Moped-Führerschein: Alter und Voraussetzungen

Motorroller mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb erfreuen sich steigender Beliebtheit. Doch vor dem Fahrspaß steht der Erwerb des Rollerführerscheins. Die Klasse AM berechtigt zum Führen von Kleinkrafträdern mit maximal 50 Kubikzentimetern Hubraum (bei Modellen mit Verbrennungsmotor), 4 kW Dauer-Nennleistung (bei Elektroantrieb) und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Brauche ich für ein Moped einen Führerschein?

Ja, Sie benötigen hierfür die Fahrerlaubnisklasse AM. Wollen Sie ein solches Kleinkraftrad im Straßenverkehr führen, benötigen Sie eine Fahrerlaubnis der Klasse AM. Diese berechtigt Sie nicht nur zum Fahren von Mopeds, sondern z. B. auch von Quads, Mofas und Fahrrädern mit Hilfsmotor.

Besitzen Sie bereits eine Fahrerlaubnis der Klasse B, haben Sie die Klasse AM automatisch mit erworben. Sie dürfen also ein Moped auch mit einem Autoführerschein fahren. Haben Sie bereits einen Führerschein der Klasse B, A, A1, A2 oder T erworben, sind Sie längst im Besitz der Klasse AM, denn diese wird bei den aufgezählten Klassen automatisch mit erworben. Gleiches gilt für Führerscheine der Klassen A1, A2, A und T. Ansonsten können Sie die Fahrerlaubnis der Klasse AM auch separat erwerben.

Und auch auf dem Moped gilt das Fahren ohne Fahrerlaubnis als Straftat. Werden Sie dabei erwischt, droht Ihnen gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 1a der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) liegt dieses für den Moped-Führerschein eigentlich bei 15 Jahren.

Folgende Fahrzeuge sind in der Führerscheinklasse AM enthalten:

  • Krafträder
  • zweirädrige Krafträder
  • dreirädrige Krafträder (z.B. Minitrikes)
  • vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge (sog. Minicars, Leermasse des Fahrzeugs max.

Mindestalter für den Moped-Führerschein

Gemäß § 10 FEV gilt für die Fahrerlaubnisklasse AM ein Mindestalter von 15 Jahren. Das Mindestalter für den Erwerb der Fahrerlaubnis nach Klasse AM wurde in Deutschland auf 15 Jahre gesenkt. Der Führerschein kann frühestens 6 Monate vor Vollendung des Mindestalters beantragt werden

Dieser Führerschein ist allerdings nur innerhalb Deutschlands gültig und kann bis zum 16. Lebensjahr nicht im Ausland genutzt werden. Klasse AM, gilt bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres jedoch nur im Inland. Fahrten ins Ausland sind damit verboten.

Wer den Führerschein der Klasse AM schon mit 15 macht, der bekommt zusätzlich zur Klasse AM die Schlüsselziffer 195 in den Führerschein eingetragen. Die Schlüsselzahl bedeutet, dass man bis zum Erreichen des 16. Lebensjahres nur im Inland fahren darf. Fahrten ins Ausland sind mit 15 verboten.

Dies stimmt aber nur in Bezug auf Deutschland, denn der Führerschein ist beschränkt und darf bis zum 16. Lebensjahres jedoch nur im Inland genutzt werden.

Wichtig: Wer den Rollerführerschein mit 15 macht, dem wird zusätzlich zur Klasse AM die Schlüsselziffer 195 in den Führerschein eingetragen. Bedeutet, die Fahrerlaubnis gilt aus europarechtlichen Gründen bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nur in Deutschland.

Mopedfahren mit 15 wird auch kritisch betrachtet

Dennoch sorgen sie sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Denn auch das muss gesagt werden: Der Verkehrssicherheitsrat und die Deutsche Verkehrswacht sehen den Mopedführerschein mit 15 kritisch. Anfängerrisiken, mangelnde Erfahrung, erhöhte Risikobereitschaft und ein späteres Reaktionsvermögen der Jugendlichen werden hier als Gründe genannt. Auch die Ergebnisse der Evaluationsberichte des wissenschaftlich begleiteten Modellversuchs ergaben nach Einschätzung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr kein eindeutiges Bild.

Voraussetzungen für den Erwerb des Moped-Führerscheins

Um in Deutschland eine Fahrerlaubnis der Klasse AM erhalten zu können, gelten zunächst einmal die allgemeinen Voraussetzungen, die für den Erwerb jeder Fahrerlaubnisklasse erfüllt sein müssen. Des Weiteren müssen Sie je nach Fahrerlaubnisklasse auch ein bestimmtes Mindestalter erfüllen.

