Campingbusse sind aufgrund ihrer kompakten Maße als Basis für Campingbusse extrem beliebt. Große Hecktüren, ausreichend Stehhöhe und viel Staufläche im Fond prädestinieren Campingbusse geradezu für die Motorrad-Mitnahme. In der Freizeitbranche sind sie aufgrund ihrer kompakten Maße als Basis für Campingbusse extrem beliebt. MOTORRAD stellt acht für den Motorrad-Transport optimierte Camper vor.
Grundlagen für den Motocross-Bus Ausbau
Kastenwagen sind im Grunde ihres Wesens Transportesel. Gerade die zwei großen, komplett wegschwenkbaren Hecktüren an Fiat Ducato, Sprinter & Co. erleichtern das Be- und Entladen, vor allem, wenn auch ein Motorrad mit an Bord soll. Die Betonung liegt auf "ein", denn zwei Motorräder passen nur selten in den Laderaum. Doch damit der Transport vom geliebten motorisierten Zweirad gelingt, sollte die Ladung entsprechend gesichert sein.
Die Herausforderung: Platz für zwei Motorräder und mehr
Einige Nutzer haben bereits Erfahrungen mit dem Transport von Motorrädern gesammelt und suchen nach optimalen Lösungen für den Ausbau ihres Busses. Die Herausforderung besteht darin, genügend Platz für zwei Motorräder, einen Schlafplatz und eventuell eine Werkbank zu schaffen. Dabei spielen Aspekte wie Gewicht, Geruchsentwicklung und die Einhaltung von Vorschriften eine wichtige Rolle.
Beispiele für Motocross-Bus Ausbauten
MOTORRAD hat sich zusammen mit den Kollegen von promobil auf dem Markt umgeschaut und acht Campingbus-Hersteller aufgespürt, die ab Werk spezielle Lösungen zum Motorradtransport anbieten.
Citroën Biker Solution
Citroën ist in der Freizeitbranche primär als Basisfahrzeug-Hersteller bekannt. Seit 2018 bietet der Nutzfahrzeughersteller zusammen mit der Firma Flexebu exklusive Kastenwagen-Ausbauten, die auf den Motorradtransport ausgerichtet sind. Insgesamt umfasst das Angebot des Herstellers zwei Versionen: Classic und Multi.
Die Biker Solution von Citroën ist komplett mit dem patentierten Schienen-Clip-System aus Edelstahl von Flexebu ausgestattet. Das bedeutet, dass der Innenausbau mit wenigen Handgriffen demontiert werden kann und der Campingbus wieder zum leeren Transport-Kastenwagen wird. Mit Ausbau befindet sich in dem Campingbus neben einer kompakten Küche mit Kühlschrank eine hoher Stauschrank sowie ein Hecksofa in Längsrichtung, das abends und nachdem das Motorrad ausgeladen wurde, zum großen Doppelbett über die gesamte Fahrzeugbreite wird.
Während die Classic-Variante mit zwei festen Transportschiene samt elektrischer Seilwinde fürs Motorrad ausgestattet ist, kommt die Multi-Version mit einem Schienensystem von Schnierle und einer breiteren Auffahrrampe, mit Hilfe derer beispielweise auch Quads transportiert werden können. Außerdem gibt es für die Rampen ein vorgesehenes Verstaufach unter der Sitzbank.
Infos und Preise zum Citroën Biker Solution:
- Basisfahrzeug: Citroën Jumper mit 165 PS
- Maße L/B/H: 5,99/2,05/2,52 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg
- Bettenmaß Heck: 2,04 x 1,86 Meter
- Schlafplätze: 2
- Grundpreis: ab 51.100 Euro (plus Steuern)
Dipa Biker
Das Biker-Modell von Dipa auf VW Crafter bietet eine große Heckgarage für das Motorrad.
Bereits seit 30 Jahren verwandelt die Firma Dipa VW-Fahrzeuge in Campingmobile. Neben klassischen Bulli-Ausbauten auf VW T-Modellen, bietet der Hersteller mit seiner sogenannten Bussard-Baureihe auch Fahrzeuge in Kastenwagengröße auf dem VW Crafter. Neben der festen Modellpalette geht der Hersteller auf etwaige Individualwünsche bei den Ausbauten ein.
Der Dipa Biker hat im Heck ein hochsitzendes Doppelbett, worunter die Transportgarage Platz hat. Die Fahrzeugmitte besteht aus einer kompakten Küche mit hochgesetztem Kühlschrank und einem gegenüberliegendem hohen Stauschrank. Anstelle einer klassischen Sitzgruppe bietet der Dipa Biker eine Längssitzbank mit schwenkbarem Tisch am vorderen Ende. Auf diese Weise ist der Tisch nutzbar, wenn man auf den umgedrehten Pilotensitze sitzt.
