MotoGP Jerez Rundenzeiten: Eine Analyse

Die, 1985 gebaute Strecke befindet sich 10 km nordöstlich von Jerez. Trotz der vielen Rennstrecken in Spanien, testen die besten F1-Teams und der gesamte MotoGP-Zirkus fast ausschließlich in Jerez de la Frontera! Für Jerez spricht die Wettersicherheit, die im Süden Spaniens am höchsten ist, und weil es in Spanien keine bessere Strecke, hinsichtlich Streckenführung und Sicherheit gibt. Anspruchsvolle, nicht leicht zu lernende, Rennstrecke ohne "böse" Ecken. Hier ist eine exakte Linie wichtig.

MotoGP in Jerez: Marquez dominiert FT1

Gresini-Ducati-Pilot Alex Marquez hat sich bei der MotoGP in Jerez (Spanien) die Bestzeit im ersten Freien Training (FT1) gesichert. Auf der zweiten Position folgte Bruder Marc Marquez (Ducati), der in der ersten Hälfte des FT1 allerdings viel Zeit verlor, weil es an seinen Ducatis technische Probleme gab. Bei Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen nahmen die 23 Starter das erste Training des Rennwochenendes auf.

Zu Beginn der Session führte Alex Marquez (Gresini-Ducati) die Wertung an. Nach zehn Minuten Trainingszeit lagen mit Joan Mir (Honda) und Johann Zarco (LCR) auch zwei HRC-Piloten in den Top 5. Der Spanier kehrte immer wieder an die Ducati-Box zurück und wechselte die Motorräder. Es wurde berichtet, dass eine der Desmosedicis etwas Öl verlor.

Bruder Alex Marquez kam 18 Minuten vor dem Ende des FT1 in Kurve 1 zu Sturz und sprintete zurück zur Gresini-Box. Der aktuelle WM-Zweite schnappte sich einen Scooter eines Fotografen, um die Rückkehr zur Boxengasse zu beschleunigen. In der Schlussphase des Vormittags-Trainings schob sich der jüngere der Marquez-Brüder erneut an die Spitze. Mit seiner 1:36.831er-Runde war Alex Marquez der einzige Fahrer, der am Freitagvormittag unter 1:37 Minuten fuhr.

Überraschungen im FT1

Fabio Quartararo folgte hinter den Marquez-Brüdern und brachte Yamaha somit in die Top 3. Auch Jack Miller (Pramac-Yamaha) erlebte einen vielversprechenden Start ins Jerez-Wochenende und reihte sich auf P6 ein. Maverick Vinales (Tech-3-KTM) bestätigte die starke Form von Katar und war als Vierter mit Abstand bester KTM-Pilot. Honda war mit Joan Mir auf P5 und Johann Zarco in den Top 10 vertreten. Wildcard-Starter Alex Espargaro reihte sich auf P11 ein und lag innerhalb einer Sekunde zur Bestzeit. Honda-Werkspilot Luca Marini beendete das FT1 auf der 16.

Ducati dominiert, Aprilia enttäuscht

Ducati wurde der Favoritenrolle im FT1 gerecht. Die Marquez-Brüder bestätigten die starke Performance der Desmosedici mit den Positionen eins und zwei. Drittbester Ducati-Pilot war Francesco Bagnaia auf P7. Franco Morbidelli (VR46-Ducati) rundete im FT1 die Top 10 ab. Vier der sechs Ducati-Piloten meisterten den Sprung in die Top 10. Enttäuschend verlief der Auftakt für die vier Aprilia-Piloten. Werkspilot Marco Bezzecchi hatte als 13. mehr als 1,1 Sekunden Rückstand. Trackhouse-Aprilia-Pilot Ai Ogura reihte sich mit mehr als 1,2 Sekunden Rückstand auf der 15. Position ein. Trackhouse-Teamkollege Raul Fernandez landete auf P21, Ersatzpilot Lorenzo Savadori auf der 23.

Vergleich MotoGP und WSBK

Mit Donington und Imola sind aktuell 2 Rundkurse im WSBK-Kalender, auf welchen die absolut beste Rundenzeit in der WSBK aufgestellt wurde. Auf der wunderschön gelegenen Strecke von Donington Park stellte 2006 der Spanier Dani Pedrosa auf Repsol Honda den absoluten Rundenrekord auf. Dieser wurde 11 Jahre später von Tom Sykes auf Kawasaki ZX-10RR unterboten. Auf der in beiden Serien aus dem Kalender geflogenen Strecke von Laguna Seca fuhr ein gewisser Stefan Bradl im Juli 2013 auf seiner Honda mit 1’21.176 auf die Poleposition. Nur gerade ein Jahr später knallte Tom Sykes mit seiner WSBK-Kawasaki eine Zeit von 1’21.811 auf den kalifornischen Asphalt.

