Moped S51 Vergaser richtig einstellen – Eine ausführliche Anleitung

Ein korrekt eingestellter Vergaser ist entscheidend für den optimalen Lauf und die Leistung deines Mopeds S51. Hier findest du eine detaillierte Anleitung, wie du den Vergaser richtig einstellst und welche Aspekte dabei zu beachten sind.

Grundlagen des Vergasers

Die BVF Vergaser der Baureihen 16N sind sogenannte Nadeldüsen-Kolbenschiebervergaser mit einer Ansaugweite von 16 mm Durchmesser. Der Vergaser unterteilt sich in die Baugruppen Startvergaser, Leerlaufsystem und Hauptvergaser.

Startvergaser

Der Startvergaser (Choke) sorgt dafür, daß beim Starten des kalten Motors ein kraftstoffreiches (fettes) Gemisch zur Verfügung steht. Duch den Starthebel am Lenker wird der Startkolben angehoben und der Startvergaser eingeschaltet.

Leerlaufsystem

Das Leerlaufsystem des 16N Vergasers stellt einen kleinen Hilfsvergaser dar, der das für den konstanten Leerlauf des Motors nötige Kraftstoff-Luft-Gemisch liefert. Dabei unterscheidet sich die Funktionsweise im 16N1 Vergaser deutlich von der im 16N3 Vergaser. Dies ist auch der Grund für die unterschiedlichen Einstellschrauben der beiden Vergaser.

Der wesentliche Unterschied der beiden Leerlaufsysteme besteht darin, daß bei den 16N1 Vergasern der Leerlaufkraftstoff aus dem Schwimmergehäuse entnommen wird wogegen die 16N3 Vergaser ihren Kraftstoff aus dem Hauptvergasersystem abzweigen. Dadurch beeinflußt die Leerlaufregulierung dieser Typen nur noch den unteren Teillastbereich und nicht mehr wie bei den 16N1-Typen den gesamten Bereich bis zur Vollast.

Hauptvergaser

Der Hauptvergaser dosiert die für den Fahrbetrieb notwendige Menge an Luft durch den Kolbenschieber und die Menge an Kraftstoff durch die Teillastnadel und die Nadeldüse. Durch die konische Spitze der Teillastnadel wird mit zunehmender Anhebung des Gasschiebers ein immer größerer Ringquerschnitt der Nadeldüse freigegeben.

Wird der Gasschieber über 3/4 seines Weges angehoben (Vollast), dosiert nur noch die Hauptdüse die Kraftstoffzufuhr. Durch Veränderung der Aufhänghöhe der Teillastnadel kann eine Veränderung der Gemischzusammensetzung im Teillastbereich erreicht werden.

Vorbereitung zur Vergasereinstellung

Die Seilzüge für Vergaser und Starter sind so einzustellen, daß die Seilhülle etwas 2 mm Luft hat. Vor dem Einstellen des Vergasers ist die Zündkerze (Wärmewert beachten!) auf ordnungsgemäßen Elektrodenabstand (0,4 mm) zu prüfen, der Motor betriebswarm zu fahren und die Simson mit laufendem Motor in waagerechter Stellung aufzubocken.

Das Einstellen des Vergasers ist nur in den ersten zwei Minuten nach Warmfahren möglich. Danach überfettet der Motor. Sollte der Motor dabei stehen bleiben (absterben) oder sehr unrund laufen, wird die Gasschieber-Anschlagschraube (1) so weit hineingedreht, bis der Motor sicher und rund läuft.

Dann wird die Leerlaufluft-Regulierschraube (2) bis auf Anschlag hineingedreht und vorsichtig so lange wieder geöffnet, bis die höchste Drehzahl bei regelmäßigem Motorlauf erreicht ist. Die Leerlaufdrehzahl wird anschließend durch Zurückdrehen der Gasschieber-Anschlagschraube (1) so eingestellt, daß der Motor sicher und rund durchläuft. Die Motordrehzahl liegt dabei in der Regel bei 1200 bis ca. 1600 U/min.

Sollte bei dieser Vergasereinstellung das Übergangsverhalten unbefriedigend sein, kann die Leerlaufluft-Regulierschraube (2) zur leichten Gemischanreicherung wieder um 1/4 bis 1/3 Umdrehungen hineingedreht werden. Ein zu weites Schließen dieser Regulierschraube (2) führt zur Überfettung des Leerlaufgemisches.

Abhängig davon steigt der Kraftstoffverbrauch um 0,2 bis 0,4 Liter auf 100km an, da der Leerlaufvergaser über den gesamten Drehzahlbereich arbeitet.

