Früher oder später versucht sicher jeder Motorradfahrer, vor allem aber A1 Fahrer, noch mehr Leistung aus seinem oder ihrem Bike zu kitzeln. Dass du jetzt hier gelandet bist, verrät uns, dass es dir ähnlich ergeht. Wer auf leistungsstarke Töfflis steht, gerne im höheren Drehzahlbereich unterwegs ist und alles aus seiner Perle herausholen möchte, der wird für das individuelle Tuning-Setup auch die Übersetzung am Mofa optimieren. Mit Anpassungen in diesem Bereich lässt sich mit vergleichsweise wenig Aufwand ein deutliches Performance-Plus erzielen.
Grundlagen der Moped Übersetzung
Die Übersetzung beschreibt die zur Kraftübertragung verwendeten Teile und deren Ausführung. Der Kettenkranz ist das größere Ritzel, welches am Hinterrad deiner Maschine befestigt ist. Das Ritzel ist das kleinere Zahnrad am anderen Ende deiner Antriebskette. In einem Kettensatz wird das kleinere Zahnrad als Ritzel oder Kettenritzel bezeichnet. Für gewöhnlich ist dieses am Motor montiert und treibt den Kettensatz an. Das größere Zahnrad in einem Kettensatz ist das Kettenrad. Die Mopedkonstrukteure montieren die Kettenräder am Hinterrad. Dort nimmt das Kettenrad die Kette auf und setzt die so übertragene Kraft um, um das Hinterrad anzutreiben.
Die Moped Übersetzung aus der Serienproduktion ist immer ein Kompromiss. Die Hersteller wollen es jedem Kundengeschmack recht machen und möglichst viele Mopeds von einem Modell verkaufen. Deshalb trimmen die Ingenieure ein Serienmoped weder auf besonders viel Traktion noch auch eine maximal mögliche Höchstgeschwindigkeit. Das lässt Spielraum für ein wenig Bastelspaß beim Tuning. Die Standardübersetzung entspricht den vom Hersteller verbauten Ritzel und Kettenkranz. In der Regel ist diese Übersetzung ausgewogen gestaltet. Genau diese ausgewogene Einstellung ist aber nicht für alle Situationen optimal.
Zur Veranschaulichung: Eine Enduro Vollcross Maschine sollte mehr auf Beschleunigung ausgelegt sein, als eine Tourenmaschine wie die GS. Solltest du die Standardübersetzung deines Bikes herausfinden wollen, findest du sie meistens in der Betriebsanleitung.
Warum muss die Drehzahl der Kurbelwelle am Mofa überhaupt übersetzt werden?
Bei einem Mofa im Originalzustand erreicht die Kurbelwelle nicht selten bis zu 4.800 Umdrehungen pro Minute. Das Hinterrad jedoch dreht sich deutlich langsamer. Das resultiert daraus, dass bei einer Übersetzung von 1:1 nicht ausreichend Kraft auf das Hinterrad übertragen werden kann, um dein Töffli samt dir von der Stelle zu bewegen. Durch die Zähne an Ritzel und Kettenblatt deines Mofas wird die Anzahl der Umdrehungen der Kurbelwelle übersetzt und dadurch verringert. Dadurch erhöht sich zugleich das Drehmoment, also die Kraft, die auf das Hinterrad übertragen wird. Das originale Übersetzungsverhältnis ist jedoch nur optimal auf das Werks-Setup deines Mofas abgestimmt.
Möchtet du durch Tuning deine Beschleunigung oder Endgeschwindigkeit erhöhen, kann sich jeder Zahn mehr oder weniger spürbar auswirken, den du durch den Austausch des Kettenblatts und Ritzels hinzufügst oder wegnimmst. Dabei ist es grundsätzlich möglich, durch die Veränderung der Zähne-Anzahl dein Hödi kürzer oder länger übersetzen.
Kürzere oder längere Übersetzung: Was ist das Ziel?
Bei der Änderung des Übersetzungsverhältnisses kommt es jedoch darauf an, welche Ziele du verfolgst. Wahlweise kannst du die Beschleunigung deiner Perle verbessern oder du maximierst die Endgeschwindigkeit. Zwischen diesen beiden Optionen musst du dich entscheiden.
