Wer sein Auto schon einmal von Stahlrädern auf schicke Alufelgen umgerüstet hat, der weiß, dass Felgen das Erscheinungsbild eines Autos komplett verändern können. Doch selbst bei guter Pflege leiden sowohl Stahl- als auch Alufelgen im Alltag: Bremsstaub, Straßendreck, Streusalz und auch Kantsteine können Alufelgen ziemlich zusetzen. Doch was ist denn, wenn die Felgen nicht mehr schön sind? Entweder kann man sich dann einen neuen Satz kaufen - das ist natürlich ziemlich teuer - oder seine Felgen einfach neu lackieren.
Anstatt neue Felgen zu kaufen, kann man alte Felgen auch einfach neu lackieren. AUTO BILD verrät, was eine Profi-Lackierung kostet, welche Alternativen es gibt und wie man Felgen einfach selbst lackieren kann.
Felgen selbst lackieren: So wird's gemacht
Wer seine Alu- oder Stahlfelgen selbst lackieren möchte, sollte vor allem über zwei Dinge verfügen: Ein paar Stunden Zeit und Geduld. Die Felgen wieder aufzuhübschen ist zwar nicht ganz so aufwendig wie die Lackierung von Karosserieteilen, aber auch hier sind mehrere Reinigungs-, Schleif- und Lackierungsvorgänge nötig.
Das Wichtigste zu Beginn ist eine gründliche Reinigung: Die Felge muss sauber, fett- und staubfrei sein, bevor sie lackiert werden kann. Dazu eignet sich für die groben Verschmutzungen vor allem Felgenreiniger, der Bremsstaub effektiv löst. Wichtig: Auch die Innenseite der Felge säubern. Für hartnäckigen Schmutz kann Reinigungsknete genutzt werden. Bei Stahlfelgen darauf achten, dass zuvor auch Rost gründlich entfernt wird. Wird der Rost nicht entfernt, wird die Freude über den neuen, schönen Lack nur von kurzer Dauer sein, bevor der Rost wieder blüht.
Wer sich das Lackieren leichter machen möchte, entfernt den Reifen von der Felge. Ansonsten kann er auch sorgfältig abgeklebt oder -gedeckt werden (z.B. mit Kärtchen, die zwischen Felge und Reifen geklemmt werden). Das ist ein ziemlich wichtiger Schritt, denn die Lösungsmittel in den Lacken können den Reifen angreifen. Alles, was nicht lackiert werden soll, wird abgeklebt. Auch das Innere der Felge. Wer ausgefranste Ränder vermeiden will, klebt die Ränder des Kreppbands zusätzlich mit Isolierband ab. Tipp: Auf einem Felgenbaum ist die Felge gut von allen Seiten zugänglich.
Auch die Umgebung sollte gut abgedeckt werden, denn der Sprühnebel ist meist nur schwer zu entfernen. Außerdem: Unbedingt auf die richtige Kleidung achten, am besten einen Schutzanzug tragen - vor allem aber eine Atemschutzmaske, denn Grundierungen und Lacke sind sehr gesundheitsschädlich!
Ausrüstung:
- Schleifpapier in verschiedenen Körnungen
- Silikonentferner
- Grundierung
- Farbiger Felgenlack
- Klarlack
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Kratzer und leichte Schäden mit grobem Schleifpapier (200er-240er) abschleifen.
- Die ganze Felge mit 400er/600er-Schleifpapier nass aufrauen. Sorgfältig arbeiten und jede Stelle schleifen, ansonsten hält der Lack nicht richtig.
- Felge trocknen und mit Silikonentferner gründlich reinigen. Anschließend nochmal mit Staubbindetuch abwischen.
- Grundierung in ausladenden, horizontalen Bewegungen aufsprühen. Währenddessen langsam um die Felge herumgehen, damit die Grundierung gleichmäßig aufgetragen wird.
- Trocknungszeit der Grundierung abwarten. Danach Felge erneut nass abschleifen, trocknen und gründlich reinigen (Silikonentferner, Staubbindetuch).
- Felgenlack in der gleichen Weise auftragen wie die Grundierung. Mit einer dünnen Schicht beginnen, kurz trocknen lassen und ein bis zwei weitere Schichten auftragen, bis die Farbe gleichmäßig aussieht. Achtung: Weniger ist mehr, wird zu viel Lack aufgesprüht, können sich Tränen bilden. Ein weiterer Tipp: Nie mit dem Sprühen aufhören, wenn der Farbnebel direkt auf die Felge gerichtet ist - das gibt unschöne Farbkleckse.
- Wenn der Farblack trocken ist, die Felge mit Staubbindetuch abwischen und den Klarlack auftragen. Orangenhaut lässt sich durch Schleifpapier mit 1000er oder 2000er Körnung vorsichtig nass wegschleifen, anschließen sollte poliert werden. Doch Vorsicht: Wird durch den Decklack hindurch geschliffen, muss wieder bei Schritt 1 begonnen werden.
