In der Welt des Motorsports, insbesondere in der MotoGP und WSBK, spielen Rundenzeiten eine entscheidende Rolle. Neue Rundenrekorde sind ein Zeichen für Fortschritt und Leistungssteigerung. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte von Rundenzeiten und Rekorden auf verschiedenen Rennstrecken.
Historische Vergleiche und Streckenänderungen
Viele Rennstrecken wurden in den letzten 20 Jahren umgebaut. Jerez wurde umgebaut, weil die Strecke teilweise zu wenig Sturzzonen hatte. Das geht in Jerez nicht anders, da die Strecke von Hügeln und Bergen umgeben ist. Eine der wenigen Strecken, die noch den ursprünglichen Verlauf hat, ist Brno. Cadalora gewann das 500er Rennen 1994 mit einem Schnitt von 156km/h.
Aktuelle Rundenrekorde und Fahrerleistungen
Fabio Quartararo (Petronas SRT Yamaha) hält nach seiner Rookie Saison 2019 bereits 3 neue Rundenrekorde. Marc Marquez ist mit 10 Rundenrekorden auf den aktuellen Kursen der klare Spitzenreiter in der MotoGP. Jorge Lorenzo hält immer noch eine beachtliche Zahl von fünf Rekordrunden.
Im Vorjahr wurde nur gerade auf 7 Strecken, bei 19 ausgetragenen Runden, eine neue absolute Bestzeit aufgestellt. Bei diesen frisch aufgestellten Rekordrunden stand es am Ende 4:3 für Marquez gegen Fabio Quartararo.
Auch in der WSBK purzelten im letzten Jahr bei knapp der Hälfte der Strecken die Rekorde. Jonathan Rea (Kawasaki ZX-10RR) - der beste WorldSBK Fahrer aller Zeiten - hält diverse Rundenrekorde. Deren 4 gingen auf das Konto von Rekordweltmeister Jonathan Rea. In der Gesamtstatistik führt derzeit allerdings noch Tom Sykes mit 6 aktuell noch gültigen Runden-Rekorden, knapp vor Rea mit deren fünf. Auf der Ducati Panigale V4R gelangen Alvaro Bautista im Vorjahr immerhin deren 2 und auch Chaz Davies schaffte eine neue Marke in der Superpole von Imola am 11.
Vergleich MotoGP mit WSBK
Mit Donington und Imola sind aktuell 2 Rundkurse im WSBK-Kalender, auf welchen die absolut beste Rundenzeit in der WSBK aufgestellt wurde. Auf der wunderschön gelegenen Strecke von Donington Park stellte 2006 der Spanier Dani Pedrosa auf Repsol Honda den absoluten Rundenrekord auf. Dieser wurde 11 Jahre später von Tom Sykes auf Kawasaki ZX-10RR unterboten.
Mit seiner Rekordrunde von 2019 hätte Jonathan Rea in Jerez im Q1 der MotoGP immerhin Platz 9 belegt und damit 5 Fahrer hinter sich gelassen. Noch krasser sieht es mit Reas Rekordrunde von 2017 in Assen aus. Letztes Jahr wäre er damit hauchdünn hinter Valentino Rossi im Q1 der MotoGP auf Platz 5 gelandet. Er fuhr mit seiner Kawasaki somit damals schneller als 2019 beide Aprilia Werkspiloten und drei der 4 KTM Fahrer, sowie Rabat und Abraham auf ihren Ducatis.
Auf der in beiden Serien aus dem Kalender geflogenen Strecke von Laguna Seca fuhr ein gewisser Stefan Bradl im Juli 2013 auf seiner Honda mit 1’21.176 auf die Poleposition. Nur gerade ein Jahr später knallte Tom Sykes mit seiner WSBK-Kawasaki eine Zeit von 1’21.811 auf den kalifornischen Asphalt. Damit hätte Sykes im Vorjahr das MotoGP Rennen hinter Valentino Rossi als 7.
MotoGP in Portimao: Marquez' Rückkehr und Teamvorbereitungen
Nach neun Monaten Verletzungspause ist Marc Marquez zurück in der MotoGP. Am Freitag drehte der Honda-Fahrer seine ersten Runden auf dem Portimao-Kurs in Portugal. Die Bestzeit im ersten Freien Training sicherte sich Maverick Vinales (Yamaha). Marquez belegte Platz drei.
Alle Augen waren am Vormittag auf die Honda-Box mit der Startnummer 93 gerichtet. Ideal waren die Bedingungen nicht. Nach starken Regenfällen am Donnerstag gab es noch einige feuchte Stellen auf der Strecke. Marquez fuhr nach einigen Minuten zum ersten Mal seit 265 Tagen mit seinem MotoGP-Bike auf die Strecke. Er ging kein Risiko ein.
Portimao ist für den sechsmaligen MotoGP-Weltmeister eine neue Strecke. Im März hatte er dort einen Tag lang mit einer Serienmaschine getestet. "Man kann an seiner Körpersprache sehen, dass er es genießt", sagt Honda-Testfahrer Stefan Bradl, der die Geschehnisse von der Box aus beobachtete. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er unter dem Helm ein Lächeln im Gesicht hat.