Sie müssen mindestens 15 Jahre alt sein. Beachten Sie: Zwar kann der AM-Führerschein in Deutschland bereits mit 15 Jahren erworben werden, bis zur Vollendung des 16.

Der Antrag kann frühestens 6 Monate vor dem Erreichen des Mindestalters von 15 Jahren, persönlich und nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter gestellt werden.

Die Ausbildung zum AM-Führerschein

Die Führerschein-Ausbildung gliedert sich in Theorie und Praxis. Für beide Blöcke muss jeweils eine Prüfung abgelegt werden. In der theoretischen Führerschein-Ausbildung werden die Grundlagen des Fahrens und die Verkehrsvorschriften vermittelt. Der Grundstoff beinhaltet den allgemeinen Prüfungsstoff, der für alle Führerscheinklassen gilt.

Der Zusatzstoff behandelt die besonderen Anforderungen der jeweiligen Fahrzeugklasse. In den praktischen Fahrstunden machen sich die Fahrschüler und Fahrschülerinnen mit dem Moped oder Roller vertraut. Außerdem wird die Anwendung der Verkehrsregeln geübt. Im Gegensatz zu den anderen Führerscheinklassen gibt es für den Führerschein AM keine gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtstunden. Die Anzahl der Fahrstunden richtet sich nach dem fahrerischen Können und dem Lernfortschritt.

Die Fahrschulausbildung für den AM-Führerschein umfasst im Theorieteil 12 Doppelstunden Grundstoff sowie mindestens 2 Doppelstunden Zusatzstoff. Im praktischen Teil gibt es keine vorgeschriebene Anzahl an Fahrstunden. Sie sollten hier so viele Stunden nehmen, wie Sie selbst (und Ihr Fahrlehrer) als nötig erachten. Sonderfahrten, wie sie für andere Fahrerlaubnisklassen vorgeschrieben sind, müssen nicht absolviert werden.

Die Autobahnfahrt ist natürlich ohnehin nicht möglich, da Sie nur mit Fahrzeugen auf die Autobahn dürfen, die bauartbedingt mindestens 60 km/h erreichen können.

Theoretische und praktische Prüfung

Bei der theoretischen Führerscheinprüfung zum Rollerführerschein müssen 30 Fragen beantwortet werden. Mit mehr als zehn Fehlerpunkten gilt man dabei als durchgefallen. Die theoretische Prüfung kann frühestens drei Monate, die praktische Prüfung frühestens einen Monat vor Erreichen des 15.

Wenn Sie die theoretischen Fahrstunden absolviert haben, können Sie zur Theorieprüfung antreten. Für den AM-Führerschein müssen Sie 30 Fragen beantworten. Jede Frage ist eine bestimmte Anzahl Punkte wert. Beantworten Sie diese falsch, werden Ihnen diese als Fehlerpunkte angerechnet.

Haben Sie die theoretische Prüfung bestanden und sich durch praktische Fahrstunden ausreichend vorbereitet, steht Ihnen die letzte Hürde bevor: die praktische Prüfung. Die praktische Prüfung ist mit rund 45 Minuten angesetzt. Bestandteil jeder Praxisprüfung ist das Anlassen des Fahrzeugs und das Anfahren.

Außerdem müssen vier von sieben möglichen Grundaufgaben bewältigt werden: 25 Meter in Schrittgeschwindigkeit mit Blick nach vorn geradeaus fahren, mit 40 km/h ungebremst einem Hindernis ausweichen und aus 40 km/h abbremsen und einem Hindernis ausweichen. Zusätzlich ist ein Kreis mit neun Meter Durchmesser zu fahren und aus 40 km/h muss eine Vollbremsung gemacht werden.

Die beiden ersten Punkte sind obligatorisch und kommen somit in jedem Fall in der Prüfung ran. Bei den beiden letzten Punkten entscheidet der Prüfer, welche der möglichen Aufgaben jeweils absolviert werden sollen. Es kann also z. B. sein, dass Sie das Ausweichen ohne Abbremsen und eine Kreisfahrt demonstrieren müssen.

Wie viel kostet ein Moped-Führerschein?

Die Kosten für den Moped-Führerschein können stark variieren. Leider lässt sich hier keine pauschale Antwort geben, da viele der Kostenpunkte gesetzlich nicht reguliert sind. Dies betrifft insbesondere die Kosten für die Fahrstunden, die Sie zunächst absolvieren müssen.