Fabio Quartararo (Petronas SRT Yamaha) hält nach seiner Rookie Saison 2019 bereits 3 neue Rundenrekorde. Klarer Spitzenreiter in der MotoGP ist Marc Marquez mit per Ende 2019 insgesamt 10 Rundenrekorden auf den aktuellen Kursen. Mit deren 5 hält Jorge Lorenzo immer noch eine beachtliche Zahl an Rekordrunden, vor dem jungen Franzosen Fabio Quartararo mit bereits drei nach seiner Rookie-Saison. Im Vorjahr wurde nur gerade auf 7 Strecken, bei 19 ausgetragenen Runden, eine neue absolute Bestzeit aufgestellt. Und bei diesen frisch aufgestellten Rekordrunden stand es am Ende 4:3 für Marquez gegen Fabio Quartararo.

Jonathan Rea (Kawasaki ZX-10RR) - der beste WorldSBK Fahrer aller Zeiten hält diverse Rundenrekorde. WSBK mit 6 neuen Rekorden in 13 Runden. Deren 4 gingen auf das Konto von Rekordweltmeister Jonathan Rea. In der Gesamtstatistik führt derzeit allerdings noch Tom Sykes mit 6 aktuell noch gültigen Runden-Rekorden, knapp vor Rea mit deren fünf.

Mit seiner Rekordrunde von 2019 hätte Jonathan Rea in Jerez im Q1 der MotoGP immerhin Platz 9 belegt und damit 5 Fahrer hinter sich gelassen. Noch krasser sieht es mit Reas Rekordrunde von 2017 in Assen aus. Letztes Jahr wäre er damit hauchdünn hinter Valentino Rossi im Q1 der MotoGP auf Platz 5 gelandet. Er fuhr mit seiner Kawasaki somit damals schneller als 2019 beide Aprilia Werkspiloten und drei der 4 KTM Fahrer, sowie Rabat und Abraham auf ihren Ducatis.

KTM Test in Jerez 2025

Rundenzeiten und zerfetzte Gummis flogen in Jerez am ersten von drei Testtagen zur Saisonhalbzeit 2025 und die gesamte Red Bull KTM-Mannschaft war auf dem sonnenbeschienenen Asphalt unterwegs. Red Bull KTM Factory Racing und Red Bull KTM Tech3 hatten jeweils ein umfangreiches Kontingent für die vier Fahrer, das von neuen Komponenten für die Aerodynamik und das Chassis bis hin zur Arbeit an der Datenerfassung und der Verfeinerung der Renneinstellungen für die KTM RC16 reichte. Eine separate Box wurde von Dani Pedrosa und dem Testteam belegt, der Spanier drehte mehr als 70 Runden und arbeitete sowohl an Teilen der aktuellen als auch der nächsten Generation.

Pedro Acosta, Enea Bastianini, Brad Binder und Maverick Viñales drehten in Jerez von 10.00 Uhr bis zum Ende der Session, die um 18.00 Uhr endete, fast 300 Runden auf einem sehr griffigen Belag. Acosta hatte am Vormittag einen kleinen Sturz, der eine Umstrukturierung des Programms erforderte, aber ansonsten war das Quartett in der Lage, weitere wichtige Kilometer auf der Suche nach mehr Wettbewerbsfähigkeit in dieser Saison zu sammeln. Vier KTM RC16 rangierten in den Top Fünf für die höchste Geschwindigkeit. Viñales durchbrach den Zeitmessbalken mit der zweitschnellsten Runde und 0,3 von P1 entfernt. Ihm folgten Acosta auf Platz 5 und dann Binder auf Platz 13 und Bastianini auf Platz 14.

