Motocross Bekleidung Komplett Set Test: Was Sie Wissen Müssen

Bei der Wahl einer Motocross-Ausrüstung spielen viele Faktoren eine Rolle. Im Folgenden werden wir die wichtigsten Aspekte beleuchten, von der Hose bis zum Helm, und speziell auf die Bedürfnisse von Fahrerinnen eingehen.

Die Motocross Hose: Schutz und Komfort

Die Motocross Hose hat die Aufgabe, vor schweren Verletzungen zu schützen und den nötigen Komfort beim Fahren zu bieten. Weitere bezeichnende Eigenschaften sind die extreme Haltbarkeit und der wasserabweisende Effekt. Im Kniebereich befinden sich meist abriebfeste und hitzebeständige Ledereinsätze, die vor dem Kontakt mit dem Motorrad schützen, das bei Vollbetrieb eine gewaltige Temperatur aufbauen kann.

Eine weitere Eigenschaft ist, dass die Hosenbeine konisch zusammenlaufen, wodurch sie perfekt in die Stiefel passen und Druckstellen vermieden werden. Die Motocross Hose wurde speziell für diesen Bereich entwickelt und darf nie auf Asphalt verwendet werden. Die negativen Eigenschaften sind das Aufsaugen von Wasser und das sich rasche Anpassen an die Außentemperaturen. Dem wird zumeist durch textile Stretcheinsätze und einer wasserabweisenden, temperaturregulierenden Spezialmembran entgegengewirkt.

Praktisch ist, dass es wasserdichte Modelle gibt und ergänzend auch die normale Kleidung darunter getragen werden kann. Auch, wenn helle und dunkle Motocross Hosen in gleichem Maße modisch sind, so ist die Sicherheit Priorität. Weiterhin sollten Sie auf die Qualität der Verarbeitung achten. Für den Komfort sollten Spandex oder Stretcheinsätze Bewegungsfreiheit gewährleisten. Dringend notwendig ist auch die Überprüfung der vorhandenen Belüftungseinrichtungen. Ein anderes Extra ist das zusätzliche Hüftpolster, das teilweise in den Motocross Hosen integriert ist.

10 Bekleidungssets für Frauen im Test

Immer mehr Bekleidungsmarken bieten Kombis, Helme, Handschuhe und Stiefel speziell für die Dame an. Aber wie unterscheiden sich diese Teile vom Standardsortiment für die Herren der Schöpfung? Unsere MOTORRAD-Mädels den Praxistest mit zehn Sets. Jasmin Krause, Tobias Beyl Dina, Sigrun, Iris, Catherine und Aileen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Von der Asphaltqueen bis zur Offroad-Enthusiastin ist alles dabei. Sie testen für uns zehn Outfits von insgesamt 27 Herstellern und nehmen sie auch im Praxistest genauer unter die Lupe. Können die Damenprodukte in den Größen 34 bis 44 wirklich halten, was sie versprechen? Trotz taillierten Schnitts unterscheidet sich manches leider nur im Design vom restlichen Sortiment. Und das kann ziemlich heikel werden.

Denn nur optimal anliegende Motorradbekleidung kann den bestmöglichen Schutz bieten. Besonders stark fällt die fehlende Innovationsfreude bei den Helmen auf. Bis auf den C3 Pro Women von Schuberth wurde kein Helm extra für Damen entwickelt.

Bei den Schuhen sieht es anders aus. Von Boots mit verschiedenen Heels über Stiefeletten bis zu Straßenschuhen ist alles dabei, was Frauenherzen höherschlagen lässt. Und wie sieht es bei den Konfektionsgrößen aus? Da hat jeder Hersteller seine eigenen Richtlinien. Diese unterscheiden sich aber um bis zu zehn Zentimeter im Körperumfang voneinander. Das sind fast vier Kleidergrößen. Frau sollte also immer einen Blick auf die Größentabelle und ihren Figurtyp werfen.

