In Deutschland müssen Fahrzeuge und ihre Anbauteile zugelassen sein, um auf öffentlichen Straßen fahren zu dürfen. Das schreibt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) in § 19 vor.
Wann und warum müssen Moped-Papiere beantragt werden?
Gerade beim Kauf eines gebrauchten Mofas oder Mopeds fehlen oft die Papiere. Diese sind jedoch notwendig, um am Straßenverkehr teilnehmen zu können bzw. ein Versicherungskennzeichen zu beantragen. Viele Mofas sind über 30 Jahre alt und in dieser Zeit kann es natürlich dazu kommen, dass die Papiere bzw. die ABE verloren geht.
Eine neue Betriebserlaubnis muss beantragt werden, wenn:
- die ABE verloren wurde,
- Änderungen am Fahrzeug vorgenommen wurden und dadurch die alte Betriebserlaubnis erlischt,
- die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird,
- eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder
- die Geräusch- oder Abgaswerte sich verschlechtern.
Auch bei besonders alten Kleinkrafträdern, die noch in der DDR hergestellt wurden, kann es sein, dass keine Betriebserlaubnis mehr vorliegt. Dies betrifft z. B. das Mokick „Simson“.
Wo kann man Moped-Papiere beantragen?
Es gibt verschiedene Stellen, an die Sie sich wenden können, um Moped-Papiere zu beantragen:
- Kraftfahrt-Bundesamt (KBA):
- Das KBA ist die richtige Anlaufstelle, wenn Sie für ein DDR-Moped oder -Mofa die Papiere beantragen möchten.
- Für Fahrzeuge, die in der ehemaligen DDR hergestellt wurden (Simson, MZ, AWO etc.), stellt das KBA unkompliziert neue Dokumente aus, sofern keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden.
- Auf der Webseite des KBA finden Sie ein Online-Formular, das Sie ausfüllen können.
- Hersteller:
- Wenden Sie sich zunächst an den Hersteller Ihres Mofas (z.B. Kreidler), um eine neue ABE zu beantragen.
- Dort findet man oft Formulare, die man ausfüllen muss, um eine neue ABE zu beantragen.
- Wenn der Hersteller nicht mehr existiert, wenden Sie sich an den TÜV.
- Nachdem Sie Angaben zu Fahrgestellnummer sowie Modell abgegeben haben, wird Ihnen eine neue Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug ausgestellt.
- Technischer Überwachungsverein (TÜV):
- Wenn der Hersteller nicht mehr existiert, ist der TÜV eine gute Alternative.
- Der TÜV nimmt eine Einzelabnahme vor und untersucht Ihr Mofa gründlich.
- Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie neue Fahrzeugpapiere.
- Zulassungsstelle:
- Für Roller ab 125ccm ist der Weg zur zuständigen KFZ-Zulassungsstelle unerlässlich.
Welche Dokumente werden benötigt?
Für die Beantragung von Moped-Papieren werden in der Regel folgende Dokumente benötigt:
- Unbedenklichkeitsbescheinigung: Diese Bescheinigung erhalten Sie bei der Polizei oder der Zulassungsbehörde. Sie bestätigt, dass das Mofa nicht als gestohlen gemeldet wurde. Um eine solche Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erlangen, brauchen Sie selbst ebenfalls ein Dokument, welches Ihre Aussage belegt. Dies kann beispielsweise der Kaufvertrag des Fahrzeugs sein.
- Eigentumsnachweis: Kaufvertrag oder anderer Nachweis, der belegt, dass Sie der Eigentümer des Fahrzeugs sind.
- Fahrzeugdaten: Fahrgestellnummer, Modellbezeichnung und Baujahr des Mofas.
- Personalausweis oder Reisepass: Zur Identifizierung.
- Versicherungsnachweis: (Doppelkarte der Versicherung) für Roller ab 125ccm.
Kosten für die Beantragung von Moped-Papieren
Die Kosten für die Beantragung von Moped-Papieren variieren je nach Anlaufstelle und Aufwand:
- Kraftfahrt-Bundesamt (KBA): 26,43 Euro pro Fahrzeug zzgl. Portokosten und Nachnahmeentgelte. Die Bearbeitung des Antrags kostet einschließlich Versandgebühren 35,35 Euro.
