Simson Moped Anhänger: Informationen und Details

Der Heidrungen-Anhänger war früher ein beliebtes Transportmittel am Moped, heute eher Handwagen zum Zeitungen austragen. Viele Teile (am Anhänger) aber auch Informationen sind im Laufe der Jahre verloren gegangen. Aus diesem Grund hier eine kleine Übersicht der Modelle und wichtigen Infos.

Hersteller und Modelle

Besonders häufig sind die im VEB Metallkombinat Heldrungen (= MKH) (später: Metallwaren Heldrungen = MWH) gefertigten Mopedanhänger für Simson-Fahrzeuge.

Die Anhänger wurden in den 70er Jahren noch im VEB Wagonbau Dessau hergestellt, die Typenbezeichnung war nichts weiter als die Abkürzung des Herstellers (WBD). Irgendwann (anhand von Typenschildern etwa um 1966/67) änderte sich der Hersteller zum VEB Metallkombinat Heldrungen (MKH) bzw. später dem VEB Metallwaren Heldrungen (MWH).

Neben den MKH-Anhängern gibt es auch noch zahlreiche weitere Mopedanhängermodelle für die Simsonfahrzeuge. Allerdings ist zu diesen Modellen nur wenig bekannt - häufig aufgrund geringer Produktionszahlen.

VEB Metallkombinat Heldrungen (MKH) / VEB Metallwaren Heldrungen (MWH)

Die MKH-Modelle zeichneten sich durch robuste Bauweise und eine hohe Belastbarkeit aus. Sie bestehen aus einem vollverzinkten und somit rostfreien Aufbau. Auf dem Fahrgestell ist eine Stahlwanne fest verschweißt und bietet einen gorßen Stauraum für die zu transportierenden Güter.

Alle Modelle (außer MWH/RB) haben den selben Grundaufbau (Zinkwanne). Sie unterscheiden sich lediglich in der elektrisches Ausstattung und der Kupplung. Die Größe beträgt 1,73m x 0,73m x 0,82m. Die Ladefläche ist etwa 86 x 50cm groß. Das Leergewicht variiert je nach Modell zwischen 24 und 27 Kg. Die zulässige Gesamtmasse beträgt 60 Kg, als Handwaagen kann er mit mehr beladen werden.

Auf den Typ WBD folgte eine Aufteilung zwischen Fahrradanhänger (MHK/F) und den Mopedvarianten (MKH/M...). Die F-Variante hat ein Fahrradrücklicht, kostete 175 Mark und am Ende der Deichsel befindet sich eine 18mm Kugel. Das Gegenstück (Anhängerkupplung) befindet sich am Fahrrad. Bei allen Mopedanhänger befindet sich die Kugel am Zugfahrzeug und die AHK am Ende der Deichsel.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die erlaubte Verwendung von vielen Anhängern hinter Fahrrädern ebenso wie hinter Mopeds und Mokicks oder Rollern, wobei der VEB Heldrungen bis Anfang der 80er Jahre an einer Bindung der Anhängertypen an die Simson - Zugfahrzeuge festgehalten hat, danach entfiel diese auf Vorschlag des KTA .

VEB Waggonbau Dessau (WBD)

Über den VEB Waggonbau Dessau ist nur wenig bekannt. Das Anhängermodell trägt die Bezeichnung WBD - als Abkürzung für den Herstellerbetrieb "Waggonbau Dresden". Gefertigt wurde dieses Modell von 1960 bis 1965. Über den Aufbau ist nur noch wenig bekannt.

Der erste uns bekannte Anhänger aus dem VEB WBD wurde von 1962 bis 1964/65 hergestellt.

Ab 1965 (?) wurde ein Teil der Produktion des Anhängers von Dessau nach Heldrungen verlegt. Der Hersteller wandelte sich und war von nun an das VEB Metall-Kombinat Artern.

VEB Transportgerätebau Leipzig

Anhängermodelle des VEB Transportgerätebau Leipzig tauchen immer wieder mal bei Onlineauktionshäusern und in Kleinanzeigen auf. Offensichtlich wurden von diesen Anhängermodellen eine recht hohe Stückzahl produziert.

