Motocross Anhänger Ausbau Ideen

Viele Motocross-Enthusiasten stehen vor der Herausforderung, ihre Motorräder sicher und effizient zu transportieren. Ein gut ausgebauter Anhänger kann hier die ideale Lösung sein. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ideen und Ansätze, wie man einen Standardanhänger in einen praktischen Motorradtransporter verwandeln kann.

Ausgangssituation

Oftmals beginnt es mit einem Standardanhänger. In meinem Fall war es ein Stema Motorradanhänger, der jedoch in die Jahre gekommen ist. Da ich auch sonst ständig einen Hänger von Bekannten leihen musste, entschied ich mich, den alten Stema abzustossen und mir einen neuen Anhänger zu kaufen. Die Wahl fiel auf einen Unsinn Web 24 mit 1,80 Plane, ein Doppelachser mit 2 Tonnen zul. Gesamtgewicht.

Der Hänger lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine ebene Ladefläche ohne Seitenwände verwandeln. Spriegel und Plane sind schnell runter, die Wände schnell ausgehängt. Dann habe ich eine Fläche von 300x175. Ich habe ne Chopper mit breitem Lenker und oftmals kommt da noch ne kleine Harley dazu. Links und rechts im Anhänger habe ich eine Bodenschiene mit jeweils 3 Ösen. Außerdem habe ich mit eine Alurampe (lang genug für die Ladehöhe) gekauft die 320 KG aushält, genug für meine dicke Chopper.

Transport eines einzelnen Motorrads

Wenn ich nun EIN MOTORRAD transportieren möchte wäre der Plan recht einfach: ich stell die Auffahrrampe hinten hin, stelle die eine Wippe in das erste Drittel des Hängers und fahre mit der Chopper in die Wippe. Dann steht sie erstmal und mit guten Spanngurten kann ich sie links und rechts befestigen. Da wäre so viel Platz dass ich nichtmal den Spriegel und die Plane abnehmen müsste, auch müssten nichtmal die Bordwände weg.

Die Frage ist, ob die Wippe am Boden befestigt werden sollte. Würdet ihr die Wippe irgendwie am Boden befestigen?

Transport von zwei Motorrädern

Eine größere Herausforderung ist der Transport von zwei Motorrädern. Ich stelle beide Wippen in den Hänger, die zweite leicht versetzt nach hinten (dass die Lenker sich nicht im Weg sind). Wie soll ich beide Maschinen verzurren? Hat jemand schonmal mittig zwei Bikes aneinander verzurrt und nur links und rechts mit den Bodenösen verbunden?

Ich denke das ist alles zu instabil...sowohl die beiden Wippen sollten mit dem Hänger verschraubt werden als auch brauche ich wohl in der Mitte des Hängers noch weitere Zurrpunkte.

Lösungsmöglichkeiten für die Ladungssicherung

Hier sind einige Ideen zur Optimierung der Ladungssicherung:

  • Airlineschienen: Das schönste wäre wohl sogenannte Airlineschienen... die werden fest mit der Siebdruckplatte verschraubt und somit können die Löcher in der Siebdruckplatte auch nicht mit der Zeit faulen. Ausserdem könnte ich woimmer ich will Ösen in die Airlineschiene machen, wäre also völlig flexibel.
  • Zurrmulden: Es gibt natürlich auch noch Zurrmulden, ähnlich wie die die ich im Seitenprofil habe.
  • Einschraubbares Lochsystem: Vielleicht ein einschraubbares Lochsystem zur Aufnahme von Halterungen und Ösen. In der Mitte enlassen sind dann bündig, abdichtern gegen Wasser und gut is. Alles gut geplant.
  • Hilfsrahmen mit Lochsystem: Ich könnte mir auch einen Hilfsrahmen mit Lochsystem vorstellen, den man nach Demontage der Bordwände mit dem Rahmen des Hängers verschraubt und dann je nach Transport die Halter für 1 oder 2 Bikes aufschraubt oder pro bike längs geteilt, da das Teil wird schon grob auf 50 kg kommen.
  • Zweite Platte: Wie wäre es mit einer zweiten Platte, die so groß bemessen ist, dass sie an der stirnseitigen und den seitlichen, Bordwänden anschlägt uns darauf die Wippen festschrauben - somit ist die Konstruktion gegen verrutschen nach vorne und seitlich gesichert. Braucht man den Hänger für herkömmliche Transporte, nimmt man die Platte einfach ab.
  • Hilfsrahmen mit formschlüssiger Verbindung: Wenn du die originale Bodenplatte vom Anhänger nicht anbohren willst (was ich grundsätzlich verstehen kann) würde ich auch entweder einen Hilfsrahmen oder eine zweite Platte mit dieser Funktion aufsetzen. Den Hilfsrahmen dann mit dem Anhängerrahmen ordentlich (formschlüssig!) verbinden.