- Hersteller: Die Kosten für eine neue Betriebserlaubnis beim Hersteller liegen in der Regel zwischen 10 und 50 Euro.
- Technischer Überwachungsverein (TÜV): Die Kosten für eine Einzelabnahme beim TÜV liegen zwischen 50 und 100 Euro. Beim TÜV kommen außerdem Kosten für den Rundum-Check hinzu.
- Unbedenklichkeitsbescheinigung: Die Ausstellung dieser Bescheinigung ist in der Regel kostenlos und erfolgt direkt vor Ort. In einigen Fällen wird hier eine Gebühr fällig.
Ablauf der Beantragung beim KBA
Wenn Sie die Papiere direkt beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen möchten, gehen Sie wie folgt vor:
- Füllen Sie das Formular auf der Webseite des KBA aus.
- Senden Sie das ausgefüllte Formular per Post oder Fax an das KBA.
- Die Bearbeitungsdauer beträgt derzeit ca. 16 Wochen.
- Die Kosten betragen ca. 36 Euro inklusive Versand.
Besonderheiten bei DDR-Fahrzeugen
Wenn Sie für ein DDR-Moped oder -Mofa die Papiere beantragen möchten, ist das KBA Ihr Ansprechpartner. Das Bundesamt stellt auf seiner Webseite für die Beantragung ein Online-Formular zur Verfügung, dass Sie lediglich ausfüllen müssen. Die Bearbeitung des Antrags kostet einschließlich Versandgebühren 35,35 Euro.
Für diese Fahrzeuge stellt das KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) völlig unkompliziert neue Dokumente aus, sofern keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden. Ansonsten ist auch hier der Nachweis über die allgemeine Betriebserlaubnis erforderlich.
Verlust der Betriebserlaubnis: Was tun?
Wenn Sie die Betriebserlaubnis verloren haben, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, wie Sie sich einen Ersatz besorgen können. Für welche Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen selbst überlassen.
Was Sie jedoch in jedem Fall benötigen, ist eine sogenannte „Unbedenklichkeitsbescheinigung“. Ihre Beweise können Sie entweder bei der Polizei oder der zuständigen Zulassungsbehörde vorlegen. In manchen Fällen wird hier eine Gebühr fällig.
Haben Sie die Betriebserlaubnis verloren, können Sie sich ein Ersatzdokument direkt beim Hersteller besorgen. Dies kann entweder per Telefon oder teilweise auch schon online abgewickelt werden.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, sich an den TÜV zu wenden, nachdem die Betriebserlaubnis verloren ging. Der TÜV muss Ihr KFZ einem Rundum-Check unterziehen und alle Daten mit dem momentanen Zustand und der Beschaffenheit des Fahrzeugs vergleichen. Erst wenn alle Angaben übereinstimmen, wird eine neue Betriebserlaubnis erteilt.
Fahren ohne Betriebserlaubnis: Strafen
Das Fahren ohne Betriebserlaubnis wird mit einem Bußgeld von 50 Euro sanktioniert.
Zusammenfassung
Die Beantragung von Moped-Papieren kann etwas Zeit und Mühe kosten, ist aber notwendig, um legal am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Informieren Sie sich im Vorfeld genau über die benötigten Dokumente und die Vorgehensweise der jeweiligen Anlaufstelle.
| Anlaufstelle | Kosten | Benötigte Dokumente |
|---|---|---|
| Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) | Ca. 35,35 Euro | Online-Formular, Unbedenklichkeitsbescheinigung |
| Hersteller | 10-50 Euro | Unbedenklichkeitsbescheinigung, Fahrzeugdaten |
| Technischer Überwachungsverein (TÜV) | 50-100 Euro | Unbedenklichkeitsbescheinigung, Fahrzeugdaten, Nachweis über Umbauten (falls vorhanden) |
| Zulassungsstelle | Variabel | Unbedenklichkeitsbescheinigung, Eigentumsnachweis, Versicherungsnachweis (ab 125ccm) |
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