Weitere Hersteller

In der DDR wurden weitaus mehr Mopedanhängertypen gebaut, als allgemein bekannt sein dürfte. Neben den sehr zahlreich vertretenen feuerverzinkten Modellen aus dem VEB Metallkombinat Heldrungen wurden auch bei anderen VEBs, die eigentlich eine gänzlich andere Hauptproduktion betrieben, Kleinserien von Mopedanhängern gefertigt.

Desweiteren gab es einige wenige private Firmen, die komplette Anhänger bauten. Normalerweise wurden in solchen Familienbetrieben nur Zubehörteile gefertigt, wie z.B.

Modellübersicht

MKH/M1

Der M1 Anhänger ist für den Einsatz an einem Fahrzeug der Vogelserie vorgesehen, besitzt daher auch deren Rücklicht. Nach westdeutschen Recht, ist der Anhänger jedoch nur noch für alle Mopeds mit "Blinker am Lenker" zulässig. Das schließt den Spatz nach neuem Recht aus.

Bei dem MKH/M1 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M1 wurde vorrangig zur Nutzung am SR2 entwickelt und entsprechend von der elektrischen Anlage angepasst (alte Ausführung - eckiges Rücklicht). Selbstverständlich ist auch eine Nutzung an anderen Fahrzeugen der Vogelserie zulässig.

Diese müssen jedoch entweder mit Fahrtrichtungsanzeigern am Lenker (bei den Schwalbe-Modelle unproblematisch, da gegeben) ausgestattet sein oder dürfen erst gar keine Blinker ab Werk besitzen (z.B. S50 N, S51 N). Simson-Fahrzeuge, die mit Blinkern an Front und Heck ausgestattet sind, dürfen diesen Anhänger gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen. Die elektrische Anlage des Anhängers umfasst bei diesem Modell ein Brems- und Rücklicht.

MKH/M2

Der M2 Anhänger ist außer dem runden Rücklicht baugleich zum M1. Vermutlich wurde dieses Modell nur eingeführt, damit Zugfahrzeug und Anhänger die selben Rückleuchten tragen. Zulässige Zugfahrzeuge sind die KR51/2 (Schwalbe) und die S50/51 N-Modelle. Die N-Varianten hatte wie auch der Anhänger, keine Blinker.

Bei dem MKH/M2 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M2 ist für die Nutzung an allen Simson-Fahrzeugen der Vogelserie konzipiert, die entweder über Fahrtrichtungsanzeiger am Lenker verfügen (z.B. Schwalbe-Modelle) bzw. erst gar keine Fahrtrichtungsanzeiger ab Werk besitzen (S50 N, S51 N).

Simson-Fahrzeuge, die mit Blinkern an Front und Heck ausgestattet sind, dürfen diesen Anhänger gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen. Ausgestattet ist der Anhänger mit einer elektrischen Anlage, die über Brems- und Rücklicht verfügt. Verbaut wurden hier die etwas neueren runden Rückleuchten, die bereits das etwas helle Bremslicht besaßen.

MKH/M3

Der M3 Anhänger ist nichts weiter als ein M2 mit Blinkern. Entsprechend darf er auch nur von Fahrzeugen gezogen werden, die über eine 4-Leuchten Blinkanlage verfügen. Entsprechend ist dieser Anhänger für alle S50/51 (außer N) zugelassen. Laut Aussage des Kraftfahrt Bundesamtes ist der Anhänger auch für die SR50/SR80 zulässig. Da deren AHK aber eine 25mm statt 18mm Kugel besitzt, lässt sich der Anhänger nicht mit dem Zugfahrzeug verbinden.

Bei dem MKH/M3 handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/M3 ist für die Nutzung an allen Simson-Fahrzeugen der Vogelserie konzipiert, die über Fahrtrichtungsanzeiger an der Front und am Heck verfügen (alle S50 und S51 Modelle, außer N-Modelle).

Simson-Fahrzeuge ohne Blinker oder mit Blinkern am Lenker (darunter auch Schwalben), dürfen diesen Anhänger offiziell gemäß der Allgemeinen Betriebserlaubnis nicht ziehen, da die Lichtmaschine nicht ohne Modifikationen zum Betrieb der zusätzlichen Fahrtrichtungsanzeiger am Anhänger ausgelegt ist.

Der Anhänger ist mit einer elektrischen Anlage ausgestattet, die über Brems- und Rücklicht und zusätzliche Fahrtrichtungsanzeiger verfügt. Verbaut wurden hier die etwas neueren runden Rückleuchten und die für S50 und S51 üblichen Blinkerleuchten.

