Beim Kauf eines neuen Motorradhelms gibt es einiges zu beachten. Achten Sie auf die Sicherheitsaspekte und wählen Sie den Helm passend zum Verwendungszweck aus. Viele Biker tragen den Helm gerne offen, besonders im Sommer oder in warmen Ländern. Dies ist grundsätzlich mit Flip-Back- und Flip-Up-Helmen möglich.
Damit der offen getragene Helm auch sicher ist, sollten Motorradfahrer auf bestimmte Kennzeichnungen achten. Hinweise dazu finden sie im Aufnäher am Kinnriemen oder am Futter des Helms. Neben der Norm "ECE R 22-05" beziehungsweise der neuen Norm "ECE R 22-06" sollte dort idealerweise auch die ECE-Genehmigung stehen - erkennbar an den Buchstaben P/J. Diese Genehmigung basiert auf einem Prüfverfahren für Helme mit Kinnbügel, dafür steht das P, sowie Helme ohne Kinnbügel, dafür steht das J. Konventionelle Klapphelme haben diese zweifache Genehmigung in der Regel hingegen nicht. Daher dürfen sie bei der Fahrt nur geschlossen getragen werden.
Wichtig: Unabhängig vom Helm-Modell sollten Motorradfahrer aber immer ihre Augen schützen - etwa vor Insekten sowie aufgewirbelten Steinchen. Daher gilt während der Fahrt: Das Visier sollte immer heruntergeklappt bleiben.
Motorradhelm-Modelle im Test
Für einen schnellen Überblick zeigen wir Ihnen im Folgenden einige Motorradhelm-Modelle, die im Test von Motorrad (11/2024) überzeugen konnten:
Die beliebteste Leserfrage zu einem Helmtest lautet üblicherweise „Warum ist der Helm von XY nicht dabei?“ Lesen Sie nachfolgend, warum der eine oder andere nicht mitmachen wollte, konnte oder durfte. Und das in alphabetischer Reihenfolge:
- AGV: keine Reaktion auf Einladung
- Airoh: keine Reaktion auf Einladung
- Arai: nach anfänglichem Teilnahme-Interesse und Testdurchführungs-Erklärung Absage ohne nähere Begründung
- Bogotto (FC-Moto): Teilnahme-Interesse nach Vorab-Anfrage im Juni 2024, auf konkrete Test-Einladung aber keine Reaktion
- Caberg: Nehmen grundsätzlich nur dann an Tests teil, wenn exakt nach ECE-Norm getestet wird
- Germot: keinen passenden Helm im Programm
- Givi: keine Reaktion auf Einladung
- Harley-Davidson: aktuell (und voraussichtlich auch zukünftig) keine ECE-R-22.06-Adventure-Helme im Programm
- Nolan: keine Reaktion auf Einladung
- Rocc (Büse): momentan keine Adventure-Helme im Sortiment
- Sena: Teilnahme-Interesse nach Vorab-Anfrage im Juni 2024, auf konkrete Test-Einladung aber keine Reaktion
- Shoei: homologationsbedingt kein passendes Modell im Programm
- Simpson: keine Reaktion auf Einladung
Testkriterien von Motorradhelmen
Wie die neueste Generation der klappbaren Integralhelme abschneidet, hat die Zeitschrift "Motorrad" getestet (Heft 11/2024). Im Labor, auf dem Prüfstand und bei Fahrversuchen wurden zwölf Helme unterschiedlicher Preiskategorien in diesen Testkriterien untersucht:
- Passform und Tragekomfort
- Aerodynamik
- Akustik
- Belüftung
- Handhabung
- Ausstattung und Verarbeitung
- Gewicht
- Schlagdämpfung und Rotation
Ergebnisse im Überblick
Fünf Klapphelme schneiden im Motorrad-Gesamturteil jeweils mit gut oder sehr gut ab. Zwei Modelle erhalten nur die Note befriedigend. Schlusslicht im Test ist der Harley-Davidson Evo X17 Sunshield Modular, der vor allem beim Gewicht und bei der Akustik Federn - oder besser Punkte - lassen musste. In Sachen Schlagdämpfung bieten jedoch auch die beiden letztplatzierten Helme noch ordentlichen bis sehr guten Schutz.
Zum Sieger kürten die Tester den Klapphelm C5 von Schuberth. Der C5 überzeugte vor allem durch sehr gute Brillentauglichkeit, gute Passform und sehr komfortable und einfache Bedienung.
Den Beweis, dass ausreichender Schutz nicht teuer sein muss, lieferte unter anderem der MTR K-4 Evo.
