Moped im Auto transportieren: Ein umfassender Ratgeber

Viele Menschen möchten ihren Roller oder ihr Moped im Auto transportieren, sei es für Urlaubsreisen, Umzüge oder den Transport zu Reparaturwerkstätten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten und worauf Sie achten müssen, um Ihr Zweirad sicher und unbeschadet zu transportieren.

Transportmethoden für Mopeds

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Moped im oder am Auto zu transportieren. Die Wahl der Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Größe und dem Gewicht des Mopeds, der Art des Fahrzeugs und der Entfernung, die zurückgelegt werden muss.

1. Heckträger für Motorradtransport

Motorräder und Roller lassen sich auch am Heck eines Transporters oder eines Reisemobils auf einem Heckträger transportieren. Hier sind die technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu beachten. Die Halter und Plattformen sind je nach Ausführung mit maximal 300 Kilogramm belastbar. Entscheidend ist aber nicht die theoretische Belastbarkeit des Trägers, sondern was davon nach Anbau am Fahrzeug übrig bleibt. Hier sind die zulässige Hinterachslast sowie das zulässige Gesamtgewicht maßgeblich.

Ein Halter wird am Chassis des Fahrzeugs verschraubt und der Heckträger anschließend aufgeschoben. So ist er schnell an- und abbaubar. Die meisten Heckträgersysteme sind abnehmbar konstruiert, lediglich die Basishalter werden direkt am Fahrzeugchassis verschraubt und verbleiben dort. Um trotzdem Hecktüren und Heckklappen nutzen zu können, sind manche Modelle samt Ladung zur Seite oder nach hinten schieb- oder klappbar.

Achslast und Gesamtgewicht

Wer mit einem Heckträger liebäugelt, sollte vorher die Reserven am eigenen Fahrzeug prüfen. Die zulässigen Achslasten finden sich in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter den Ziffern 8.1 bis 8.3. - bei zweiachsigen Fahrzeugen unter 8.1 und 8.2. Das zulässige Gesamtgewicht steht unter der Ziffer F.1.

Manche Anbieter liefern ihre Systeme mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die zwar die Montage ohne weitere Abnahme erlaubt, den Fahrer aber nicht von der Pflicht befreit, die zulässigen Achslasten einzuhalten. Zu hohe Achslasten werden nicht nur bei einer Kontrolle teuer, sie gefährden auch die Fahrsicherheit. Allerdings darf durch die Last am Heck auch die Last auf der Vorderachse nicht zu weit sinken. Laut EU-Verordnung (1230/2012) darf sie in keinem Fall weniger als 20 Prozent der technisch zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs betragen.

Anbieter wie Fiedler oder Allround geben keine ABE aus, sondern errechnen aus den zulässigen Achslasten und dem zulässigen Gesamtgewicht die tatsächlich mögliche maximale Zuladung für den Heckträger. Für eine Eintragung des Heckträgers bei einer Prüfgesellschaft ist dann auch der Wiegebericht vorzulegen. Am Ende aller Berechnungen können so von theoretisch bis zu 300 Kilogramm Zuladung nur noch 100 Kilogramm übrig bleiben. Zu wenig für die meisten Motorräder, ausreichend für Roller oder leichte Crosser oder Trial-Bikes.

Zuladung berechnen

Die maximal mögliche Zusatzbelastung der Hinterachse (X) ist nur durch Wiegen der aktuellen Achslast und Abgleich mit der im Fahrzeugschein eingetragenen maximalen Hinterachslast zu ermitteln.

Die maximal mögliche Zuladung berechnet sich über die Formel: (x*a)/(a+b), wobei:

  • Radstand (a)
  • Abstand zwischen der Hinterachse und dem Schwerpunkt der Ladung (b).

Achtung: Das Eigengewicht des Trägers zählt zur Zuladung.

Heckträger im Überblick

Einige Beispiele für Heckträger sind:

  • Allround Cate Motorrad-Set: Der Träger von Allround ist mit bis zu 300 Kilogramm belastbar, beim Mercedes Marco Polo dürfen je nach Ausbaustufe aber nur 160 bis 250 Kilo draufgepackt werden.
  • Fiedler: Bis zu 250 Kilo hält der Träger von Fiedler aus. Damit sind auch größere Bikes wie die abgebildete Kawasaki Z 1000 SX hinter dem Campingbus transportierbar. Die Gesamtzuladung des Fahrzeugs ist dann aber schnell überschritten.
  • Linnepe Slideport: Um auch bei montiertem Träger zumindest eine Hecktür öffnen zu können, ist der Slideport verschiebbar. Die maximale Belastung des Systems liegt bei 170 Kilogramm.

