginnt. Nun geht es also bergauf, tendenziell in nordwestlicher Richtung, zunächst noch voll der Sonne und dem Wind ausgesetzt.
Schon bald erreichen wir jedoch den Wald, der zumindest vor diesen Einflüssen etwas Linderung verspricht. Die Steiung ist nicht sonderlich spektakulär - 7 bis 8 % dürften auf den ersten 12 Kilometern das höchste der Gefühle sein. Bei Kilometer 12 wird es dann sogar noch leichter.
Die Steigung lässt nun fast vollständig nach, man kann ohne weiteres ein paar Gänge hochschalten und sich auf einer Gerade Richtung Süden am nun sichtbaren Panorama über die Provence bis hin zu den Hochalpen erfreuen. Hier ist jedoch Schluss mit lustig! 480 Hm fehlen noch auf den letzten sechs Kilometern, und insbesondere bei böigem Mistral, der von Norden über den Berg drückt, können sie die Hölle sein.
Am Chalet de Reynard treffen die Ostauffahrt aus Sault und die Südauffahrt über Bedoin zusammen. Am Chalet Reynard treffen die Straßen von Sault und Bédoin zusammen. Die letzte Etappe ist zugleich die schweißtreibendste, mit dem Gipfel immer vor Augen, der zum Greifen nahe scheint. Die Steigung auf den letzten 6 Kilometern zum Gipfel des Mont Ventoux liegt bei durchschnittlich 8 %. Der Weg zum Gipfel auf 1912 m wird von Meter zu Meter schwieriger (Passagen mit 11 und 12 %).
Weitere Hinweise
Die gute Infrastruktur in Malaucène macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für eine Fahrt auf den Mont Ventoux. Wie in vielen französischen Städten, befindet sich am Ortsausgang ein Campingplatz, von dem aus man den Mont Ventoux angehen kann. Zunächst erklimmt die Straße den linken, nach einer Kehre im Tal die rechte Seite des Hanges.
Man überfährt einen kleinen Vorpass, nach dem sich die Straße wieder nach links wendet, und einen zweiten Vorpass in Angriff nimmt. Hier sieht man den nächsten Gipfel, der ein bisschen wie eine bewachsene Version des Ventoux aussieht. Die Steigung geht hier kurz zurück, bevor es dann wieder weitergeht mit 10 % am zweiten Berg.
Links am Gipfel vom zweiten Berg passiert man die Kreuzung, an der es links zur Skistation Mont Serein, dahinter folgt das Restaurant Chalet Liotard. Noch bleiben 6 km und durchschnittlich 10 % Steigung bis oben. Kurz nach der Abzweigung werden die Bäume weniger, und um die Ecke sieht man den Mont Ventoux in voller Pracht.
Oben angekommen, vereint ein roter Kopf und die Passion für den Radsport alle, die es hoch geschafft haben. Die exponierte Straße schlängelt sich den Südhang entlang und wird immer wieder von einem kräftigen Seitenwind erfasst.
Gerade in den Bergen und auf schnellen Abfahrten in exponierter Lage ist die Seitenwindanfälligkeit ein Sicherheitsfaktor, der schnell für unschöne Schreckmomente sorgen kann. Ein nervöses Rad kostet viel Energie und Konzentration und lenkt vom eigentlichen Erlebnis ab. Rennradfahren ist per se schon riskant; unsicheres Material ist hier fehl am Platz.
Das richtige Bike für den Mont Ventoux
Um herauszufinden, ob reine Climbing-Bikes mittlerweile von den Vorteilen leichter Allround-Racer abgehängt werden und um aufzudecken, welcher Fahrertyp mit welchem Bike am meisten Spaß hat, haben wir vier der aktuell heißesten Bikes für den Titel “King of the Mountain” an den Start gebracht und die Südrampe des Mont Ventoux rauf und runter gejagt.
Welche Bikes kommen bei einem Shootout am Mont Ventoux überhaupt in Frage? Wir haben uns dazu entschieden, vier Bikes mitzunehmen - vom sehr leichten Kletterspezialisten, weit unter dem UCI-Gewichtslimit, bis zum sportlichen Allround-Racer knapp darüber. Von der Ausstattung schenken sich die vier Anwärter nichts. Alle kommen im Top-Spec mit Shimano Dura-Ace oder SRAM RED und auch optisch machen alle vier Bikes klar, dass sie nicht zum Bummeln hier sind. Dieser absolute Performance-Anspruch schlägt sich allerdings auch im Preis nieder.
Hier eine Übersicht der getesteten Bikes:
- Specialized Tarmac SL8: Das schnellste Bike der Amerikaner und bekannt für seine beeindruckende Aero-Performance und Leichtbauweise.
- Canyon Ultimate CFR Di2 Aero: Kombiniert Leichtgewicht und Aero-Effizienz und ist mit seinen 6,72 kg das zweitleichteste Bike im Vergleich.
- Giant TCR Advanced SL: Ein absoluter Kletterspezialist und mit nur 6,5 kg leichter, als die UCI erlaubt!
Nach vielen tausend Höhenmetern, rasanten Abfahrten und vergossenem Blut, Schweiß und Espresso haben wir ihn auserkoren: den King of the Mountain, das beste Rennrad für lange Tage mit epischen Aussichten. Aus dem Testfeld konnte ein Bike herausstechen, das uns besonders motiviert hat, die eigenen Grenzen auszutesten.
Ein Bike, bei dem wir konstant das Gefühl hatten, genau das richtige Tool für den Job dabei zu haben, das uns nur positiv überrascht hat und unterm Strich den meisten Fahrspaß auf die Straße bringen konnte. Ja, selbst bei langen Touren am Berg sind aerodynamische Optimierungen spürbar. Gerade bei leichten Steigungen kann man davon profitieren, und auch mit tiefen Laufrädern kommt man sehr gut den Berg hinauf.
Tabelle: Vergleich der getesteten Bikes
| Bike | Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Specialized Tarmac SL8 | - | Aero-Performance, Leichtbauweise, Komfort |
| Canyon Ultimate CFR Di2 Aero | 6,72 kg | Leichtgewicht, Aero-Effizienz |
| Giant TCR Advanced SL | 6,5 kg | Kletterspezialist, leicht |
Tipps zur Vorbereitung
Für alle, die den Mont Ventoux noch auf Ihrer ToDo-Liste haben, bieten wir im Mai eine geführte Tour an. Zur Bezwingung des Riesen der Provence mit dem Rad sollte man nicht ohne Planung aufbrechen.
- Trainieren Sie vor Ihrer Abfahrt und stellen Sie sicher, dass Sie in perfekter körperlicher Verfassung sind.
- Verwenden Sie ein passendes Rennrad und achten Sie auf die Wettervorhersage.
- Die meisten Unfälle passieren bei der Abfahrt, seien Sie daher achtsam und kontrollieren Sie Ihre Geschwindigkeit.
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