Moped-Auspuff lauter machen: Was ist legal?

Das Tuning des Auspuffs ist ein beliebtes Thema, vor allem, um den Sound des Fahrzeugs zu optimieren. Allerdings sind nicht alle Veränderungen erlaubt, und Modifikationen können zu Sanktionen führen. Doch welche Umbauten am Auspuff sind zulässig, welche verboten?

Grundlagen der Auspuffanlage

Die Auspuffanlage umfasst zahlreiche Bestandteile, nicht nur das sichtbare Endrohr. Über dieses komplexe System werden die Abgase, die bei der Kraftstoffverbrennung entstehen, gefiltert und an die Umwelt abgegeben. Der Abgaskrümmer ist das Verbindungsstück zwischen Verbrennungsmotor und Auspuff und leitet die Abgase in das Auspuffsystem.

Der Katalysator (Kat) ist ein wichtiger Bestandteil, der die Verbrennungsgase filtert und von schädlichen Bestandteilen befreit. Bei Auspuffsystemen finden sich unterschiedliche Schalldämpfer, die die Lärmemission senken sollen. Es gibt Vorschall-, Mittelschall- und Endschalldämpfer.

Reflexionsschalldämpfer bestehen aus mehreren Kammern, durch die der Schall hindurchgeht. Beim Absorptionsschalldämpfer wird der Abgasschall durch eine Kammer geleitet, die mit Materialien wie Glaswolle oder -fasern gefüllt ist. Bei Fahrzeugen finden sich in der Regel parallel beide Systeme.

Legale Veränderungen am Auspuff

Modifikationen am Fahrzeug sind im Bereich des Tunings zahlreich vertreten. Veränderungen sind an den Schalldämpfern, dem Endrohr oder auch dem Katalysator möglich. Doch was ist erlaubt?

Optische Anpassungen

Der einfachste Weg bei optischen Anpassung von Ihrem Kfz-Auspuff ist die Anbringung einer sogenannten Auspuffblende. Diese fungiert gewissermaßen als Maskierung für das eigentliche Endrohr und wird lediglich über dieses montiert. Hierbei sollten Sie jedoch unbedingt darauf achten, dass die Blende nicht über das eigentliche Endrohrende am Auspuff übersteht. Dadurch wäre ein Verstoß gegen die festgelegten Fahrzeugmaße wahrscheinlich. Bei einem Verstoß gegen die zulässigen Abmessungen von Fahrzeugen - ohne entsprechende Erlaubnis - können ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und sogar ein Punkt in Flensburg drohen.

Die Anbringung von einem Austauschendrohr ist eine weitere Möglichkeit der Änderung vom Auspuff. Hierbei wird das werkseigene Endrohr abgenommen und ein anderes Endrohr angeschweißt. In jedem Falle bedarf es bei der Änderung jedoch gewisser Voraussetzungen, um nicht die Betriebserlaubnis aufs Spiel zu setzen.

Sportauspuff

Wenn im Tuning von einem Sportauspuff die Rede ist, dann ist zumeist nur der Endtopf gemeint. Der Sportauspuff ist beim Tuning besonders beliebt. Er garantiert einen satteren Sound und soll gar die Leistung des Fahrzeuges steigern. Um dieses Ziel jedoch wirklich zu erreichen, bedarf es in der Regel des Wechsels des gesamten Systems gegen Sportauspuffanlagen.

Der Sportauspuff sollte daher im Ganzen neu montiert werden. Der Umstieg auf den Sportauspuff (i. S. v. Endtopf) ist in der Regel unkompliziert. Solange die notwendigen Belege - vor allem ABE und Teilegutachten - beigefügt sind, dürfen Sie die Vorrichtung montieren.

Zudem sind die Endrohre oftmals angebohrt wodurch der Luftdruck in dem Rohrsystem insgesamt gemindert ist.

Illegale Veränderungen und ihre Folgen

Doch seien Sie gewarnt: Derartige Veränderung sind illegal. Sowohl Manipulationen an zulässigen Bauteilen als auch selbstgebaute Ersatzteile sind laut StVZO nicht zulässig.

Immer häufiger stellen die zuständigen Prüforganisationen fest, dass viele Fahrzeughalter den eigentlichen Katalysator ausbauen und zum Teil sogar gegen Attrappen austauschen. Neben dem Verlust der Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug und der Nutzungsuntersagung kann Ihnen auch das Finanzamt zu Leibe rücken. Ein Steuerverfahren ist in derlei Fällen häufige Konsequenz.

Dieses Auspuff-Tuning ist besonders häufig bei Mopedfahrern anzutreffen. Doch auch Autofahrer greifen auf diesen Trick zurück.

Wer eine Auspuffanlage manipuliert, indem er zum Beispiel eine Racing-Anlage mit der Kennzeichnung einer zugelassenen Anlage versieht oder eine zugelassene Anlage aufbohrt, der begeht nicht nur verschiedene Ordnungswidrigkeiten, sondern auch Urkundenfälschung nach § 267 StGB und damit eine Straftat. Versicherungsrechtliche Probleme kommen noch hinzu.

