Das Zündapp Museum: Eine Reise in die Welt der Zweitakt-Motoren

Das Zündapp Museum ist ein Ort, an dem Nostalgie und Technik aufeinandertreffen. Hier wird die Geschichte der ehemaligen Erfolgsfirma Zündapp lebendig.

Die Standorte der Zündapp-Museen

Es gibt mehrere Zündapp-Museen, die die Geschichte der Marke ehren. Zwei davon sind besonders hervorzuheben:

  • Das kleine Zündapp Museum Impflingen
  • Das Zündapp-Museum der Brauerei Zoller Hof

Das kleine Zündapp Museum Impflingen

Das Zündapp Museum Impflingen wird seit 2017 von einer Familie geführt, die eine tiefe Liebe für klassische Mopeds und Motorräder hegt. Hier wird stolz eine vielfältige Sammlung historischer Zweirad-Zweitakter verschiedener Modelle und Jahrgänge beherbergt. Diese sind auch fahrbereit und werden regelmäßig bewegt.

Das Zündapp-Museum der Brauerei Zoller Hof

Das Zündapp-Museum der Brauerei Zoller-Hof in Sigmaringen im Donautal zeigt seit seiner Eröffnung 2008 die größte öffentliche Ausstellung zur Nürnberger Kultmarke. Auf zwei Stockwerken mit 700 Quadratmetern Fläche können Besucher in alter deutscher Wertarbeit schwelgen. Die weltweit einzigartige Sammlung zeigt die Kunst des Motorradbaus bis ins kleinste Detail und gibt einen Überblick über alle Produkte, die Zündapp je produziert hat.

Die Anfänge der Motorradproduktion in Nürnberg

Die Motorradproduktion in Nürnberg setzte im Jahr 1901 ein, als einige Nürnberger Fahrradhersteller anfingen, mit der Motorisierung ihrer Produkte zu experimentieren. Wenig später brachten die Firmen Victoria und Hercules ihre ersten Maschinen auf den Markt. Jedoch erst in den 1920er Jahren begann der eigentliche Aufschwung der Motorradherstellung.

Die Nürnberger Zündapp-Werke erkannten frühzeitig den zunehmenden Trend zur Motorisierung und begründeten 1922 mit einem "Motorrad für Jedermann" ihre spätere Marktführerschaft. Andere Hersteller zogen nach. Die Weltwirtschaftskrise und das Ende der Weimarer Zeit überlebten nur sieben Nürnberger Motorradhersteller. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Motorrad ein Symbol der Kriegsmaschinerie. Nach Kriegsende und vorübergehenden Produktionsverboten liefen bald wieder legendäre Maschinen von den Bändern der Nürnberger Hersteller.

Die Sammlung in Impflingen

Schönheit, Nostalgie und Gemütlichkeit aus früheren Zeiten - dafür stehen Oldtimer. Katja und Dieter Frey haben in Impflingen ein kleines Zündapp-Museum eingerichtet, in dem so mancher Schatz bestaunt werden kann.

Die Geschichte der Familie Frey

„Eigentlich hat es angefangen so vor zwei, drei Jahren“, sagen Katja und Dieter Frey zu der Frage, wie man eigentlich zu einem familieneigenen Museum kommt. Aber, erklärt Katja schnell, der Weg dahin war lang. Mit 16 Jahren machten beide den Mopedführerschein, um zu ihrer Arbeitsstelle beziehungsweise zur Berufsschule zu kommen. Zweckgebunden zwar, aber doch mit einem Stückchen Freiheit verbunden.

Katja Frey strahlt heute noch, wenn sie über ihr erstes eigenes Moped, eine Zündapp, berichtet. Mit 18 Jahren kamen neben dem Auto- natürlich der Motorradführerschein und eine Suzuki GS 500 E dazu. Dann wurde es, abgesehen von gelegentlichen Ausflugstouren, rund um das Motorrad ruhig. Mehr war da nicht, denn die Kinder Pascal und Angelina wurden geboren, erzählt Dieter Frey.

So richtig los ging es im Jahr 2015 mit ihrem Sohn Pascal, der wollte ein eigenes Moped, um zur Schule zu fahren. Da erinnerte sich die Familie an ein altes Schätzchen auf dem Heuboden des Onkels von Katja in Appenhofen. Eine Zündapp KS 80. Vater Dieter holte sie, und nach dem Saubermachen und Sprit Einfüllen sprang sie tatsächlich sofort an. Nach 24 Jahren Schlaf auf dem Heuboden. Das war der Beginn für Sohn Pascal, aber auch für Dieter und Katja, ein Aufflammen längst vergessen geglaubter Leidenschaft. Ab da war alles anders. Jeder legte sich eine Zündapp zu.

Vom Kelterhaus zum Museum

Katja entschied sich für den Motorroller, eine rote Bella R204 von Zündapp. Über Kleinanzeigen, den Verein Zwei-Takt-Freunde Ingenheim und durch viel Stöbern auf Dachböden bei Verwandten und Bekannten kamen Kostbarkeiten zu Tage. Die wurden immer mehr. Als auf einen Schlag sechs Mopeds herumstanden und noch einiges mehr aus den vergangenen Jahrzehnten, kam die Frage nach einem kleinen Museum auf. Katja entschied damals allerdings: Nur Zündapp kommt rein, sonst nichts.

