Mopeds der DDR: Modelle und ihre Geschichte

Die DDR war Bikerland! Dank des günstigen Preises und der kurzen Wartezeiten fuhr fast jeder Moped, Motorrad oder Motorroller. Die Motorradfahrer*innen waren in der DDR zahlreich.

Vielleicht auch, weil das Fahren eine besondere Art von Freiheit bedeutete und Jugendlichen ein Stück Unabhängigkeit gab. Sobald man seine "Fleppen" (Fahrerlaubnis) hatte, war man stolz wie Bolle.

Bis heute gibt es viele Fans der alten Maschinen von MZ und Simson. Die Faszination hat sich auch auf die Gen Z übertragen und man sieht noch alte Simson-Motorräder und Schwalben herumfahren.

Um überhaupt motorisiert zu sein, griffen viele DDR-Bürger darum auf ein Motorrad zurück. Jahrelang musste man in der DDR nach der Bestellung eines Autos auf die Zuteilung warten.

Für den Transport größerer Gegenstände wurden die Motorräder dann auch häufig mit einem Anhänger ausgestattet. Die bekanntesten Motorradmarken aus DDR-Herstellung waren Simson, MZ und IWL.

Kleinkrafträder von Simson: Schwalbe, Spatz und mehr

Die Firma Simson aus Suhl (Thüringen) stellte ab 1964 nur noch Kleinkrafträder, also Mopeds und Mofas, her. Von Simson stammt das bekannteste Modell, der Kleinroller Schwalbe.

Weitere Simson-Krafträder trugen ebenfalls Vogelnamen: Star, Spatz, Sperber oder Habicht. 1975 kam die ebenfalls sehr populäre S50 auf den Markt.

Hier ist eine Übersicht über einige Simson Modelle:

Bezeichnung Modell
Schwalbe KR51/1 und KR51/2
Spatz SR4-1
Star SR4-2
Sperber SR4-3
Habicht SR4-4
Simson Mockick S50, S51, S53, S70, S83
Roller SR50 und SR80
Simson Moped SR1, SR2, KR50
Simson Kleinroller KR50
Simson Mofa SL1

Motorräder von MZ: Motorradbau Zschopau

Ab 1962 durften Motorräder nur noch von der Firma MZ hergestellt werden, dem Motorradbau Zschopau. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden in Zschopau bei DKW so viele Motorräder gebaut wie sonst nirgends auf der Welt.

Nachdem die gesamte Produktionsstätte als Reparationsleistung in die Sowjetunion abtransportiert worden war, stand der Motorradbau zunächst still.

1950 wurde die Produktion mit dem Vorkriegsmodell von 1939, RT 125, wieder aufgenommen und bis 1962 fortgeführt. Ab 1956 erhielten alle neuen Modelle den Namen "MZ", so auch die Baureihen ETS und TS. Weite Verbreitung fand dann ab 1985 die MZ ETZ.

Mit MZ-Maschinen gelangen den DDR-Rennsportlern in den 1960er Jahren mehrere Siege in den Sechstagefahrten, einem internationalen Motorradrennen.

Hier eine Übersicht über einige MZ Modelle:

Bezeichnung Modell
MZ ETZ 125, 150, 250, 251, 301
IFA / MZ RT 125/1, 125/2, 125/3
MZ TS 125, 150, 250, 250/1
MZ ES 125, 150, 175, 250, 300
MZ ETS 125, 150, 250

Motorroller von IWL: Pitty, Wiesel und Troll

Das Industriewerk Ludwigsfelde (IWL) in Brandenburg entstand auf einem Grundstück der Daimler Benz Werke, die hier vor und während des Zweiten Weltkrieges Flugzeugmotoren gebaut hatten.

1952 wurden die IWL aufgebaut, 1955 lief der erste Motorroller vom Band. Bis 1962 wurden hier dann die Motorroller Pitty, Wiesel, Berlin und Troll gebaut. Danach wurde die Produktion auf Nutzfahrzeuge umgestellt.

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