Motocross leiser machen: Tipps und Tricks für weniger Lärm

Laute Motorräder sind nicht nur in beliebten Ausflugsgebieten oft ein Ärgernis für die Anwohner. Für die einen ist es faszinierender Motorensound, für die anderen nur unerträglicher Krach: Motorradlärm polarisiert. Immer öfter klagen Anwohner der Orte entlang der Biker-Routen über Lärm, gründen Bürgerinitiativen, fordern Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen. Doch zu dieser Eskalation muss es nicht kommen.

Auch Motorradfahrer können ihren Beitrag für ein besseres Miteinander leisten, indem sie einige einfache Tipps zum leisen Motorradfahren beachten und sich am besten schon beim Motorradkauf für ein Modell mit möglichst leisen Fahr- und Standgeräuschen entscheiden.

Gesetzliche Bestimmungen zum Motorradlärm

Die Regelungen zur Geräuschentwicklung von Krafträdern sind in der UNECE-R 41 (aktuell gültig seit 2021: UNECE-R 41.05) definiert. Die dort festgelegten Geräuschgrenzwerte (L urban) für die konstanten und beschleunigten Vorbeifahrten sind abhängig vom sogenannten "Leistung-Masse-Verhältnis" (PMR). Die Grenzwerte sind also nicht für alle Krafträder einheitlich, sondern in drei Klassen eingeteilt:

  • Klasse I: Bei sehr hoher Masse und/oder sehr geringer Leistung (PMR-Wert maximal 25) beträgt der Grenzwert 73 dB(A).
  • Klasse II: Bei hoher Masse und/oder geringer Leistung (PMR-Wert zwischen 25 und 50) beträgt der Grenzwert 74 dB(A).
  • Klasse III: Bei normaler oder geringer Masse und/oder mittlerer oder hoher Leistung (PMR-Wert über 50) beträgt der Grenzwert 77 dB(A).

80 Prozent der aktuellen Motorräder fallen in die Klasse III, für sie gilt also der Grenzwert 77 dB(A). Sie müssen zusätzliche Bestimmungen zu Geräuschemissionen (Additional Sound Emission Provisions, Abkürzung: ASEP) einhalten.

Der Standgeräuschwert muss per se mit den tatsächlichen Fahrgeräuschen nicht korrelieren, sondern dient in Deutschland einzig und allein als Datenbasis für eine Ad-Hoc-Geräuschüberprüfung von auffälligen oder verdächtigen Fahrzeugen im Rahmen von Polizeikontrollen.

Aber aufgepasst: In Österreich kann das Standgeräusch für bestimmte Straßenabschnitte, auf denen die Behörden die Zahl lauter Motorräder reduzieren wollen, relevant werden. Denn das Fahrverbot gilt für alle in Österreich und im Ausland (also auch in Deutschland) zugelassenen Maschinen, die laut Zulassung ein Standgeräusch von mehr als 95 dB(A) aufweisen. Die Regelung soll auch für die kommenden Jahre gelten.

Tipps zum leisen Motorradfahren

Motorräder lassen sich leise und sozialverträglich bewegen. Hier die wichtigsten Tipps, um möglichst leise von A nach B zu kommen:

  1. Ein Motorrad auswählen, dem im Rahmen der Typgenehmigung ein möglichst geringes Fahrgeräusche attestiert wurde (siehe Tabellen).
  2. Originale Auspuffanlage und Endschalldämpfer nur austauschen, wenn die Umrüstanlage in allen Betriebszuständen maximal gleich laut oder besser noch leiser ist.
  3. Original- oder Austausch-Auspuffanlage nicht verändern. In nahezu allen Fällen einer Veränderung werden die Fahrgeräusche lauter sein als vorher. Außerdem erlischt die Betriebserlaubnis.
  4. Drehzahl grundsätzlich möglichst niedrig halten. Wenig Gas geben (so bleibt die Drosselklappe weitgehend geschlossen) und Gang so wählen, dass ausreichend Drehmoment passend zur jeweiligen Fahrsituation bereitsteht, aber eben auch nicht mehr.
  5. Innerorts entspannt mit weitgehend geschlossener Drosselklappe (wenig Gas) dahingleiten.
  6. Exzessive Beschleunigungen generell vermeiden, auch am Ortsausgang.
  7. Mitdenken, Freude schenken: Jeder Mensch hat einen Anspruch auf Ruhe. Das gilt für den Motorradfahrer selbst natürlich auch.
  8. Leise fahren hat noch einen weiteren Vorteil: Meist lässt sich dadurch Sprit sparen. Der Profi zieht den Fahrspaß ohnehin aus der Bewegung, nicht aus der Akustik-Show.