Am Ende schnappte sich Vinales mit 1:42.127 Minuten Platz eins. Als Zweiter folgte Alex Rins (Suzuki). Marquez reihte sich als Dritter ein. Aussagekräftig waren die Rundenzeiten nicht. Die feuchten Stellen trockneten im Laufe des Vormittags zwar auf, aber man war noch weit weg von absoluten Topzeiten. Pol Espargaro belegte mit der zweiten Honda Platz vier. WM-Leader Johann Zarco (Pramac-Ducati) rundete die Top 5 ab. Valentino Rossi (Petronas-Yamaha) verpasste als Elfter knapp die Top 10. Vorjahressieger und Geheimfavorit Oliveira hielt sich bei diesen nicht optimalen Verhältnissen zurück und belegte Platz 17.
Die MotoGP-Teams verließen die Hitze von Malaysia letzten Monat, um sich wieder zu treffen und die Sonne der Algarve für den zweiten und letzten Termin in der Vorbereitung auf 2023 zu genießen. Die zweitägige Session erlaubte es dem Red Bull KTM Werksteam, Lösungen und Optionen durchzuspielen, um für die 21 Rennen umfassende Meisterschaft (und das brandneue Sprint-Format) gerüstet zu sein.
Brad Binder und Jack Miller erhielten eine zweite Gelegenheit, ihr Feedback zum Potenzial der RC16 auf der 15 Kurven und 4,5 km langen Strecke im Süden Portugals zu geben. Binder lag zeitweise auf P6 und beendete den zweiten Tag mit der 9. schnellsten Runde, nur eine halbe Sekunde von P1 entfernt und nahe am Rundenrekord. Der Südafrikaner suchte nach Grip am Heck, konnte aber am Sonntag eine Verbesserung feststellen. Miller, der bei seinem dritten Einsatz immer noch versucht, die Möglichkeiten des Rennmotorrads voll auszuschöpfen, machte kontinuierlich Fortschritte.
Red Bull KTM Factory Racing hat nun ein paar kostbare Tage in der Rennwerkstatt in Munderfing, um die restlichen in Portugal gesammelten Daten zu verdichten, bevor das gesamte Team an die Algarve zurückkehrt, um am 25. und 26.
Brad Binder: "Wir haben heute einen guten Schritt nach vorn gemacht. Wir mussten gestern Abend einige Dinge neu überdenken, weil ich mit dem, was wir taten, nicht ganz zufrieden war: Das Team hat großartige Arbeit geleistet, damit ich mich auf dem Motorrad wohler fühle und etwas mehr pushen kann. Wir sind näher an dem Punkt, an dem wir sein müssen. Der Zeitangriff lief besser, als ich erwartet hatte.
Jack Miller: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben heute fast eine weitere Sekunde eingespart und sind näher an den Spitzenfahrer herangekommen, der sechs Zehntel unter dem Rundenrekord lag! Ich versuche einfach, das Motorrad zu verstehen und verschiedene Dinge auszuprobieren, um mich wohl zu fühlen. Wir verbessern uns jeden Tag, und es dauert eine Weile, aber wir sind vor dem ersten Rennen auf einem guten Weg.
Francesco Guidotti, Red Bull KTM Factory Racing Team Manager: "Dieser Test war das erste Mal, dass wir die 2023er Spezifikation des Motorrads ausprobiert haben und wir hatten einige unerwartete Probleme, aber auch einige Fortschritte. Wir haben jetzt vielleicht nicht genug Zeit, um alles zu beheben, aber wir hoffen, dass wir den Fahrern so schnell wie möglich ein besseres Paket geben können. Jack gewinnt von Lauf zu Lauf an Selbstvertrauen und Geschwindigkeit, und Brad war von diesem Test ein wenig überrascht, konnte sich aber heute steigern. Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen, und ich danke dem gesamten Team für eine weitere große Leistung.
Sebastian Risse, Red Bull KTM Technical Manager MotoGP: "Ich würde sagen, wir hatten einen schwierigen Start in den Test und mussten am ersten Tag eine Menge durcharbeiten. Das Hauptthema für einige Fahrer war der Grip am Heck, und wenn man sich die Rundenzeiten insgesamt anschaut, war es klar, dass die Strecke heute in einem besseren Zustand war, und das hat uns geholfen, aber wir haben auch unsere Sache verbessert. Wir haben einen Schritt gemacht, und jetzt müssen wir nur noch sehen, inwieweit wir das auf das Rennwochenende übertragen können. Ich denke, wir können mit der Entwicklung, die wir an diesen beiden Tagen gemacht haben, zufrieden sein, und wir haben die Basis. Jetzt, wo wir diesen Test hatten, sollte jeder beim GP sofort auf der Höhe der Zeit sein, und ich denke, es gibt noch etwas Spielraum, um daran zu arbeiten."