Hier eine Übersicht der getesteten Modelle:
| Modell | Preis in Euro | Urteil Motorrad |
|---|---|---|
| Schuberth C5 | ab 699,00 | Sehr gut |
| Shoei Neotec 3 | ab 669,00 | Sehr gut |
| Nolan N100-6 | ab 399,99 | Sehr gut |
| LS2 FF901 Advant X Carbon | ab 469,00 | Sehr gut |
| HJC RPHA 91 Carbon | 699,90 | Sehr gut |
| BMW System 7 Carbon Evo | ab 710,00 | Gut |
| AGV Tourmodular | ab 549,95 | Gut |
| Germot GM 970 | 159,90 | Gut |
| Airoh Specktre | ab 259,99 | Gut |
| MTR K-4 Evo | ab 99,99 | Gut |
| Rocc 810 | ab 189,95 | Befriedigend |
| Harley-D. Evo X17 Sunshield Modular | 383,00 | Befriedigend |
Neue Prüfnorm ECE-R 22.06
Die alte Prüfnorm ECE-R 22.05 wurde ersetzt, und seit Juni 2022 werden nur noch 06er-Genehmigungen erteilt. Diese enthalten auch die P/J-Norm, die für eine Freigabe des Helms als Integral- und auch als Jethelm steht, also für das "legale" Fahren mit geöffnetem Kinnteil.
Zu finden sind die Genehmigungen und die Norm, nach der sie erteilt wurden, auf dem meist am Kinnriemen angebrachten Prüfnorm-Label nebst zugehöriger Prüfnummer. Beginnt die Nummer mit 05, handelt es sich um einen nach alter Norm geprüften Helm. Fängt sie mit den Ziffern 06 an, bedeutet das "neue und aktuelle Norm".
Eine wesentliche Verbesserung für die Durchführung von Helmtests ist der deutlich größere Helmschalenbereich, in dem nun geprüft werden darf. Eine gezielte Versteifung von Konstruktionspunkten bei Motorradhelmen analog zu klar definierten Prüfpunkten ist somit praktisch unmöglich geworden. Salopp ausgedrückt müssen Motorradhelme nun "überall" sicher sein und eine der Norm entsprechende Schlagfestigkeit aufweisen.
Wichtiger Hinweis: Für die Pflichtkennzeichnung von ECE-Motorradhelmen muss auf dem Prüflabel nicht "ECE" oder "ECE-R 22" stehen.
Helmpflicht in Deutschland
Selbst auf dem Mofa muss man seit 1985 einen Helm tragen. Und seit August 1980 wird eine Zuwiderhandlung zudem mit Verwarnungsgeld geahndet.
Weil aber in der Anfangszeit der Helmpflicht einige Motorradfahrerinnen und -fahrer sehr kreative Ideen zeigten, was denn ein Helm sei, reagierte der Gesetzgeber: Seit 2006 steht im Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO), dass Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen müssen.
Damit ist also das Benutzen von Arbeits-, Feuerwehr- oder Militärhelmen ohne ausreichende Schutzwirkung untersagt. Wer mit solchen "Schüsseln" erwischt wird, muss nicht nur mit Bußgeld rechnen: Versicherungen können nach einem Unfall sogar Leistungen verringern, selbst wenn der Motorradfahrer bzw. die Motorradfahrerin den Unfall nicht verursacht hat.
Motorradhelm nach Unfall richtig abnehmen
Für viele ist es eine unangenehme Situation: Als Erster am Unfallort zu sein und möglicherweise einen schwerverletzten Motorradfahrer vorzufinden. Mit Klapphelmen ist die Erstversorgung oft leichter, weil man nur die Klappe öffnen muss.
Besonders wichtig sind dabei:
- Einfaches Öffnen des Visiers, um Atmung zu prüfen.
- Schnelles Lösen des Kinnriemens.
- Wangenpolster-Schnellentfernungssysteme (WPS) zur erleichterten Abnahme.
Motorradbrillen im Test
Motorradbrillen sollen vor Fahrtwind, UV-Strahlung, Fluginsekten und gefährlichen Rollsplitt-Geschossen schützen. Welche der getesteten Biker-Brillen kann diese hohen Ansprüche am besten erfüllen?
Es macht absolut Sinn, beim Motorradfahren eine spezielle Biker- oder Sportbrille zu tragen, die vorm Rollsplitt-Super-GAU schützt. Aber auch Insekten, Staub und Fahrtwind können den Fahrer so einschränken und ablenken, dass sich das Sturzrisiko deutlich erhöht. Und bei stundenlangen Touren tut es den Augen nicht gut, ungefiltert angriffslustiger UV-Strahlung ausgesetzt zu sein.