Fahrerkommentare zum KTM Test

  • Maverick Viñales, Red Bull KTM Tech3, 2.: "Ich habe heute versucht, das Motorrad besser zu verstehen. Am Sonntag habe ich in Sektor 1 0,1 Sekunden verloren, und ich wollte es gut verstehen und mich für das nächste Jahr verbessern, und es lief fantastisch. Es war schön, Zeit zu haben, um mit dem Motorrad zu arbeiten. Mein Rhythmus war schnell, und ich fuhr eine schnelle Runde, die mir leicht fiel. Wir können sagen, dass wir uns immer weiter verbessern. Es war heute sehr windig und es gab guten Grip, aber ich habe an meinem Fahrstil und meinem Gefühl für das Motorrad gearbeitet."
  • Pedro Acosta, Red Bull KTM Factory Racing, 5. Platz: "Ein guter Tag. Wir haben viele Dinge ausprobiert, und es war keine Evolution, aber eine Verbesserung, ganz sicher. Bei den Montagstests ist es normalerweise recht einfach, schnell zu sein, was den Grip angeht, also keine echte Rennsituation. Mal sehen, was die anderen Jungs sagen."
  • Brad Binder, Red Bull KTM Factory Racing, 13. Platz: "Die Tests waren gut. Wir haben verschiedene Chassis-Modifikationen ausprobiert und es fühlt sich ziemlich positiv an, und es hat definitiv meinem schwächsten Punkt des Wochenendes geholfen, nämlich dem Kantengrip. Mein Fahrverhalten ist etwas besser, mein Gefühl kommt voran."
  • Enea Bastianini, Red Bull KTM Tech3, 14: "Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, denn ich war schnell, wie im Qualifying, aber der Wind war heute schwierig. Einige Dinge, die wir ausprobiert haben, haben mir geholfen, schneller zu sein. Kleine Verbesserungen, aber das ist okay. Ich muss mich noch wohler fühlen, um viel pushen zu können. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns in einigen Wochen noch mehr anpassen können."

Team Manager Kommentar

Aki Ajo, Red Bull KTM Factory Racing Team Manager: "Wir haben schon eine Weile auf diesen Tag gewartet, weil wir während der letzten Rennen testen mussten, und hier hatten wir die Zeit und die Bedingungen, um uns weitere Dinge und Ideen anzusehen. Dani wird auch morgen weiterfahren. Wir haben in den Rennen Fortschritte gemacht, aber in dieser Kategorie hört die Entwicklung nie auf und es ist hektisch. Wir mussten uns konzentrieren. Die Rennwochenenden sind jetzt so hart, dass es nützlich ist, einen Tag zu haben, um zu fahren und sich zu beweisen. Wir hatten neues Material, um Informationen zu sammeln, aber auch um an den Einstellungen zu arbeiten. Der Wind hat uns ein bisschen gestört... aber es war ein produktiver Test."

Sebastian Risse, Technischer Direktor MotoGP bei KTM: "Wir haben bei den Grand Prix in dieser Saison schon viel gelernt. Bei diesem Test wollten wir das, was wir gemacht haben, stabilisieren und die Vorlieben jedes Fahrers herausfinden und mit den anderen Jungs abgleichen. Dieser Teil lief gut und wir sind glücklich darüber. Wir arbeiten auch für die Zukunft an der Homologation der Aerodynamik, des Chassis und der Elektronik: In all diesen Bereichen haben wir mit den Daten Fortschritte gemacht. Wir werden in den kommenden Wochen mit der Analyse beschäftigt sein und das Positive so schnell wie möglich auf die Strecke zurückbringen."

Jerez official test final times

Hier die finalen Zeiten des Jerez Tests:

  1. Marc Marquez (ESP) Ducati 1:35.876
  2. Maverick Viñales (ESP) Red Bull KTM Tech3 +0.361
  3. Fabio Quartararo (FRA) Yamaha +0.477
  4. Pedro Acosta (ESP) Red Bull KTM Factory Racing +0.676
  5. Brad Binder (RSA) Red Bull KTM Factory Racing +1.314
  6. Enea Bastianini (ITA) Red Bull KTM Tech3 +1.350

Die kombinierten Zeiten beider Testsessions vom 28. April 2025:

  1. Marc Marquez (Ducati) - 1:35.876 Minuten (79 Runden)

Die Zeiten der Vormittagssession:

  1. Marc Marquez (Ducati) - 1:36.184 Minuten (40 Runden)

Die Zeiten der Nachmittagssession:

  1. Marc Marquez (Ducati) - 1:35.876 Minuten (39 Runden)

Streckenänderungen in Jerez

In Jerez wurde wenn ich mich richtig erinnere schonmal was umgebaut, weil die Strecke teilweise zu wenig Sturzzonen hatte. Das geht in Jerez nicht anders, da die Strecke von Hügeln und Bergen umgeben ist.

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