Detaillierte Schritte zur Einstellung

Dann wird die Umluftschraube (gelber Kreis) ganz hineingedreht und wieder 3 Umdrehungen herausgedreht. Von dieser Grundeinstellung die Leerlaufdrehzahl einregulieren, bis der Motor ruhig und gleichmäßig läuft.

Sollte der Einstellbereich nicht ausreichen, so muß die Leerlaufgemischeinstellung verändert werden. Dazu wird die Plombe auf dem Vergaserflansch (roter Kreis) entfernt. Darunter befindet sich die Leerlaufgemischschraube (LGS). Diese wird nun bis zum Anschlag hineingedreht (Motor geht aus) und wieder drei Umdrehungen herausgedreht. Nun die Umluftschraube (ULS) verstellen, bis ein gleichmäßiger Motorlauf erreicht ist. Die LGS jetzt vorsichtig bis zur größtmöglichen Leerlaufdrehzahl hineindrehen. Von hier aus wieder 1/4 Umdrehung öffnen.

Schwimmerniveau einstellen

Zum Einstellen des Schwimmerniveaus wird der Vergaser ohne Unterteil so auf dem Kopf gehalten, daß die Blechnase am Schwimmer das Nadelventil schließt. Der Federstift im Nadelventil darf dabei nicht eingedrückt werden. Nun wird der Abstand zwischen Schwimmeroberkante und Vergaserdichtfläche gemessen.

Der ermittelte Wert muß 28 mm ± 0,5 mm (27 mm bei den N3 Vergasern) betragen. Wird dieser Wert nicht erreicht, die Blechnase verbiegen bis es stimmt.

Nun wird der Vergaser umgedreht und der Schwimmer losgelassen. Das Maß zwischen Schwimmerunterkante und Vergaserdichtfläche muß sich nun auf 32,5 mm ± 0,5 mm (gleicher Wert für die N3 Vergaser) einpendeln.

Feinabstimmung des Vergasers

Ein Vergaser bietet viele Einstellungsmöglichkeiten. Neben diversen Düsen und Einstellschrauben für zum Beispiel das Standgas, gibt es auch noch einen sogenannten Düsennadel Clip. Diesen kann man in der höhe verstellen und höher beziehungsweise tiefer setzen. So kannst du deinen Vergaser in bestimmten Drehzahlregionen feinabstimmen.

Die Düsennadel (auch Teillastnadel) und der dazugehörige Clip sitzen beide in deinem Vergaser. Baust du den Vergaser aus, musst du nur noch den Deckel mit Gaszug abschrauben und den Schieber entnehmen. Darin sitzt dann die Düsennadel. Diese wird durch den Düsennadel Clip in Position gehalten.

Die Düsennadel hat einen großen Einfluss auf deine Vergaser Abstimmung. Anders als die Hauptdüse, die Hauptsächlich das Gemisch bei Volllast (also Vollgas) bestimmt, ist die Nadel für den Teillastbereich zuständig (beginnend bei etwa 1/4 Gas bis 3/4 Gas).

Der Düsenclip reguliert, wie tief oder hoch diese Nadel hängt. Es sollte also klar sein, dass dies eigentlich schon mehr als eine Feinabstimmung ist und den Rundlauf eures Mofas oder Mopeds stark beeinflussen kann.

Wenn dein Moped sauber läuft, musst du hier nichts umstellen. Hast du allerdings das Problem, dass dein Moped im mittleren Drehzahlbereich schlecht läuft bzw. nicht sauber hochdreht, dann bist du hier genau richtig. Zieht es jedoch gut raus und macht im oberen Drehzahlbereich Probleme, dann solltest du dich eher um die Hauptdüse kümmern.

Fetter und magerer einstellen

Um den Vergaser im Teillastbereich magerer oder fetter einzustellen, muss man den Düsennadel Clip höher oder tiefer setzen. Die Nadeln haben meist 5 oder 3 Stellungen, in die der Clip gesetzt werden kann. Es empfiehlt sich beim Abstimmen, immer nur einen Schritt weiter zu gehen.

Original sitzt der Clip übrigens meist genau in der mittleren Kerbe.

Hast du jetzt deinen Clip fetter oder magerer gestellt, kannst du alles wieder zusammenbauen und zur Probefahrt ansetzen. Anders als bei der Probefahrt zur Hauptdüse, fährt man hier aber nicht einfach Vollgas und testet den Motorlauf in dieser Region, sondern fokussiert sich auf den Teillastbereich. Also alles von 1/4 Gas bis 3/4 Gas. Läuft dein Mofa hier besser, bist du auf dem richtigen weg.

