Moped lackieren mit der Sprühdose: Eine detaillierte Anleitung

Viele Moped-Enthusiasten möchten ihrem Fahrzeug eine persönliche Note verleihen oder verrostete Teile im Rahmen einer Restauration neu lackieren. Nicht jeder hat einen Kompressor und eine Lackierpistole zur Verfügung. Glücklicherweise lassen sich auch mit Sprühdosen gute Ergebnisse erzielen.

1. Vorbereitung ist alles

Beim Lackieren nimmt die Vorbereitung nicht nur die meiste Zeit in Anspruch, sondern ist auch viel wichtiger, als viele denken. Auch beim Mofa. Das Lackieren an sich geht, im Vergleich dazu, schnell von der Hand. Auch die Rahmenbedingungen wie Temperatur und evtl. sogar Entlüftung sollten stimmen. Beachtet man all dies und geht bedacht vor, kann man auch mit der Sprühdose gute Ergebnisse erzielen.

1.1. Arbeitsbereich vorbereiten

  • Ideale Umgebungstemperatur: 18-25°C; die Farbe wird bei dieser Temperatur nicht zu schnell trocken, sondern bleibt gut nass und verläuft gut (so entsteht eine gleichmäßige Oberfläche); bei zu hoher Temperatur trocknet die Farbe zu schnell, bei zu geringer verläuft die Farbe nach dem Auftragen nicht mehr gut.
  • Staub vermeiden: Staub auf der Arbeitsfläche sowie in der Umgebung entfernen bzw. den Staub auf dem Boden bspw. binden, indem man Wasser darauf sprüht.
  • Unterlage: Einen großen und stabilen Karton als Unterlage verwenden, um zum einen den Untergrund nicht aus Versehen zu sprühen und zum anderen um die zu besprühenden Bauteile leicht zu drehen.
  • Schutzkleidung: Alte, aber saubere Kleidung tragen, die schmutzig werden kann; unverzichtbar ist außerdem ein guter Mundschutz, der vor dem giftigen Aerosol der Sprühdosen schützt (man sollte hier wirklich nicht sparen!).
  • Umliegende Flächen schützen: Abkleben ist sehr wichtig, um umliegende Flächen vor Sprühnebel zu schützen.
  • Gut belüfteten Platz suchen: Nur an gut belüfteten Plätzen lackieren, da Dämpfe hochgiftig sind.

1.2. Das Moped vorbereiten

  • Teile abbauen: Als erstes müsst ihr euer Teil was ihr lackieren wollt abbauen. Wenn das nicht geht solltet ihr alle anderen Teile gut abkleben, da bei dem Sprühen ein feiner Nebel entsteht.
  • Alten Lack entfernen: Danach muss natürlich der alte Lack runter. Dabei gibt es sehr viele Möglichkeiten. Ganz klassisch mit dem Schmirgelpapier (bei kleinen Flächen) oder einem Aufsatz für den Winkelschleifer oder auch die Bohrmaschine. Wir bleiben günstig und wählen das Schleifpapier.
  • Rost entfernen: Ist das Mofa Teil verrostet (wie in unserem Beispiel), steht vorher allerdings ein anderer Schritt an: Mit der Drahtbürste muss zunächst der Rost runter. Das geht per Hand oder noch einfacher mit einem Drahtbürstenaufsatz für die (Stand-) Bohrmaschine.
  • Schleifen: Ist aller Rost entfernt, kann man sich zunächst grobes Schleifpapier nehmen und den Rest des alten Lacks zu entfernen. Nun wird man mit dem Schleifpapier immer feiner, bis man etwa bei 240er angekommen ist. Jedenfalls müssen alle Lackplatzer glatt geschliffen werden.
  • Spachteln: Gibt es Stellen, die gespachtelt werden müssen, ist nun die Zeit dafür gekommen. Danach solltest du diese Stellen natürlich noch einmal abschleifen, da der Spachtel selber meist keine glatte, abschließende Oberfläche bildet und angeraut werden sollte.
  • Reinigen: Das blanke mit Sprititus und Bremsenreiniger gerreinigt. Bevor die erste Schicht Lack aufgetragen werden kann, müssen die aller letzten Reste an Rückständen entfernt werden. Man kann bei Bedarf auch noch einmal mit einem Staubbindetuch über die Fläche gehen.
  • Abkleben: Die Teile von Innen mit Abdeckpapier und Streifenklebeband abkleben. Dort werden sie nicht lackiert und brauchen nicht gesondert gereinigt zu werden.