Im Test von Motorrad (2018) reicht die Preisspanne von 14,99 Euro bis hin zu stolzen 255 Euro.
Ergebnisse des Motorradbrillen-Tests
- Platz 1: Gloryfy G3 Black pol (MOTORRAD-Testsieger)
- Platz 2: Helly Bandit 1310a (MOTORRAD-Kauftipp)
- Platz 3: Adidas ad09 75 6700
- Platz 3: Adidas ad09 75 1000
- Platz 3: King Kerosin KK 195 Multi
- Platz 6: Gloryfy G14 Iceberg
- Platz 7: Alpina S-Way
- Platz 7: Helly Top Speed 4
- Platz 7: KHS Tactical KHS-101-a
- Platz 7: KHS Tactical KHS-121b-a
- Platz 11: Fospaic Modell 23 (MOTORRAD-Kauftipp)
- Platz 11: King Kerosin KK 405 Smoke
- Platz 13: HSE Highsider
- Platz 14: Fospaic Modell 25
- Platz 15: HSE 2093bs-agv
Motocross-Helme
Motocross-Helme sind mehr als nur schützende Ausrüstung - sie sind die erste Verteidigungslinie gegen die harten Anforderungen der Rennstrecke oder des Offroad-Terrains. Mit ihrer charakteristischen Form samt Kinnbügel und Schirm sollen sie bestmöglich vor Erde, Steinschlägen und Stürzen schützen.
Unterschiede zwischen Motocross-Helmen und Integralhelmen
Motocross-Helme und Integralhelme sind für unterschiedliche Anforderungen entwickelt worden und unterscheiden sich in ihrer Bauweise und Form. Motocross-Helme haben einen ausladenden Kinnbügel sowie einen extern angebrachten Helmschirm und erfordern eine zusätzliche Brille. Integralhelme haben ein eingebautes Visier.
Empfehlungen für Motocross-Helme
- Airoh Twist 3
- Alpinestars S-M5
- Fox V1
- O'Neal 2SRS
Wie sollte ein Motocross Helm sitzen?
Ein korrekter Sitz des Motocross-Helms ist von großer Bedeutung, um Sicherheit und Komfort zu gewährleisten. Wie jeder Helm sollte er eng am Kopf anliegen, ohne unangenehm zu drücken. Wenn man den Kopf bewegt, sollte sich der Helm unmittelbar mit ihm bewegen. Die Wangenpolster sollten dabei leicht an den Wangen anliegen, ohne sie sichtbar zusammenzupressen oder Druckstellen zu hinterlassen.
Sind Motocross-Helme im Straßenverkehr erlaubt?
Grundsätzlich sind Motocross-Helme auch für den Straßenverkehr zugelassen, sofern sie die geltende Norm ECE-R 22.06 erfüllen. Ob das Tragen eines Motocross-Helms auf der Straße ratsam ist, darf allerdings hinterfragt werden. Mangelnde Aerodynamik (Stichwort Helmschirm) und die offene Vorderseite schränken den Komfort stark ein.
Motorradhelme für Brillenträger
Brillenträger haben während der Fahrt mit der eigenen Maschine oft mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Die Passform des Motoradhelms sollte so gestaltet sein, dass sich die Brille bequem aufsetzen lässt. Dazu bedarf es einer weichen Polsterung innerhalb des Helms. Diese gibt in Reaktion auf die Brillenbügel leichter nach und verhindert so, dass sich Druckstellen, Schmerzen oder Beschädigungen an der Brille ergeben.
Wichtig: Der Helm muss trotzdem dicht am Kopf anliegen.
Um Luftverwirbelungen am Brillengestellt zu vermeiden, sollten Motoradfreunde mit Brille auf Helme mit besonders guter Abdichtung durch das Visier sorgen. Um Sichteinschränkungen zu vermeiden, empfehlen sich zudem kratzfeste Visiere. Tipp: Damit das Visier des eigenen Helms während der Fahrt nicht beschlägt, können Fahrer ein ein Pinlock-Visier nutzen.
Als Klapphelm bietet der Schuberth C5 Brillenträgern generell einen besseren Tragekomfort. Darüber hinaus sorgen allerdings die nahtlosen Kopfpolster und vor allem die integrierten Brillenkanäle dafür, dass die Sehhilfe während der Fahrt ihren optimalen Sitz nicht verliert. Zusätzlich bietet eine Pinlock120® Scheibe serienmäßig einen guten Schutz gegen das Beschlagen des Visiers.
Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Wahl des Motorradhelms darauf zu beachten, dass dieser in den Punkten Passform, Innenpolsterung und Visier auf die Bedürfnisse von Brillenträgern abgestimmt ist.
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