Zusammenfassung der Grundeinstellungen

Bei dem BVF 16N1 Vergaser ist es ganz einfach, du hast eine Schraube, die Schräg nach oben geht und eine die gerade in den Vergaser geht. Warmfahren, die schraube, die gerade ist ganz rein drehen und in 1/4 Umdrehungen langsam rausdrehen, bis der Motor die Höchste Drehzahl erreicht, dann wieder ca. 1/4 bis 1/2 zurück drehen.

Für die Gemichschraube (die Waagerechte) heißt die Werksangabe fürs S51 1-2 Umdrehungen offen, fürs S70 2-3 Umdrehungen. Wie weit genau nun diese offen sein mus, hängt ganz vom Motor ab. die fürs standgas einfach sehr weit rausdrehen.

Mit der Standgasregulierschraube stellt man das Standgas ein - logisch.Die andere soweit einstellen, das der Motor rund läuft und willig Gas annimmt, Dabei innerhalb der Werksvorgabe von 1-2 Umdrehungen raus bleiben. Beim rumdrehen immer mal wieder bei Bedarf das Standgas nachregulieren.

Wichtig: Vergaser werden ausschließlich bei betriebswarmen Motor eingestellt und die Standgasschraube nur reindrehen, wenn man dabei etwas Gas gibt. Die bohrt sich sonst in den Schieber!

Der Schwimmer

Ein richtig eingestellter Schwimmer ist wichtig damit der Motor nicht zu fett oder zu mager läuft. Bei einem zu fett eingestellten Vergaser, kann dieser nicht seine volle Leistung abgeben und setzt dadurch den Auspuff schneller zu, durch die starke Verrußung. Bei einem zu mager eingestellten Vergaser wird der Motor zu heiß und dies kann zu einer Klemmneigung des Kolbens führen. Daher ist es sehr wichtig, dass der der Schwimmer und auch der Vergaser an sich richtig eingestellt ist.

Das Einstellen des Schwimmers erfolgt durch das Verbiegen der beiden Schwimmerkammern und an der hinteren Anschlagnase. Der Abstand zwischen den beiden Schwimmerkammern beträgt 16 + 0,5 mm. Die Schwimmereinbaumaße gelten ohne die Vergaserwannendichtung.

Nach dem Einstellen des Schwimmers sollten Sie die Schwimmerstände kontrollieren, zum Beispiel anhand der „Senfglasmethode“!

Schwimmerstände

Der Geschlossene Zustand vom Schwimmer beträgt 27 + 0,5 mm von der Auflagefläche des Schwimmergehäuses bis zur Schwimmerkante, bei eingedrücktem (bzw. 29 + 0,5 mm bei nicht eingedrücktem) Stift der Schwimmerventilnadel. Dieser wird durch das Verbiegen der Schwimmerkammern eingestellt. Der Offene Zustand des Schwimmers beträgt 32,5 + 0,5 mm von der Auflagefläche des Schwimmergehäuses bis zur Schwimmerkante.

Zusätzliche Hinweise

Die Verwendung von BING-Vergasern in den Schwalbemodellen der /1er Serie ist unzulässig, da der BING-Vergaser zumindest für die /1er Modelle mit dem älteren M53-Motor kein offizielles Ersatzteil war. Dennoch besteht aber die Möglichkeit einer TÜV-Abnahme, wodurch die Nutzung eines BING-Vergasers auch rechtlich in einer /1er Schwalbe zulässig wäre.

Bei Schwalbemodellen der /2er Serie ist die Verwendung eines BING 17/15/1104 rein theoretisch zulässig und möglich. Allerdings wurden /2er Schwalben ab Werk niemals mit einem BING-Vergaser ausgestattet, dafür aber die S51, die mit dem gleichen Motorenmodell ausgestattet ist.

Da ein Motor ohne die richtige Vergaserabstimmung kaum Leistung bringt und auch der eine oder andere schon einen Zylinder durch falsche Einstellung verheizt hat, haben wir hier eine Anleitung zum Abstimmen des Vergasers verfasst.