Sind die beiden Hecktüren offen, lässt sich eine breite, fest installierte Auffahrrampe herunterklappen. Darüber gelangt das Motorrad in die Garage. Im Heck wird das Bike in einer Vorderradhalterung und an Verzurrösen gesichert. Damit das Beladen leichter fällt und die Kopfstoßgefahr minimiert wird, lässt sich das Heckbett via Gasdruckfedern hochdrücken und kann unter der Decke gehalten werden. Zur Versorgung des Motorrads gibt es auf der rechten Fahrzeugseite zusätzlich Platz für Motorradzubehör wie beispielsweise Kanister.
Infos und Preise zum Dipa Biker:
- Basisfahrzeug: VW Crafter mit 102 PS
- Maße L/B/H: 5,99-6,84/2,04/2,59 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg
- Bettenmaß Heck: k.A.
- Schlafplätze: 2
- Grundpreis: ab 70.000 Euro
Flexebu Sport & Fun
Wer sich keinen Citroën anschaffen möchte, aber generell von der Ausbauidee des Biker Solution überzeugt ist, der findet bei der Firma Flexebu auch verschiedenste Motorradtransport-Campingbusse auf anderen Basisfahrzeugen. Von Citroën, Fiat, Mercedes-Benz, MAN bis hin zu Iveco Daily oder Ford Transit. Die Ausbauten hat der Hersteller für eine Vielzahl an Nutzfahrzeugen optimiert, ebenso in Hochdachkombi-Größe à la Nissan NV 200.
Neben Individualanfertigungen, die Kunden jederzeit bei Flexebu anfragen können, bietet der Ausbauer 9 Varianten bei den Grundrissen. Von dem Sport & Fun-Model gibt es drei Ausbauten, die auf den Motorradtransport ausgerichtet sind. Alle haben gemeinsam, dass sich im Heck die Transportgarage für das Bike befindet, vorne sind Küchenzeile und Stauschrank zu finden. Die Motorrad-Modelle unterscheiden sich in der Möbelgestaltung im Heck. Interessenten haben die Wahl zwischen einem festen Hochbett über der Garage, einem verstellbaren Hubbett oder einer umbaubaren Hecksitzbank in Längsrichtung. Der komplette Möbelbau bei Flexebu ist in kurzer Zeit ein- und ausbaubar. Die Möbelkorpusse werden dabei in einem fest an der Karosserie angebrachten Edelstahlschiene eingehängt und mit Clipverschluss gesichert. So kann der Camper beim nächsten Umzug auch als Transporter genutzt werden.
Für vier verschiedene Radstände hat der Hersteller seine Innenausbauten auf den Motorrad- oder Gerätetransport samt Campingmöglichkeit optimiert. Individuelle Anforderungen setzt der Ausbauer ebenso um. Als Auffahrhilfe fürs Bike bietet Flexebu zwei Varianten. Das Metallschienensystem mit Seilwinde - wie es beim Biker Solution zu finden ist - und eine einfache Holzrampe, die während der Fahrt im Boden verschwindet. Zur Ladungssicherung bietet Flexebu mehrere Verzurrösen.
Infos und Preise zum Flexebu Sport & Fun:
- Basisfahrzeug: Citroën, Fiat, Ford, MAN, Mercedes, VW, Nissan, Peugeot, uvm.
- Maße L: Transporter und Kastenwagen zwischen 5- 7 Metern
- Bettenmaß Heck: k.A.
- Schlafplätze: 2-3
- Grundpreis: auf Anfrage
Ka-Mobile MotoCamper
Es gibt insgesamt 3 verschiedene Varianten des Ka-Mobil Motocampers. Ein kleiner Ausbauer, der sich ebenso dem Motorradtransport gewidmet hat, ist Ka-Mobile mit seinem MotoCamper. Neben dem Motorrad-Campingbus auf Fiat Ducato bietet der Hersteller Individualausbauten für Campingbusse, Verladesysteme für Transporter sowie verschiedenes Campingzubehör.
Insgesamt gibt es drei Längen des MotoCampers samt verschiedener Grundrisse. Im Heck bieten die Busse entweder ein Quer- oder Längsbett, im vorderen Fahrzeugbereich eine klassische Dinette. Mit zur Ausstattung seiner Motorradtransport-Modelle zählen Verzurrschienen zur Ladungssicherung. Außerdem ist beim Ausbauer optionales Zubehör erhältlich wie Airlinebeschläge, Zurrschienen, Sicherungsnetze oder Auffahrrampen.