Die kleine Allrounderin

Als Fan von großen Allrounder-Bikes greift Dina (158 cm) gekonnt zu den kurzen Größen. Als ich meine neue Lieblingsjacke, die Lady Style von Segura, nicht nur als „toll, geschmeidig und klasse verarbeitet“ bezeichnet habe, sondern auch ihr Odeur lobend zum Ausdruck brachte, konnten sich die Kollegen ein Lachen kaum verkneifen. Beziehungsweise beide, denn eigentlich handelt es sich um eine Lederjacke mit Protektoren und eine Innenjacke, die zugleich als lässiger Kapuzen-Zipper getragen werden kann. Die französische 38 passt deutschen 36er-Frauen.

Die Jeans von Held fällt eigentlich genau richtig aus - dass sie dennoch zu lang ist, liegt „nur“ an meinen kurzen Beinen. Knieprotektoren sind bereits drin, toll sind die zusätzlichen Taschen an der Hüfte. Sowohl Stiefel, Handschuhe und Helm setzen auf Pink, um die Damenwelt zu begeistern. Shoei lässt es aber bei diesen äußerlichen Änderungen des Unisex-Helms bewenden, während die wasserdichten Handschuhe von Rukka und vor allem das Schuhwerk von Bering ganz eindeutig nur was für Damen sind.

Für den Alltag sind die Stiefel top, auf dem Motorrad kriegen Kurzfüßige allerdings Probleme beim Schalten, weil dann der Absatz stört. Besser ist der Größengewinn bei den Lady Pilot GTX von Daytona gelöst: Dank dicker Korksohle gewinnt man am ganzen Fuß an Höhe, insgesamt zirka sechs Zentimeter.

Mein zweites neues Lieblingsteil ist die Büse-Hose: Die 36 in Kurzform passt bei meinen Einsachtundfünfzig wie angegossen. Dazu durchdacht ausgestattet und hochwertig verarbeitet. Ebenfalls top sind die dreifach raffbaren Ärmel der Ixs-Jacke. Leider vermisse ich diese Möglichkeit an der Taille der sehr luftigen und leichten Sommerjacke.

Die Dainese-Handschuhe sehen sehr sportlich und sicher aus, fallen aber eher klein aus. DL entspricht 7,5 und hat mir gerade so gepasst.

Die kurvige Weltenbummlerin

Großer Busen, runde Hüften, schmale Taille. Tourenfahrerin Sigrun weiß, wie sie ihre Kurven in Szene setzen muss. Die schönste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Kurve. Das wissen nicht nur meine Kollegen aus der MOTORRAD-Testredaktion, sondern auch ich. Deswegen achte ich vor allem auf Passform und Sitz der Protektoren. Die Textilkombi von Difi hat mich bei diesem Test positiv überrascht.

Sie sitzt perfekt, und die Protektoren verrutschen nicht. Obwohl sie eine der günstigsten im Testfeld ist, kann sie qualitativ mit der fast doppelt so teuren Konkurrenz mithalten. Besonders gut gefällt mir die Luftdurchlässigkeit, und in den Taschen kriegt frau locker alles verstaut. Eine tolle Sommerkombi, die mit ihrer Optik noch mal extra punktet.

Schuberth wirbt damit, dass der C2 Pro Women besonders leise sein soll, was ich durch meinen Praxistest aber so nicht bestätigen kann. Auch die Passform unterscheidet sich meiner Meinung nach nicht groß von der Männervariante. Im Vergleich zum S2 fällt er sogar etwas größer aus. Trotzdem ein toller Helm, der sein Geld wert ist.

Die Daytona Evoque GTX sind für Frauen mit sehr schmalen Füßen gemacht, ähnlich wie die Probiker Handschuhe sitzen sie sehr eng. Mit der Winterjacke von Pharao bin ich - dank herausnehmbaren Futters - für alle Jahreszeiten gut gerüstet. Bei mir sitzen die Protektoren auf Anhieb da, wo sie hingehören. Dies können die Kolleginnen mit einem geringeren Brustumfang leider nicht bestätigen.