2. Roller-Transport mit Dachträger oder Anhängerkupplungs-Träger

Die wohl beste Lösung, die zusätzlich noch sicher und schnell ist, sind professionelle Dachträger oder Anhängerkupplungs-Träger primär für Fahrräder bestimmt. Hier ist aber wichtig, ob der gegebene Träger für Ihren Roller geeignet ist. Deswegen haben wir einige Roller-Typen und Träger-Typen ausprobiert.

Als universal erwiesen sich Anhängerkupplungs-Träger, wo Roller von der Seite befestigt werden. Bei den Dachträgern passiert es oft, dass der Rahmenhalter und die Rahmenhalterklaue den Roller nicht richtig befestigen können. Allgemein ist es daher besser, wenn die Dachträger möglichst eben sind.

Probleme gab es bei Rollern mit niedrigerem Trittbrett (beispielsweise Crussis). Solche Roller passen auf die oben erwähnten Träger nicht. Eine Alternative: Heckklappenfahrradträger. Er hat die Rahmenhalter vollkommen eben, somit kann er alle Roller-Typen transportieren. Er kann jedoch nicht auf alle Wagen-Typen montiert werden, was auch sein großer Nachteil ist.

Empfehlenswerte Träger für den Roller-Transport:

  • Anhängerkupplungs-Fahrradträger Thule VeloSpace 917
  • Heckklappenfahrradträger Thule für die Hecktür
  • Anhängerkupplungs-Fahrradträger Thule EuroClassic G6 929

Nicht empfehlenswerte Träger für den Roller-Transport:

  • Dachträger Thule ProRide 598
  • Anhängerkupplungs-Fahrradträger Thule VeloCompact
  • Dachfahrradträger Thule FreeRide 532

3. Anhänger für den Motorradtransport

Für den Transport eignen sich z. B. ein Motorradanhänger, ein Transporter oder u. U. Diese finden Sie inzwischen auch häufig bei Auto- und Anhängervermietungen. Offene Anhänger sind günstiger in der Anschaffung, bieten aber nicht so viel Schutz vor Witterungseinflüssen. Geschlossene Anhänger schützen das Motorrad deutlich besser. Praktisch sind absenkbare Auffahrrampen, über die das Motorrad einfach auf den Anhänger geladen beziehungsweise vom Anhänger abgeladen werden kann.

Je nach Anhängervariante lassen sich auch mehrere Krafträder mit einem Anhänger transportieren. Achten Sie auf die maximale Nutzlast des Anhängers und die maximale Anhängelast Ihres Fahrzeugs. Beides darf nicht überschritten werden. Zudem ist das Gesamtgewicht des Gespanns relevant.

Alternativ ist es auch möglich, einen normalen Anhänger zu verwenden. Stellen Sie das Gefährt mit dem Vorderrad gegen die Vorderwand des Anhängers. Zurren Sie den Roller mit Spanngurten fest. Die Gurte sollten nach rechts und links möglichst symmetrisch gespannt sein. Empfindliche Kunststoffteile und Lack können Sie mithilfe von Polsterschaumstoff oder Tüchern vor Kratzern schützen. Prüfen Sie zum Schluss den Sitz aller Gurte und achten Sie beim Transport auf eine besonnene Fahrweise.

Mega Alternative wäre auch einen kleinen, 2 Meter langen, ungebremsten Anhänger zu mieten oder von einem Kumpel für ne Kiste Bier auszuleihen. Argument für die Frau:"Augensternchen, wir sind mit dem Anhänger zwar langsamer, aber fahren dadurch sicherer.

4. Transporter

Der Motorradtransport in einem Transporter ist empfehlenswert. Ein großer Vorteil ist die mögliche Geschwindigkeit. Anders als bei Anhängern können Sie mit einem Transporter auch schneller als 80 km/h oder höchstens 100 km/h fahren. Gerade bei weiten Strecken macht sich die höhere Geschwindigkeit bemerkbar. Klassische Transporter erhalten Sie bei jeder Autovermietung. Für den Transport von 1 - 2 Motorrädern reicht ein Transporter der Klasse L1H1 aus.

Im Idealfall wählen Sie einen Transporter mit Hochdach, um die Verladung möglichst einfach zu realisieren. Fürs Be- und Entladen des Transporters sollten Sie einen Helfer und im Idealfall eine Auffahrrampe haben. Im Laderaum muss das Motorrad sicher fixiert werden. Dazu eignen sich z. B. Motorradschienen, Vorderradklemmen und natürlich Gurte. Auf dem Markt gibt es einige Modelle mit extra abgetrenntem Bereich im Heck des Fahrzeugs zum Zweiradtransport.

5. Transport im Wohnmobil

Seltener befindet sich eine Befestigungsmöglichkeit im Wohnteil des Fahrzeugs. Auch beim Transport im Wohnmobil muss das Motorrad sicher fixiert werden. Oftmals gibt es bei den dafür ausgelegten Modellen vorbereitete Befestigungspunkte oder sogar eine Vorderradwippe, in der das Zweirad nur noch verzurrt werden muss. Achten Sie bitte unbedingt auch darauf, das Fahrzeug nicht zu überladen. Zumeist sind Camper für den Transport von Motorrollern oder Mopeds ausgelegt.