Infos und Preise vom Ka-Mobile MotoCamper:
- Basisfahrzeug: Fiat Ducato mit 130 PS
- Maße L/B/H: 5,99-6,36/2,05/2,56 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Schlafplätze: 2
- Bettenmaß Heck: 1,92 x 1,40 Meter
- Grundpreis: ab 55.000 Euro
Köhler Sunvan S10
Der Fokus von Köhler Wohnmobile liegt auf dem Ausbau von VW T-Modellen. Alle Modelle tragen die Bezeichnung Sunvan. Neben einer Reihe unterschiedlichster Bulliausbauten bietet der Hersteller ebenso Campingbusse auf Mercedes-Benz V-Klasse und Vito an. Der gezeigte Sunvan S10 ist von Köhler der erste Campingbus in Kastenwagengröße mit Nasszelle.
Bei einer Gesamtlänge von 6 Metern schafft Köhler Wohnmobile mit dem Sunvan S10 einen Längsbetten-Grundriss mit einem Heckbett mit 1,37 Meter x 1,96 Meter unterzubringen. Das Besondere ist dabei, dass das Basisfahrzeug ein Mercedes-Benz Sprinter ist. Dies gelingt, indem der Ausbauer in der Basisausführung vorne eine kompakte Sitzgruppe mit nur 3 Sitzplätzen schafft, Bad und Küche sind ebenso auf das Nötigste reduziert.
Auf den Freizeitmessen präsentiert Köhler Wohnmobile den Sunvan S10 meist mit einer Motorradschiene unter dem Heckbett. Interessenten können ab Werk einen Motorradeinzug für eine Honda Dax für 1.390 Euro extra bestellen. Wem die Heckstauraumhöhe von 89 Zentimetern bei gebautem Bett nicht reicht, kann das Bett hochklappen oder für 2.100 Euro einen Motorradträger der Firma Fiedler bei Köhler direkt mitordern, mit dem das Bike außen transportiert wird.
Infos und Preise vom Köhler Sunvan S10:
- Basisfahrzeug: Mercedes-Benz Sprinter mit 163 PS
- Maße L/B/H: 5,93/2,17/2,67 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Schlafplätze: 2
- Bettenmaß Heck: 1,96 x 1,37 Meter
- Grundpreis: ab 79.990 Euro
Motorrad-Camper
Ganz neu am Markt ist die Marke Motorrad-Camper. Aus Hildesheim stammt die Firma Motorrad-Camper, die sich - wie der Name schon sagt - auf Campingbusse mit Motorradtransport spezialisiert hat. Neben zwei Motorrädern ist alternativ der Transport von Quads mit ihrem System möglich. Als Basisfahrzeug dient der Fiat Ducato.
Wer einen klassischen Dinettengrundriss im Motorrad-Camper sucht, wird diesen nicht finden. Der Möbelbau im 6 Meter langen Campingbus ist so, dass die kompakte Küche quer hinter dem Fahrerhaus sitzt. Das Heck bietet Sitzbänke, die zum Schlafen zum Bett mit 2,00 x 1,80 Meter umgebaut werden. Neben der 6-Meter-Version ist der Campingbus auch als mit 6,36 Meter verfügbar und bietet dann sogar eine kompakte Naßzelle mit Dusche.
Der Motorrad-Camper wartet mit drei Airlineschienen im Boden auf, an denen das Motorrad gesichert werden kann. Darüber hinaus ist in dem Campingfahrzeug eine feste Transportschiene mit einer Vorderrradhalterung vorhanden und ein elektrischen Seilzug zur bequemen Beladung.
Infos und Preise vom Motorrad-Camper:
- Basisfahrzeug: Fiat Ducato mit 120 PS
- Maße L/B/H: 5,99-6,36/2,05/2,52 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3.500 kg
- Schlafplätze: 2
- Bettenmaß Heck: 2,00 x 1,80 Meter
- Grundpreis: ab 47.000 Euro
Schwabenmobil Florida Multitalent
Die Firma Schwabenmobil und die Schwesternmarke HRZ haben sich auf den Ausbau von VW Crafter und Mercedes-Benz Sprinter spezialisiert. Der Fokus von Schwabenmobil liegt dabei auf Crafter-Modellen.
Der Grundriss des Florida Multitalent ist ungewöhnlich für einen 6-Meter-Bus. Direkt hinter dem Fahrerhaus sitzt auf der gesamten Fahrzeugbreite ein abgeschlossenes Badezimmer mit Banktoilette. Auf der Fahrerseite folgt darauf eine kompakte Küchenzeile. Mittelpunkt des Ausbaus bildet die großzügige Hecksitzgruppe mit mittigem Tisch, die sich zum Schlafplatz für zwei umbauen lässt.