Ähnlich sieht es bei der Tourenhose von Ixs aus. Sie sitzt auch nach mehreren Stunden Fahrt superbequem, doch eine Frau mit einer schmaleren Hüfte hätte auch hier Probleme. Die Hardtrack-Handschuhe von Held sitzen wie angegossen und geben ein tolles Feedback. Ähnlich sieht es bei den Alice-Stiefeln von Vanucci aus. Die drei Zentimeter hohen Absätze sind beim Fahren super und sorgen an der Ampel für einen festen Stand.

Die sportliche Racerin

Bislang hat Iris auch problemlos zu Lederkombis für Männer gegriffen. Ändert sich das nach diesem Test? "Such dir zwei möglichst unterschiedliche Outfits zusammen!", so lautete der Auftrag. Und jetzt steh ich mit zwei Zweiteilern da. Eigentlich wollte ich ja einen schönen schwarz-pinken Einteiler von Dainese, schön bequem in Größe 38. Blöd nur, dass der gerade mal einer gängigen 32 entspricht.

Aber auch eine italienische 42 hätte bei meinen Proportionen wahrscheinlich nur teilweise gepasst. Stattdessen also Zweiteiler wie der ProSports, bei dem die Protektoren genau richtig sitzen, aber im Schritt und im Becken zwickt es. Ich müsste daher eine Nummer größer nehmen und dann hoffen, dass die Protektoren noch immer passen.

Die Handschuhe von Bering fallen etwas klein aus, können durch ihren Mix aus Leder und Textil aber gerade bei Kälte überzeugen. Vielleicht bin ich ja über Nacht gewachsen, denn auch die ansonsten anständig verarbeiteten Sidi-Stiefel sind zu eng. Also lieber eine Nummer größer kaufen, dann hat man feminin verzierte Stiefel mit gutem Sicherheitsgefühl. Der RPHA 11 von HJC ist übrigens nur vom Dekor her ein Damenhelm. Laut Helmtest in MOTORRAD 9/2016 aber auch im Crashtest ein sehr guter.

Die zweite Lederkombi stammt von Büse und sitzt besser - bis auf den drückenden Kragen. Schulter- und Ellbogenprotektoren sitzen perfekt. Damit der Rückenprotektor noch Platz findet, müsste ich aber eine Nummer größer gehen. Die Held-Handschuhe fallen nochmals etwas enger aus als das Pendant von Bering, sind ansonsten aber sehr bequem.

Eines meiner Highlights waren die Stiefel von Dainese: hochwertige Verarbeitung, tolle Optik, gutes Schutzgefühl. Und das zweite: der Helm von Icon.

Die starke Cruiserin

Catherine betont ihre Figur richtig: ausgeprägte Schulterpartie, voller Busen und eine schmale Hüfte. Privat trage ich auf dem Motorrad oft Männersachen, weil diese bei meiner Figur einfach gut ausschauen. Auf Pink kann ich dagegen gerne verzichten. Viel besser gefällt mir dagegen die Café Racer-Lederjacke, die nur leicht tailliert ist und mit doppelreihigem Reißverschluss nicht nur ein optisches Highlight bietet. Leider sind die Ärmel etwas zu lang, was vor allem beim Fahren auffällt.

Die Lederhose passt dafür wie angegossen. Die Protektoren sitzen da, wo sie hingehören, und sind nicht zu steif. Der hochgezogene Bund ist auch bei etwas mehr Bauch gut geeignet, und der Reißverschluss drückt nicht. Segura hat mich überrascht. Der leichte Lady Carla Damenstiefel gefällt durch die sehr gute Passform und eine tolle Verarbeitung.

Die beiden Handschuhe in meinem Set (Germot, Bering) sind sehr eng geschnitten und eher für Frauen mit zarten Händen gedacht. Bei meinen Kolleginnen saßen sie aber super und hatten einen tollen Griff.

Der Jet-Helm von Takai ist angenehm leicht, gut verarbeitet und dank seiner Farbe „Ruby Red“ ein echter Hingucker. Anders sieht es leider bei dem Pendant von Nolan aus. Er trägt sich deutlich schwerer, und an den Verschluss muss ich mich erst gewöhnen.

