Felgen sind ein wichtiger Bestandteil Ihres Motorrads. Daher sollten Sie wissen, wie Sie Ihre Motorrad Felgen richtig pflegen, einspeichen und zentrieren. Insbesondere bei Oldtimern und kleineren Zweirädern wie Mopeds oder Mofas sind die Felgen oft mit Speichen ausgestattet. In diesem Beitrag finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihre Motorradfelgen.
Reifen Felgen Tabelle Motorrad
Es gibt eine große Auswahl an Felgen für Motorräder. Der wichtigste Anhaltspunkt bei der Auswahl der richtigen Felgen ist natürlich die Reifengröße. Während Sie sich nicht vollständig mit dem technischen Jargon auskennen müssen, kann es helfen, die Angaben auf Ihrem Motorradreifen zu verstehen.
Dort finden Sie eine Reihe von Zahlen gefolgt von einem Buchstaben, wie zum Beispiel 120/90 ZR18 65. Hierbei stehen die einzelnen Kennzeichnungen für:
- Reifenbreite: In unserem Beispiel beträgt die Reifenbreite 120 mm.
- Querschnittsverhältnis: In unserem Fall ist der Reifen 90% von 120 mm hoch.
- Höchstgeschwindigkeit: Diese wird als Buchstabe angegeben, hier Z. Anhand einer eigenen Tabelle kann die entsprechende Höchstgeschwindigkeit für den Reifen herausgefunden werden. Z steht für eine Höchstgeschwindigkeit von über 240 km/h.
- Bauweise: Heutzutage gibt es fast nur noch Reifen mit der Kennzeichnung „R“, was für Radialreifen steht. Diagonalreifen werden so gut wie gar nicht mehr eingesetzt.
- Felgendurchmesser: Diese Angabe wird in Zoll gemacht, in unserem Beispiel beträgt der Felgendurchmesser also 18 Zoll.
- Tragfähigkeitsindex: Dieser gibt an, wie stark ein Reifen belastet werden darf. Auch hierfür gibt es separate Tabellen, die Auskunft über die genaue Last geben. Ein Tragfähigkeitsindex von 65 steht zum Beispiel für 290 kg.
Wie Sie sehen können, bezieht sich lediglich der Felgendurchmesser konkret auf die Motorradfelgen. Hierbei sind die gängigsten Größen 13 bis 23 Zoll. Aber auch in der Breite können sich Motorrad Felgen voneinander unterscheiden. Je nach Motorradtyp gibt es Felgen mit einer Breite von 5 bis 12,5 Zoll.
Motorrad Felgen einspeichen
Das Einspeichen von Felgen bedeutet, die Speichen an der Felge anzubringen. Zum Einspeichen kommt es meist dann, wenn eine Speiche gebrochen ist. Da sie nicht mehr ihre Funktion erfüllen kann, muss sie ausgetauscht werden. Dafür benötigen Sie natürlich eine neue Speiche und einen Speichenschlüssel.
Handelt es sich um eine von innen durchgesteckte Speiche, ist sie leicht zu entfernen und auszutauschen. Sie stecken die neue Speiche ganz einfach durch das Loch auf der Innenseite und schrauben sie auf der Außenseite wieder fest. Handelt es sich um eine von außen befestigte Speiche, müssen Sie, um diese zu ersetzen, die gegenüberliegende Speiche demontieren. Daraufhin können Sie die neue Speiche anbringen und festschrauben und im Anschluss daran die gegenüberliegende Speiche wieder befestigen. Sind mehrere Speichen beschädigt, sollten Sie im Zweifelsfall den kompletten Speichensatz ersetzen, da die restlichen Speichen durch die vorübergehende Überbelastung bereits beschädigt sein könnten.
Wenn Sie Ihre Felge komplett neu einspeichen wollen, achten Sie auf die richtige Position und Richtung der Speichen. Am gängigsten ist das zweifach gekreuzte Speichenmuster, da es für eine verbesserte Stabilität sorgt im Vergleich zum einfach gekreuzten Speichenmuster.