Die Entscheidung hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Flexibilität ab, die man sich wünscht. Die haben zwar eine Gegenplatte aber ich frage mich trotzdem ob das nicht einfach so ausreissen wird aus einer 18mm Siebdruckplatte. Ich muss es mir mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen...

Weitere Ausbauideen

Neben der reinen Ladungssicherung gibt es zahlreiche weitere Ideen, um den Anhänger funktionaler zu gestalten:

  • Regale: Ein Regal für Klamotten, Küche, Geschirr, Essen, Kühlboxen, Getränke, Helme, Handschuhe und sonstigen Kleinkram.
  • Beleuchtung: Innenraumbeleuchtung per LED-Leisten und die komplette Elektrik zusätzlich mit nem FI und nem B16 abgesichert.
  • Kompressor: Im Winter wird wahrscheinlich noch n kleiner Kompressor fest verbaut, brauch ma eigentlich nicht unbedingt aber lieber haben und nicht brauchen als brauchen und nicht haben.
  • Schlafplatz: Vorne regal drin und hinten 2 fest verbaute vorderradwippen und schlafplatte.

Beispiele aus der Praxis

Einige Forenmitglieder haben ihre Anhänger bereits erfolgreich umgebaut und teilen ihre Erfahrungen:

  • Ein Nutzer hat einen Planenanhänger (3x1,5m mit 1,8 Innenhöhe) mit einem Regal vorne und zwei fest verbauten Vorderradwippen sowie einer Schlafplatte hinten ausgestattet.
  • Ein anderer Nutzer hat einen Anhänger mit Heizung, Licht, Dachfenster und reichlich Platz für Zelt und Sprit umgebaut.

Gewichtsverteilung

Ein wichtiger Aspekt beim Beladen des Anhängers ist die Gewichtsverteilung. Ich dachte mir den Werkstattwagen nach ganz vorne mitte, aber ob das dann mit der Stützlast passt? Meine Lösung ist auf einer Seite das Bike, dahinter die Montageständer. Auf der anderen Seite vorne die Reifen/Felgen, dahinter zwei Benzinkanister und dahinter die Werkzeugkiste.

Ob ich das Bike zentral stelle oder an auf eine Seite stelle weiss ich nocht nicht. Ich muss das Teil vor mir haben, ich kann mir das immer nur schlecht vorstellen.

Low-Budget-Lösungen

Auch mit einem kleinen Budget lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Ein Nutzer hat einen alten Pferdeanhänger für 350€ erworben und ihn in einen Motorradtransporter umgebaut. Die Polyhaube hatte schon ein leichtes Naturgrün und passte sich wunderbar in die Landschaft ein. Die Reifen waren schon 7 Jahre alt (zu alt für eine 100ter Zulassung). Alles Holz, bis auf die Heckklappe war fertig und musste neu.

Als Bodenbelag wurden Airlineschienen auf den Boden geschraubt. Eine Futterschale werde ich zum Waschbecken umbauen, mit einem 5l Kanister drüber.

Schnellverladesystem

Ein Schnellverladesystem kann den Transport erheblich vereinfachen. Das dauert maximal 30 Sekunden und die Maschine steht bombenfest.

Weitere nützliche Ausstattungsmerkmale

Einige weitere nützliche Ausstattungsmerkmale sind:

  • Dosenhalter am Werkstattwagen
  • Doppel-DIN-Radio
  • Klappbarer Arbeitstisch mit Schraubstock
  • LED-Schiene (geklebt) oben am Deckel
  • Steckdose

Alternativen zum Anhänger

Die Anhängervariante fällt für mich definitiv aus. Ich möchte wendig bleiben und auch mal abseits stehen, ohne mit dem Gespann rumrangieren zu müssen. Heckträger fallen auch aus, die sind zu schwach, bzw. Außer Mopeds, Bett und ein kleines Möbel soll ja nichts rein.

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