Tolles Design, hochwertiges Leder und eine Top-Verarbeitung treffen bei der Held-Jacke Shina aufeinander. Der A-Linien-Schnitt sorgt auch beim Sitzen für eine gute Passform, und die seitlichen Reißverschlüsse bringen noch mehr Bequemlichkeit.

Die Kevlar-Jeans von Bering überzeugt vor allem auf längeren Fahrten durch hohen Tragekomfort. Die doppelreihige Knopfleiste verhindert den Druckpunkt am Bauch. Die Bikerboots von Held sind leider etwas zu steif.

Die große Enduristin

Die große, schlanke Aileen kommt um Langgrößen nicht herum. Dann ist sie aber auch offroad sicher unterwegs. Kein Ledereinteiler auf der Crossmaschine, das ist klar! Auf der Piste trägt man ein Cross-Outfit, und im Bereich der StVO darf es gerne lässig aussehen. Neben meiner Größe spielte bei der Auswahl meines Outfits auch meine Haarfarbe eine Rolle: Pink geht deshalb gar nicht. Stattdessen hab ich mich für ein Set von Fly Racing in Petrol und Gelb entschieden.

Erste Herausforderung: Das Oberteil muss über die Protektorenjacke von Dainese passen. Deren Plastikvorbau fühlt sich zwar zunächst komisch an, stört während der Fahrt aber überhaupt nicht. Sämtliche Protektoren sitzen richtig, und der Gurt am Bauch sorgt für Halt. Und das sauber verarbeitete Jersey fällt locker darüber.

Enger fällt die Hose aus, die dennoch gut sitzt und genau an den richtigen Stellen Leder und Meshmaterial eingearbeitet hat. Und trotz meiner langen Finger passen auch die Handschuhe wie angegossen. Der leichte LS2-Helm setzt das Farbschema perfekt fort.

Bleiben die Stiefel von Fox: Da mir während der Fahrt leider die Zehen eingeschlafen sind, rate ich: Lieber etwas größer kaufen. Denn bis auf diese Kleinigkeit machen sie einen sehr guten Eindruck. Für die Straße darf es gerne ein Hoodie sein, aber nur mit Protektoren und Kevlarverstärkungen. Der schwarze Kapuzenpulli von John Doe bietet all das und ist trotzdem bequem wie eine herkömmliche Jacke.

Leider harmonierte die Difi-Hose überhaupt nicht mit meinen Beinen: Am Oberschenkel zu eng, dafür steht der Bund am Rücken weit ab. Und Protektoren hätte ich definitiv keine in die dafür vorgesehenen Taschen gekriegt. Die Stiefel von Bering verzichten trotz der Bezeichnung Lady dankenswerterweise auf Pink.

Funktionswäsche: Dessous mit Funktion

Der Markt für Damenmotorradbekleidung wächst. Mittlerweile bietet fast jeder Hersteller auch Funktionswäsche speziell für die weiblichen Proportionen an. Mit gut sitzender Funktionswäsche lässt sich der Fahrkomfort gehörig steigern. Sie sollte selbst an warmen Sommertagen zur Pflichtausstattung gehören.

Hier lohnt ein genauer Blick auf die Größentabellen, denn diese unterscheidet sich je nach Hersteller um bis zu vier Konfektionsgrößen. Wie beim Dainese D-Core Dry Suit Lady, der gleich zwei Nummern größer getestet werden musste! Weiteres Manko: weder Reißverschluss noch Knopfleiste im Schritt.

Bei Verarbeitung und Funktion können dagegen alle Sets überzeugen. Besonders von Touratechs gefütterter Primero Polar-Wäsche waren unsere Damen ganz angetan. Sie sitzt, wärmt und bietet genug Platz für weibliche Rundungen. Auch Rukka Mona und Germot F-Lite Megalight überzeugen. Durch den hohen Stretchanteil sind Kleinste sowie Größte im Testfeld gleichermaßen begeistert und sparten sich den Griff zu Kurz- bzw. Langgrößen. Die Touratech Primero Storm unterscheidet sich dagegen kaum von der Männervariante und bietet im Brustbereich eher wenig Stützfunktion.