Tipps zum Felgen lackieren
- Weist die Felge tiefere Kratzer oder Schäden auf, kommt man um den Besuch beim Profi nicht herum. Die Instandsetzung von Felgen ist nur zertifizierten Fachbetrieben erlaubt. Doch auch hier gibt es Grenzen. Reicht ein Schaden tiefer als zwei Millimeter, dürfen die Felgen nicht mehr repariert werden. Sie wären dann nicht mehr für den Verkehr zugelassen.
- Wer auf die Profi-Lackierung nicht verzichten möchte, aber trotzdem sparen will, kann mit dem Betrieb vereinbaren, die Vorarbeit selbst zu übernehmen (Demontage, Altlack abschleifen). So lässt sich der Preis manchmal sogar um die Hälfte reduzieren.
Alternativen zur klassischen Lackierung
Alternativ können die Felgen auch foliert werden. Zum Selbermachen eignet sich dabei die Sprühfolie. Sie wird in ähnlicher Weise wie der Farblack aufgebracht, hat allerdings den Vorteil, dass sie sich nach ca. 48 Stunden Trocknungszeit einfach wieder abziehen lässt.
In der professionellen Felgeninstandsetzung hat sich in den letzten Jahren die Pulverbeschichtung als Alternative zum Nasslackieren durchgesetzt. Dabei werden die Felgen zunächst von alten Lackresten, Schmutz und Rost befreit. Anschließend werden sie sandgestrahlt. Zur Beschichtung wird ein spezieller Pulverlack auf die Felge gesprüht. Ist der Lack aufgebracht, kommen die Felgen in einen 180-200 Grad heißen Ofen. Dadurch schmilzt das Pulver und verbindet sich zu einer festen Schicht.
Diese Methode hat den Vorteil, dass der Lack kratzfester ist, als bei einer "normalen" Lackierung. Dafür birgt sie die Gefahr, dass es auf der Oberfläche zu leichten Unebenheiten kommt (sog. Orangenhaut). Die Kosten dafür liegen ähnlich wie die einer klassischen Lackierung beim Profi.
Lackieren von Chromfelgen
Die Krux bei Chromfelgen: Es handelt sich dabei um Alufelgen, die lediglich mit einer Schicht Chrom überzogen - also verchromt - sind. Sind die Felgen zerkratzt, lässt sich das Erscheinungsbild nicht mit ein paar Schleif- und Poliervorgängen selbst wiederherstellen.
Zwar gibt es spezielle Chromlacke, die einer echten Verchromung sehr ähnlich sehen sollen, doch sie sind meist nicht besonders haltbar. Außerdem sollten Chromfelgen wenn überhaupt nur vom Profi lackiert werden. Um die besonders glatte Chromschicht aufzurauen, kann der Einsatz von Säure notwendig sein, da sollte der Fachmann ran. Und ob sich das Ergebnis danach sehen lassen kann, ist auch offen.
Wie neu werden die Felgen hingegen, wenn sie ganz neu verchromt werden. Diese sogenannte Galvanisierung, mit der das beste Ergebnis erzielt wird, ist allerdings ziemlich teuer: In der Regel muss man mindestens mit 300 Euro pro Felge rechnen.
Günstiger ist eine SLC-Beschichtung (SLC = Surface like chrome). Sie funktioniert ähnlich wie die Pulverbeschichtung. Die Preise variieren stark, aber meist liegen sie zwischen 150 und 250 Euro pro Felge. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass das der Glanz nach einer SLC-Beschichtung nicht so stark ist, wie nach einer echten Verchromung.
Die dritte Alternative ist die Hochglanz-Verdichtung. Dabei werden die Felgen zusammen mit Schleifkörpern in einer Maschine 24 bis 48 Stunden lang durchgeschüttelt. Die Schleifkörper dringen in kleine Unebenheiten und bringen die gesamte Oberfläche wieder zum Glänzen.
Stahlfelgen lackieren
Wer Stahlfelgen lackieren möchte, benötigt passendes Werkzeug, die richtige Lackfarbe und ein wenig handwerkliches Geschick. Nicht nur Alus benötigen hin und wieder einen neuen Anstrich. Gerade Räder aus Stahl, die häufig im Winter eingesetzt werden, sind schnell von Roststellen und abplatzendem Lack betroffen. In solch einem Fall ist es ratsam, die Stahlfelgen zu lackieren.
- Wer seine Stahlfelgen lackieren möchte, muss zuerst die alten Lackschichten und den vorhandenen Rost entfernen. Die einfachste (jedoch auch teuerste) Variante ist das Sandstrahlen. Alternativ können Sie auch selbst zum Schleifpapier oder zum Bohrmaschinenaufsatz greifen. Für besonders hartnäckige Roststellen lässt sich ein Drahtbürstenaufsatz für Bohrmaschinen benutzen. Dabei ist es wichtig, alle Roststellen komplett zu entfernen! Alter Lack muss lediglich angeschliffen werden.