Funktionsweise des Vergasers

Die Hauptfunktion des Vergasers ist die Zerstäubung des Kraftstoffes und die daraus folgende Vermischung mit der durch den Luftfilter angesaugten Luft. Dies nennt man das "Venturi Prinzip". Durch Drehen am Gasgriff wird der Schieber im Vergaser hoch und herunter bewegt. Man regelt also den Durchlassquerschnitt im Vergaser - mehr Durchlass bedeutet mehr Kraftstoff-Luft-Gemisch, folglich auch mehr Leistung.

Das Kraftstoff-Luft-Gemisch-Verhältnis gibt an, wie viele Teile Kraftstoff zu wie vielen Teilen Luft gemischt werden. Das theoretische optimale Mischungsverhältnis für eine vollkommene Verbrennung des Gemisches ist 1:14,8. Die Mischung ist praktisch jedoch durch Drehzahl-Temperaturschwankungen usw. nicht erreichbar...

Eine Mischung mit einem Verhältnis von 1:13 ist ein fettes Gemisch und besitzt einen großen Anteil an Kraftstoff, eine Mischung mit einem Verhältnis von 1:16 ist ein mageres Gemisch mit geringem Anteil an Kraftstoff in der Luft.

Abstimmung des Vergasers

Wenn das Moped läuft und es abzusterben droht, haltet es mit leichten Gasstößen am Leben und dreht die Standgasschraube im Uhrzeigersinn! Wenn das Standgas zu hoch ist, dreht an der Standgasschraube gegen den Uhrzeigersinn, bis es sich auf rund 1500-2500upm einpendelt.

Die Schrauben erkennt ihr daran, dass sie so gut wie immer mit einer Feder versehen sind und 90° zum Einlass und Auslass des Vergasers stehen. Wartet nun, bis der Motor betriebswarm ist!

Wenn Standgas und Temperatur stimmen, nehmt ihr euch die andere Schraube auf der Vergaserseite vor: die Luftschraube. Sie regelt ebenfalls die Drehzahl im Standgas, einen kleinen Bereich über dem Standgas und auch das Startverhalten!

Lasst euren Motor warmlaufen und dreht dann jeweils eine halbe Umdrehung rein/raus, wartet kurz, bis ihr eine Veränderung im Standgas hört. Ihr müsst nun so lange daran "herumspielen" , bis euer Motor das maximale Standgas erreicht hat. Dann lasst ihr die Schraube in dieser Position und regelt mit der Standgasschraube die Drehzahl wieder auf ein gewünschtes Niveau.

Ein guter Richtwert ist die Schraube ganz reinzudrehen und danach ca. 2,5-3,5 Umdrehungen wieder raus. Wenn ihr dies erledigt habt, kümmert euch um den eigentlichen Verwendungsbereich des Vergasers auf einem Moped - der Vollgasstellung :-).

Bei eurer Testfahrt dreht ihr, sofern der Zylinder bereits eingefahren wurde, richtig auf und achtet darauf, wie der Motor reagiert. Wenn ihr aus niedrigen Drehzahlen voll aufreißt und der Motor sich verschluckt (=Bröööööö), ist das ein deutliches Zeichen für ein zu mageres Gemisch. Scheint jedoch obenherraus der Motor schön zu drehen oder sogar etwas zu fett zu laufen, sollte ihr euch um den Nadelclip kümmern und ihn mal probeweise eine Stufe runter setzen.

Wenn der Motor nach oben hin stark stottert und irgendwann selbstständig abriegelt, sowie nicht die gewünschte Leistung/Drehzahl erzielt, so ist dies ein Zeichen für eine zu große Hauptdüse, also ein zu fettes Gemisch.

Die Hauptdüse

Auf der Unterseite des Vergasers seht ihr dir sogenannte Schwimmerkammer. In ihr befinden sich die Düsen, der Schwimmer und Benzin, das dann durch die Düsen angesaugt wird. Um die Hauptdüse zu wechseln, könnt ihr entweder - falls vorhanden - die Zentralschraube lösen oder ihr müsst den ganzen Deckel entfernen.

Wenn ihr eine Zentralschraube habt, selbstverständlich diese benutzen - spart Zeit, schont Material und vor allem aber eure Nerven ;-). Die zentrale und größte Schraube ist die Hauptdüse. In ihr ist eine Zahl eingeprägt, die Aufschluss über den Durchlass der Düse gibt.

VORSICHT: Bitte beachtet, dass ihr in die richtige Richtung dreht! Bei den Messingschrauben ist dies besonders gefährlich, da sie wesentlich weniger Anzugsdrehmoment als normale Schrauben verkraften. Also bitte vorsichtig und langsam arbeiten!