Motorrad Felge zentrieren
Das Zentrieren einer Motorradfelge dient der geraden Ausrichtung des ganzen Rades. Beim Zentrieren geht es darum, die Speichen so zu spannen, dass der Rundlauf des Rades gegeben ist. Außerdem sollen alle Seiten ausgeglichen sind. Dafür werden alle Speichennippel gleichmäßig mit einem Schraubenzieher von außen angezogen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass die Nippel so angezogen werden, dass nur noch drei bis vier Gewinderillen sichtbar sind.
Im Anschluss daran nutzt man einen Speichenschlüssel, um die Nippel um etwa eine halbe Umdrehung nachzuziehen, bis keine Speiche mehr lose ist. Sind alle Speichen festgezogen, geht es an die eigentliche Zentrierung: Hierfür eignet sich ein Zentrierständer besonders gut. Die Speiche wird darauf platziert und gedreht, damit der aktuelle Rundlauf erfasst werden kann. So kann man erkennen, wo Abweichungen bestehen. Diese müssen ausgeglichen werden.
Dort, wo ein Seitenschlag erkennbar ist, muss die gegenüberliegende Speiche angezogen werden. Bei einem Höhenschlag werden die jeweils betroffenen Speichen nachgezogen. Der Vorgang muss für jede Korrektur mehrfach wiederholt werden und kann recht zeitintensiv sein. Dennoch sollten Sie beachten, dass es beim Rundlauf nicht um Perfektion geht. Eine Toleranz von 1,5 mm beim Seitenschlag und 2,0 mm beim Höhenschlag ist zugelassen.
Für Laien kann das Zentrieren schwierig sein. Daher sollte hierfür besser ein Fachbetrieb aufgesucht werden. Selbstverständlich bieten Werkstätten sowohl das Einspeichen als auch das Zentrieren von Felge und Rad an. Das bietet den Vorteil, dass die Arbeit fachgerecht und professionell erledigt wird und damit Fehler vermieden werden können. Preislich liegt das Angebot meist zwischen 40 und 80 Euro.
Anleitung zum Lokalisieren des Seitenschlags
Um das Laufrad zu zentrieren, musst Du natürlich zuerst einmal wissen, wo an der Felge der Seitenschlag sitzt und zu welcher Seite er ausschlägt. Dazu hängst Du Dein Laufrad in den Zentrierständer. Stelle die Schenkel der sogenannten Justierzange so nahe an die Felgenflanke, dass sich das Laufrad gerade noch frei drehen kann. Der Abstand zwischen der Justierzange und der Flanke sollte also möglichst klein sein. Wenn Du nun das Laufrad im Zentrierständer drehst und währenddessen die Justierzange noch näher an die Felge heranfahren lässt, wirst Du sehen, wie die Felge seitlich taumelt. Die Felgenflanke wird bald die Justierzange touchieren, aber nur an einem Teil der Felge. Dies macht sich durch ein kurzes, schabendes Geräusch bemerkbar. Genau dort sitzt Dein Seitenschlag! Schau Dir genau an, wo der Schlag beginnt und wo er wieder aufhört. Mit zwei Aufkleber-Schnipseln kannst Du Anfang und Ende des Schlags markieren.
Wenn Du keinen Zentrierständer zu Hause hast, kannst Du Dir aber auch mit einem kleinen Trick behelfen. Lass das betroffene Laufrad im Bike und spanne einfach einen Kabelbinder in Höhe der Felgenflanke um Deine Gabel oder Sitzstrebe, je nachdem ob Du das Vorder- oder Hinterrad zentrieren willst. Schneide ihn soweit ab, dass er so gerade kurz vor der Felgenflanke steht. Du kommst mit dieser Methode nicht auf die Präzision eines Zentrierständers - für den Notfall reicht es aber so. Wenn Du öfters ran musst, ist solch ein Ständer aber ganz klar zu empfehlen. Für eine grobe Zentrierung reicht sogar ein Kabelbinder. Dennoch empfehlen wir einen ordentlichen Zentrierständer.