Damit das motorisierte Bike Platz im VW Crafter findet, lässt sich die rechte Sitzbank zur Seite klappen. Dadurch ergibt sich Platz zum Transportieren eines Motorrads. Gesichert wird die Ladung über Schienen im Fahrzeugboden.
Infos und Preise vom Schwabenmobil Florida Multitalent:
- Basisfahrzeug: VW Crafter mit 102 PS
- Maße L/B/H: 5,99/2,04/2,75 Meter
- Zulässiges Gesamtgewicht: 3.300 kg
- Schlafplätze: 2
- Bettenmaß Heck: 2 x 1,90/2,00 x 0,70 Meter
- Grundpreis: ab 68.800 Euro
Weinsberg Carabus/Caratour 630 MEG Outlaw
Bei den Caravans der Marke Knaus gibt es zwei Wohnwagen, die man mit Motorradtransportmöglichkeit ab Werk bestellen kann. Ganz frisch zur Saison 2020 zieht nun auch Schwesternmarke Weinsberg nach und bietet mit dem Outlaw den ersten Campingbus zum Motorrad transportieren.
Innen entspricht der Weinsberg Outlaw einem klassischen Campingbus-Grundriss: Heckbett in Längsrichtung, Küche mit gegenüberliegendem Bad und eine Sitzecke im vorderen Busbereich. Das Besondere an diesem Ausbau ist eine abgedichtete Garage, die den Innenraum vor störendem Benzingeruch schützt. Das Heckbett, das aufgrund des Heckstauraums relativ hoch sitzt und nur über eine Leiter erreichbar ist, bietet immerhin Kopffreiheit von 59 Zentimetern.
Die Heckgarage unter dem großzügigen Doppelbett ist 1,48 Meter hoch, die Laderaumbreite zwischen den Radkästen beträgt 1,39 Meter. Die maximale Ladetiefe beträgt dabei 2,29 Meter. Eine Auflastung auf maximal 4 Tonnen ist verfügbar. Für 670 Euro bietet Weinsberg das Bike-Pack.
Minimalistischer Ausbau: Tipps und Tricks
Einige Nutzer suchen nach einem minimalistischen Ausbau, um im Bus übernachten zu können und Regale unterzubringen. Hier sind einige Tipps:
- Klappbare Betten: Ein klappbares Bett spart Platz und ermöglicht es, den Raum flexibel zu nutzen.
- Regale: Regale bieten Stauraum für Werkzeug und Zubehör.
- Gummimatte: Eine Gummimatte schützt den Boden und lässt sich leicht reinigen.
- Trennwand: Eine Trennwand kann helfen, den Wohnbereich vom Laderaum zu trennen und Benzingeruch zu reduzieren.
Es ist wichtig, das Gewicht des Ausbaus im Auge zu behalten, um das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten. Auch die Geruchsentwicklung sollte berücksichtigt werden, um den Komfort im Bus zu gewährleisten.
Weitere Ideen und Anregungen
- Heckgarage: Eine abgetrennte Heckgarage bietet Platz für Motorräder und Werkzeug.
- Auffahrrampe: Eine Auffahrrampe erleichtert das Verladen der Motorräder.
- Verzurrösen: Verzurrösen sorgen für eine sichere Ladungssicherung.
- Werkbank: Eine klappbare Werkbank bietet Platz zum Schrauben.
Es gibt viele Möglichkeiten, einen Motocross-Bus auszubauen. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen zu berücksichtigen und eine Lösung zu finden, die sowohl funktional als auch komfortabel ist.
Gewicht beachten
Bevor man mit dem Ausbau beginnt, sollte man das Gewicht genau berechnen. Leichter Ausbau, Wasser, Abwasser, Gas, Batterien, 2. Person, Verpflegung - schon ist man leicht drüber - dann noch 2 Crosser? Bevor Du investierst - rechne lieber, bevor der TÜV das tut. Ich liege exakt bei 3500, das zugedrückte Auge des TÜV-Engels nicht mitgerechnet.
Basisfahrzeuge für den Camper-Ausbau
Hier eine Tabelle mit Basisfahrzeugen für den Camper-Ausbau:
| Basisfahrzeug | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| VW T-Modelle | Kompakt, wendig | Weniger Platz |
| Fiat Ducato | Viel Platz, gute Verfügbarkeit | Breiter als andere Modelle |
| Mercedes-Benz Sprinter | Solide Technik, gute Ersatzteilverfügbarkeit | Teurer |
| VW Crafter | Solide Technik, gute Ersatzteilverfügbarkeit | Teurer |
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