Falls sich beim Rausdrehen der Düse auch das Mischrohr mitbewegt, einfach ganz rausschrauben und dann in ausgebautem Zustand, mittels einem Schlüssel das Mischrohr festhalten und die Düse herausdrehen.

Kerzenbild kontrollieren

Abschließend solltet ihr noch euer Kerzenbild kontrollieren! Die Elektrode eurer Kerze sollte für eine gute Alltagsbedüsung dunkelbraun sein. Um ein aussagekräftiges Zündkerzenbild zu erzeugen, bitte rund 3-4km DAUERVOLLGAS fahren - Natürlich nicht, wenn ihr in eine Gefahrensituation gelangt ;-) -.

Ihr müsst dabei aber gar nicht voll ausdrehen. Es ist lediglich wichtig, dass der Gashahn voll geöffnet ist. Dann stellt ihr das Moped wieder ab, wartet einige Minuten und schraubt die Zündkerze raus (ACHTUNG: starke Verbrennungsgefahr, Zündkerze ist extrem heiß).

Die Elektrode - also der Teil, der am weitesten in den Zylinder ragt, sollte braun bis dunkelbraun gefärbt sein. Ist er eher hell und weiß, schraubt mal testweise eine zehn Nummern größere Hauptdüse hinein und kontrolliert anschließend noch mal die Zündkerze. Hell bedeutet eine zu heiße Verbrennung und Schäden nach wenigen Kilometern!

Den Nadelclip umhängen

Falls ihr jetzt bemerkt haben solltet, wenn der Gashahn auf rund 3/4 Gas steht, dass das Moped stottert oder es irgendwie länger am Gas bleibt, dann müsst ihr den "Nadelclip" umhängen. Wenn sich der Motor beim Hochdrehen etwas verschluckt, seid ihr hier ebenfalls richtig.

Wenn ihr den Vergaser nicht selbst montiert habt, seht ihr am Anfang der Anleitung wie’s geht ;-). Wenn ihr nun also das Gasseil entfernt, schiebt ihr die Nadel raus. Die Nadel sollte jeder erkennen. Oben auf der Nadel erkennt ihr Rillen. In einer dieser Rillen befindet sich der sogenannte Nadelclip!

Er bestimmt, wie weit die Nadel aus dem Schieber „heraussteht" und ist vor allem für halb bis Dreiviertel-Gas zuständig! Hat euer Moped vorhin bei der Testfahrt in dem genannten Bereich eher gestottert und wollte nicht so richtig vorwärts marschieren, dann ist die Bedüsung wahrscheinlich zu fett. Da wir uns jedoch nicht im Volllastbereich befinden, müssen wir jetzt den Nadelclip umhängen!

ACHTUNG: Auf keinen Fall im Freien arbeiten! Den Clip findet ihr nie wieder, wenn er euch aus der Zange hüpft ;-). Wenn euer Moped also gestottert hat (zu fett war), dann hängen wir nun den Clip eine Stufe weiter rauf. Dadurch hängt die Nadel automatisch etwas weiter unten und "blockiert" den Strom aus der Hauptdüse stärker; dadurch gelangt weniger Benzin in den Luftstrom!

Allgemeine Hinweise

Wenn’s morgens kalt ist, solltet ihr auf jeden Fall den Choke benutzen! Durch die Kälte kondensiert Benzin an den Wänden im Einlasstrakt und wird wieder flüssig. Zum Verbrennen benötigt der Motor jedoch Gas. Sobald der Motor sich etwas aufgeheizt hat, könnt ihr den Choke wieder rausmachen ;-).

Im Winter kommt es manchmal vor, dass die Maschine kurz nach dem Starten abzusterben droht. Gebt dem Motor dann einfach etwas mehr Standgas!

Wenn der Motor von selbst hochdreht bzw. ihr eine unglaublich große Düse benötigt (Dellorto PHBG 21 über 120 und bei Keihin PWK ab ca. 160), zieht der Motor vermutlich "Falschluft". D.h. irgendwo zwischen Zündkerze und Schieber wird Luft in den Ansaugweg gesaugt.

Um die Stelle leichter zu finden, lasst ihr das Moped im Stand laufen und sprüht mit Starthilfespray, Bremsenreiniger oder anderen leicht entzündlichen Sprays den Ansaugweg ab. Dreht das Moped hoch, habt ihr das Loch gefunden - doch Vorsicht: sprüht auf keinen Fall auf den heißen Auspuff! BRANDGEFAHR.

Tabelle: Teillastnadel Kenn-Nr.

Teillastnadel Kenn-Nr.
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