Die Dämmwolle wird in den ESD gepackt, um Lärmemissionen zu reduzieren. Ihre isolierenden Eigenschaften spielen eine wesentliche Rolle dabei, den Geräuschpegel auf dem gesetzlich vorgeschriebenem Level zu halten und so Bußgelder zu vermeiden. Wenn ihr merkt, dass der Auspuff immer lauter wird, wird es Zeit, die Dämmwolle zu erneuern.
Materialien zur Auspuffdämmung
Klar ist: jedes poröse Fasermaterial kann in Schalldämpfern eingesetzt werden. Es gibt prinzipiell zwei Arten von Dämmwolle: Steinwolle und Glaswolle. Kostet ja nicht die Welt: eine Matte von 1,15m x 0,30m - Stärke ca. 4cm grade mal 10EUR.
Einige Mopedfahrer haben verschiedene Materialien und Methoden ausprobiert, um ihre Auspuffe zu dämmen:
- Glaswolle: Einige Fahrer haben Glaswolle aus dem Baumarkt verwendet, aber die Haltbarkeit ist begrenzt. Für den TÜV reicht es, aber mehr auch net.
- Stahlwolle: Von Topfputzkratzern habe ich noch nichts gehört aber hört sich gut an. Es gibt auch die Möglichkeit Stahlwolle mit " grober Körnung " zu verwenden. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Stahlwolle den Auspuff eher lauter macht. Grobe Stahlwolle bringt nix, wenn dann muss sie so fein sein wie Miwo. Stahlwolle hat den Nachteil das sie mit der Zeit zerfällt und relativ schwer ist.
- Keramikwolle: Es ist Keramikwolle für Temperaturfeste Montagen bis 1200 Grad. Zudem hält Keramik länger als Glasfaser. Die Keramikmatte lege ich aus und rolle sie dann um das Siebrohr vom ESD.
Hier ist eine kleine Tabelle, die die Eigenschaften der verschiedenen Dämmmaterialien zusammenfasst:
| Material | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Glaswolle | Günstig | Kurze Haltbarkeit |
| Stahlwolle | Potenziell kostengünstig | Kann Auspuff lauter machen, zerfällt leicht |
| Keramikwolle | Hitzebeständig, lange Haltbarkeit | Teurer |
Techniken zur Auspuffdämmung
Der Austausch der Dämmmatten im Endschalldämpfer mag kompliziert erscheinen, kann aber problemlos selbst durchgeführt werden. Bevor ihr anfangt, muss das Fahrzeug vollständig abgekühlt sein. Mithilfe geeigneter Werkzeuge alle Schrauben, Schellen und Klemmen, mit denen der Schalldämpfer befestigt ist, entfernen. Das alte Dämm-Material entfernen. Die neue Dämmwolle passend zurechtschneiden und in den ESD "stopfen".
Einige zusätzliche Tipps und Techniken:
- Dämmmaterial richtig verteilen: Eine lange Aluleiste hilft dabei, die Dämmwolle über die gesamte Länge gleichmäßig zu verteilen.
- Nicht zu fest stopfen: Übertreibt man es und stopft zu fest, wird der Dämpfer hingegen eher lauter, weil das Siebrohr seine Funktion verliert.
- Alternativen zum Stopfen: Die Keramikmatten haben da einen Vorteil, da man sie wie beschrieben wunderbar um das Siebrohr wickeln kann und dann reinschieben. So muss man gar nicht stopfen.
Weitere Tipps zur Geräuschreduzierung
Neben der Dämmung des Auspuffs gibt es noch weitere Maßnahmen, die zur Geräuschreduzierung beitragen können:
- Verwendung eines größeren ESD: Einen im Durchmesser größeren / längeren ESD verwenden.
- Anpassung des Endröhrchens: Das Endröhrchen am Ende des Dämpfers macht auch etwas aus.
- Reflektionsdämpfer: Moin , wie wäre es, wenn man auf die Siebrohr Variante verzichtet und auf einen Reflektionsdämpfer, also Plattendämpfer umbaut. So hat man die Möglichkeit sich mit mehreren „Ebenen“ bis zur gewünschten Lautstärke vorzutasten.
- Abgewinkeltes Rohr am Dämpferende: Das abgewinkelte Rohr am Dämpferende ist sehr wichtig, denn durch die Richtungsänderung wir viel Schallenergie vernichtet. Wenn du den gesamten Dämpfer als Bogen ausführst wäre der Effekt am größten.
Wann muss man die Auspuff Dämmwolle erneuern?
Im Laufe der Zeit und bei starker Benutzung kann die ESD Dämmwolle verschleißen und ihre Wirksamkeit verlieren. Am geöffneten Schalldämpfer sieht man, dass beinahe die Hälfte der Dämmwolle verbrannt ist. Auf der letzten zweiwöchigen Tour ging es aber selbst mir irgendwann auf den Geist.
Anleitung zum Auspuff dämmen
Wer in der Lage ist eine Bohrmaschine zu halten, hat den demontierten Endtopf in einer halben Stunde neu gestopft.
- Um den alten Schalldämpfer zu öffnen, müssen zunächst die Niete einer Endkappe aufgebohrt werden.
- Ist der Kopf des Niets entfernt, kann die Kappe abgezogen werden. Da sie nach all den Jahren relativ fest sitzen kann, hilft ein Schraubendreher dabei, sie herunterzuhebeln.
- Das Innenrohr ist nur gesteckt und kann nach kurzem Hin- und Herwackeln herausgezogen werden. Dabei bröselt uns schon ein Teil des alten Dämmmaterials entgegen.
- Nach dem Ziehen des Innenrohrs offenbart sich das gesamte Elend. Am Eingang des Dämpfers, wo die Temperatur am höchsten ist, liegt das Siebrohr frei.
- Die Reste des verbrannten Materials werden komplett entfernt, bevor das Siebrohr mit neuer Dämmwolle umwickelt und wieder eingesetzt werden kann.
- Zwischen Siebrohr und Außenhülle ist noch genug Luft, um eine zweite Packung voll Dämmwolle nachzustopfen.
- Mit leichtem Druck und ein paar sanften Schlägen des Gummihammers, sitzt alles wieder an Ort und Stelle.
- Mit gasdichten Edelstahlnieten wird der Dämpfer verschlossen.
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