Form schlägt Farbe: Frauen-Motorradhelme

Gibt es angeblich viele! Aber ein bisschen Pink im Dekor verändert noch lange nicht die Passform. Schuberths C3 Pro Women gehört zu den wenigen Helmen, die auch von der Schalenform speziell für Frauenköpfe konzipiert sind. Auch der Held Scard ist nicht einfach nur ein Herrenhelm mit Female-Dekor: Seine Innenschale basiert auf einem Kinderhelm.

Generell ist die unterschiedliche Passform verschiedener Hersteller aber entscheidender. Deshalb: Wenn ein Helm nicht passt - einfach eine andere Marke ausprobieren.

Nierengurte für Damen

Motorradnierengurte speziell für Damen sind noch eine Seltenheit auf dem Markt. Rühmliche Ausnahme: der Dane Brende, der sich auf den ersten Blick zwar kaum von anderen Nierengurten unterscheidet, doch durch seine zusätzliche Rückenverstärkung und zwei extra Klettverschlüsse sehr variabel ist und sich damit auf verschiedene Hüftbreiten einstellen lässt. Auch das schlichte Design überzeugt. Durch den hohen Neoprenanteil lässt sich kalter (Fahrt-)Wind effektiv aussperren und ein molliges Wärmepolster schaffen.

Hohe Schuhe statt tieferlegen

Bei kurzen Beinen kann ein Motorrad natürlich tiefergelegt werden. Alternativ helfen aber auch schon hohe Schuhe. Bis zu sechs Zentimeter kann frau mit entsprechendem Schuhwerk an Größe gewinnen. Das entscheidet oftmals über Umfallen oder sicheren Stand. Während beispielsweise Vanucci, Difi, Segura und Bering klassisch über Absätze verfügen, bietet Daytona gleich drei Damenstiefel mit zusätzlich erhöhter Innensohle.

Aber vorsicht bei Absätzen: Je nach Weg von Fußraste zum Schalthebel, bleibt frau oft mit dem Absatz an der Raste hängen.

Adventure-Textilkombis im Test

Textilkombis gefallen mit Vielseitigkeit und Tragekomfort. Spezielle Adventure-Kombis müssen aber noch mehr können: Hitze, Kälte, Wasser und auch Dreck dürfen ihnen nichts anhaben. Ein Dutzend Anzüge von rund 500 bis knapp 1.000 Euro im Test.

Gehören Nässe- und Kälteschutz noch zu den einfacheren Disziplinen einer Adventure-Textilkombi, müssen die Anzüge auch exzellente Belüftung bieten. Möglichst auch bei wenig Fahrtwind, denn Geländeabenteuer sind schweißtreibend. Dadurch fehlt manchen Anzügen auch ein integriertes Thermofutter. Ein Umstand, den wir aufgrund der unterschiedlichen und gleichermaßen gültigen Philosophien der Hersteller nicht bewerten wollen.

Denn entweder können universelle Zwischenschichten genutzt werden oder die Hersteller bieten die Einsätze separat an. Wer abseits der Straße unterwegs ist, freut sich außerdem über viele Taschen. Weitere nette Details sind Verstärkungen an den Waden, die vor allem für das Stehendfahren gedacht sind. Über manche Kleinigkeiten freuen sich Reisende aber auch im Alltag: Hosenträger, Kapuzen, abtrennbare Sturmkrägen, einfach bedienbare Magnetverschlüsse.

Trotz Preislimits von 1.000 Euro pro Set verdienen sich viele Anzüge eine Empfehlung und distanzieren sich durch Ausstattung und Materialqualität deutlich von der Einsteigerklasse und klassischen Touren-Textilklamotten. Je nach Testmuster bleiben da nur wenig Wünsche offen.