Die Auswirkungen eines kürzeren oder längeren Übersetzungsverhältnisses
- Längere Übersetzung: Willst du insgesamt schneller fahren, also mit deinem Töffli eine höhere Endgeschwindigkeit erreichen, ist dein Ziel eine längere Übersetzung. Dieses Ziel kannst du durch zwei verschiedene Massnahmen erreichen: Entweder verbaust du für ein längeres Übersetzungsverhältnis ein grösseres Ritzel oder ein kleineres Kettenblatt, es geht natürlich auch beides in Kombination.
- Kürzere Übersetzung: Umgekehrt hast du darüber hinaus die Möglichkeit, durch ein kleineres Ritzel oder ein grösseres Kettenblatt eine kürzere Übersetzung für dein Mofa zu erzielen. Diese wirkt sich letztendlich in einer schnelleren und stärkeren Beschleunigung aus.
Wichtig: Änderst du das Übersetzungsverhältnis für mehr Top-Speed, verschlechtert sich dadurch automatisch das Beschleunigungsvermögen deines Hobels. Durch die Realisierung eines kürzeren Verhältnisses für rasante Beschleunigungsfahrten reduziert sich umgekehrt die Höchstgeschwindigkeit deines Mofas. Nimmst du Änderungen am Übersetzungsverhältnis vor, sollten dir diese Auswirkungen stets bewusst sein und du solltest versuchen, die optimale Balance zwischen Beschleunigung und Endgeschwindigkeit passend zu deinem individuellen Setup zu finden. Taste dich also langsam an das Optimum heran und nimm nicht gleich zu viele Ritzel- oder Kettenblattzähne weg oder füge nicht zu viele auf einmal hinzu.
Die richtige Balance finden
Du möchtest, dass dein Mofa ansprechend beschleunigt, zugleich aber auch eine gewisse Höchstgeschwindigkeit bietet? Genau aus diesem Grund ist es wichtig, weder eine zu kurze noch eine zu lange Übersetzung zu wählen, sondern ein gesundes Mittelmass. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, denn gerade bei Kurzstreckenrennen kommt es für den Sieg oftmals nicht auf die Endgeschwindigkeit, sondern auf eine straffe Beschleunigung an. Ansonsten ist ein zu kurzes Übersetzungsverhältnis auf Dauer aber nicht besonders praktisch. Es geht unter anderem mit deutlich erhöhtem Verschleiss einher. Zudem wird bei einem zu kleinen Ritzel die Führung der Töffli-Antriebskette suboptimal, was bei hohen Drehzahlen zu Problemen führen kann.
Die Berechnung
Änderst du an deinem Töffli das Übersetzungsverhältnis durch das Einbauen eines grösseren Ritzels und / oder eines kleineren Kettenrads, kannst du zumindest theoretisch annähernd berechnen, welchen Top-Speed dein Hobel erreichen wird. Zu dieser näherungsweisen Berechnung benötigst du die aktuelle Geschwindigkeit deines Mofas, diese teilst du durch die Anzahl der Zähne deines verbauten Ritzels. Das Ergebnis multiplizierst du mit der Zähneanzahl des neuen Mofaritzels.
Läuft deine Perle aktuell 25 km/h und dein Ritzel hat 12 Zähne, dann ergibt das:
25 km/h / 12 = 2.083
Angenommen dein neues Mofaritzel verfügt über 14 Ritzelzähne, dann ergibt sich:
2. 083 * 14 = 29.166 km/h
Analog lässt sich diese Rechnung auch für das Kettenrad durchführen. Doch diese Formel liefert nur grobe und näherungsweise Ergebnisse für die Auswirkung der Zähne-Anzahl beim Übersetzungsverhältnis, da unter anderem der Luftwiderstand während der Fahrt nicht berücksichtigt wird. Sie gibt dir jedoch zumindest einen groben Anhaltspunkt.