Wenn Sie Ihr Motorrad verladen haben und es sich in der gewünschten Position befindet, muss das Vorderrad stabil abgestützt werden. Für den Motorradtransport gibt es spezielle Vorderradständer. Fixieren Sie zudem die Handbremse, damit das Motorrad beim Verzurren nicht wegrollt.

Vorbereitung des Mopeds für den Transport

Um Schäden am Moped und am Transportfahrzeug zu vermeiden, sind einige Vorbereitungen notwendig:

  • Tank leeren: Der Sprit ist das geringste Problem, der saut dir nur das Auto voll und stinkt. Besser ist es, wenn der Tank fast leer ist. Da stinkts nicht so im Auto.
  • Schwimmerkammer leeren: Vergaser leer machen und gut isses.
  • Getriebeöl entfernen:
  • Batterie entfernen: Die Batterie soltest du besser auch noch rausnehmen, damit dir die Schwefelsäure nicht das Auto auffrißt.

Zusätzliche Hinweise:

  • Rechts lagern: Essi rechts lagern, da auf dieser Seite des Motors wegen der besseren Abdichtung auch fast kein Öl rausläuft. Ich lege sicherheitshalber immer ein altes Kuchenblech drunter.
  • Lappen anbringen: Zusätzlich solltest du einen Lappen um die Schalt/Kickstarterwelle machen! Da kann Es auch rauslaufen...

Sichere Fixierung des Mopeds

Wichtig beim Vertäuen des Motorrades ist, dass es von den Gurten vorn fest in die Gabel und hinten in die Feder gezogen wird. Beim Anziehen der Spanngurte ist es ratsam, einen Lappen oder etwas Ähnliches unterzulegen, wenn die Riemen über Lack- oder Metallteile verspannt werden. Auch sollten die Gurte nicht zu stark angezogen werden. Es muss allerdings dennoch sichergestellt sein, dass sich die Gurte nicht während der Fahrt lösen können.

Alternativen zum Selbsttransport

Wenn Sie sich nicht stundenlang selbst hinter das Steuer setzen möchten, können Sie Ihr Zweirad auch transportieren lassen. Es gibt verschiedene Dienstleister, die den Transport für Sie erledigen.

1. Autoreisezug

Abhängig vom Ziel ist der Autoreisezug eine komfortable Transportmöglichkeit. Für die fachgerechte Sicherung Ihres Fahrzeugs ist die Verlademannschaft der Bahn zuständig. Die Kosten für den Motorradtransport mit dem Zug sind abhängig von Reiseziel, Reiseentfernung und Reisesaison.

2. Motorradspedition

Schnell und sicher von A nach B - mit der Motorradspedition kein Problem. Spezialisierte Spediteure übernehmen den Transport von Mofas, Mopeds, Rollern und Motorrädern an das Wunschziel. Ihr Zweirad wird bei Ihnen abgeholt, eingeladen und sicher verpackt. Gut geschützt durch gepolsterte Gurte und Halterungen wird es zum von Ihnen gewünschten Zielort transportiert. Das kann z. B. Je nach Strecke und Art des Kraftrads fallen unterschiedliche Kosten an.

Bestehen Sie in jedem Fall auf ein Übergabeprotokoll. Notieren Sie hier alle vorhandenen Kratzer und sonstige Mängel und machen Sie am besten auch aktuelle Fotos von Ihrem Roller.

Versicherung

Beim Transport eines Motorrades mit einem eigenen oder gemieteten Anhänger sollte man eine ausreichende Versicherung nicht vergessen. In einem solchen Fall kann eine Vollkaskoversicherung den entstandenen Schaden abdecken - muss aber je nach Versicherer nicht. Das ist aber bei einem Transport auf einem Anhänger nicht der Fall. Wir allerdings leisten in der Vollkasko auch für die Transportschäden am Motorrad. Als Alternative kommt daher auch eine Transportversicherung infrage, wie sie von vielen Vermietern angeboten wird.

Zusätzliche Tipps

  • Fahrzeug schützen: Zusätzlich könntest du dir eine passende Trennwand aus GFK für den VW Caddy kaufen. Die gibt es passgenau und trennt das "Fahrzeugführerhaus" vom dahinter liegenden Laderaum ab.

Fazit

Der Transport eines Mopeds im Auto erfordert sorgfältige Planung und Vorbereitung. Durch die Wahl der geeigneten Transportmethode, die richtige Vorbereitung des Mopeds und die sichere Fixierung können Sie Ihr Zweirad sicher und unbeschadet an Ihr Ziel bringen. Denken Sie immer an die Sicherheit und beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen.

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