Motocross-Veranstaltungen sind oft mit Risiken verbunden, sowohl für die Fahrer als auch für die Zuschauer. In den letzten Tagen kam es leider zu mehreren schweren Unfällen, die teils tragische Konsequenzen hatten.
Unfälle mit Zuschauern
Bei einer Motocross-Veranstaltung in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) verlor ein Motorradfahrer am Montagmittag die Kontrolle über seine Maschine, geriet in den Zuschauerbereich und verletzte dort eine Frau schwer. Die 25-Jährige wurde von dem Motorrad erfasst und verlor kurzzeitig das Bewusstsein, wie die Polizei mitteilte.
Die Frau wurde den Angaben zufolge mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen. Der Fahrer blieb unverletzt. Nach ersten Informationen der Polizei soll eine gebrochene Bremse an der Motocross-Maschine den Horror-Unfall ausgelöst haben.
Die Maschine sei deshalb unkontrolliert in den Absperrzaun gerast. Mehrere Zuschauerbereiche wurden nach dem Unfall gesperrt. Die verletzte Zuschauerin kam mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik.
Auch in Bielstein kam es zu einem schweren Unfall, bei dem Zuschauer betroffen waren. Nach rund 25 Minuten im ersten Lauf verlor der Belgier Jeremy Delince (25) in einer Kurve aus noch unbekannter Ursache die Kontrolle über seine Rennmaschine und schleuderte von der Strecke. Das Motorrad flog hierbei nach ersten Erkenntnissen über die eigentlich dafür vorgesehene Absperrung und landete in einem Sperrbereich, in dem sich aber Zuschauer befanden.
Ein 28-jähriger Zuschauer aus Gummersbach wurde von dem Krad am Kopf getroffen und erlitt schwerste Verletzungen. Ein 15-jähriger Zuschauer aus Reichshof sowie ein 42-jähriger Streckenposten aus Solingen und Delince erlitten schwere Verletzungen und mussten mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Zudem erlitten zahlreiche Besucher einen Schock, weshalb mehrere Notfallseelsorger nach Bielstein eilten, um zu helfen.
Durch die Wucht des Aufpralls erlitt ein 28-jähriger Zuschauer aus Gummersbach derart schwere Verletzungen, dass er trotz Reanimationsmaßnahmen noch an der Unglücksstelle verstarb. Ein weiterer Zuschauer, ein 15-jähriger Jugendlicher aus Reichshof, der 25-jährige Motocross-Fahrer sowie ein 42-jähriger Streckenposten aus Solingen erlitten schwere Verletzungen und mussten mit Rettungsfahrzeugen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden.
Die Ehefrau des 28-Gummersbachers und zwei kleine Kinder mussten den tragischen Unfall aus direkter Nähe miterleben.
Die Veranstaltung wurde nach dem tragischen Unglücksfall sofort abgebrochen, die Zuschauer gebeten, das Gelände zu verlassen. Die Feuerwehr Wiehl rückte an, um den Bereich abzusperren. Die Polizei hat vor Ort die Ermittlungen aufgenommen. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um Luftaufnahmen zu machen.
Weitere Unfälle
Auf der Motocrossstrecke bei Oberrieden hat sich am Freitag ein Unfall ereignet, bei dem eine 14-Jährige und ein 24-Jähriger schwere verletzt wurden. Wie die Polizei mitteilt, war die erst 14-jährige Fahrerin der einen Maschine aus noch unbekannten Gründen auf einem Sprungabschnitt zum Stehen gekommen. Der 24-jährige Fahrer der anderen Maschine erkannte das zu spät und konnte ihr im Sprung nicht mehr ausweichen.
Durch den Zusammenstoß stürzten beide Fahrer und verletzten sich trotz ihrer Schutzausrüstung schwer. Auf der Motocrossstrecke bei Oberrieden sind am Freitag eine 14-Jährige und ein 24-Jähriger zusammengestoßen und haben sich schwer verletzt.
Gestern sind zwei Jugendliche bei einem Unfall in der Nähe der Wieskirche schwer verletzt worden. Beide waren gemeinsam auf einer Motocrossmaschine unterwegs, als sie aus bislang ungeklärter Ursache von der Straße abkamen und mit einer Holzlege kollidierten.
Weil die Strecke, auf der sie verunfallten, sehr wenig befahren ist, hatten die Jugendlichen viel Glück. Zufällig kamen wenig später zwei Bekannte vorbei, welche den Notruf absetzten. Die 16- und 17-jährigen wurden beide umgehend in das Unfallklinikum Murnau gebracht.
Tödlicher Motorradunfall
Mit tiefer Bestürzung müssen wir heute eine Nachricht teilen, die uns alle erschüttert: Unser Freund, Fahrer und geschätztes Mitglied der Motocross-Familie, Luca Lier, ist in der Nacht zum Montag bei einem tragischen Motorradunfall tödlich verunglückt. Der Unfall ereignete sich in der Nacht von Sonntag auf Montag um 00:30 Uhr auf der Kreisstraße 2 bei Borchen. Trotz schneller Hilfe kam für Luca jede Unterstützung zu spät.
Luca war mehr als nur ein Fahrer. Er war eine Frohnatur, die mit seinem Lächeln, seiner Leidenschaft und seiner positiven Energie jedes Fahrerlager bereicherte. Für viele von uns war er ein Freund, Motivator und Vorbild zugleich. Auch bei den CROSS FINALS war er regelmäßig dabei. Im letzten Jahr kämpfte er noch für das Team Sachsen-Anhalt mit großem Einsatz in der MX2-Kategorie in Culitzsch und feierte in der Teamwertung den zweiten Rang.
Dieses Jahr sollte es für ihn ein ganz besonderes Event werden: die CROSS Finals in seiner Heimat, beim MC Westerhausen. Voller Vorfreude hatte er sich auf das Heimspiel vorbereitet. Trotz der Tragödie sind wir sicher: Luca hätte nicht gewollt, dass die Veranstaltung durch ihn überschattet wird.
Um ihm zu gedenken, werden wir am Sonntagmorgen, bei der Vorstellung der Teams, eine Schweigeminute abhalten, wenn das Team Sachsen-Anhalt aufläuft. Eingeleitet wird diese durch Leon Ast und - wenn es ihre Kraft zulässt - auch durch seine Frau Gina Marie. Darüber hinaus wird es beim Team Sachsen-Anhalt eine Aktion geben: Am Teamzelt wird es Shirts und Sticker von Luca geben und der Erlös wird zu 100% an Gina weitergegeben.
Weiterhin werden wir eine Spendenbox bereitstellen. Unsere Gedanken sind bei Gina und dem ungeborenen Kind, bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Luca wird uns unendlich fehlen - als Fahrer, als Mensch, als Freund.
MSC Drabenderhöhe-Bielstein
Der seit 1952 bestehende Verein MSC Drabenderhöhe-Bielstein hatte am Wochenende zum zweiten Mal in seiner Clubgeschichte eine Veranstaltung der beliebtesten Motocross-Rennserie Europas ausgerichtet, zu der die Motocross-Elite an den Start ging. Auf der 1830 Meter langen Strecke mit teils steilen Auf- und Abfahrten fanden bislang 26 Weltmeisterschaftsläufe statt. Zum ADAC MX Masters hatten sich rund 160 Fahrer aus mehr als 21 Nationen angemeldet.
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