Vor dem Umbau
Ehe du dich daranmachst, deinem Töffli durch die Änderung der Übersetzung das Maximum an Performance zu entlocken, solltest du die originale Übersetzung herausfinden, sofern diese an deinem Töffli noch im Originalzustand ist. In diesem Fall steht das Verhältnis in den Fahrzeugpapieren. Alternativ kannst du aber auch einfach die Zähneanzahl des Ritzels und des Kettenblatts zählen. In einigen Fällen ist das Übersetzungsverhältnis auch durch Gravuren des Kettenblatts und des Mofaritzels erkennbar. Nun kannst du dir anschliessend professionelles Werkzeug und Kettenräder besorgen, die mehr oder weniger Zähne haben oder das Übersetzungsverhältnis durch die Verwendung eines grösseren oder kleineren Ritzels ändern.
Die Übersetzung zu ändern, ist ein einfaches, aber effektives Mittel, um die Performance deines Töffli zu verbessern. Viele Töfflibuebe und Töfflimeitli nutzen diese Stellschraube, um schneller unterwegs zu sein und die Beschleunigung des Hödis zu verbessern. Wer seinem Hobel ein leistungssteigerndes Tuning verpassen will, kommt früher oder später gar nicht darum herum, die Übersetzung anzupassen. Glücklicherweise ist die Modifizierung der Übersetzung nicht besonders aufwendig und kompliziert. Wir geben dir ein paar Tipps, mit denen es ganz sicher klappt.
Darauf solltest du bei der Anpassung der Übersetzung achten
Die meisten Töfflimeitli und Töfflibuebe wünschen sich eine höhere Endgeschwindigkeit und planen daher ein längeres Übersetzungsverhältnis. Das ist am einfachsten und am unauffälligsten durch den Einbau eines grösseren Mofaritzels zu erreichen. Denn dieses ist nicht sofort sichtbar und ruft daher nicht so leicht die Ordnungshüter auf den Plan. Je nach Setup kann schon ein Zahn mehr am Ritzel bis zu 10 km/h ausmachen. Doch leider sind auch diesem Spass Grenzen gesetzt. Durch den Einbau eines zu grossen Mofaritzels könnte es an deinem Mofa schleifen. Bei einem extrem leistungsgesteigerten Töffli kann es daher irgendwann notwendig werden, zusätzlich ein kleineres Zahnrad hinten zu verbauen. Dadurch ist dein Mofa jedoch auf den ersten Blick als frisiert zu erkennen, was in einer Kontrolle natürlich das gesteigerte Interesse der Ordnungshüter wecken dürfte, also Vorsicht.
Du solltest zudem wissen, dass mehr Ritzelzähne eine deutlich effektivere Wirkung haben als weniger Kettenblattzähne. Auch wenn du es auf eine schnellere Beschleunigung anlegst, solltest du zunächst beim Mofaritzel damit anfangen, einen Zahn nach dem anderen wegzunehmen. Erst wenn dadurch kein Effekt mehr erzielt wird, verbaust du ein grösseres Kettenblatt. Denn ein solches ist natürlich nochmals deutlich auffälliger als eines, das kleiner als das Original-Kettenblatt ist.
Wie viele Zähne für welche Geschwindigkeit?
Bevor du nun damit beginnst, Änderungen an der Übersetzung vorzunehmen, möchtest du vielleicht wissen, welche Auswirkungen diese exakt auf die Endgeschwindigkeit deines Hobels haben. Nach gängigen Erfahrungswerten kannst du damit rechnen, dass wenn du das Übersetzungsverhältnis durch ein grösseres Ritzel vergrösserst, du pro Ritzelzahn 5 km/h gewinnst und dass dein Mofa etwa 1 km/h schneller wird, wenn das Kettenblatt 2 Zähne weniger hat. Das ist jedoch sehr stark pauschalisiert. Die Erhöhung des Top-Speeds hängt nämlich direkt mit deinem individuellen Tuning-Setup zusammen. Ist dieses sehr extrem, könntest du zum Beispiel durch einen zusätzlichen Ritzelzahn unter Umständen sogar bis zu 10 km/h gewinnen.
Der Kettensatz
Sobald du den Entschluss gefasst hast, die Übersetzung an deinem Moped zu ändern, hälst du nach einem geeigneten Kettensatz Ausschau. Im Prinzip besteht ein Kettensatz aus drei Teilen; der Kette selbst, dem Kettenrad und dem Ritzel. Unter dem Begriff verstehen Zweiradmechaniker die gesamte Antriebseinheit rund um die Kette.