Methoden zur Reduzierung des Auspuffgeräuschs

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Motocross-Motorrad leiser zu machen. Einige davon sind:

  • Auspuff neu stopfen: Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist einen Auspuff neu zu stopfen, weil die Töpfe mit Dämmwolle sich nach einer Weile freibrennen. Einen Originaltopf ohne Wolle leiser zu kriegen, wird schwierig.
  • Dämmwolle verwenden: Theoretisch kann man Glaswolle reinstopfen oder einen längeren dB-Killer. Praktisch ist das mit Hausmitteln nicht durchführbar, außer man arbeitet eh mit Schweissgerät, und lange halten tut's auch nicht.
  • DB-Killer einbauen: DB killer gibts in massen die man ohne großen aufwand einbauen kann.
  • Alternativen Auspuffanlagen: ansonsten noch bei Akrapovic reinschauen, die haben mitunter ziemlich leise Zubehörtöpfe. Muss aber auch nicht immer so sein. Es gibt GRAM-Auspuffanlagen mit 92 dB - mit Enduroabstimmung. Sehen zwar etwas prollig aus, aber schöner, leiser Klang.
  • Originalauspuff montieren: Normalerweise sind Original-Modelle leiser und werden nicht so schnell lauter im Laufe der Jahre - warum also nicht Originalauspuff montieren?

Wichtig: Bitte vergesst nicht, dass alle Modifikationen an geprüften Bauteilen (also auch öffnen, neu stopfen und wieder verschweißen) zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt.

Das Nachfüllen des Dämpfers

Zum Nachfüllen des Dämpfers zunächst den Dämpfer zerlegen, alte Packung restlos entfernen, alle Teile gründlich reinigen (speziell Ölkohleablagerungen in den Siebrohrlöchern entfernen !) und das Siebrohr auf Rißbildung überprüfen. Siebrohr wieder in das Gehäuse einführen.

Nachdem das Gehäuse komplett gefüllt ist, sollte man das Material noch ca. 2-3 cm zusammenschieben können! Es muß also ein gewisses „Spiel” in der Packung vorhanden sein ! Der db-Killer geht in das Siebrohr und das Dämmmaterial ist um das Siebrohr herum...

Hier können keine allgemeingültigen Richtwerte genannt werden.

Motor Verwendung Bemerkung Material Füllmenge
2-Takt Straße Silent Sport™ 160g/Liter**
Motocross Silent Sport™ 160g/Liter**
4-Takt Straße <60PS/Liter* Silent Sport PREMIUM™ 160g/Liter**
Straße >60PS/Liter* Silent Sport PREMIUM™ 180g/Liter**
Straße mit Katalysator Silent Sport PREMIUM™ 200g/Liter**
Motocross Silent Sport PREMIUM™ 220g/Liter**

*Literleistung. Den Dämpfer nach dem „Stopfen” wiegen und alle paar Stunden nachwiegen. Nachfüllen anhand des ermittelten Gewichtsverlustes !

Bitte beachten Sie beim Waschen Ihrer Maschine, daß der Schalldämpfer gut verschlossen ist, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Feuchtes oder nasses Dämm-Material erhöht die Lautstärke Ihrer Maschine dramatisch!

Die Geräuschdämmung wird ebenfalls durch Sättigung des Dämm-Materials mit unverbranntem Öl oder Ablagerung von Ölkohle auf dem Dämm-Material beeinträchtigt.

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