Innerhalb von nun zwei Jahren waren es 16 Zündapps aus Baujahren zwischen 1951 bis 1975, die auf dem Hof standen. Also wurde das ehemalige Kelterhaus des stillgelegten Weingutes Leonhard leergeräumt und saniert, um dort ein Zündapp-Museum entstehen zu lassen.

Nicht nur Zweiräder kann man in Impflingen von der Zünder- und Apparatebau-Gesellschaft aus Nürnberg (also Zündapp) bestaunen. Zu sehen gibt es auch eine Nähmaschine, Rasenmäher und Außenbootmotoren der großen deutschen Motorradherstellerfirma aus der Zeit von 1921 bis 1984. Nach dem Krieg wurde der Firma verboten, weiterhin Motorräder herzustellen. Deswegen wurde auf Produkte weit jenseits der Rüstungsindustrie umgesattelt.

Die Wunschliste

Sehenswert ist auch das sogenannte Beiwerk, unter anderem alte Gebrauchsanweisungen, damalige Zeitungsausschnitte über Rennen in der Region und Schallplatten. Eine kleine Reise in die vergangenen Jahrzehnte erwartet den Besucher. Man merkt, dass das Ehepaar Frey Gespür für die Feinheiten um das Zündapp-Museum entwickelt hat.

„Allerdings“, so die 50-jährige Katja seufzend, „unsere Wunschliste ist noch so lang“. An der Museumswand halten sie und ihr Ziehsohn David mit Pinsel und Farbe fest, was die Familie noch so alles haben möchte. Auch der Motorroller Bella, den sie ja schon hat, ist hier festgehalten. „Tja, man weiß ja nie.

Die Sammlung in der Brauerei Zoller Hof

Die Ausstellung in der alten Abfüllhalle der Sigmaringer Brauerei Zoller-Hof zeigt auf zwei Stockwerken mit 700 Quadratmetern Fläche die größte öffentliche Ausstellung zur Nürnberger Kultmarke. Die meisten Stücke stammen vom Tuttlinger Privatsammler Adolf Mattes, andere Exponate wurden von der Brauerei Zoller-Hof gekauft oder von weiteren Leihgebern zur Verfügung gestellt.

Auch das erste und einzige je in Serie gebaute Zündapp-Auto - der legendäre Janus - gehört selbstverständlich zur umfassenden Ausstellung. In der beeindruckenden Sammlung findet sich unter anderem auch eine original Levis-Maschine aus England, die als Prototyp für das erste Zündapp-Motorrad Pate stand. Seltenheitswert hat die Z200 aus dem Jahr 1929, von der es nur noch ganz wenige Exemplare gibt.

Die bullige KS750 war als Wehrmachtsmaschine im Einsatz, daneben steht die K800 mit vier Zylindern, die stärkste Maschine, die Zündapp je gebaut hat. Und natürlich gibt es im Zündapp-Museum neben einer ganzen Reihe der berühmten Bella-Roller auch absolut Kurioses zu entdecken: absolute Hingucker sind u.a. ein zum Snowmobil umgebauter RS50-Roller, sowie ein im Jahr 2003 neu aufgebauter Bella-Roller aus dem Jahre 1965 mit sagenhaften 33 PS!

Ebenfalls einzigartig präsentiert sich die nur fünf mal gefertigte KS50 SuperSport, sowie ein Gespann für Kinder!! Der ehemalige Werksfahrer, Günter Sengfelder, lobte anlässlich der Eröffnung des Museums „die einzigartige Sammlung, die in ihrer Vielfältigkeit nicht einmal in den Stammwerken von Zündapp in Nürnberg und München zu bestaunen ist“!

Oldtimerwandern an der Südlichen Weinstraße

Erleben Sie die Faszination des Oldtimerwanderns am 13. & 14. September 2025: eine stilvolle Fahrt in historischen Fahrzeugen durch malerische Landschaften, vorbei an charmanten Dörfern und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Ein besonderes Highlight: Ein Stopp im Zündapp Museum Impflingen, wo Sie faszinierende Einblicke in die Geschichte der legendären Zündapp-Fahrzeuge erhalten. Ob als Fahrer oder Beifahrer - Oldtimerwandern verbindet automobile Leidenschaft mit unvergesslichen Natur- und Kulturerlebnissen. Für das leibliche Wohl unterwegs ist ebenfalls gesorgt: Die Zweitaktfreunde Ingenheim unterstützen uns bei der Bewirtung und tragen zum rundum gelungenen Angebot bei.

Öffnungszeiten

Das Museum ist an allen gesetzlichen Feiertagen bis auf 1.11., 25.12. , 26.12. , 01.01. und 06.01. geöffnet. Von November bis einschließlich ist geschlossen.

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