MKH/RB

Der RB war das letzte Modell aus Heldrungen und wurde etwa ab 1988 produziert. Konzipiert ist er für die SR50/80. Er besteht aus Blechprofilen, ist breiter und flacher als alle anderen Modelle und besitzt die kleinen SR50 Räder. Durch die neue Bauweise konnte das zulässige Gesamtgewicht von 60 auf 80 kg gesteigert werden, ohne dass sich das Leergewicht erhöht hatte.

Auch die Zugvorrichtung wurde komplett überarbeitet. Statt der bisher eingesetzten 18mm Kugel, kommt eine 25mm Kugel zum Einsatz. Zu DDR Zeiten war es geplant einen Adapter (18mm auf 25mm) zu fertigen, um diesen Typ auch mit S51 ziehen zu können. Ob es diesen Adapter jemals gab, oder die existierenden allesamt Eigenbau sind, kann nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Bei dem MKH/RB handelt es sich um einen offiziellen Mopedanhänger für Simsonfahrzeuge. Das Modell MKH/RB ist für die Nutzung am SR50, dem Nachfolger der Schwalbe, entwickelt worden. Im Vergleich zu den MKH/M-Modellen besitzt dieser Anhänger andere Maße und eine technisch überarbeitete Kupplung.

Für die Schwalbe und andere Simsonfahrzeuge gibt es jedoch keine zugelassenen Anhängerzugvorrichtungen, wodurch der MKH/RB offiziell nicht an der Schwalbe genutzt werden darf. Die elektrische Anlage verfügt über das etwas neuere runde Rücklicht und zusätzliche Fahrtrichtungsanzeiger. Dieses Anhängermodell ist nur in geringen Stückzahlen produziert worden und daher recht selten.

MKH/F

... Der MKH/F, ein Modell der MKH-Serie aus Heldrungen, ist ein reiner Fahrradanhänger. Einziges Unterscheidungsmerkmal der Fahrrad-Variante zu denen zur Nutzung am Moped zugelassenen MKH-Anhängertypen ist die elektrische Anlage.

Technische Aspekte und Modifikationen

Aufgrund der recht hohen Endgeschwindigkeit der Simson-Fahrzeuge mussten die Anhänger entsprechend darauf abgestimmt und ausgelegt sein.

Statt der bisher eingesetzten 18mm Kugel, kommt eine 25mm Kugel zum Einsatz.

Auch die Zugvorrichtung wurde komplett überarbeitet.

Elektrische Anlage

Zum Betreiben der elektrischen Anlage benötigen Sie an Ihrer Simson eine entsprechende Steckdose, die über einen Abschaltkontakt für das Rücklicht am Zugfahrzeug verfügt.

Ohne eine entsprechende Steckdose mit Abschaltkontakt zum Betrieb der elektrischen Anlage des Anhängers dürfen Zugfahrzeuge die Mopedanhänger im Öffentlichen Straßenverkehr nicht beweget werden.

Darüber hinaus wird eine Anhängerkupplung mit entsprechender Kugelkopfkupplung (MKH-M Reihe = Kugelkopfdurchmesser 18mm | MKH/RB = Kugelkopfdurchmesser 25mm) benötigt.

Die einzelnen Ausstattungsvarianten der Mopedanhänger orientierten sich an der Leistungsfähigkeit der elektrischen Anlage des jeweiligen Zugfahrzeugs. (z.B. MKH/M3-Version für S50 und 51 mit Zusatzblinkern am Heck des Mopedanhängers)

Rechtliche Hinweise

Der Anhänger benötigt keine extra Versicherung. Er ist durch die Versicherung des Zugfahrzeugs mitversichert. Für den Anhänger wird eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) benötigt. Diese kann für etwa 21 Euro (Stand: 2015) vom Kraftfahrtbundesamt neu ausgestellt werden.

Ein Umbau ist zwar rein technisch gesehen völlig problemlos möglich, jedoch handelt es sich nach vor um ein MKH/F-Modell, also einen reinen Fahrradanhänger, wodurch die Nutzung am Moped und im Öffentlichen Straßenverkehr unzulässig ist. Für diese Modelle gibt es keine Betriebserlaubnis, die es jedoch bei den MKH/Mopedvarianten gibt.Auch, wenn sich der MKH/F von den technischen Daten her im Vergleich zu den MKH/Mopedvarianten nicht unterscheidet (mit Ausnahme der elektrischen Anlage), ist ein Umbau nicht zulässig, da Fahrradanhänger gleich Fahrradänhänger bleibt.