Wenn Du Messerspeichen (also abgeflachte Speichen) hast, musst Du sie mit einem Speichenhalter festhalten. Sonst kann es sein, dass sie sich verdrehen. Das hat zwei Folgen: Die Speiche hat dann kaum noch Steifigkeit in die Belastungsrichtung und kann schnell brechen. Außerdem "schneidet" die auf Aerodynamik optimierte Speiche nun nicht mehr durch die Luft, sondern wirkt wie ein Segel. Der Vorteil der Messerspeiche ist damit dahin und kehrt sich gar zum Nachteil um. Platziere den Speichenhalter beim Anziehen der Speichen so nah wie möglich am Speichennippel, um so wenig Torsion (Verdrehung) wie möglich zu erreichen. Wichtig: Messerspeichen immer vor Verdrehung schützen.
Schritte zum Zentrieren
- Schau, dass Du einen passenden Nippelspanner (auch: Speichenschlüssel) zur Hand hast, der exakt auf die Breite des Nippels passt. Hier gibt es kleine Unterschiede. Am Besten nimmst Du Dir einen Messschieber zur Hand und misst die Nippel aus. Viele Nippelspanner haben mehrere Größen integriert, damit Du immer den passenden Spanner hast.
- Drehe das Laufrad im Zentrierständer oder am Bike an. Schau genau hin, ob die Felge nach links oder rechts auslenkt.
- Zieht sie nach rechts, müssen die Speichen gespannt werden, die vom Felgenring aus zur Gegenseite hin zeigen, also zum linken Nabenflansch (Nicht-Antriebsseite). Zieht sie nach links, müssen die Speichen gespannt werden, die vom Felgenring aus zur Gegenseite hin zeigen, also zum rechten Nabenflansch (Antriebsseite).
- Die Speichenspannung wird in Schritten von einer viertel Umdrehung des Speichennippels erhöht. Achtung: Dafür muss der Speichenschlüssel, wie abgebildet, von oben betrachtet gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden.
- Um die Speiche zu spannen, muss der Nippelspanner (von oben betrachtet) gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden.
- Ziehe alle Speichen der entsprechenden Seite an, die sich auf dem Kreisbogen befinden. Gehe dabei kleinschrittig vor, am Besten in viertel Umdrehungen. Kontrolliere den Schlag direkt nach dem ersten Durchgang. Er wird nun dezenter als zuvor ausfallen, sowohl in der Auslenkung als auch in der Länge des Kreisbogens.
- Taste dich nun weiter vor, bis der Schlag gänzlich oder fast ganz verschwunden ist. Wenn Du dich dem Optimalzustand annäherst, in dem die Felge schnurgerade ist, musst Du beim Anziehen noch kleinschrittiger werden. Lässt sich eine Speiche nur extrem schwer drehen, da sie schon stark gespannt ist, müssen zuerst die benachbarten Speichen der Gegenseite links und rechts davon etwas gelöst werden (Nippelspanner im Uhrzeigersinn drehen).
Beim Anziehen einer Speiche hörst Du hier und da sicher mal ein Knarren oder Knarzen. Das ist nicht schlimm und kommt durch die Reibung zwischen Nippelkopf und Felgenbett unter Druck.
Als Faustregel für eine vernünftig Zentrierung gilt: Ein Laufrad für Felgenbremsen sollte nahezu perfekt gerade sein, da sich beim Bremsen sonst ein störendes Pulsieren bemerkbar machen kann. Ein Scheibenbrems-Laufrad ist da unkritischer: Da ist 1mm Seitenschlag gar nicht schlimm und kann ohne weiteres toleriert werden, solange die Speichenspannung stimmt.
Motorrad Felgen reinigen
Eine ordnungsgemäße Reinigung von Motorradfelgen schützt vor Schäden und gibt ein gutes Bild ab. In der Regel sammelt sich an den Felgen nicht nur der Schmutz der Straße, sondern auch Bremsstaub. Besonders einfach verläuft die Reinigung mit einem speziellen Felgenreiniger. Diesen sprühen Sie direkt auf die Felge, lassen Sie nach den Herstelleranweisungen einwirken und nutzen im Anschluss einen Wasserschlauch, um den Reiniger wieder abzuwaschen.
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