Qualifying in Portimao: Lecuona in Q2, gemischte Ergebnisse für KTM
Zum dritten Mal in fast einem Jahr kehrte die MotoGP auf den technischen und anspruchsvollen Algarve International Circuit im Süden Portugals zurück. Verglichen mit dem wechselhaften Klima in Misano vor zwei Wochen, war es in Portimao während des Freien Trainings und der Qualifikation am Freitag und Samstag sonnig, hell und kühl.
Iker Lecuona von Tech3 KTM Factory Racing zog in Q2 ein und belegte den 10. Lecuona drängte mit der zweitbesten Leistung in Q1 in das Q2. Nach dem 8. Platz im Qualifying in Misano vor zwei Wochen konnte er sich in der kurzen Session mit Platz 10 einen weiteren positiven Arbeitssamstag sichern. Hinter dem Spanier in der vierten Startreihe steht Teamkollege Danilo Petrucci. Die 15. Position des Italieners ist sein zweitbestes Samstagsergebnis in diesem Jahr.
Iker Lecuona: "Ich habe mich den ganzen Tag sehr stark gefühlt. Gestern haben wir schon einen guten Job gemacht und heute Morgen im FP3 haben wir uns verbessert. Ich hatte eine sehr starke Pace. Mit meiner schnellen Runde schaffte ich es fast direkt ins Q2, daher war ich für heute Nachmittag sehr zuversichtlich. Im Qualifying haben wir für das Rennen gearbeitet, und das war auch erfolgreich: In Q1 fühlte ich mich sehr stark. In Q2 hatten wir keine neuen Hinterreifen mehr, also bin ich mit gebrauchten rausgegangen. Mit einem anderen neuen weichen Reifen hätte ich es in die ersten drei Reihen schaffen können, aber das ist okay.
Danilo Petrucci: "Ich bin glücklich über die Arbeit, die wir geleistet haben. Das Qualifying war recht gut. Wir müssen noch das perfekte Setup finden, aber ich fühle mich gut. Ich denke nicht, dass wir für morgen viel ändern müssen. Die Reifenwahl wird sicherlich der Schlüssel sein.
Miguel Oliveira: "Ein hartes Qualifying. Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen mehr Speed und Pace gefunden haben, aber nicht genug. Heute Nachmittag müssen wir Informationen sammeln und auch sehen, was die Tech3-Jungs gemacht haben. Wir müssen analysieren und sehen, was für ein Motorrad wir morgen einsetzen können. Es ist nicht die beste Ausgangsposition für meinen Heim-GP, aber ich habe mein Bestes gegeben, und morgen ist eine weitere Gelegenheit, das zu wiederholen.
Brad Binder: "Nicht der Tag, den wir uns gewünscht haben. Wir hatten bisher das ganze Wochenende zu kämpfen und waren nicht in der Lage, unsere Pace zu halten. Ich hatte einen kleinen Sturz im Qualifying, was bedeutete, dass ich im ersten Lauf keine Runde fahren konnte. Wir haben einen neuen Hinterreifen aufgezogen, aber auch hier konnte ich keine vernünftige Runde hinbekommen. Ich werde morgen 19. und da können wir nicht viel tun.
Moto3 und Moto2
Das Moto3-Rennen wurde von Sergio Garcia angeführt. Der nächste KTM RC4-Fahrer war Red Bull KTM Ajo Jaume Masia auf Platz 5. Der Spanier wird aus der Mitte der zweiten Startreihe losfahren. Masia folgte seinem Teamkollegen und Moto3-Tabellenführer Pedro Acosta, der leider seinen letzten Flugversuch in Q2 abbrechen musste, weil er in Kurve 4 die Streckenbegrenzung verletzte. Er belegte den 14. Platz in der fünften Reihe. Acosta kann morgen die Weltmeisterschaft gewinnen, wenn er das Rennen für sich entscheidet.
Red Bull KTM Ajo holte sich die ersten beiden Plätze in der Moto2. Raul Fernandez holte sich in Portimao seine siebte Pole Position in dieser Saison: 2020 holte er seinen ersten Sieg in der Moto3 und gewann im April auch den Grand Prix in der Moto2. Remy Gardner war auf Platz 2 nur zwei Zehntelsekunden entfernt.
Ergebnisse
Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:
MotoGP
- Francesco Bagnaia (ITA) Ducati 1:37.968
- Johann Zarco (FRA) Ducati +0.296
- Fabio Quartararo (FRA) Yamaha +0.334
- Luca Marini (ITA) Ducati +0.342
- Marco Bezzecchi (ITA) Ducati +0.383
- Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing +0.512
- Iker Lecuona von Tech3 KTM Factory Racing: 10. Platz
- Brad Binder: 19. Platz
Moto2
- Raul Fernandez: 1. Platz
- Remy Gardner: 2. Platz
Moto3
- Sergio Garcia: 1. Platz
- Jaume Masia: 5. Platz
- Pedro Acosta: 14. Platz
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