Das Ritzel
Bei der Produktion eines Ritzels setzen die Hersteller einen stark kohlenstoffhaltigen Stahl ein, denn Härte ist Priorität. Zudem haben die Entwicklungsingenieure das Design der Ritzel in verschiedenste Richtungen geändert, um zweckgebunden optimalere Lösungen anzubieten. Sogenannte Super-Sport-Ritzel sind mit Bohrungen versehen, die für ein leichteres Gewicht bei gleicher Belastbarkeit sorgen. Schlammnutritzel sind für den Crosseinsatz bestimmt. Eine Besonderheit sind Silentritzel. Diese Ritzel weisen beidseitig eine Gummierung auf. Diese dient zur Minimierung des Kettenabrollgeräusches.
Das Kettenrad
Stahlkettenräder müssen nach dem Ausfräsen nochmals gehärtet werden. Nur so lässt sich ein ausreichender Verschleißschutz erreichen. Das geringe Gewicht und die absolute Präzision beim kalten Aushärten favorisieren das Aluminiumkettenrad. Obendrein ist im Aluminium Silizium enthalten, was für eine minimale Eigenschmierung sorgt. Duralminium Kettenräder (manchmal auch Stealth-Kettenräder genannt) sind derzeit das Optimum im Kettensatz. Diese Hightech-Kettenräder werden aus Stahl und Duraluminium hergestellt, einem ultraleichten Material, welches in der Raumfahrt verwendet wird. Duralminium besitzt eine Festigkeit, nahe der von Stahl. Und die Zugfestigkeit ist mehrfach höher als bei Aluminium. Test haben ergeben, dass die Lebenserwartung bei Stealth-Kettenrädern etwa dreifach höher als bei Alukettenrädern ist.
Die Kette
Soll Kraft mittels einer Kette übertragen werden, sind fast immer Rollketten im Einsatz. Die Verbindung der Kettenglieder durch eine Hülse auf einer Rolle ist verschleißarm, weitgehend reißfest, einfach herzustellen und gut zu warten. Ketten für Mopeds und Motorräder besitzen zudem Gummiringe oder Lamellen und werden als O-Ring- sowie X-Ring-Ketten bezeichnet. Lamellen und Gummiringe in der Rollkette bewirken eine verbesserte Abdichtung und damit weniger Eindringen von Dreck. Wichtig bei allen Ketten ist die sogenannte Teilung.
Weitere Tipps
- Kette wechseln und Übersetzung anpassen: Wer seinem Hobel ein leistungssteigerndes Tuning verpassen will, kommt früher oder später gar nicht darum herum, die Übersetzung anzupassen. Glücklicherweise ist die Modifizierung der Übersetzung nicht besonders aufwendig und kompliziert.
- Gesetzliche Bestimmungen beachten: Veränderungen der Übersetzung am Moped müssen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Die Übersetzung ist Teil der Betriebserlaubnis.
- Kraftstoffverbrauch: Du musst bei diesem Power Tuning mit einem höheren Kraftstoffverbrauch rechnen, der aber minimal ist und nicht immer auftritt. Eine maximal lange Übersetzung ist eine gute Idee, wenn du den Kraftstoffverbrauch senken willst.
Am besten fährst du, wenn du dir eine neue und verstärkte Kette mit einigen Gliedern mehr als im Standard verbaut sind, dazubestellst. Da du dadurch bei gleicher Geschwindigkeit weniger Drehzahlen aufwendest, hast du etwas mehr Spielraum nach oben.
Verwandte Beiträge:
- Ritzelübersetzung Moped berechnen: Formel, Rechner & Optimierung für mehr Leistung
- Ultimative Anleitung: Ritzel, Kettenrad und Kettensatz fürs Moped richtig berechnen und perfekt anpassen!
- Dumm und Dümmer Moped: Kult-Moped im Film & im Leben
- Kawasaki Motorräder Südhessen GmbH Weiterstadt: Händler, Modelle & Angebote
- Unvergessliche Radtour Oberpfalz: Die besten Tipps zur Planung und spannende Erlebnisse entdecken!
Kommentar schreiben