2. Der Lackiervorgang

2.1. Grundierung

Anschließend geht es an die erste Schicht Grundierung bzw. Füller. Diese wird dünn aufgetragen und anschließend trocknen gelassen. Ein Griff für die Sprühdose ist sehr zu empfehlen und erleichtert die Arbeit deutlich. Beim Auftragen an sich mit fließenden Bewegungen und einem Abstand von etwa 25cm arbeiten. Lieber zu dünne als zu dicke Schichten auftragen. 3-4 Schichten sind ein guter Richtwert.

  • Mit einem Abstand von 15-20cm trägt man die erste Grundierungsschicht auf, die nur grob verteilt wird.
  • Nach etwa 60 Minuten Trocknungszeit kommt die zweite und diesmal deckende Grundierungsschicht darauf, die man ebenfalls 60 Minuten trocknen lässt.
  • Die Metallteile mit einer 2K-Epoxidharzgrundierung in zwei Schichten grundieren. Zwischenablüftzeiten beachten. Grundsätzlich wird immer versucht nass-in-nass zu arbeiten.
  • Die Kunststoffteile mit Kunststoffhaftvermittler einsprühen. Dabei besonders die durchgeschliffenen Teile beachten. Ablüftzeit von ca.
  • Die Kunststoffteile mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.
  • Metallteile ebenfalls mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.

2.2. Schleifen nach der Grundierung

Ist die Grundierung gut getrocknet, kann man das zu bearbeitende Mofa Teil auf das eigentliche Lackieren vorbereiten. Dazu die Grundierung mit 1200er Schleifpapier Nass anschleifen.

  • Den Etch-Primer mit Softflex P400, P600 und P800 anschleifen.

2.3. Farblack auftragen

Ist Alles trocken und sauber kann vorsichtig die erste Schicht Lack aufgetragen werden. Diese Lackschichten trocknen lassen und danach die nächste auftragen. Auch hier etwa 3 Schichten evtl. mehr, je nach stärke.

  • Nach der Grundierung sprüht man die erste Schicht des Grundlacks (bei einem 3-Schicht Lack) ebenfalls mit einem Abstand von 15-20cm auf; diese soll nicht deckend sein, sie ist nur dazu da, dass die Deckschichten später besser am Untergrund haften; diese Schicht muss 60 Minuten trocknen.
  • Nun kommt die zweite Schicht des Grundlacks (Bei einem 3-Schicht Lack) an die Reihe. Wichtig ist, dass jede Lackschicht vor dem Auftragen der nächsten, 60 Minuten ablüften kann. Diese Schicht deckend lackieren.
  • Der Auftrag des Basislacks erfolgt analog dem des Grundlacks.
  • Den Basislack jeweils in zwei Schichten auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten.
  • Sprüht sie, wie es auf der Dose hinten steht, auf das Teil. Ihr dürft nicht zu viel drauf Sprühen, da sonst der Lack Läufer bilden kann. Eventuell könnt ihr das mal vorher Ausprobieren an einem Metallstück.

2.4. Klarlack auftragen

Um seinen frischen Lack auch nachhaltig zu schützen, wird nun noch Klarlack aufgetragen. Dazu muss das Werkstück natürlich wieder trocken sein. Beim Auftragen des Klarlacks wird vorgegangen wie bei den vorherigen Schritten. Auch den Klarlack wieder gut trocknen lassen.

  • Zuletzt trägt man den Klarlack auf die Deckschichten auf.
  • 2K-Klarlack in zwei Schichten auftragen.
  • Macht nicht zu viele Schichten Klarlack dann wird es gelb, bei zu wenig wird es Matt... 2-3 Schichten sollten reichen.