Beispiele für Adventure-Textilkombis im Test

Im Folgenden eine Auswahl von Adventure-Textilkombis, die im Test berücksichtigt wurden:

  • Alpinestars Andes Pro Drystar
  • Bering Bronco
  • Büse Porto
  • Difi Sierra Nevada Edt Aerotex
  • FLM Reise Textil 2.0
  • Germot Allround
  • Held Hakuna II/Matata II
  • iXS Adventure GTX
  • Macna Equator/Fulcrum
  • Modeka Talismen
  • Rev’it Offtrack

Hier eine Tabelle mit einigen Details zu den genannten Kombis:

Marke Modell Jackenpreis (ca.) Hosenpreis (ca.) Membran Thermofutter
Alpinestars Andes Pro Drystar 499,95 € 199,95 € Drystar (fest) Inklusive
Bering Bronco 379,90 € 289,90 € BW2 Tech 500 (herausnehmbar) Inklusive
Büse Porto 549,95 € 399,95 € Sympatex (in Außenhose und -jacke) Inklusive (nur Jacke)
Difi Sierra Nevada Edt Aerotex 349,95 € 249,95 € Aerotex (herausnehmbar) Inklusive
FLM Reise Textil 2.0 399,99 € 299,99 € Keine Angabe (herausnehmbar) Inklusive
Germot Allround 269,90 € 199,90 € Humax (herausnehmbar) Ohne
Held Hakuna II/Matata II 399,95 € 329,95 € Keine Angabe (herausnehmbar) Ohne, separat bestellbar
iXS Adventure GTX 599,95 € 399,95 € Gore-Tex (herausnehmbar) Ohne
Macna Equator/Fulcrum 329,95 € 239,95 € Raintex (herausnehmbar) Inklusive
Modeka Talisman 459,90 € 399,90 € Sympatex (herausnehmbar) Inklusive
Rev´it Offtrack 369,99 € 279,99 € Hydratex (herausnehmbar) Inklusive

So testet MOTORRAD

Über rund vier Wochen wurden die Anzüge begutachtet, gefahren, auseinander- und wieder zusammengebaut. Vor den ersten Fahrtests wurden alle Anzüge bereits mehrfach Probe getragen und die beste Passform der zugeschickten Testmuster ausgewählt. Dabei wurde außerdem die Protektorenausstattung erfasst, zum Teil waren unsere Kombis bereits mit aufpreispflichtigen Nachrüstprotektoren ausgestattet.

Am Col de l’Espigoulier wurden insbesondere der Wetterschutz, die Bewegungsfreiheit, aber auch die Belüftung ohne Membran und Thermofutter getestet. Auch wenn wir den Praxistest gerne auf einer Fernreise eingefahren hätten, die meisten Erkenntnisse gewannen wir während einer Testwoche in Südfrankreich. Als großer Vorteil erwies sich das wechselhafte Wetter Ende Februar, das Temperaturen zwischen acht und 20 Grad sowie Graupelschauer, aber auch viel Sonnenschein bereithielt.

Wie beweglich und praktisch die Anzüge konstruiert wurden, zeigte sich auch während anderer Testfahrten, bei denen die Kombis nicht im Vordergrund standen. Dazu passend sammelten unsere Dauertestmotorräder Yamaha Ténéré 700 und Moto Guzzi V85 TT viele Kilometer.

Da nicht alle Anzüge in den Genuss eines Regentages kamen, musste ein standardisierter Nässetest in der MOTORRAD-Tiefgarage nachgeholt werden. Alle subjektiven Faktoren wurden von zwei Testfahrern anhand zuvor festgelegter Protokollkriterien bewertet, zum Teil noch ergänzt durch Eindrücke anderer Redakteure. Ein Blick auf die Wertungstabelle zeigt (siehe PDF zum Download oben oder MOTORRAD Ausgabe 8/2020), welche Kriterien dafür erarbeitet und gewichtet wurden.

Auch wenn wir keine Aussagen über die langfristigen Qualitäten der Anzüge treffen können, so reichte diese Zeit bereits aus, um Schwachstellen wie lose Nähte, abfallende Knöpfe oder widerspenstige Reißverschlüsse zu monieren.

Abschließend wurde eine Auswahl der verbauten Protektoren auf dem Sas-Tec-Fallprüfstand in Markgröningen getestet. Alle hielten die Grenzwerte ein, teilweise unterboten sie sogar die für ihre Zertifizierung (Level 1 oder 2) geforderten Zahlen deutlich. Kritik gebührt dagegen den vielerorts verbauten Platzhaltern aus Schaumstoff.

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