Für alle Moped-Anhänger, die für den Straßenverkehr zugelassen waren, galten die gleichen Voraussetzungen. Sie mussten die erforderlichen Beleuchtungseinrichtungen (also Brems-, Rückklicht und ggf. Blinker) aufweisen und durften mit max. 40 KM/H hinter dem Zugfahrzeug gezogen werden. Das Zugfahrzeug musste dabei mit einer entsprechenden Anhängersteckdose ausgestattet sein, damit die Beleuchtung am Anhänger auch ordnungsgemäß funktionierte. Ein weiteres Kriterium war die Erteilung einer Betriebserlaubnis. Das baugleiche Modell MKH/F besaß nur eine Fahrradzulassung.

Oftmals besteht das Problem, dass die Betriebserlaubnis (BE) für den Anhänger abhanden gekommen ist, doch ohne Nachweis einer BE wäre eine Nutzung im Straßenverkehr nicht zulässig.

Hauptkriterium für das Verwenden von einem reinen Fahrradanhänger hinter einem Moped ist neben der passenden Zugvorrichtung die StVZO-konforme bauartgenehmigte Beleuchtung, d.h. es müssen neben einem Rücklicht, welches generell Pflicht ist, mindestens ein Bremslicht und - falls der Anhänger die Blinker des Zugfahrzeuges verdeckt - auch Blinker vorhanden sein.

Da Anhänger hinter Kleinkrafträdern und Fahrrädern schon zu DDR Zeiten betriebserlaubnispflichtig waren, gab zu jedem durch das KTA genehmigten Anhängertyp beim Kauf ein Betriebserlaubniskärtchen dazu, genauso wie es zu jedem Moped ein Betriebserlaubniskärtchen gab und gibt.

Sollte dieses Kärtchen verloren gegangen sein, kann man inzwischen beim KBA eine Datenbestätigung als Ersatzdokument bekommen.

Wird ein Anhänger heutzutage hinter einem Kleinkraftrad verwendet, ist entweder das DDR Betriebserlaubniskärtchen, die Datenbestätigung oder eine Einzelbetriebserlaubnis mitzuführen (siehe § 3 und 4 FZV). Das Versicherungskennzeichen des Zugfahrzeuges ist am Anhänger zu wiederholen und am Heck des Anhängers ist ein Geschwindigkeitsschild "40" anzubringen.

Weiterhin müssen die Zugvorrichtungen an Zugfahrzeug und Anhänger bauartgenehmigt sein (Originale Teile wurden mit der jeweiligen Betriebserlaubnis des Fahrzeuges mit genehmigt).

Für die Anhänger mit einem KTA Typschein (DDR Betriebserlaubnis) kann diese, wie für jedes andere zulassungsfreie Kraftfahrzeug aus DDR-Produktion, inzwischen beim KBA beantragt werden.

Zubehör

Mit der passenden Simson Anhängerkupplung ziehen Sie Ihren Mopedanhänger künftig sicher durch den Verkehr. Möchten Sie Ihr Moped mit einem Anhänger ausstatten, so bietet unser Online Shop diverse Anhängerkupplungen für verschiedene Simson Modelle, wie beispielsweise die Mokicks S50 und S51, den Roller SR50 sowie die beliebte Schwalbe KR51.

Neben der passenden Anhängerkupplung finden Sie bei uns auch das passende Zubehör für Ihr Moped.

Preise (Auswahl)

Artikel Preis (inkl. MwSt.)
AHK-Kupplungssteckdose Plast. 7,24 €
Schutzblech 20 Zoll 14,68 €

Hinweis: Die Preise können variieren und sind ohne Gewähr.

Auch heutzutage befindet sich der Kugelkopf immer am Zugfahrzeug.

40 Km/h Schild / Aufkleber auf der Rückseite der Anhängers - Vmax von 40 Km/h darf im Anhängerfahrbetrieb nicht überschritten werden!

Anhänger muss fahrtauglich und in einem ordnungsgemäßen Zustand sein (z.B.

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