3. Weitere Tipps & Tricks

  • Temperatur beachten: Noch einmal wichtig zu erwähnen ist: Den Lackierraum immer gut lüften und auch warm genug halten. Mindestens 20-25 Grad sollte es schon haben.
  • Gleichmäßigkeit: Am Ende sollte alles gleichmäßig lackiert und keine Nasen oder Unebenheiten zu erkennen sein. Nasen vermeidest du, indem du nicht zu lange auf einer Stelle verweilst und nur dünne Schichten aufträgst.
  • Matten Klarlack: Kleiner Tipp: Durch einen Matten Klarlack, kannst du auch deinem Mofa Teil eine matte Oberfläche verleihen.
  • Dünne Schichten: Maximal drei Deckschichten (je Grund- oder Basislack) aufsprühen, damit die Lackschichten möglichst dünn bleiben und gut trocknen.
  • Abstand einhalten: Außerdem sollte man den Abstand (15-20cm) einhalten, da dies sonst zu einer rauen Oberfläche führen kann.
  • Spraydose vorwärmen: Damit eine dünne, gleichmäßige und ebene Lackschicht entsteht, sollte man zum einen die Spraydose und die zu bearbeitende Fläche vorwärmen; so wird der Lack flüssiger und verläuft besser, wodurch er sich wiederum besser verbindet. Wenn die Dose im Winter in einer sehr kalten Garage stand, könnt sie etwas anwärmen z.b mit einem Fön.
  • Passenden Sprühkopf wählen: Des Weiteren sollte man beachten, dass für ein gleichmäßiges Endergebnis die Größe des Sprühkopfes zur Größe der Oberfläche passen soll, die man lackieren will; es gilt: je größer die Oberfläche, desto größer breiter der Sprühkopf.
  • Trocknungspausen einhalten: Tipp: die Trocknungspausen unbedingt einhalten, da in dieser Zeit auch Stoffe im Spraylack ablüften müssen.
  • Boden befeuchten: Also ich wische bevor ich lackiere den Boden immer mit einem feuchten Lappen nass. Es gibt so viel weniger Staub, und der Lack enthält dann keinen Staub.
  • Guten Lack kaufen: Guten Lack kaufen, mit billig scheiß hat man nur Probleme! mit düse etc...
  • Geduld haben!
  • Sich beim vorbereiten der Oberflächen Zeit lassen und genau arbeiten.

4. Smart Repair mit Sprühdose

Hier findest du alles für dein Smart Repair mit Sprühdose. Wir zeigen dir, wie du selber Smart Repair mit der Spraydose durchführen kannst.

Schritte:

  • Schadstelle mit Schleifpapier Körnung P120 und P240 schleifen. P120 erzeugt tiefe Schleifriefen.
  • MIPA Etch Filler in zwei Schichten auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten. Beim Auftragen aus der Bewegung und möglichst kleinflächig arbeiten. Vermindert Schleifarbeit. Nicht an Kanten ran arbeiten!
  • Trocknen lassen.
  • Zwischenschliff mit Softschleifpapier P600 und P800.
  • Abschließendes Abkleben mit professionellem Abdeckpapier und Streifenklebeband.
  • Entfetten mit Isopropanol.
  • Basislack in 2 Gängen dünn, aber deckend, auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten.
  • Basislack ablüften lassen.
  • Erste Schicht Klarlack deckend auftragen, aber ein Stück vom Tunnel entfernt aufhören.
  • Zweite Schicht Klarlack deckend auftragen.
  • Übergänge mit 2K-Klarlack weicher gestalten.
  • Mit dem Kovax Trockenschleifsystem, P1500 und P2000, Läufer und Staubpickel ausschleifen. Struktur des Läufers mit Kovax Buflex P2000 entfernen.
  • Flächen mit der Farecla G360 und dem weichen Polierschwamm G-Mop GMC polieren, um eventuell vorhandene Hologramme zu entfernen.

5. Benzintank lackieren

Bei der Restauration eines Mopeds oder Motorrads kommt man irgendwann an den Punkt, an dem der Benzintank lackiert werden soll.

Schritte:

  • Entferne sämtliche Farbreste! Dies kann mit einem Sandstrahlgerät und per Hand erfolgen. Beim Sandstrahlen und Schleifen können kleine Risse, Löcher und Kratzer entstehen.
  • Verschließe alle Öffnungen am Tank und klebe alle Stellen ab.
  • Die Tankoberfläche grundieren. Wir empfehlen 3-5 Schichten Grundierung aufzutragen und jede Schicht nach Trocknung etwas anzuschleifen.
  • Trage jetzt Deinen Wunschfarbton auf. Wichtig ist auch hierbei, dass mehrere Schichten des Farblacks aufgetragen werden und jede Schicht, z.B. 380-er Sandpapier, angeschliffen wird.
  • Der Benzintank muss zum Schluss noch mit mehreren Schichten Klarlack überzogen werden. Nimm hierzu unbedingt einen benzinfesten 2K Klarlack, wie z.B.

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