Lautstärke und Lärmschutz

Im Jahre 2013 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten darauf verständigt, die Geräusch-Grenzwerte innerhalb der Europäischen Union schrittweise zu drosseln. Bis zum Jahre 2028 sollen dann nur noch Neufahrzeuge mit einem Lärmausstoß von maximal 68 Dezibel zugelassen werden können. Heutzutage liegt der deutschlandweite Grenzwert des Lärmausstoßes durch Kraftfahrzeuge bei 74 Dezibel.

Besonders wenn rund um die Uhr zahlreiche Lärmquellen auf sie einprasseln. Die Schmerzgrenze liegt in der Regel bei 130 Dezibel.

Motorrad-Auspuff und dB-Killer

Auch der Auspuff beim Motorrad ist dabei oft anders aufgebaut. Der Endschalldämpfer ist in der Regel im Endrohr integriert. Diese sind - ähnlich wie bei Autos - oftmals durch Löcher in der Außenhülle gekennzeichnet. Die Akustik beim Abgasausstoß wird so verstärkt.

Doch auch hier gilt es zahlreiche Aspekte zu beachten - besonders in Bezug auf den sogenannten dB-Killer. Diese Vorrichtung ist im Sportschalldämpfer verbaut und passt die Lautstärke der Vorrichtungen an die Vorschriften der StVZO an. Sie dürfen den Sportschalldämpfer in der Regel an Ihrem Motorrad anbringen, jedoch nicht weiter manipulieren. Das bedeutet, dass auch der Ausbau vom dB-Killer nicht zulässig ist.

Fahren ohne dB-Eater? Die Strafe kann hoch sein. Neben Fahren ohne Betriebserlaubnis - mit einem Bußgeld von 50 Euro veranschlagt - kommt auch ein Verstoß gegen den Lärmschutz hinzu, für denin der Regel meist weitere 10 Euro fällig sind.

Haben Sie an Ihrem Motorrad einen Auspuff ohne entsprechende ABE montiert drohen ebenfalls Strafen. Das Teilegutachten müssen Sie bei TÜV, DEKRA und Co. vorzeigen um die Änderung an Ihrem Fahrzeug abnehmen zu lassen.

Widerstehen Sie daher dem Drang, an Ihrem Motorrad den Auspuff unbegrenzt lauter machen zu wollen. Sind ABE und Gutachten mit entsprechendem Prüfzeugnis vorliegend, so ist auch das Tuning der Auspuffanlagen zulässig.

Zulässigkeit und Genehmigungen

Neben der Betriebszulassung für Fahrzeugteile benötigen Ersatzrohr und Blende ein beim Kauf beigefügtes Teilegutachten. Das Gutachten sollte stets von einer namhaften und seriösen Prüforganisation stammen.

Nach dem Umbau müssen Tuner mit dem Teilegutachten beim TÜV vorstellig werden. Beim Chiptuning ist in jedem Fall die Einzelabnahme notwendig. Dabei checken die Prüfer das Gefährt auf Herz und Nieren.

Strafen bei illegalem Tuning

Welche Strafe droht mir bei illegalem Roller-Tuning? Die Sanktionen können Sie dieser Tabelle entnehmen.

Aufpassen müssen all jene, deren Führerschein feste Vorgaben bestimmt: Fährt der Roller nach dem Tuning schneller, als Sie es laut der vorliegenden Fahrerlaubnis bzw. der Mofa-Prüfbescheinigung dürfen, bedeutet jede Fahrt auf dem Zweirad Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis.

Besondere Vorsicht ist bei Veränderungen der Abgasanlage geboten: Durch den Ausbau des Katalysators oder dem Einbau einer Attrappe soll der Luftwiderstand geringer, die Leistung höher werden. Aber dies ist grundsätzlich nicht gestattet.

Zusätzlich zum Fahren ohne Betriebserlaubnis und der Umweltverschmutzung kann dann auch noch ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung drohen: Durch den Umbau verändert sich nämlich der Schadstoffausstoß, nach dem sich die Kfz-Steuer bemisst.

Das Fehlen einer entsprechenden Bescheinigung kann Sie nicht nur 10 Euro Verwarnungsgeld kosten, sondern auch den Verlust der Fahrzeugzulassung nach sich ziehen.

Wichtig ist, dass Umbauten am Auspuff zwar spürbare Leistungssteigerungen versprechen, aber Veränderungen an der Anlage zunächst mal zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen. Wer auf eine Zubehörauspuffanlage zurückgreift, ist auf der sicheren Seite und hat es leichter.

Wenn sie jedoch die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, kann man sie meist trotzdem per Einzelabnahme eintragen lassen. Je nachdem, wie alt das Motorrad ist, müssen dabei bestimmte Geräuschwerte eingehalten werden und ab Baujahr 1989 auch die Abgaswerte.

Lassen Sie sich sicherheitshalber in einer professionellen und seriösen Tuning-Werkstatt beraten.

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