Dies liegt vor allem daran, dass jede Fahrschule den Preis für die Fahrstunden selbst festlegt. Jede Fahrschule kann hier ihre eigenen Preise festlegen, weshalb große Varianzen möglich sind. Außerdem spielt es eine Rolle, wie viele Fahrstunden Sie benötigen, ehe Sie sich sicher genug für die Prüfung fühlen.

Aber auch viele andere Kostenpunkte wie Antragsgebühren, Anschaffung von Unterrichtsmaterialien oder die Teilnahme am Erste-Hilfe-Kurs sind variabel. Die Preise für die Theoriestunden unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und natürlich auch von Fahrschule zu Fahrschule.

Doch nicht nur die Unterrichtseinheiten verursachen Kosten, sondern auch die Unterrichtsmaterialien, die Anmeldegebühren für die theoretische und die praktische Prüfung sowie die Gebühren für das Ablegen der besagten Prüfungen. Darüber hinaus müssen Sie wie schon erwähnt einen Erste-Hilfe-Kurs und einen Sehtest absolvieren, welche ebenfalls zu Buche schlagen.

In der Regel sollten Sie bei einem Führerschein fürs Moped mit Kosten von 500 bis 1000 Euro rechnen. Generell sollten Fahrschüler mit Kosten in Höhe zwischen 500 und 1200 Euro rechnen.

Im Schnitt sollten Sie für die gesamte Ausbildung zum AM-Führerschein mit Kosten von mindestens 500 Euro rechnen. Vergessen Sie außerdem nicht, dass Sie für die Führerscheinklasse AM die Erste-Hilfe-Ausbildung und evtl. auch den Sehtest beim Optiker bezahlen müssen (wobei Letzterer bei vielen Anbietern kostenlos ist). Hinzukommen ggf. noch die Ausgaben für ein aktuelles biometrisches Foto, das Sie für Ihren Führerschein vorlegen müssen. Das sind weitere Kosten von insgesamt ca.

Die gesamten Gebühren werden bei Antragstellung fällig.

Zusammenfassung der Kostenfaktoren:

  • Grundgebühr der Fahrschule
  • Kosten für Theorie- und Praxisstunden
  • Lehrmittel
  • Anmeldegebühren für Theorie- und Praxisprüfung
  • Sehtest
  • Erste-Hilfe-Kurs

Alternativen zum AM-Führerschein

Eine Alternative für 16-Jährige wäre die Erlangung eines Führerscheins der Klasse A1. Damit ist das Führen eines Leichtkraftrades bis zu einem Hubraum von 125 ccm und einer Höchstleistung des Motors von 11 kW erlaubt. In der Klasse A1 ist der Führerschein für ein Moped bzw. Roller integriert.

Und wer generell schon ab 15 mit einem motorisierten Zweirad unterwegs sein möchte, kann einen Mofa-Führerschein erwerben. Mofas gelten als Fahrräder mit Hilfsmotor und dürfen nur maximal 25 km/h schnell fahren.

Für den Mofa-Führerschein sind eine theoretische und eine praktische Ausbildung nötig. In der Regel umfasst der theoretische Teil sechs Unterrichtseinheiten, die jeweils 90 Minuten dauern. Der praktische Fahrunterricht besteht normalerweise aus einer oder zwei Doppelstunden, die ebenfalls jeweils 90 Minuten lang sind.

FAQ: Moped-Führerschein

Moped fahren ohne Führerschein?

Für beinahe jedes Kraftfahrzeug brauchen Sie in Deutschland eine entsprechende Fahrerlaubnis. Das gilt auch fürs Moped.

Wann brauche ich einen AM-Führerschein und wann reicht eine Prüfbescheinigung aus?

Um ein Mofa zu fahren, welches bauartbedingt nur eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h erreicht, genügt eine Prüfbescheinigung. Wollen Sie hingegen ein Moped steuern (bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit bis zu 45 km/h), brauchen Sie einen Führerschein der Klasse AM. Gleiches gilt für Trikes und Quads mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

Gilt für den AM-Führerschein eine Probezeit wie beim Pkw-Führerschein?

Nein. Die Fahrerlaubnisklassen AM, L und T werden nicht auf Probe erteilt. Erwerben Sie die AM-Klasse allerdings zeitgleich mit der Klasse B (Pkw-Führerschein) oder einer der A-Klassen (Motorradführerschein), fällt für Sie natürlich trotzdem eine Probezeit an.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0