- Bevor Stahlfelgen lackiert werden können, muss eine Grundierung (ein sogenannter Filler) aufgetragen werden. Vor dem Grundieren (wie vor jedem Arbeitsschritt) sind die Felgen von Schmutz und Schleifstaub zu reinigen. Hierfür eignen sich eine Nitro-Verdünnung oder ein Silikon-Entferner. Bevor Sie die Stahlfelgen lackieren, sollte die Grundierung noch einmal nass angeschliffen werden (mit 600er oder 800er Körnung).
- Jetzt lassen sich die Stahlfelgen lackieren - und zwar in praktisch jeder gewünschten Farbe. Zumeist kommen hier Schwarz oder Silber zum Einsatz. Alternativ zur Lackierung kann man Stahlfelgen auch pulverbeschichten lassen. Der Auftrag des Lacks geschieht nun in mehreren Schichten. Im Anschluss an den Auftrag des Farblacks werden die Oberflächen mit einem Klarlack versiegelt. Wichtig hierbei: Die verschiedenen Komponenten (Grundierung, Farblack, Klarlack) müssen vor der Verarbeitung unbedingt auf ihre gegenseitige Verträglichkeit hin überprüft werden.
Zusätzlich allerdings ist zu bedenken, dass die alten Reifen abgezogen und neue Reifen montiert werden müssen. Da die Kosten der Aufarbeitung eventuell einen Neukauf übersteigen, sollten auch die Preise eines neuen Felgensatzes verglichen werden.
Motorrad Felgen lackieren mit Spraydose
Viele Motorradbesitzer möchten ihre geliebten Maschinen individuell anpassen oder überholen. Können Sie Ihr Motorrad neu lackieren, wenn Sie kein professioneller Lackierer sind und keine Lackierausrüstung haben ? Das Lackieren des Rahmens eines Motorrads ist etwas weniger einfach als das Lackieren der Verkleidungen, jedoch werden die Fehler dort eher toleriert.
Sorgfältiges Schleifen der alten Farbe, um eine gute Haftung zu erzielen, mit 500er Schleifpapier (nass oder trocken). Nein, es hat keinen Sinn, den alten (Untergrund) zu entfernen, wenn er nicht rostig ist oder sich nicht ablöst.
Wenn der Untergrund zu schlecht ist, um ihn zu erhalten, dann sollte man ihn bis auf das Metall mit feiner Körnung sandstrahlen lassen.
Das Auftragen von Lack, egal ob 1K oder 2K, ist etwas Besonderes, da das Lackieren einer Verkleidung eine große Flexibilität des Handgelenks erfordert.
Eine Metalloberfläche braucht eine spezielle Grundierung, nicht nur um die Haftung des Lacks auf dem Untergrund zu gewährleisten (es gibt Haftgrundierungen für Aluminium, Grundierungen für Carbon, Grundierungen für Stahl... Achten Sie darauf, dass Sie das richtige Produkt wählen, sonst ist die Ablösung über kurz oder lang garantiert!). Diese Grundierung hat noch eine weitere Funktion: die Rostbildung zu stoppen und zu verhindern.
Allgemein als "direkt Glanzlack“ oder „2K“ sind Lacke, mit denen ein hoher Glanzgrad und eine hohe Beständigkeit erreicht werden können und die eine Arbeitszeitersparnis darstellen.
Lackierprozess am Motorrad
- Klebeetiketten usw. entfernen.
- Tanköffnung vorsichtig mit Isopropanol und Einmaltüchern reinigen.
- Tanköffnung sorgfältig zukleben, damit keine Verunreinigungen in den Tank geraten.
- Alle zu lackierenden Teile mit dem Exzenterschleifer mit P120 anschleifen. Dabei auch die Klebeaufschriften abschleifen. Etwaige Roststellen gleich mitausschleifen.
- Schadstellen mit Universalspachtel spachteln. Dabei in mehreren Schichten dünn arbeiten.
- Den getrockneten Spachtel final mit Schleifpapier der Körnungen P80, P120 und P240 anschleifen.
- Die Metallteile nach dem Spachteln mit Isopropanol und Einmaltüchern gründlich reinigen.
- Die Bauteile aufbocken oder aufhängen, sodass beim Lackieren alle Bereiche gut erreichbar sind.
- Die Teile von Innen mit Abdeckpapier und Streifenklebeband abkleben. Dort werden sie nicht lackiert und brauchen nicht gesondert gereinigt zu werden.
- Die Metallteile mit einer 2K-Epoxidharzgrundierung in zwei Schichten grundieren. Zwischenablüftzeiten beachten. Grundsätzlich wird immer versucht nass-in-nass zu arbeiten.
- Die Kunststoffteile mit Kunststoffhaftvermittler einsprühen. Dabei besonders die durchgeschliffenen Teile beachten. Ablüftzeit von ca.
- Die Kunststoffteile mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.
- Metallteile ebenfalls mit dem Mipa Etch-Filler hellgrau in zwei Schichten grundieren.
- Den Etch-Primer mit Softflex P400, P600 und P800 anschleifen.
- Den Basislack jeweils in zwei Schichten auftragen. Zwischenablüftzeiten beachten.
- 2K-Klarlack in zwei Schichten auftragen.
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